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Wirtschaftsdezernat plant das Digital Hub jetzt für 7 Millionen Euro in der Halle 7

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    Was fängt man nun an mit dieser Halle 7 in der Spinnerei, nachdem sich herausgestellt hat, dass die Statik des Gebäudes die Unterbringung des Naturkundemuseums unmöglich macht? Lofft und Tanztheater sind ja schon eingezogen. Jetzt hat das Dezernat Wirtschaft, Arbeit und Digitales einen Vorschlag zur Nutzung der leeren Etagen vorgelegt: In Halle 7 der Leipziger Baumwollspinnerei soll mit einem städtischen Finanzierungsvolumen von 7 Millionen Euro in den Jahren 2021 und 2022 ein rund 6.000 Quadratmeter großes Innovationszentrum entstehen.

    Partner des Kooperationsprojektes zwischen Verwaltung, Wissenschaft und Unternehmen sind neben der Stadt Leipzig die Handelshochschule Leipzig (HHL) und die SpinLab Accelerator GmbH. Weiterhin werden die S-Beteiligung der Sparkasse Leipzig, das hochschulübergreifende Forschungszentrum RCI (Research Centre for sustainable and smart Infrastructure) sowie die kommunale Wirtschaftsförderung vor Ort sein. Eine entsprechende Vorlage soll dem Stadtrat am 29. April zur Entscheidung vorgelegt werden.

    „Im Innovationszentrum bekommt unser Digital-Hub-Konzept ein Zuhause. Mittelständler, Gründer, Hochschulen, Kapitalgeber und kommunale Wirtschaftsförderer arbeiten an einem Ort, lernen voneinander und befruchten sich gegenseitig. So entsteht ein einmaliges Ökosystem für Innovation und Wachstum, mit dem Leipzig in eine neue Liga aufsteigt“, beschreibt Uwe Albrecht, Bürgermeister für Wirtschaft, Arbeit und Digitales, das Vorhaben.

    Der Hintergrund des Projekts: Leipzig ist seit 2017 zusammen mit Dresden eines von 12 Digital Hub des Bundes (BMWi) und konzentriert sich unter dem Titel „Smart Infrastructure Hub Leipzig“ auf die Themen Energie, Smart City und E-Health. Das künftige Innovationszentrum bündelt für diese Zukunftsfelder Kompetenzen und ergänzt bestehende Angebote. Zugleich soll es auch überregionalen und internationalen Gründerteams ermöglichen, ihre Unternehmensideen in der Stadt umzusetzen.

    Die Idee fand gleich am Freitag, 13. März, Zustimmung in der SPD-Fraktion.

    Wie die Stadt Leipzig mitteilte, entsteht in der Halle 7 der Baumwollspinnerei im Zusammenhang mit dem Smart-Infrastructure-Hub ein neues Gründerzentrum. Gründer und Mittelstand sowie Forscher der Leipziger Hochschulen, Geldgeber, Partner wie das SpinLab und Angebote der Wirtschaftsförderung finden sich dann unter einem Dach zusammen und teilen sich Ressourcen.

    „Das ist ein wichtiger Schritt, Leipzigs lebendige Gründerszene zu stärken. Es geht darum, Leipzig immer mehr wegzubringen von der verlängerten Werkbank, hin zu einem Standort, an dem Ideen und anwendungsorientierte Forschung in neue Produkte und Innovationen umgesetzt werden können. Dies bringt neue Wertschöpfung und mehr Einkommen nach Leipzig und Mitteldeutschland“, erklärte Heiko Bär, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion und Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Arbeit und Digitales im Leipziger Stadtrat.

    „Das neue Gründerzentrum wird aus städtischen Haushaltsmitteln finanziert. Die wirtschaftliche Wirkung und Strahlkraft betrifft jedoch ganz Mitteldeutschland. Ich erwarte deshalb auch vom Freistaat Sachsen und der Schwarz-grün-roten Koalition auf Landesebene, die Entwicklung des Smart-Infrastrukture-Hubs in Leipzig ebenfalls finanziell zu unterstützen. Außer Plänen und Ankündigungen ist seitens des Freistaats von echtem Handeln und Investieren leider bislang nichts zu merken.“

    Mit dem Smart-Infrastrukture-Hub verbindet Heiko Bär auch die Hoffnung, „dass es endlich gelingt, dass sich einige der verstaubten Wissenschaften, insbesondere an der Leipziger Uni, auch mal dem 21. Jahrhundert öffnen und praxisrelevante sowie anwendungsorientierte Forschung und Lehre ermöglichen. Bis auf wenige Ausnahmen haben Profil, Ausrichtung, Selbstverständnis und Arbeitsweise der Universität nämlich mit unternehmerischem Denken und gesellschaftlicher oder wirtschaftlicher Relevanz der Arbeit bisher leider nichts zu tun. Umso wichtiger, dass unser neues Gründerzentrum hier zumindest zum Teil für einen Ausgleich sorgt und zur Brutstätte technologieorientierter und innovativer Neugründungen wird. Als SPD-Fraktion ebenen wir dafür jedenfalls jeden Weg.“

    Ist das wirklich so?

    Im Smart-Infrastructure-Hub sind auch die Universität und die HTWK Leipzig eingebunden.

    Auch wenn das Leipziger Wirtschaftsdezernat seine Nähe zur HHL betont, die im Innovationszentrum ihr „Digital Space“-Konzept umsetzen will: Digitale Geschäftsideen sollen in der Vorgründungsphase in interdisziplinären Teams generiert und auf deren Marktfähigkeit getestet werden, wodurch sich Neugründungen vereinfachen. Beim regionalen Mittelstand sollen Innovationen ebenso angeregt werden.

    Ihm biete die HHL Weiterbildungsangebote für Arbeitnehmer in den Bereichen Unternehmertum, Innovations- und Technologietransfer, Adaption des Geschäftsmodells und Entwicklung neuer Produkte im Rahmen der digitalen Transformation an, so das Wirtschaftsdezernat. Die HHL will mittelständische Unternehmer darüber hinaus zu kostenfreien Veranstaltungen wie Symposien oder Erfahrungsaustausch einladen.

    Das Konzept wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

    Prof. Dr. Stephan Stubner, Rektor der HHL: „Der HHL Digital Space dient jungen Gründern – egal ob aus der HHL oder aus ganz anderen Zusammenhängen kommend – als Inkubator. Wir unterstützen darin Gründungswillige in der sehr frühen Phase der Ideenfindung und wollen so den Nachwuchs heranziehen auch für den HHL-Accelarator SpinLab. Darüber hinaus dient der Digital Space als Transferplattform, um den regionalen Mittelstand bei den Herausforderungen des Digitalen Wandels zu unterstützen.“

    Die SpinLab Accelerator GmbH verlagert ihr Accelerator-Programm und ihren Co-Working-Space in das Innovationszentrum.

    Dr. Eric Weber, SpinLab: „In der aktuellen Debatte diskutieren wir oft über Verfügbarkeit und Kosten von Wohnraum, aber die Problematik betrifft ebenso Gewerberaum. Gerade Startups brauchen günstigen, verfügbaren Workspace, die sie nicht an die marktüblichen Bedingungen bindet. Mit dem Innovationszentrum können wir ihnen diesen Raum bieten. Bonus: potentielle Investoren und Kunden befinden sich ebenfalls im Innovationszentrum.“

    Zum künftigen Standort wurden vom Amt für Wirtschaftsförderung mehrere Optionen im Stadtgebiet analysiert. Für den Leipziger Westen sprachen insbesondere die unmittelbare Nähe zu etablierten Industrieunternehmen, bestehende Entwicklungsflächen für Ansiedlungen sowie die Nähe zur lebendigen Kreativ- und Startup-Szene. Der Rohbau des Innovationszentrums ist bis September 2021 geplant, die Eröffnung zur Jahresmitte 2022 vorgesehen.

    Erst fehlten die Fahrer, dann entfiel das Naturkundemuseum, jetzt rechnet sich das nicht mehr

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