Artikel aus der Rubrik Bücher

Die zweite Wild-West-Geschichte um Shane Calhoun

Die Sehnsucht nach einer Welt, in der Gut und Böse noch leicht zu erkennen sind

Foto: Ralf Julke

Schon beim Lesen des ersten Bandes von „Shane Calhoun“ war die Frage im Hinterkopf immer da: Warum schreibt ein Senior mit dem Geburtsjahr 1938 einen Western? Mehrbändig, denn mit dem jungen Shane Calhoun hat Döhrel ja einen Helden geschaffen, mit dem er jetzt durch den ganzen wilden Nordwesten der USA reitet und Ganoven erledigt. Literarische Vorbilder sind allgegenwärtig. Anmelden und weiterlesen.

Die Vinland-Karte, die Venus von Milo und ein lückenhafter Bibliothekar in Harvard

Francis Neniks münzgesteuerte Geschichte gibt es jetzt für Hardcore-Leser als gedrucktes Buch

Foto: Ralf Julke

Francis Nenik ist der große Experimentierer unter den Leipziger Autoren. Als Kleinbauer, so liest man, sichert er sich seine Existenz in einem Dorf bei Leipzig. Dabei hat er, wie man so liest, auch Latein, Archäologie und Ästhetik studiert. Seine Biografie liest sich wie eins seiner Bücher. Wer wäre besser gerüstet, eine Fiktion über eine Fiktion zu schreiben? Die Vinland-Karte zum Beispiel? Anmelden und weiterlesen.

Der Stadtrundgang durch Münster wird erst schön, wenn man Münster verlässt und Annette besucht

Neun Kirchen, lauter Fürstbischöfe und die Käfige hängen noch immer an St. Lamberti

Foto: Ralf Julke

Nein, nach Münster fahre ich ganz bestimmt nicht. Jedenfalls nicht wegen Münster. Jede andere Stadt, die in Lehmstedts Ein-Tag-Stadtführer-Reihe auftauchte, hatte es etwas Vertrautes oder Herzerwärmendes. Aber Münster? Münster besteht aus lauter Kirchen. Da tun einem schon beim Lesen die Füße und der Nacken weh. Und die Käfige hängen immer noch am Turm von St. Lamberti. So etwas nenne ich überhebliches Christentum. Anmelden und weiterlesen.

Ein Ja-Wort mit Folgen

Ein Büchlein über Luthers Hochzeit, Ehe und die Sache mit der richtigen Partnerschaft

Foto: Ralf Julke

Elke Strauchenbruch hat schon mehrere Bücher über Luthers Leben in Wittenberg geschrieben, hat sich mit Haushalt, Kindern, Ehe, Garten und Landwirtschaft beschäftigt. Kaum jemand weiß so viel darüber, wie dieser Theologieprofessor tatsächlich lebte und welche Rolle Katharina in seinem Leben spielte. Fehlte noch ein besonderes Stück: Luthers Hochzeit. Immerhin: Das war 1525 ein Politikum. Anmelden und weiterlesen.

Nadja Schlüters knackige Geschichten über Brüder- und Schwester-Beziehungskisten

Das aufregende Leben mit Geschwistern, mit aufmerksamstem Blick betrachtet

Foto: Ralf Julke

Es ist eines dieser Bücher von Voland & Quist, die einfach auf den ersten Blick nicht verraten, was wirklich drinsteckt. Und eine Entdeckung ist dieses Buch. So wie die Autorin eine Entdeckung ist – Journalistin in München, wo sie für das „Jetzt“-Magazin der Süddeutschen Zeitung schreibt. Aber wie betitelt man ein Buch, in dem es nur um eins geht: Geschwister, Geschwister, Geschwister!? Anmelden und weiterlesen.

Wie politische Gewalt im Osten funktionierte

32 beeindruckende Schicksale von Menschen, die das Strafsystem in SBZ und DDR überlebten

Foto: Ralf Julke

Es ist ein dickes Buch geworden. Ungewöhnlich auch für die Reihe, die der Sächsische Beauftragte für die Aufarbeitung der SED-Diktatur herausgibt. Eigentlich, so schreibt Lutz Rathenow, der Beauftragte, in seinem Vorwort, sollte so ein Buch in die Hosentasche passen, leicht sein und gut geeignet auch als Buch im Schulunterricht. Denn daran, wie Menschen litten, lernt man das Wesen von Diktaturen kennen. Anmelden und weiterlesen.

Erinnerung an ein viel zu früh verstorbenes Genie

Bernhard Riemanns Habilitationsvortrag und die Mannigfaltigkeit im kleinsten Zahlenraum

Foto: Ralf Julke

Für Mathematik braucht man ein spezielles Köpfchen. Es hilft alles nichts. Es braucht die Fähigkeit, hochgradig abstrakt denken zu können. Das ist nicht Jedem gegeben. Und die Menschen, deren Phantasie tatsächlich so speziell war, dass sie unsere Vorstellung der Welt mit Mathematik veränderten, die waren eh seltene Exemplare. So wie der früh verstorbene Bernhard Riemann. Anmelden und weiterlesen.

Mit dem „Spieler“ nach Wiesbaden

Wo die Römer badeten und Dostojewski sein ganzes Geld verspielte

Foto: Ralf Julke

Am spannendsten werden Städtereisen eigentlich, wenn man dabei guten alten Bekannten begegnet. Aber in Wiesbaden? Andrea Reidt entführt die Stadtbesucher auf die Ein-Tages-Tour durch Wiesbaden. Und dem reisenden Leipziger wird so Einiges vertraut vorkommen. Denn Wiesbaden ist eine typische Gründerzeitstadt. So wie Leipzig. Sogar mit dem ernsthaften Versuch, diese Architektur des 19. Jahrhunderts unter Weltkulturerbe-Schutz zu stellen. Anmelden und weiterlesen.

Eine kleine Streitschrift mit bezwingender Analyse

Ulrike Guérot: Europa muss endlich eine echte Republik werden

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserImmer diese Buchtitel, die manchmal so irreführend sind – auch wenn die Analyse stimmt: Wir stecken längst in einem veritablen Bürgerkrieg. Aber einem, der in den Medien, Parlamenten und Wahlkabinen ausgetragen wird. Und in dem es vor allem um eines geht: Die Zerstörung eines demokratischen Europa. Ulrike Guérots Analyse ist eindeutig: Wir haben irgendeine komische EU-Kommission. Was aber fehlt, ist eine Idee, eine Vision, eine emanzipatorische Agenda. Weiterlesen.

Als das Wetter auf einmal europäisch wurde

Eine kleine Biographie über den Erfinder der Wetterkarte

Foto: Ralf Julke

Wer den Brandesweg in Leipzig sucht, muss bis nach Lausen raus fahren. Möglichst bei gutem Wetter, Sonnenschein und so. Der See ist ja nicht weit. Und mit dem Burschen namens Brandes gibt es etwas zu feiern. Aber wer das war, das steht nicht am Wegesschild. Aber in diesem Buch steht es. Und wer die abendliche Wetterschau anschaltet, der hat Brandes' Erfindung vor Augen: Der Mann hat die Wetterkarte erfunden. Anmelden und weiterlesen.

Verstehen fängt mit dem Essen an

Ein kleines Buch über Geschichte, Feste und typische Gerichte der islamischen Welt

Foto: Ralf Julke

Die Welt brennt. Insbesondere die arabische Welt brennt. Fundamentalisten sorgen für Schlagzeilen und man vergisst bei all den Schreckensmeldungen, dass der Islam für die meisten seiner Anhänger eine friedliche Religion ist, die das Leben, den Jahreslauf und den Tag bestimmt. Mitsamt den Festen und typischen Gerichten. Eine Begegnung der kulinarischen Art. Anmelden und weiterlesen.

Mal mit skeptischem Blick durch Paderborn

Jede Menge Kirchen, ein besonders kurzer Fluss, ein großer Karl und ein Friedrich, an dem man nicht vorbeigehen sollte

Foto: Ralf Julke

Es gibt Städte in Deutschland, auf die käme man nicht im Traum, wenn eine engelsgleiche Stimme fragen würde: „Und wohin fahren wir heute?“ – Paderborn gehört ganz bestimmt nicht dazu. Obwohl man hier an der Quelle ist. Zumindest, wenn man in Geschichte erfahren hat, dass deutsche Geschichte eigentlich mal mit Karl dem Großen anfing. Und den widerspenstigen Sachsen. Anmelden und weiterlesen.

Die östliche Hälfte vom Schinkenbrötchen

Thomas Bachmanns durchaus nicht fröhliches Psychogramm des Ostens 27 Jahre nach Banane

Foto: Ralf Julke

Die Latte lag hoch, die sich der Leipziger Autor Thomas Bachmann gelegt hat. Er wagte „den bittersüßen Versuch, einen Zeitabschnitt von gut 20 Jahren zu spiegeln“ und dabei den Blick über ein Land zu richten, „welches, geographisch verortet, die ‚neuen‘ Bundesländer sind.“ Aber eigentlich ist es die kleine Kneipe um die Ecke. Anmelden und weiterlesen.

Wie man Prozesse rechnerisch optimiert und den Laden immer effizienter macht

Ein Einstieg in die Formelwelten der modernen Betriebswirtschaftsstatistik

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Dieses Lehrbuch für Studienanfänger der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ist erstmals 2010 erschienen und wird augenscheinlich heftig nachgefragt von den Studierenden. Denn sie müssen eine Menge Statistik pauken. Eine ganz spezielle Statistik, die mit dem, was man für gewöhnlich in den Medien als Wirtschaftstatistik erlebt, nicht viel zu tun hat. Anmelden und weiterlesen.

Wilhelms Höhe und überall Kunst am Wegesrand

Auf den Spuren von Jakob und Wilhelm durch Kassel

Foto: Ralf Julke

Selbst die Beiden, die für diesen Stadtführer in Kassel unterwegs waren, äußern ganz am Anfang so einen leisen Zweifel: Lohnt es sich denn überhaupt, nach Kassel zu fahren? Ist da nicht viel zu viel zerbombt worden im 2. Weltkrieg? Und danach? War da nicht was? Warum sollte man ausgerechnet nach Kassel? Es gibt erstaunlich viele Gründe. Denn: Es war einmal ... Anmelden und weiterlesen.

30 Jahre Triumph der entfesselten Gier

Warum wir dem Märchen vom gerechten und besseren Markt nicht glauben dürfen

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Ende kneift der Professor. Und das verblüfft schon, nachdem er einen richtig langen Anlauf genommen hat und mit einer weiten Herleitung aus der Geschichte dem wahrscheinlich noch nicht wissenden Leser erklärt hat, wie Märkte einst entstanden und wer ein Interesse daran hatte, Märkte zu schaffen. Denn "der Markt" ist alles andere, aber nicht das, was die lobpreisenden Anbeter "des Marktes" behaupten. Weiterlesen.

Vitale Körner und ein paar phantasievolle Rezepte

Wie man mit Amaranth und anderen Körnern einen gesunden Ersatz fürs unverträgliche Gluten findet

Foto: Ralf Julke

Auf den ersten Blick ist das wieder so ein komisches Buch. Mit Körnern drin. Schrecklich gesund. Auch noch so exotischen wie Amaranth, Quinoa, Hirse-, Leinsamen- und Buchweizenmehl. Aber all diese Exoten tauchen nicht ganz ohne Grund wieder in unseren Läden auf. Denn wir haben da ein kleines Problem, das immer mehr Menschen zu schaffen macht. Und es hat mit unserer industrialisierten Landwirtschaft zu tun. Anmelden und weiterlesen.

Ein Tag wird wohl für die alte Reichsstadt nicht reichen

Im Schatten glitzernder Türme bei Goethe, Börne und den Geistesblitzern der Frankfurter Schule

Foto: Ralf Julke

Nach Frankfurt? Kann man wirklich in eine Stadt reisen, die als Bankenhauptstadt, Flughafencity und mit lauter protzigen Wolkenkratzern in den Schlagzeilen ist? Eine Stadt der Banker, manchmal auch der Demokratie und der zweitwichtigsten Einkaufsmeile? Irgendwie schon, stellt man fest, wenn man mit Ralf Zerback erst mal losgerannt ist vom Hauptbahnhof, flugs durchs Bahnhofsviertel. Da wollten wir ja auch nicht hin. Anmelden und weiterlesen.

Auf Erkundungstour in der jungen tschechischen Literatur

Die Einsamkeit der Kneipen, die Melancholie der Nacht und die Überraschungen des ganz normalen Lebens

Foto: Ralf Julke

Wenn man unsere Medien so Tag für Tag beobachtet, dann merkt man schon, wie sehr alles Richtung Westen fokussiert ist. Alles, was östlich von uns liegt, kommt bestenfalls mal vor, wenn sich dort einige Staatsmänner seltsam benehmen. Da braucht es ab und zu so eine aufmerksame Spurensuche in einer Literatur, die einem auch diesmal erstaunlich vertraut vorkommt. Anmelden und weiterlesen.

Wie sich die Judäer einen Gründungsmythos erdachten

Die biblischste aller Bibelgestalten mal gründlich unter die Lupe genommen

Foto: Ralf Julke

Im Jahr 2001 hat die Evangelische Verlagsanstalt ein Riesenprojekt gestartet, das all jenen, die wirklich wissen wollen, was in der Bibel steht und was es bedeutet, so richtig Lese-Futter gibt. Denn kenntnisreiche Autoren beschäftigen sich ausführlich mit den wichtigsten Figuren aus diesem "Buch der Bücher". Mit Josef ging es damals los. Jetzt ist die Reihe bei Abraham angekommen – dem "Vater der Völker". Und beim Ursprung dreier Weltreligionen. Anmelden und weiterlesen.