Artikel aus der Rubrik Medien

Medien machen in Fakenews-Zeiten, Teil 24

Darf eine Zeitung Haltung zeigen?

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie F.A.Z. vollbringt zuweilen einen erstaunlichen Spagat. Da steht schon mal neben dem Leitartikel voller Gejammer der üblichen Ökonomen über den geplanten „Steuerirrsinn“ der möglichen neuen Großen Koalition ein ausführlicher Gastbeitrag von Robert Habeck, dem Spitzen-Grünen aus Schleswig-Holstein, der zuvor schon in der FAS erschien. Neben der Orakelei der üblichen Wirtschaftsexperten ein nachdenklicher Text darüber, warum Politik derzeit in der „Matrix“ zu stecken scheint. Weiterlesen

Medien machen in Fakenews-Zeiten, Teil 23

Geschwätz ist wichtiger als Information oder Der wohltätige Herr Zuckerberg

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserFakenews beginnen damit, dass Worte umgedeutet werden. So wie bei Newspeak in „1984“. So ein simples Wort wie Wohlbefinden, mit dem jetzt der mächtige Facebook-Chef Mark Zuckerberg öffentlich gemacht hat, was die Spatzen schon lange von den Dächern pfeifen: Sein Netzwerk hat die Prominenz von Informationsseiten (also auch den Wert von Zeitungen wie der unseren) herabgesetzt. Die Nutzer bekommen die seriösen Nachrichten nicht mehr prominent angezeigt. Dafür verkündet Zuckerberg seine Art von „sozialem Wohlbefinden“. Weiterlesen

Und was passiert jetzt? – Teil 58

Hausbesuch beim Alten

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LeserclubUnd wer war jetzt dran? – Eigentlich du. – Nein, du warst dran. – Nein. Von dir fehlt die Geschichte mit dem alten Kommissar. – Die hab ich dir längst gegeben. – Ja, wie so ein typisches Herr-L.-Papierchen. Willst du den Mann eigentlich lächerlich machen? – Käme mir nie in den Sinn. Aber ein bisschen Mitgefühl ... – Mitgefühl? – Sind wie hier im Rundfunk oder bei der Zeitung? Weiterlesen

Medien machen in Fakenews-Zeiten, Teil 22

Im Jahr 1 der Kriegserklärung von Facebook an alle klassischen Medien

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserZeitungen müssen sich ändern. Sie müssen da prägnanter werden, wo die Massenmedien zerfasern, weil die Jagd nach Quote und Aufmerksamkeit ihre Grundlagen zerfrisst. Das war eine nicht ganz unwichtige Erkenntnis aus diesem seltsamen Jahr 2017, das am Ende noch viel schräger wurde, als anfangs zu erwarten war. Facebook hat ja bekanntlich ganz offiziell den Krieg gegen die klassischen Medien ausgerufen. Weiterlesen

Und was passiert jetzt? – Teil 57

Ein Polizeichef lässt Dampf ab

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LeserclubDass dieses eigenartige Tete-á-tete von fünf Burschen mit der Intelligenz zweier ausgetrockneter Apfelsinen überhaupt noch eine Rolle spielte, hat natürlich mit dem unermüdlichen Fleiß meiner Wenigkeit zu tun. Mit dem Beharrungsvermögen eines Ochsen, der am Montagmorgen so frisch wie ein abgerauchter Zigarettenstummel ins Büro gestürmt kam und natürlich nichts anderes tat, als gleich mal die Kaffeequetsche anzuschalten und einen gewissen Kommissar X. aus seinen blütenweißen Büroträumen zu klingeln. Weiterlesen

Kommentar „Silvester-Randale in Connewitz“ oder: Was man mit Bildern alles machen kann

Böse Bildinterpretationen: Versteckt sich hier die Polizei etwa? Foto: L-IZ.de

Für alle LeserWer in den vergangenen 24 Stunden die überregionalen Gazetten anklickte oder am gestrigen Abend die Tagesschau sah, fand zur Jahresendfeier in Leipzig vor allem zwei Worte: Connewitz und Randale. Nicht in einer oder zwei Zeitungen – nein, überall. Dies könnte nun bedeuten, Leipzig hätte in diesem Jahr unter einer besonderen Beobachtung gestanden, also Spiegel, Bild, MoPo, Tagesschau, MDR usw. waren alle auf der Straße in Leipzig unterwegs. Natürlich waren sie das nicht, das Mediengeschäft funktioniert längst „aus der Ferne“. Weiterlesen

Und was passiert jetzt? – Teil 56

Die toten Hunde im Garten Don Leones

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LeserclubWir alle sehen immer nur die Oberfläche der Dinge. Das, was wir sehen dürfen. Vielleicht auch das, was wir uns zu sehen trauen. In dieser Geschichte bin ich zwar – aus der Perspektive von Kollege S. – ein naiver junger Mann, der nicht merkt, wann ihn die gewiefteren unter den in grauen Flanell gekleideten Gentleman regelrecht verarschten. Aber meine Naivität war eine andere. Weiterlesen

Und was passiert jetzt? – Teil 55

Ehrenwerte Tierchen

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LeserclubVielleicht war es ganz gut, dass L. nicht las, was der Blasse da drüben in seiner Zeitung mit den fetten Schlagzeilen die ganze Zeit schrieb, während L. glaubte, große Tiere zu jagen. Und dabei selbst der Gejagte war. Denn dass die Herrschaften mit ihren großen Sombreros so austickten in dieser Woche, hatte wenig bis nichts mit dem zu tun, was wir selbst die ganze Zeit schrieben. Das war denen egal wie Haferbrei. Weiterlesen

Und was passiert jetzt? – Teil 54

Mamma Mias Hexenküche

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LeserclubWo Kollege S. glaubte, in einer Chandlerschen Ganovenklamotte gelandet zu sein, wurde Herr L. das Gefühl nicht los, in einer Teufelskomödie gelandet zu sein, in der sich alles in irren Kreisen auf den großen Hexensabbat zubewegte. Auch wenn er bei Don Leone nie so recht wusste, welche Rolle der spielte – die des Magiers oder die des ausgebufften Wohnungsverwalters. Aber was war dann Mamma Mias Hexenküche? Weiterlesen

Und was passiert jetzt? – Teil 53

In welche Scheiße waren wir da wieder geraten?

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LeserclubIn welche Scheiße waren wir da wieder geraten? Na gut, es war keine besonders neue Scheiße. Seit sie aus dem alten Kreisblättchen so eine Art freundliches Revolverblatt gemacht hatten, das dem kleinen Städtchen so einen gewissen Geruch von Zündpulver, Angstschweiß und Moschus verpasst hatte, hatten wir schon öfter bis zu den Ärmelschonern in der Brühe gestanden. Und in so einer Situation lernt der Gentleman, freundlich grinsend die Klappe zu halten. Weiterlesen

Und was passiert jetzt? – Teil 52

Herr L. braucht einen Partner fürs Finale

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LeserclubUnd es kam der Tag, an dem Herr L. nur ein weißes Blatt ablieferte. Mit Kaffeefleck. Und einen konsternierten Kollegen Stachelschwein erlebte, der das Blatt von vorn bis hinten beäugte. „Was wird das jetzt? Hast du keine Lust mehr, deine Geschichte zu Ende zu erzählen?“ – „Na ja“, sagte L. Und tupfte den frisch vergeudeten Kaffee von seiner Tischplatte. Die Tastatur hatte er ja vorsorglich schon mal beiseite gestellt. Weiterlesen

Medien machen in Fakenews-Zeiten, Teil 21

Populismus in der Blase und 15 Minuten Ruhm für die Dieters dieser Zeit

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Für alle LeserEigentlich haben die Forscher der Universitäten Mainz und Zürich nicht wirklich viel herausgefunden, als sie 7.000 Artikel aus Printmedien auswerteten und mehr als 2.000 Leser in vier europäischen Großstädten – Berlin, Zürich, Paris und London – befragten, wie Medienberichterstattung über Populismus nun ihre Sicht auf die populistischen Argumente beeinflusst. Weiterlesen

Die Riesen-Chance der „Schwarmstadt“ Leipzig

Das neue „Median“-Heft nimmt die demografische Katastrophe in Mitteldeutschland mal facettenreich unter die Lupe

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Für FreikäuferRoland Mey und sein Hallenser Mitstreiter Bernward Rothe haben Recht: Die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gehören verschmolzen zu einem Bundesland. Nicht weil „Mitteldeutschland“ so hübsch klingt, sondern weil die wirtschaftlichen und demografischen Bedingungen das erzwingen. Sogar mit unheimlicher Wucht. Man vermutet das Thema gar nicht hinter dem Titel „Auf und ab“ für das neue „Median“-Magazin der Metropolregion Mitteldeutschland. Weiterlesen

Leipziger Zeitung Nr. 50 - fast so etwas wie eine Geburtstagsausgabe

Über das Trotzdem-Zeitungmachen, alte Sachsen-Seligkeit, die Bedeutung des Kuschelns und die Träume der Leipziger

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Für alle LeserDie Weihnachtsausgabe der „Leipziger Zeitung“ ist auch eine kleine Jubiläumsausgabe: die Nr. 50. Was natürlich reizt, eine Jubiläumsfeierausgabe draus zu machen. Haben wir aber nicht gemacht. Nur den Moment, uns mal kurz zu besinnen, haben wir genutzt, und diesmal auch das Zeitungsmachen selbst thematisiert. L-IZ-Leser kennen es schon: Wie denkt man Zeitung in einer Zeit, in der die Fakenews-Produzenten sich dicke machen? Weiterlesen

Die amtlichen Nachrichten für die Leipziger

SPD-Fraktion wünscht sich Verteilpunkte fürs Amtsblatt und eine prominentere Verlinkung auf leipzig.de

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Für alle LeserMan darf es nicht unterschätzen, das Leipziger Amtsblatt. Auch wenn es manche Leipziger nicht immer bekommen, manche es auch nicht lesen, wenn es kommt. Denn es ist ja nun einmal ein Amtsblatt – voller amtlicher Nachrichten. Und bei der Information der Leipziger über die Stadtpolitik die Nr. 2 – gleich nach den lokalen Medien. Aber wie sichert man eigentlich die Verteilung, will die SPD-Fraktion wissen. Weiterlesen

Die neue Leipziger Zeitung Nr. 49

Von hungrigen Wölfen, Müllskandalen und strammen Professoren kurz vor Hitler

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Für alle LeserWas passt eigentlich alles hinein in so eine „Leipziger Zeitung“, wenn man tüchtig komprimiert? Eine Menge. Und doch immer zu wenig. Gerade in so einer Zeit, in der ein paar elitäre Herren sich als Schafe vermummen und die Demokratie infrage stellen. Elite sind ja immer die anderen, nicht wahr? – Die Wölfe zum Beispiel, deren Abschuss die edlen Jägermeister und Schafszüchter in der Lausitz jetzt fordern. Wölfe? Natürlich: Die Geschichte von Isegrim dreht sich weiter in Sachsen und wird immer politischer. Weiterlesen

Medien machen in Fakenews-Zeiten, Teil 20

Backfire-Effekt: Wie heißt denn der objektive Oberschlaukopf in unserer Redaktion?

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNicht jeder Dieter ist so ein Dieter, wie wir ihn in unserem Beitrag „Dieters Leserbrief oder Wie man Kommunikation gezielt zerstört“ geschildert haben. Und mancher fühlt sich angesprochen, obwohl er gar nicht gemeint war. Aber reagiert trotzdem, so wie Dieter Krause, der tatsächlich emsig mitliest bei uns. Und auch eine dezidierte Meinung hat zu den Themen der Zeit. Und zu Medien. Weiterlesen

Medien machen in Fakenews-Zeiten, Teil 19

Was die Disruption im gesellschaftlichen Gespräch mit Medien anrichtet

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDieters „Leserbrief“, über den wir hier gerade gesprochen haben, wirft natürlich ein Schlaglicht auf das, was in den letzten Jahren in Medien und Politik passiert ist. Sogar ziemlich systematisch passiert ist. Denn es haben sich Kommunikationsstrukturen etabliert, die mit Kommunikation nicht mehr viel zu tun haben. Und trotzdem sieht es ganz so aus, als hätte die Sache System. Weiterlesen

Medien machen in Fakenews-Zeiten, Teil 18

Dieters Leserbrief oder Wie man Kommunikation gezielt zerstört

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Für alle LeserLeserbriefe sind etwas Kostbares. Jedenfalls dann, wenn sich Leser wirklich Mühe geben, ihre Gedanken auszuformulieren, einen neuen Sachverhalt zu schildern oder gar konstruktive Kritik zu üben. Das kann auch zugespitzt sein – aber sachlich muss es sein. Deswegen landen auch viele Einsendungen, die bei uns als „Leserbrief“ eintrudeln, im Papierkorb. Auch im virtuellen. Und eigentlich hätte Dieters Leserbrief auch dort hingehört. Aber er ist ein zu schönes Beispiel für eine zunehmend gestörte Kommunikation heutiger Tage. Weiterlesen