Artikel aus der Rubrik Bücher

Was nach dem Thesenanschlag von 1517 eigentlich erst so richtig ins Rollen kam

Und wenn die Welt voll Teufel wär: Luthers aufregende Reise zum Reichstag nach Worms

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserVieles ist auf einen markigen Spruch eingedampft in der Erinnerung an Martin Luther. Sein Auftritt in Worms auf dem Reichstag zum Beispiel auf dieses legendäre: „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders.“ Als wenn das so leicht gewesen wäre. Und als wenn es eine schnurgerade Linie vom Thesenanschlag in Wittenberg 1517 zum Wormser Reichstag gegeben hätte. Aber der Weg nach Worms war kurvenreich. Und auch Dr. Martin Luther ahnte 1517 nicht, wo er 1521 landen würde. Weiterlesen

„Die Zukunft ist ein Sog, jedes Ziel / nur ein vorläufiges“

Wolfgang Rischer zum Fünfundachtzigsten: Ein ganz persönliches Poesiealbum für den Dichter aus dem Grenzgebiet

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEigentlich passt kaum etwas so gut in diese Zeit des zuweilen erzwungenen Stillehaltens wie Gedichte. Jene meist kurzen und knappen und dichten Texte, die sich erst richtig erschließen, wenn man sich Zeit und Aufmerksamkeit für sie nimmt. Ja, genau das, was einigen Leuten so schreckliche Kopfschmerzen bereitet, weil sie das mit sich selbst konfrontiert. Dabei wird die Welt für uns so erst ahnbar. Wie in den Gedichten Wolfgang Rischers. Weiterlesen

Die innige Freude an wissenschaftlicher Betrachtung des Zeitgeschehens

Grafiken für eine bessere Welt: Der Irrsinn einer gedankenlosen Welt treffend in ironische Bilder gepackt

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser Dass dieses Deutschland irgendwie doch zusammengewachsen ist, merkt man nicht in der Politik oder den Medien. Da ist alles noch streng geteilt nach Wir und Die, nach Hüben und Drüben. Da herrscht institutionalisierte Selbstgerechtigkeit. Man merkt es erst, wenn man sich mit jüngeren Großstadtbewohnern unterhält, die sich in München und Hamburg, Leipzig und Berlin alle mit denselben Problemen herumschlagen. Den Problemen, die eine Alte-weiße-Männer-Welt ständig produziert. Und die Captain Futura in punktgenaue Grafiken verwandelt. Weiterlesen

Das Märchen vom Menschen als Raubtier ist eine moderne Marketing-Lüge

Unfuck the Economy: Wie wir aus dem katastrophalen alten Wirtschaftsdenken schleunigst herauskommen müssen

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIch weiß nicht, ob der Titel zündet. Auch wenn man ahnt, warum Waldemar Zeiler so deftig in die Jugendsprache gegriffen hat, um klarzumachen, dass es so nicht weitergeht, dass unsere ganze derzeitige Art, Wirtschaft zu denken, falsch und dumm ist und wir über die gesamten Grundlagen unseres Wohlstands gründlich nachdenken müssen. Jetzt und schnell. Die Corona-Pause wäre eine einmalig gute Gelegenheit dafür gewesen. Weiterlesen

Das erste selbst verlegte Buch aus dem Katapult-Verlag

100 Karten über Sprache: Die bunte Welt der Sprachen mal aus der listigen Perspektive des Sprachwissenschaftlers gezeichnet

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIn Greifswald gibt es einen kleinen Verlag, der seit fünf Jahren ein großes Magazin herausgibt: das „Katapult Magazin“. 75.000 Mal gedruckt erscheint es vierteljährlich und ist in der kurzen Zeit so etwas geworden wie „die Geo der Sozialwissenschaft“. So preist zwar der kleine Verlag sein Produkt selber an. Aber der Erfolg gibt ihm recht. Denn das Magazin macht Dinge anschaulich, die man sonst eigentlich nicht sehen kann. Und seit September bringt Katapult auch noch eigene Bücher heraus. Weiterlesen

Zehn Jahre Leipziger Bürgergeschichte in 1.241 schön geschriebenen Einträgen

Das dritte Leipziger Ratsbuch 1501–1512: Was Leipziger Ratsschreiber im frühen 16. Jahrhundert alles beurkundeten

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserBei diesem Buch merkt man, was für eine Arbeit darin steckt. Das Original steht im Stadtarchiv. So wie die beiden Vorgänger-Bände, die ebenfalls schon in einer aufwendigen Edition im Universitätsverlag erschienen sind. Das Digitalisieren war dabei noch der einfachere Teil, zumindest der schnellere. Denn dann mussten die 1.241 Einträge ja auch noch transkribiert werden. Wer kann schon die Handschrift von Ratsschreibern aus dem 16. Jahrhundert lesen? Weiterlesen

Die Ohnmacht der Helden in ihrer eigenen Geschichte

Preis der Macht: Das grandiose Finale von Sabine Eberts Barbarossa-Reihe „Schwert und Krone“

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSchon Finale. Mit „Preis der Macht“ beendet Sabine Ebert ihre große Roman-Serie „Schwert und Krone“ über das Zeitalter Barbarossas. Am Ende ist auch Friedrich I. tot, der als Barbarossa regelrecht zur Legende in der deutschen Erinnerung geworden ist. Doch seinen Tod erleben wir nicht mit. An den erinnert sich nur Heinrich der Löwe auf seinem Totenbett. Er ist der Einzige, der alle die Helden dieser Geschichte überlebt hat. Und das Erstaunliche ist: Es gab sie tatsächlich alle. Weiterlesen

Die Aufzeichnungen und Zeichnungen des Ortsrichters Philipp Kretschmer

Das alte Hartmannsdorf: Wie ein Dorf im Leipziger Süden einst aussah, bevor es zum Erikendorf wurde

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserManchmal kommt eine Stadt wie Leipzig ja zu neuen Ortsteilen wie die Jungfrau zum Kinde: Auf einmal sind sie da. Und noch 27 Jahre später wundert man sich, dass sie da sind. In den 1990er Jahren gemeindete Leipzig Dutzende Dörfer ein, darunter 1993 auch Hartmannsdorf im Südwesten. Ein Dorf, das schon 1941 nicht mehr so aussah, wie es der junge Philipp Kretschmer noch erlebt hatte. Weiterlesen

Wissenschaft in Zeiten von Populismus, Moralisierung und Szientokratie

Zumutungen: Wie lebt man eigentlich in einer Gesellschaft, in der es keine „ewigen Wahrheiten“ mehr gibt?

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie moderne Welt ist eine Zumutung. Keine Frage. Sie überfordert viele Menschen, gibt ihnen das Gefühl, nicht mehr durchzublicken. Das Bombardement mit völlig unsortierten Nachrichten aus den „sozialen Netzwerken“ tut ein übriges. Aber Peter Strohschneider beschäftigt sich einmal nicht mit Verschwörungstheorien an sich und den Wirkungen der Filterblasen, sondern mit den tatsächlichen Zumutungen in einer Welt, in der niemand die Wahrheit für sich gepachtet hat. Weiterlesen

Die exemplarische Geschichte eines typischen DDR-Neubaugebiets

Der Chemnitzer Süden: Die Landschaft, auf der das Wohngebiet „Fritz Heckert“ entstand, aus der Flugzeugperspektive

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist schon erstaunlich, wie oft selbst in DDR-Zeiten das Land überflogen und fotografiert wurde. Man muss nur wissen, wo man suchen muss. Und Norbert Engst weiß es. Er hat Bauingenieurwesen und Landschaftsarchitektur studiert, wuchs im Chemnitzer Süden auf und ist bis heute diesem ganz besonderen Stadtteil verbunden, der auch über Chemnitz hinaus als Wohngebiet „Fritz Heckert“ bekannt ist. Weiterlesen

Denkverbote um „Zarathustra“

Also sprach Sarah Tustra: Die fast vergessenen Grabenkämpfe um Friedrich Nietzsche in der DDR

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNietzsche ist ein schwer verdaulicher Brocken. Daran hat sich auch 30 Jahre nach dem Ende der DDR nichts geändert, wo der Philosoph regelrecht tabuisiert war. Immerhin galt er nach dem Verdikt von Georg Lukács dort regelrecht als geistiger Vater des Faschismus. Ab in die Kiste mit dem Burschen. Aber irgendwie wollte er nicht mal in der DDR-Zeit drin bleiben, stellt der Historiker Matthias Steinbach in diesem sehr persönlichen Buch zu Nietzsche im Osten fest. Weiterlesen

Ein Loblied auf Grenzen, die Freude am Spiel und die Vorratskammern unseres Lebens

Unberechenbar: Warum eine Gesellschaft ohne Reserven und Alternativen in die Katastrophe führen muss

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDen Astrophysiker Harald Lesch kennen die meisten aus dem Fernsehen. Dort erklärt er anschaulich und kurzweilig die Phänomene der Naturwissenschaften. Aber der Wissenschaftler ist auch eine Ausnahme unter seinen Zunftkollegen: Er verbindet Wissenschaft mit Philosophie. Und klärt damit immer wieder auch neu die Frage: Was macht das Wissen über die Welt eigentlich mit uns Menschen? Und mit unserem Denken? Darum geht es in gewisser Weise auch in dieser Co-Produktion mit dem Theologen und Philosophen Thomas Schwartz. Weiterlesen

Bedrohte Vielfalt, bedrohte Geschichten

Atlas der verlorenen Sprachen: Eine Weltreise zu 50 der ungewöhnlichsten Sprachen auf Erden

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Weltreise über die Feiertage ist nicht möglich? Das muss nicht sein. Denn Verreisen kann man auch im Lesesessel. Und dieses Buch verspricht auf jeden Fall jede Menge Entdeckungen. Fast so, als wäre man mit den großen Entdeckern der Geschichte unterwegs in Gegenden, wo nie zuvor ein Linguist gewesen. Oder ein Missionar. Oder ein emsiger Professor aus New York, den nichts so sehr fasziniert wie die Entdeckung einer neuen Sprache. Weiterlesen

Ein Spätankömmling aus Südamerika

Zucchini-Büchlein: Was man mit der leckeren Verwandten des Kürbis so alles anfangen kann

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEigentlich gehört so manches leckere Gemüse, das man im Gemüseladen findet, längst zu unserem Alltag. Aber natürlich fremdelt man eben doch mit dem einen oder anderen grünen Ding, das da liegt. Also braucht es dann und wann doch einen kleinen Ratgeber, der einem verrät, was man zum Beispiel mit Zucchini anfangen kann. Weiterlesen

Wie Musik den Strom der Bilder im Kopf fließen lässt

Seele ist ein gesungenes Wort: Ein Gedicht-Tableau zu Robert Schumanns Dichterliebe, gesungen von Fritz Wunderlich

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSolche Stimmen, wie sie Fritz Wunderlich besaß, sind wohl wirklich ausgesprochen selten. So selten, dass sie noch nach Jahrzehnten die Menschen mit wirklich feinem Ohr begeistern. Dabei ist der lyrische Tenor schon 1966 gestorben, kurz vor seinem 36. Geburtstag. Aber zahlreiche Aufnahmen der von ihm gesungenen Lieder und Opernpartien lassen noch heute nacherleben, wie sein Gesang auf die musikalischen Zeitgenossen gewirkt haben muss. Weiterlesen

Zukunft für alle: Wie kommen wir raus aus dem Panikdenken der „Wachstumsökonomie“?

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWir müssen endlich wieder über Zukunft nachdenken. Wie soll sie aussehen? Wie kann sie aussehen? Wie kann eine menschliche Gesellschaft aussehen, in der sich die Menschen nicht gegenseitig die Schädel einschlagen, weil immer größere Teile der Erde zerstört und ausgeblutet sind? Das Konzeptwerk Neue Ökonomie e. V. hatte 2019 zur Werkstatt eingeladen. Dieses Buch ist das Ergebnis. Weiterlesen

Wenn Hass, Lügen und Angst die Reichweiten puschen

Digitaler Faschismus: Warum die „sozialen Medien“ der ideale Nährboden für hemmungslose Radikalisierungen sind

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeit Jahren wird nun darüber diskutiert, welchen Anteil eigentlich die sogenannten sozialen Medien am Aufstieg von Populisten und dem zunehmenden medialen Einfluss von Rechtsextremen haben. Dass sie solche Einflüsse verstärken, ist spätestens seit der US-Wahl von 2016 und dem Brexit bekannt. Aber wie funktioniert das? Maik Fielitz und Holger Marcks erzählen in diesem Buch, wie sehr die großen Plattformen genau das befördern, was Faschisten und Extremisten in aller Welt eine riesige Bühne verschafft. Weiterlesen

Mit Zuckerrohr und wütenden Sklaven fing es an

Rum: Ein Büchlein mit dem nötigen Grundwissen für das aromatische Getränk aus der Karibik

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMan lernt doch immer wieder etwas Neues, selbst in so kleinen Einsteiger-Büchern zur durchaus unüberschaubaren Welt der Spirituosen, die Carlos Steiner für die Mini-Serie des Buchverlags für die Frau zusammenstellt. Denn eines ist ja wichtig beim Genuss der Alkoholika: Man sollte das Zeug nicht saufen, sondern lieber langsam genießen und das Aroma wahrnehmen. Auch wenn es die Piraten möglicherweise mal flaschenweise gesoffen haben sollten. Weiterlesen

Keine Angst, das sind nur Kinder

Poesiealbum Nummer 356: Die unbeirrbaren Gedichte von Jürgen Fuchs in einer einfühlsamen Auswahl

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserVerdient hatte es Jürgen Fuchs schon lange. Jetzt hat Utz Rachowski ein Poesiealbum mit seinen Gedichten und Poemen zusammengestellt, die dem Herausgeber auch deshalb sehr vertraut sind, weil er Ähnliches erlebt hat. Gefängnis und Verhöre sind auch an Jürgen Fuchs nicht spurlos vorübergegangen, der 1999 im Alter von 48 Jahren starb. Auch weil ihm die Stasi auch noch im Westen zusetzte. Einige der Gedichte stammen direkt aus den Stasi-Unterlagen. Weiterlesen

Andreas Völlingers neue Heldenschule

Burg Tollkühn, erster Teil: Die hochbrisante Sache mit dem Mut, dem Übermut und der Tollkühnheit

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserHelden braucht die Welt. Echte Helden. Künftig noch viel mehr. Künftig, wenn noch mehr Orks, Trolle und Oger die verwüsteten Wälder unsicher machen. Da braucht es eine Heldenschule, fand Andreas Völlinger, der vor sieben Jahren eine furiose Graphic Novel über den wilden Leipziger Komponisten Richard Wagner verfasst hat. Wild geht es auch auf Burg Tollkühn zu. Weiterlesen