Artikel aus der Rubrik Bücher

Die Ohnmacht der Menschen vor der Gnadenlosigkeit der deutschen Kohlepolitik

Grubenrandnotizen: Jurij Kochs Tagebuchnotizen zum Sterben des Dorfes Horno in der Lausitz

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIch glaube nicht daran, dass Menschen tatsächlich so vergesslich sind. Aber wenn es um Macht, Einfluss, Geld und Imponieren geht, dann schmeißen sie alle Moral und alle Bedenken über Bord. Und da ist es egal, in was für einer Gesellschaft sie an die Schalthebel kommen: Sie walzen alles nieder, was ihnen in den Weg kommt. Dörfer und Landschaften. Mühlrose in der Lausitz ist nicht das erste Dorf, das sie mit Finten und Verträgen „devastieren“ wollen. Keiner weiß das besser als der sorbische Schriftsteller Jurij Koch. Weiterlesen

Eine ganz einfache Geschichte über Schafe und die Frage: Wie würdest du dich entscheiden?

Eine Wiese für alle: Wie lernt man als kleines Schaf, sich von den Angstmachern nicht feige machen zu lassen?

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Für alle LeserSind wir Schafe? Vielleicht ist das Bild gar nicht so falsch, das Hans-Christian Schmidt und Andreas Német hier gewählt haben, um Kindern zu zeigen, wie schafsmäßig sich Menschen benehmen können, wenn es um die Rettung anderer Menschen geht. Sie haben eine dunklere Fellfarbe? Och nee, dann gehören die nicht zu uns. Das Kinderbuch entstand übrigens vor den jüngsten Ereignissen in Moria. Weiterlesen

Der Tod des kleinen Philipp und die berechtigte Frage nach der Schuld aller Beteiligten

Blinde Flecken: Ein Roman über die Tragödie eines kaputt-optimierten Fürsorge-Systems

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Für alle LeserImmer wieder erschüttern Fälle von Kindesmisshandlung die Republik. Die Medien stellen dann meist die suggestive Frage: „Wie konnte das geschehen?“ Meist stellt sich heraus, dass eine Menge Leute einfach weggeschaut haben. Oder nicht gehandelt haben, obwohl sie gewarnt waren. Und genau darum geht es in Wolfgang Ehmers Buch: Es ist die Geschichte eines kollektiven Versagens. Weiterlesen

Warum es auf die Wortwahl ankommt

Antisemitismus in der Sprache: Warum in einigen beliebten Worten noch immer die alte Judenverachtung steckt

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Für alle LeserMauscheln geht gar nicht und Schachern schon gar nicht. Und dabei sind es zwei Lieblingsworte der deutschen Schlagzeilen-Macher. Zwei, die sie besser nicht mehr benutzen sollten. Und wenn sie Ronen Steinkes kleinen Essay gelesen haben, wissen sie auch, warum. Steinke ist selbst Journalist bei der „Süddeutschen Zeitung“. Und er weiß, wie gedankenlos wir mit Lehnworten aus dem Jiddischen umgehen. Weiterlesen

Ein ganzes Leben für die Musik

Johann Walter: Die große Quellensuche nach dem „Urkantor“ der evangelischen Kirchenmusik

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Für alle LeserDer Torgauer Geschichtsverein hat sich ein richtig dickes Buch gegönnt über Johann Walter, den „Urkantor“, den Mann, der die evangelische Kirchenmusik geradezu erfunden hat, und der vor 450 Jahren in Torgau starb. Die Historikerin Christa Maria Richter hat die Quellen durchforstet, um das Leben und Schaffen Walters zu rekonstruieren. Ein Leben, das so geradlinig nicht verlief, wie es die Formel vom „Urkantor“ suggeriert. Weiterlesen

Was passiert, wenn man den Alte-Männer-Moral-Tinneff einfach mal entfernt?

Kirschen essen: Wenn man nur genau hinschaut, ist die Bibel voller lebendiger Liebesgeschichten

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Für alle LeserSchon mit ihrem Buch „Fliegen lernen“ hatte Susanne Niemeyer gezeigt, dass man die weltberühmten Geschichten aus der Bibel auch völlig anders lesen kann. Nämlich mit den Augen einer modernen, emanzipierten Frau. Mit „Kirschen essen“ zeigt sie erst recht, wie sehr die Bibelgeschichten immer noch aus Männer- und Machoperspektive interpretiert werden. 3.000 Jahre Männerignoranz sind einfach so zählebig, dass man das eigentliche Leben vor lauter Brettern nicht mehr sieht. Weiterlesen

Als die SED nicht mehr diktieren konnte, was Künstler/-innen zu malen haben

Die Kunst im Gewandhaus: Der große Bildband, der erklärt, was im Gewandhaus alles an Kunst zu sehen ist

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Für alle LeserBeinah hätte es noch eine Galerie gegeben, in der wechselnde Ausstellungen Arbeiten von bildenden Künstlern zur Musik gezeigt hätten. Aber den Gedanken ließen die Planer irgendwann fallen, als das neue Leipziger Gewandhaus am Augustusplatz nach und nach Gestalt annahm. Kunst ist trotzdem drin, sogar mehr, als der Betrachter von außen sehen kann, wo ihm das riesige Deckengemälde „Gesang vom Leben“ von Sighard Gille entgegenleuchtet. Weiterlesen

Lars Jaegers Buch über die 500-jährige Geschichte des wissenschafftlichen Denkens

Sternstunden der Wissenschaft: Wie die wissenschaftliche Revolution Europa in die Moderne katapultierte

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Für alle LeserSeinen Stefan Zweig hat Lars Jaeger ganz bestimmt gelesen, denn die Sternstunden sind ja Zweigs (Er-)Findung. Auch wenn Zweig vor allem faszinierende Forscher ins Zentrum seines Erzählens stellte, weniger die Erfolgsgeschichte dahinter. Eine Erfolgsgeschichte des Denkens, wie es der Physiker Lars Jaeger nennt, der auch Philosophie und Geschichte studiert hat. Auch das Denken kennt seine Revolutionen. Weiterlesen

Weißt du wirklich, woher Fleisch, Milch und Eier kommen?

Das wahre Leben der Bauernhoftiere: Ein liebevoll illustrierter Blick in richtige Bauernhöfe und moderne Tierfabriken

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Für alle LeserIn diesem Buch passiert einmal nichts. Kein tierisches Abenteuer, kein kindliches. Keine Elfen, Kobolde oder Hexen. Nur Tiere. Tiere, die jedes Kind kennen müsste. Aber in Wirklichkeit kommen die meisten Kinder gar nicht mehr in Kontakt mit ihnen. Aber wo kommen Eier, Milch und Schnitzel eigentlich her? Die Grafikerin Lena Zeise zeigt es in Bildern aus zwei Welten. Einfach so zum Vergleichen. Aber Kinder sind klug. Es ist ein Buch mit Augenzwinkern. Weiterlesen

Wie rekonstruiert man ein über 500 Jahre altes Bauwerk?

Das Priesterhaus Georg Spalatins in Torgau: Das Buch zur Rettung eines besonderen Torgauer Kleinods

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Für alle LeserDie Reise nach Torgau lohnt sich – auch nach dem großen Reformationsjubiläum 2017, als es ja nicht nur in Sachsen große Ausstellungen gab und zuvor gewaltige Anstrengungen, historische Gebäude, die mit Luther und der Reformation etwas zu tun hatten, wieder nutzbar zu machen. Das einst Georg Spalatin gehörende Haus in der Katharinenstraße 8 in Torgau ist dabei etwas Besonderes. Nicht nur wegen Spalatin. Weiterlesen

Die Kinder der Ein-Kind-Generation und ihr Blick auf die Welt

Young China: Zak Dychtwald erzählt, wie die junge Generation in China heute wirklich tickt

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Für alle LeserWir kennen die Welt nicht. Wir kennen auch die anderen Menschen und Länder nicht. Wir haben Tomaten auf den Augen und merken es nicht. Nur manchmal, wenn manche von uns sich wirklich einmal auf den Weg machen und sich tatsächlich einlassen auf andere Länder und ihre Bewohner. So wie Zak Dychtwald, der sich vor zwölf Jahren auf den Weg nach China machte, um tatsächlich einmal Mandarin zu lernen und das seltsamste Land der Gegenwart wirklich kennenzulernen. Weiterlesen

Hol raus, was in dir steckt

Das Hotel zum Oberstübchen: Das Bilderbuch, das Kindern die aufregende Welt in ihrem Kopf zeigt

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Für alle LeserSie sehen aus wie ernste kleine Piloten, wenn sie mit ihren bunten Helmen bei Papa oder Mama auf dem Rad mitfahren, stolz wie Bolle. Und das ist richtig so. Denn ihre Eltern wissen, wie verletzlich dieses Köpfchen ist und das, was darin leuchtet und lacht und quiekst. Denn was wir als Persönlichkeit sind und werden, das passiert in unserem Kopf. Da ist die Frage spannend: Ab welchem Alter lassen sich Kinder auch auf diese spannende Erkundungstour im „Hotel zum Oberstübchen“ ein? Weiterlesen

Erzählt es euren Kindern und Kindeskindern ...

Hana: Jurij Kochs Erzählung von 1963 und eine Spurensuche nach dem Leben des Mädchens Annemarie aus Horka

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Für alle LeserEs war im Grunde die erste Veröffentlichung, mit der der sorbische Schriftsteller Jurij Koch 1963 von sich Reden machte – wenn auch erst einmal nur in einem kleinen Gebiet. Denn „Jüdin Hana“ (Židowka Hana) erschien erst einmal nur auf sorbisch im Domowina Verlag. Ein echter Erstling, den Koch eigentlich auch nie ins Deutsche übersetzen wollte. Doch dazu ist die Geschichte viel zu bewegend. Und vergessen ist Hana, die tatsächlich Annemarie hieß, auch nicht. Weiterlesen

Liebevolle Sterbebegleitung für das alte System

Abschied vom Größenwahn: Warum wir schon alles wissen, um eine Welt ohne Mitweltzerstörung zu schaffen

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Für alle LeserWenn wir an die Zukunft denken, haben wir lauter Bilder von Katastrophen, Untergängen und zusammenbrechenden Zivilisationen vor Augen, ganze Serien aus der Katastrophen-Fabrik von Hollywood. Und wenn wir ehrlich sind: Wenn wir so weitermachen, wird es genau so kommen. Es ist die Logik einer Wirtschaftsweise, die keine Grenzen kennt, vom „Wachstum“ geradezu besessen ist. Und die alles tut dafür, dass wir nicht merken, dass das ganz und gar nicht so sein muss. Weiterlesen

Schaubergwerke, Schlösser, Klöster und Berge mit schönster Aussicht

Streifzüge durch das Osterzgebirge: Was man in einer 800 Jahre alten Montanregion tatsächlich alles entdecken kann

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Für alle LeserDer Titel klingt brav: „Streifzüge durch das Osterzgebirge“. Aber was der Sax-Verlag hier großformatig und reich bebildert vorlegt, ist kein idyllischer Wanderführer durch das Osterzgebirge, sondern eine kompetente Einladung in den Ostteil jener Region, die 2019 den UNESCO-Weltkulturerbe-Titel bekommen hat, auch wenn es erst einmal nur nach jeder Menge Bergbau-Relikten klingt, dieses „Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří“. Weiterlesen

Hat Bach gewusst, wann das Jüngste Gericht fällig ist?

Die 5. Passion: St. Benno legt den beinah apokalyptischen Krimi von 2009 wieder auf

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Für alle LeserDa haben wir aber noch mal Schwein gehabt, dass sich der schreckliche Padre in diesem Krimi derart gründlich verrechnet hat und die Apokalypse am 16. November 2008 nicht stattfand. Keine Schale des Zorns, keine siebte Posaune, kein jüngstes Gericht. Krimileser kennen Oliver Buslaus „Die 5. Passion“ schon aus der Erstveröffentlichung 2009. Der St. Benno Verlag hat sie jetzt in seine wachsende Reihe von Krimis mit durchaus biblischen Bezügen aufgenommen. Weiterlesen

Erinnerung an einen Bestseller-Fotoband über den Sehnsuchtsort auch der Ostdeutschen

Paris zu Fuß: Eine neu sortierte Auswahl aus den faszinierenden Paris-Fotografien von Roger Melis von 1982

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Für alle LeserEs gab in der DDR einige Fotobände, für die niemand Werbung machen musste. Die in 20.000 Exemplaren Erstauflage gedruckt werden konnten und eigentlich schon am Tag der Auslieferung vergriffen waren. Zu diesen Fotobänden gehörte Robert Melis' „Paris zu Fuß“. Ein Band, der heute selbst in Frankreich Staunen hervorruft. Und den der Lehmstedt Verlag jetzt nach über 30 Jahren in einer neuen Bilderkomposition herausgebracht hat. Weiterlesen

Der irre Glaube an die reine Vernunft

Life code: Warum Emotionen das ganze menschliche Handeln bestimmen und unsere Menschenwelt so verrückt ist, wie sie ist

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Für alle LeserDr. Hans-Georg Häusel ist einer der renommierten Psychologen in Deutschland. Einer, der die Psyche des Menschen nicht als abstraktes System betrachtet, sondern im Lauf seiner Forscherlaufbahn viel dazu beigetragen hat zu verstehen, wie sehr Emotionen alles menschliche Handeln beeinflussen. 2013 machte er mit dem Buch „Kauf mich! Wie wir zum Kaufen verführt werden“ Furore. Und mit „Life Code“ erklärt er jetzt eindrucksvoll, wie Emotionen uns handeln lassen. Bis in die Politik hinein. Weiterlesen

Ein harter Sport mit heftigen Nebenwirkungen

Hockey Hell of Fame: Diesmal erzählt Frank Bröker von den Eishockeyhelden, die es heftig gegen die Bande geschleudert hat

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Für alle LeserWenn Frank Bröker nicht gerade mit The Russian Doctors unterwegs ist und die Erlenholzgitarre spielt, dann lebt er in einer Welt, in der es eiskalt, laut, schnell und heftig zugeht: Er ist der wohl emsigste Autor von Eishockey-Büchern in Deutschland. Und die Namen der Helden dieses Sports hat er immer parat, so wie die großen Triumphe, Meisterschaften und Legenden. Aber wer erzählt von den anderen, denen, die gescheitert sind, die nicht in der Hall of Fame landeten? Er tut es jetzt im Namen von zwölf zu Unrecht Vergessenen. Weiterlesen

Wer sich selbst nicht kennt, kann auch keine Kommentare schreiben

Koscher durch die Krisen: Michael Wuligers ausgewählte Wochenkommentare aus der „Jüdischen Allgemeinen“

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Für alle LeserEs ist eine selten gewordene Kunst in Deutschland, noch gute Kommentare schreiben zu können. Das hat viele Gründe – mal die fehlende stilistische Brillanz der zumeist älteren Herren, die nun glauben, zu allem und jedem einen geistreich angehauchten Senf dazugeben zu müssen. Oft fehlt schlicht der breite Fundus eines Wissens, auf den sie zurückgreifen könnten. Und dann fehlt ihnen noch etwas, das sie nicht einmal zu vermissen scheinen. Michael Wuliger hat es. Weiterlesen