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Grundstücke, Häuser und Wohnungen haben sich 2018 in Leipzig spürbar verteuert

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    Am Donnerstag, 11. April, veröffentlichte der Gutachterausschuss in der Stadt Leipzig die neuesten Zahlen zum Leipziger Immobilienmarkt. Die Transaktionszahlen gingen zwar um 2 Prozent zurück, dafür stieg der Geldumsatz leicht an. Damit lag das Umsatzniveau im vierten Jahr hintereinander über 2,8 Milliarden Euro. Und damit auch deutlich über dem Niveau der Landeshauptstadt Dresden von 2,5 Milliarden. Leipzig bleibt beim Immobilienmarkt in Sachsen die Nr. 1.

    Der Gutachterausschuss ist eine unabhängige Behörde, die frei von Weisungen entscheidet und deren Geschäftsstelle beim Amt für Geoinformation und Bodenordnung der Stadt Leipzig angesiedelt ist.

    Die Anzahl der erfassten Kaufverträge fiel im vergangenen Jahr von 6.728 auf 6.574, liegt damit aber noch immer über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Das heißt: Leipzig bleibt als Anlagestandort interessant und spielt in der Liga der großen Städte mit. Und da die Anleger derzeit in allen attraktiven Großstädten nach Anlagen suchen, hat das Folgen: So gab es auf dem Teilmarkt der unbebauten Grundstücke trotz eines erheblichen Rückgangs der Kauffallzahlen von 16 Prozent einen Anstieg des Umsatzes um sechs Prozent. Das heißt: Der innerstädtische Boden wurde spürbar teurer.

    Unbebaute Grundstücke: Deutlicher Preisanstieg

    Im Teilmarkt der unbebauten Grundstücke gab es deutliche Marktbewegungen. Bei Geschossbaugrundstücken gingen die Transaktionen, also die Kauffälle, noch einmal um rund ein Drittel zurück, bei den Baugrundstücken für den individuellen Wohnungsbau verringerten sie sich um etwa 20 Prozent.

    Die Preise für Geschossbaugrundstücke stiegen nochmals deutlich und auch das Preisniveau für Grundstücke des individuellen Wohnungsbaus erhöhte sich weiter. Der durchschnittliche Preis für ein Einfamilienhausgrundstück in Leipzig betrug 2018 etwa 143.000 Euro (mittlere Grundstücksfläche rund 730 Quadratmeter).

    Entwicklung des Leipziger Grundstücksmarkts seit 1992. Grafik: Stadt Leipzig, Gutachterausschuss
    Entwicklung des Leipziger Grundstücksmarkts seit 1992. Grafik: Stadt Leipzig, Gutachterausschuss

    Bei den Geschossbaugrundstücken stiegen die Bodenpreise teilweise extrem, stellt der Ausschuss fest. In einzelnen Lagen mussten sie auf Basis der ausgewerteten Kaufverträge wie bereits im Vorjahr teilweise auf das Doppelte angehoben werden. Dabei waren insbesondere in den mittleren Lagen die deutlichsten Veränderungen zu registrieren, wohingegen sie in den bevorzugten Lagen etwas geringer ausfielen.

    Das ist auch an den Bodenrichtwerten ablesbar, die online unter www.bodenrichtwert.leipzig.de einsehbar sind. Diese wurden zum Wertermittlungsstichtag 31.12.2018 durch den Gutachterausschuss in der Stadt Leipzig beschlossen. Der Bodenrichtwert für Bauland des Geschossbaus lag im Schnitt bei 675 Euro je Quadratmeter-Grundstücksfläche und damit um rund 55 Prozent über dem Vorjahresniveau.

    Bebaute Grundstücke: Mehrfamilienhäuser stiegen im Wert

    Gegenüber dem Jahr 2017 gingen die Transaktionen bebauter Grundstücke geringfügig zurück, wohingegen das Kaufpreisniveau leicht anzog. Für sanierte Mehrfamilienhäuser wurden 2018 rund 13 Prozent mehr als im Vorjahr, im Durchschnitt 1.598 Euro pro Quadratmeter-Wohnfläche, gezahlt. Für unsanierte Mehrfamilienhäuser lag der Durchschnittspreis bei 1.024 Euro pro Quadratmeter-Wohnfläche, das waren etwa 25 Prozent mehr als im Vorjahr.

    Auch Eigentumswohnungen wurden teurer

    Traditionell dominiert dieser Teilmarkt, ähnlich wie in anderen Großstädten, den Leipziger Immobilienmarkt mit über 70 Prozent aller Transaktionen und etwa 30 Prozent des Euro-Gesamtumsatzes. Dabei nehmen die Wiederverkäufe sanierter Eigentumswohnungen mit einem Anteil von über der Hälfte an allen Verkäufen von Sondereigentum eine hervorgehobene Stellung ein. Der durchschnittliche Kaufpreis sanierter Eigentumswohnungen im Erstverkauf (ohne Stellplatzanteil) stieg 2018 auf 4.052 Euro pro Quadratmeter-Wohnfläche, das entspricht einem Zuwachs von rund zehn Prozent. Die Preise lagen zwischen 2.208 und 5.513 Euro pro Quadratmeter-Wohnfläche.

    Beim Wiederverkauf sanierter Eigentumswohnungen (ebenfalls ohne Stellplatzanteil) reicht die Preisspanne von 227 bis 4.842 Euro pro Quadratmeter-Wohnfläche. Der Mittelwert aller ausgewerteten Preise lag mit 1.644 Euro pro Quadratmeter-Wohnfläche zwölf Prozent über dem Vorjahresniveau. Eigentumswohnungen in neu errichteten Wohnanlagen (inklusive Stellplatzanteil) erzielten 2018 einen durchschnittlichen Kaufpreis in Höhe von 4.126 Euro pro Quadratmeter-Wohnfläche und lagen damit um zehn Prozent über dem Vorjahresniveau.

    Während bei Erstverkäufen von Eigentumswohnungen in sanierten Altbauten die Käufer/-innen zu rund 95 Prozent nicht aus Leipzig stammten, hatten beim Wiederverkauf rund 36 Prozent ihren Wohnsitz in Leipzig. Bei den Neubauten (Erstverkauf) beträgt der Anteil der Erwerber/-innen, die ihren Wohnsitz in Leipzig haben, rund 36 Prozent.

    Teilmarkt Gewerbe

    Die Kauffallzahlen für unbebaute Gewerbegrundstücke lagen 2018 mit 40 Transaktionen rund zehn Prozent unter dem Vorjahr und damit genau im Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Die Preise für das Gewerbebauland zogen jedoch ebenfalls an. Der durchschnittliche Bodenrichtwert für gewerbliche Bauflächen lag 2018 bei 65 Euro je Quadratmeter und damit etwa 16 Prozent über dem Vorjahresniveau.

    Nach den rückläufigen Transaktionen 2017, stiegen die Kauffallzahlen bei den bebauten Gewerbegrundstücken um rund zwölf Prozent auf 232. Allerdings sank der Umsatz.

    Gastkommentar von Jürgen Kasek: „Mietenwahnsinn“ auch in Leipzig + Video

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