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Polizeidirektion, 20. März: „Antänzer“ in Aktion, Verkehrsunfall, Zwischenfall bei „Kollegah“-Konzert

Am Wochenende wurden mehrere Personen von „Antänzern“ bestohlen +++ In der Ratzelstraße kam es am Freitagmittag zu einem Zusammenstoß eines Funkstreifenwagen mit einer Straßenbahn +++ In beiden Fällen werden Zeugen gesucht +++ Am Samstagabend fand im Haus Auensee ein Konzert des Rappers Kollegah statt. In sozialen Netzwerken wurden danach mehrere Videos gepostet, auf denen ersichtlich ist, dass ein Mann aus dem Publikum auf die Bühne gelassen wurde und dort von dem besagten Musiker erst getreten, dann mit der Faust geschlagen wurde – Die Polizei bittet den Geschädigten, sich zu melden.

„Antänzer“ in Aktion

Fall 1

Ein 56-jähriger Leipziger befand sich gestern früh nach einem Gaststättenbesuch auf dem Heimweg. Auf der Witzgallstraße kamen ihm, gegen 04:45 Uhr, zwei unbekannte Männer entgegen, die ihn ansprachen und „anmachten“. Einer kam ihm dabei sehr nahe, fasste ihn mehrfach an die Hose und fummelte an ihm herum. Der 56-Jährige schob ihn weg. Anschließend setzten die Unbekannten ihren Fußweg stadteinwärts fort. Nach wenigen Metern schon musste der Leipziger feststellen, dass er raffiniert bestohlen worden war – sein Portemonnaie samt einer dreistelligen Summe, EC-Karte sowie diversen Dokumenten – fehlte. Der Geschädigte erstattete Anzeige.

Folgende Personenbeschreibungen liegen vor:

  1. Person (Haupttäter):
    – 20 bis 30 Jahre alt, ca. 1,75 m groß
    – dunkles kurzes, krauses Haar
    – arabisches Aussehen
    – trug helle Bekleidung
  1. Person:
    – 20 bis 30 Jahre alt, ca. 1,70 m groß
    – dunkle kurze Haare
    – arabisches Aussehen.

Fall 2

Nur mal frische Luft schnappen wollte Samstag früh ein 19-Jähriger. Er befand sich mit Freunden in einem Club in der Karl-Heine-Straße, hatte offensichtlich einiges getrunken und ging um 04:00 Uhr nach draußen. Er entfernte sich etwa 50 Meter vom Gebäude, als er von einem Unbekannten angesprochen wurde. Dieser legte einen Arm um den jungen Mann, „tanzte“ mit ihm und lachte ihn freundlich an. Wenig später verabschiedete er sich und verschwand. Der 19-Jährige kontrollierte seine Hosentasche und – fand nichts mehr: Geldbörse und Handy weg. Das Opfer erstattete später Anzeige.

Den Täter beschrieb er wie folgt:
– 20 bis 25 Jahre alt, ca. 1,85 m groß
– kurze schwarze Haare
– trug Jacke mit Camouflage-Muster und dunkelbraunes Cap
– südländischer Typ.

Fall 3

Ein Erinnerungsfoto sollte es werden, das eine 26-Jährige Sonntagfrüh, gegen 06:00 Uhr, von ihren beiden Freundinnen vor dem Hauptbahnhof aufnahm, bevor sie sich verabschieden wollten. Gerade in diesem Moment sprang ein Unbekannter „ins Bild“. Währenddessen kam sein Komplize von hinten, trat ganz nah an die junge Frau heran und stahl ihr die Gürteltasche mit diversen Ausweisen, EC-Karte, Schlüsseln und Geld aus der Jackentasche. Nach der Tat verschwanden die Männer. Danach hielten die jungen Frauen nach Zeugen Ausschau und dabei tauchte auch der „ins-Bild-Springer“ auf. Sie befragten ihn und einen jungen Mann, der auf einem der „Leuchtkästen“ saß. Beide, englisch- bzw. arabisch-sprechend, boten an, den Frauen zu helfen, verhielten sich jedoch sehr verdächtig. Der vermutliche Araber wollte dann die Handy-Nummer der Geschädigten, was sie aber verweigerte. Als sich beide Männer aufdringlich zeigten, wimmelten die Frauen sie ab und gingen zur Polizei.

Folgende Personenbeschreibungen liegen vor:

Person, welche „ins Bild gesprungen“ war:
– 20 bis 30 Jahre alt, ca. 1,75 m groß, kräftige Gestalt
– dunkle Haare
– sprach arabisch
– trug Siegelring, klobig mit schwarzem Stein; silberne Uhr, auffällig groß und sehr glänzend
– wirkte gepflegt, trug blaue Jacke
– hatte dunklen Rucksack bei sich

Person auf Leuchtkasten:
– 20 bis 30 Jahre alt, ca. 1,85 m groß, schmale Gestalt
– schwarze leicht gewellte Haare
– schlechte Haut (Akne)
– schwarze Jacke aus glattem Material
– führte gemusterten (vermutlich Hawaiblumen) Rucksack bei sich
– sprach gut englisch.

In allen Fällen haben Kripobeamte die Ermittlungen aufgenommen.

Zeugen, die Beobachtungen gemacht haben und sachdienliche Hinweise geben können, wenden sich bitte an die Kripo Leipzig, Dimitroffstr. 1, Telefon (0341) 96 64 66 66.

Straßenbahn gegen Funkstreifenwagen

Eine Funkstreifenwagenbesatzung erhielt Freitagmittag den Auftrag, zu einem Einsatz zum Lindenauer Markt zu fahren. Auf der Fahrt dorthin kam es zu einem Unfall mit einer Straßenbahn der Linie 2, dessen Fahrer vom Ratzelbogen auf die Ratzelstraße stadteinwärts abbog. Er hatte den von rechts kommenden und stadteinwärts fahrenden Funkstreifenwagen VW Golf Variant mit Blaulicht und Martinshorn nicht beachtet. Dessen Fahrer wich nach rechts aus und stieß am Ende des begrünten Randstreifens mit der linken Fahrzeugecke gegen die rechte vordere Ecke der Straßenbahn. Der Funkstreifenwagen geriet ins Gleisbett. Während der Fahrer unverletzt blieb, wurde der Beifahrer leicht verletzt und ambulant behandelt. Die Höhe des Sachschadens ist noch unklar.

Zu diesem Unfall sucht die Polizei Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können. Diese melden sich bitte beim Verkehrsunfalldienst, Telefon 0341/255-2847 oder 0341/255-2910 (Autobahnpolizeirevier).

Zwischenfall bei „Kollegah“-Konzert

Am Samstagabend fand im Haus Auensee ein Konzert des Rappers Kollegah statt. Dabei kam es auf der Bühne zu einer Szene, die in verschiedenen sozialen Netzwerken verbreitet und kontrovers diskutiert wurde. Auf mehreren Videos ist ersichtlich, dass ein Mann aus dem Publikum auf die Bühne gelassen wurde und dort von dem besagten Musiker erst getreten, dann mit der Faust geschlagen wurde. Hierzu liegt der Leipziger Polizei eine Online-Anzeige vor. Diese wurde nicht vom Geschlagenen erstattet, sondern von einem Internet-Nutzer außerhalb Sachsens, der eigener Aussage nach nicht beim Konzert war, sondern die Diskussion in den sozialen Netzwerken verfolgt hatte. Die Online-Anzeige ging am Sonntagmittag gegen 13:20 Uhr bei der Leipziger Polizei ein. Die Polizei hat daraufhin ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung gegen den Musiker eröffnet. Momentan liegen keine Hinweise vor, dass es sich um eine gestellte Szene handelt. Die Polizei hat hier Strafverfolgungszwang und führt daher die Ermittlungen, wie es bei diesen Delikten üblich ist.

Momentan ist der Geschädigte der Polizei nicht bekannt. Die Polizei bittet ihn aber, sich zu melden. Es wäre für die Aufklärung des Sachverhaltes sehr wichtig.

Einbruch in Kirchgemeindesaal

Kurz vor 10:00 Uhr wollte Sonntag die Kirchvorsteherin (53) der St. Laurentiuskirche das Gotteshaus für die Gemeindemitglieder öffnen, denn bald darauf sollte der sonntägliche feierliche Gottesdienst beginnen. Doch schon während sie das Auto im Hof parkte, fiel ihr das offen stehende Fenster des Gemeindesaals auf. Sonderbarerweise, denn sonst war dieses immer verschlossen. Als sie später den Saal betrat, erblickte sie die aufgebrochene Tür zum Lutherzimmer. Vor bzw. neben der Tür lagen Rahmenteile. Doch da die Zeit zum Gottesdienst gekommen war, begleitete sie diesen vorerst. Danach begab sie sich zurück, um das Lutherzimmer aufzuräumen. Währenddessen entdeckte sie noch Hebelspuren an der Tür zum Saalschrank (Vorratsschrank) und abgeplatzte Farbe auf dem Fußboden. Jetzt war sie sich bewusst, hier waren möglicherweise Diebe am Werk. Deshalb rief sie die Polizei. Diese sicherte bei Eintreffen Spuren und nahm die Ermittlungen auf. Zurzeit prüft die Kirchgemeinde, ob etwas gestohlen wurde.

Kia angezündet

In der Nacht zum Montag setzten Unbekannte auf derzeit noch unbekannte Art und Weise einen Kia Carnival in Brand. Das Fahrzeug stand in einer Parktasche am rechten Fahrbahnrand in der Heinrich-Heine-Straße. Die Feuerwehr löschte, dennoch brannte der Motorraum vollständig aus. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen Brandstiftung.

Opel angezündet

Unbekannter Täter schlug Samstagfrüh die hintere Scheibe des abgestellten Opel Zafira des 35- jährigen Geschädigten ein und setzte den Innenraum des Fahrzeuges in Brand. Eine Hinweisgeberin sah Qualmwolken aus dem Fahrzeug steigen. Die Kameraden der Berufsfeuerwehr Leipzig/Westwache waren schnell vor Ort in der Franz-Flemming-Straße und konnten den Brand im Innenraum löschen. Die Polizei sicherte den Brandort. Im Fahrzeug konnte eine Bengalofackel sichergestellt werden. In unmittelbarer Nähe des Brandortes wurde auch ein Plastikteil der Fackel sichergestellt. Die Polizei nahm die Ermittlungen, auch hinsichtlich des Motives auf. Die Höhe des Gesamtschadens steht noch aus.

Zwei Brandanschläge auf die Deutsche Bahn

Fall 1

Ein Lokführer eines Güterzuges bemerkte heute Nacht in Burghausen-Rückmarsdorf neben der Bahnstrecke ein Feuer und meldete das dem Leitstand. Beamte der Bundespolizei begaben sich zum unmittelbaren Brandort. Es handelte sich dabei um einen Kabelschacht. Aus diesem loderte ein Feuer. Die Beamten löschten den Brandherd mittels eines Feuerlöschers. In unmittelbarer Nähe des Brandortes konnten auf der gegenüberliegenden Seite, an einem ebenfalls am Gleiskörper entlang laufenden Kabelschacht Brandspuren festgestellt werden.

Fall 2

An der Bahnstrecke Leipzig-Bitterfeld kam es heute Nacht zu einem Brandanschlag. Unbekannte Täter öffneten zwei Kabelschächte links und rechts entlang der Bahngleise und entzündeten vermutlich mittels flüssigen Brandbeschleunigers die Kabel der Lichtsignalanlage. Es kam daraufhin zum Ausfall der angeschlossenen Lichtsignalanlagen und zu einem Ausfallalarm. Der Alarm wurde durch die Notfallleitstelle der Deutschen Bahn bekannt und durch die Kollegen der Bundespolizei vor Ort geprüft. Beim Eintreffen am Brandort brannte nur noch der Kabelschacht in Richtung Bitterfeld und wurde eigenständig durch die Beamten gelöscht. Der Zugverkehr wurde auf Sichtfahrt fortgesetzt.

In Zusammenarbeit mit der Bundespolizei wurde an beiden Brandorten kriminaltechnische Tatortarbeit durchgeführt und Spuren gesichert. Ein Hubschrauber kam zum Einsatz und die Umgebung der beiden Brandorte wurde weiträumig abgesucht. Tatverdächtige Personen konnten keine festgestellt werden. Das Dezernat Staatsschutz der Polizeidirektion Leipzig prüft die Übernahme der eingeleiteten Ermittlungsverfahren und ob ein politisch motivierter Hintergrund dahintersteht. Die Schadenshöhe kann gegenwärtig noch nicht beziffert werden. Es gab Umleitungen des Zugverkehrs und Busersatzverkehr an diesen Strecken.

Sattelauflieger spurlos verschwunden

Gleich zwei Zugmaschinen des Herstellers DAF samt Anhäger der Hersteller Krone und Schmitz verschwanden in der Nacht auf den Samstag. Die Fahrer, die für eine Speditionsfirma arbeiten, hatten die Sattelzüge am Nachmittag nah beieinander in Dölzig abgestellt. Am nächsten Morgen stellte der Geschäftsführer (57) jener Firma das Fehlen der beiden Sattelzüge fest und rief die Polizei. Den Stehlschaden bezifferte er auf ca. 300.000 Euro. Nun ermittelt die Soko Kfz.

Tragischer Arbeitsunfall

Bei einem Arbeitsunfall in der Nacht zum Sonntag verunglückte in der Merseburger Straße ein 30-Jähriger tödlich. Der Mann war auf einen Gießkran gestiegen, um diesen in einer Höhe von 16 Metern zur reparieren. Nach ersten geglückten Schweißarbeiten und einem durchgeführten Probelauf zeigte sich, dass weiterhin ein technisches Problem an der Anlage bestand. Mit dem Vorsatz dieses zu beheben, legte sich der 30-Jährige auf den Laufsteg über die Fahrschiene des Lastenkranes. Dabei berührte er eine stromführende Schiene, die eigentlich zu Arbeitsbeginn ausgeschalten worden war, so die Mitarbeiter. Dabei erlitt der 30-Jährige einen oder mehrere tödliche Stromschläge.

Weshalb die Schiene zum Unglückszeitpunkt nicht spannungsfrei geschalten war, ist Bestandteil der Ermittlungen.

Trotz sofort gerufener Hilfe konnte nach der Bergung des im Gurtzeug hängenden Schlossers durch die Höhenrettung und lebensrettenden Maßnahmen der Arzt nur noch dessen Tod feststellen. Bei einer ersten Nachschau waren verschiedene Strommarken auf dem Körper des Verstorbenen und dessen starke Überhitzung erkennbar. Landesdirektion und die Kripo Leipzig ermitteln nun wegen Verstöße gegen das Arbeitsschutzgesetz und wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.

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Der „Deutsche Reichskriegertag“ 1925 in Leipzig gedenkt reichlich militärisch an den Ersten Weltkrieg. Im Jahr 1939 zeigt er dann in Kassel erstmals als „Großdeutscher Reichskriegertag“ den Weg Richtung Zweiter Weltkrieg auf. Vom Brühl kommend – links steht heute ein großer Einkaufstempel – geht‘s hier in die Hainstraße in Richtung Markt. Tausende Leipziger stehen am Straßenrand. Foto: Pro Leipzig Verlag

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#BTW17 Die Kandidaten stellen sich vor: Christoph Neumann (AfD)
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Foto: MPI CBS

Unser Gehirn ist ein faszinierendes Ding. Wenn es funktioniert. Und wenn wir es nicht behandeln wie uns selbst: auf Fastfood gesetzt, mit Unterhaltungsmüll anfüttern. Das Ding will gebraucht werden. Denn es ist zu Erstaunlichem fähig. Zum Beispiel zum Um-die-Ecke-Denken. Das können nämlich sogar schon Kinder. Auch wenn die entscheidende Abkürzung erst im vierten Lebensjahr entsteht. Das konnten jetzt Forscher aus dem Leipziger Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften vermelden.
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Augenscheinlich hat die Linksfraktion im Landtag Recht. Seit Jahren kritisiert sie das Fehlen von Notärzten in Sachsen. Regelmäßig bekommt sie Beruhigungspillen durch den Innenminister. Aus seiner Sicht ist alles in Ordnung. Nur 2,4 Prozent der Einsatzschichten bleiben unbesetzt. Und irgendwie kämen die Rettungswagen in 95 Prozent der Fälle rechtzeitig. Zumindest planerisch. Die Realität sieht anders aus.
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Für alle LeserVom 27. März bis 3. April sind alle Leipziger im Alter von 14 bis 21 Jahren dazu aufgerufen, ein neues Jugendparlament zu wählen. 36 Kandidaten stehen dabei zur Wahl. Die 20 Jugendlichen, die letztlich gewählt werden, können – zumindest indirekt – mit Redebeiträgen und eigenen Anträgen die Kommunalpolitik der Stadt mitbestimmen. Vor zwei Jahren lag die Wahlbeteiligung bei gerade einmal vier Prozent.
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Der Sächsische Verfassungsschutz lässt sich nicht in die Karten schauen, auch nicht, wenn jetzt mal die AfD nachgefragt hat. Seit sich Leute wie Björn Höcke im AfD-Milieu zu Wort melden, ist ja der Verdacht gar nicht so abwegig, dass solche Leute auch vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Aber der AfD-Landtagsabgeordnete Carsten Hütter hat nicht nur nach seiner Partei gefragt, sondern auch nach der politischen Konkurrenz.
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Foto: Ralf Julke

Nach den ersten Meldungen von Anfang März erhielten rund 12.800 der 28.569 Mädchen und Jungen in den vierten Klassen des Freistaats eine Empfehlung für das Gymnasium. 10.768 von ihnen hätten sich bisher an einer entsprechenden Einrichtung angemeldet. Aber so richtig können diese Vorabzahlen nicht gestimmt haben. Petra Zais, bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Landtag, hat lieber alles genau abgefragt.
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Im Leipziger Bookra Verlag passiert eine Menge Geschichte. Und Geschichtsaufarbeitung. Auch auf Feldern, um die sich sonst eher wenige Leute kümmern, weil es irgendwie nicht opportun ist, nicht zeitgemäß. Wer beschäftigt sich denn noch mit der Geschichte der kommunistischen Partei in Deutschland? Gar mit ihrem fatalen Scheitern beim Machtantritt der Nazis. Max Brym tut’s. Denn da gibt es einiges abzurechnen.