Artikel aus der Rubrik Theater

Adolf Südknecht kooperiert jetzt mit der Runden Ecke

Jetzt probt Leipzig noch einmal den Aufstand von 1953

Foto: Armin Zarbock

Für alle LeserAm heutigen 10. April werden die Freunde des beliebten Improvisationstheaters „Adolf Südknecht“ eine Premiere erleben: Erstmals geht die unermüdliche Theatergruppe um Armin Zarbock dem rumorenden Aufstands-Jahr 1953 zu Leibe und kooperiert dafür mit der Gedenkstätte in der Runden Ecke. Und das aus gutem Grund. Denn jetzt wird handfeste DDR-Geschichte lebendig. Mit einem Südknecht, der die Nase voll hat. Weiterlesen

Schaubühne Lindenfels startet „Fragment Festival Büchner“

Drei Wochen für Georg Büchner und sein frappierend aktuelles Fragment-Werk

Foto: Schaubühne Lindenfels, René Reinhardt

Für alle LeserNoch ein Flüchtling. Die Deutschen wissen gar nicht, wie viele ihrer besten Köpfe immer wieder fliehen mussten, weil sie den jeweiligen Obrigkeiten unbequem wurden. Auch Georg Büchner gehört dazu, der mit seinem „Woyzeck“ das absolute Leipzig-Drama geschrieben hat. 2017 sorgte die Schaubühne Lindenfels mit ihrer „Woyzeck“-Inszenierung an originaler Stelle, dem Leipziger Marktplatz, für Furore. Jetzt gibt es ein richtiges Büchner-Festival. Weiterlesen

Musiktheater

Schwach erzählte Familientragödie: Chemnitzer „Ring“ geht mit der „Walküre“ in die zweite Runde

Foto: Kirsten Nijhof

Für alle LeserDas Premierenpublikum war aus dem Häuschen. Anhaltende Beifallsstürme und viele Bravos für Solisten, Chor und Kapellmeister Felix Bender unterstrichen die starke musikalische Performance an diesem Wagner-Abend im Chemnitzer Opernhaus. Die Inszenierung überzeugte dagegen nicht. Weiterlesen

Ahne hat ein Kriminal-Musical eingespielt

Rache! oder Warum man schöne Feundinnen nicht allein nach Meck-Pomm fahren lassen darf

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAhne hat jetzt auch ein Hörspiel. Auch wenn er es Musical genannt hat. Vielleicht sollte man es Kabinett-Musical nennen. Gesungen und gerockt wird natürlich. Aber eher so zwischendrin, wenn die Stimmung umkippt und auch der Held Torsten McCollough mal ein bisschen Temperament zeigt. Denn eigentlich ist er ja mehr so der ruhige Berliner Typ. Der erst mal abwartet, was kommt, auch wenn seine Freundin abhandengekommen ist. Weiterlesen

Volle Auslastung, Personalnot im TdjW und die Sache mit den Schulbühnen

Die Nöte des Erfolges am TdjW + Video

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserLZ/Auszug aus Ausgabe 52Meist sind ja Spielzeitpressekonferenzen in den kommunalen Theater- und Kulturstätten eher launig und eine Weile sieht es auch am 1. Februar 2018 so aus, als ob alles routiniert verlaufen sollte. Ein aufgeräumter Intendant, trotz leichter Erkältung mit dem Stück „Juller“ einen internationalen Erfolg und einer Menge Vorhaben im Gepäck, Kaffe für alle und ein paar belegte Brötchen auch. Weiterlesen

„Darf man das? Holocaust-Darstellungen und der gute Geschmack“

TdJW-Debatte: Zwischen Grenzüberschreitung und Betroffenheitskult

Foto: Luca Kunze

Für alle LeserTalkshow mit Publikumsbeteiligung am Samstag beim Theater der Jungen Welt (TdJW): Unter dem Titel „Darf man das? Holocaust-Darstellungen und der gute Geschmack“ befragte Moderator Bastian Wierzioch die vier Experten und das Publikum. Die Veranstaltung war Teil der dreitägigen Theaterwerkstatt in Kooperation mit der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ und erlebte einen gut gefüllten Saal. Mehr als 80 Künstler und Theaterschaffende aus Deutschland, Polen, Tschechien und Israel waren für die Theaterwerkstatt nach Leipzig gekommen. Weiterlesen

Dresden

Treffen der Giganten: Wagners „Holländer“ in der Semperoper

Foto: Matthias Creutziger

Für alle LeserFür eine festspielreife Aufführung braucht es kein Bayreuth. Seit Sonntag steht in der Semperoper wieder Florentine Kleppers Inszenierung des „Fliegenden Holländers“ auf dem Spielplan. Die Besetzung wird angeführt von den namhaften Wagner-Stars Andrzej Dobber, Elena Pankratova und Georg Zeppenfeld. Weiterlesen

Angriff auf den Humanismus und die totale Verdrehung der Lage ...

König Ubu am Schauspiel: „Ich wollte doch nur alle glücklich machen“

Foto: Rolf Arnold

Für alle Leser“König Ubu” nervt. Bei der Uraufführung 1996 war das Drama von Alfred Jarry ein grandioser Skandal, es wurde einmal aufgeführt und dann direkt aus dem Programm genommen. Der einzige Redakteur, der es gewagt hatte, eine wohlgesonnene Kritik zu schreiben, soll direkt gefeuert worden sein - so die Legende. Heute gilt “König Ubu” als Epochenwerk, als Vorläufer des modernen Theaters. Und König Ubu als Prototyp des machtgeilen, selbstverliebten Tyrannen. Derzeit wird er im Schauspiel Leipzig gegeben. Weiterlesen

Leipziger Ballett

Strawinskys „Le Sacre du Printemps“: Clowns verwandeln Oper in ein Tollhaus

"Le Sacre du Printemps" in der Oper Leipzig. Foto: Ida Zenna

Für alle LeserClowns, soweit das Auge reicht. So ließe sich Mario Schröders neueste Kreation in fünf Wörtern zusammenfassen. Der Doppelabend mit dem oberflächlichen Titel „Bolero (Walking Mad) / Le Sacre du Printemps“ erinnert an ein Konzertprogramm. Bei der Premiere stand am Samstag tatsächlich die Musik im Vordergrund. Weiterlesen

Sinnenfreuden in menschlichen Beziehungsdramen

Leipziger Ballett feiert mit „Boléro“ und „Le Sacre du Printemps“ am 3. Februar Premiere

Foto: Ida Zenna

Für alle LeserBoléro - da klingen Ballettliebhabern die Herzen. Es ist furioser Ravel, was das Leipziger Ballett jetzt am 3. Februar im Opernhaus tanzen wird. Am Samstag, 3. Februar, lädt das Leipziger Ballett um 19 Uhr zur Premiere des zweiteiligen Ballettabends "Boléro / Le Sacre du Printemps" mit Choreographien von Johan Inger und Mario Schröder ins Opernhaus. Zwei Skandalstücke des frühen 20. Jahrhunderts treffen in diesem Doppelabend klanggewaltig aufeinander. Weiterlesen

Wenn die Wirklichkeit das surreale Drama übertrifft

König Ubu feiert am 27. Januar im Schauspiel wieder Premiere

Foto: Schauspiel Leipzig

Für alle LeserDen gab es lange nicht zu sehen - und nun holt ihn das Schauspiel Leipzig aus aktuellem Weltanlass wieder aus der Kiste: König Ubu, der so erstaunlich an manchen Akteur der Gegenwart erinnert, dass man sich fragt: Ist die US-Präsidentschaft nur noch eine surreale Inszenierung und die Amerikaner haben an ihrem überdrehten POTUS ihren Spaß? Oder inszeniert sich Politik heute als surreal um zu verdecken, dass sie eigentlich von lauter Ubus gemacht wird? Schöne Frage, nicht wahr? Premiere ist am Samstag, 27. Januar. Weiterlesen

Pünktlich zum 200. Geburtstag von Frankenstein-Geschöpf

Der Moderne Prometheus erlebt im Westflügel seine Wiederaufnahme

Foto: Dana Ersing

Für alle LeserEigentlich hatten es schöne Sommertage am Genfer See werden sollen, die ein paar der berühmtesten englischen Dichter gemeinsam verbringen wollten. Doch dann war das Wetter „nass, stürmisch und gewitterreich“, wie sich Mary Shelley erinnert. Die fünf verbrachten die Tage zwangsläufig im Haus und erzählten sich Schauergeschichten. Und das berühmte Ergebnis dieses Sommers war jenes Buch, das 1818 unter dem Titel „Frankenstein or The Modern Prometheus“ erschien. Die Schaubühne feiert das 200-jährige jetzt auf ihre Art. Weiterlesen

Jahreswechsel

The Tiger Lillies und „Le Bal“: So feierten Schauspiel und Oper ins neue Jahr

Danach feiert ein volles Haus Silvester. Fotos: L-IZ.de

Für alle LeserIn den großen Leipziger Kulturstätten verlief der Jahreswechsel in diesem Jahr laut, schrill und bunt. In der Oper präsentierten Intendant Ulf Schirmer und sein Ensemble ein festliches Best-Off des Repertoires. Und im Schauspiel stand die britische Kultband The Tiger Lillies auf der Bühne. Weiterlesen

Am 8. und 9. Dezember im Westflügel

Mutter Krausens Fahrt ins Glück – mit Musike und die Puppen tanzen

Foto: Conny Haufe

Für alle LeserManche Leipziger fühlen sich längst wieder an die ganz und gar nicht goldenen Zwanziger Jahre erinnert. Golden waren die schon – aber selten für die Malocher und kleinen Leute. Und das thematisierte 1929 ein Film, der bis heute Legende ist und den die Nazis sofort verboten, als sie an die Macht kamen: „Mutter Krausens Fahrt ins Glück“. Der Westflügel Leipzig zeigt den Film am Wochenende: als Live-Performance mit großer Puppenbesetzung. Weiterlesen

Die neue Heimstätte für Zeitgenössische Dramatik

Das Schauspiel Leipzig eröffnet die neue Zweitspielstätte „Diskothek“ plangemäß

Foto: Luca Kunze

Für alle LeserAn der nördlichen Ecke des Leipziger Schauspielhauses, unter dem Banner mit dem Goethe-Zitat „Das Land, das die Fremden nicht beschützt, geht bald unter“, leuchtet ein neuer Schriftzug. „Diskothek“ steht dort nun in weißen Leuchtrohrlettern, in den Schaufenstern daneben zeigen vertikal aufgestellte Bildschirme stumme Interviews mit den AutorInnen des Hauses. Unverkennbar: Das Schauspielhaus hat Nachwuchs bekommen, die neue Zweitspielstätte ist fertiggestellt und eingeweiht. Es war ein langer Weg dorthin, die Vorarbeiten starteten bereits im Sommer 2016, der komplette Umbau begann schließlich am 6. März 2017. Weiterlesen

Anatomie Woyzeck, der zweite Akt

Das nächste Drama um Woyzeck findet in der ehemaligen Hinrichtungsstätte in der Arndtstraße statt

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIn diesem Jahr ist Woyzeck-Jahr in Leipzig. Zumindest die Schaubühne Lindenfels macht es dazu, die mit ihrer Installation „Woyzeck – letzte Szene, ein öffentlicher Platz“ von August bis Oktober auf dem Marktplatz jede Menge Aufmerksamkeit geschaffen hat für ihr Büchner-Projekt, das an drei verschiedenen Handlungsorten auf Woyzecks Drama eingeht. Nach der Anatomie ist jetzt ein anderer düsterer Ort Schauplatz: die ehemalige Hinrichtungsstätte in der Arndtstraße. Weiterlesen

Premiere am 3. November im Dachtheater im Haus Steinstraße

Was wollen Sie noch? – Zwei Theaterszenen aus George Taboris Satire „Clowns“

Foto: Theatergruppe „Generationen im Dialog“

Für alle LeserDie Angst vor dem Fremden treibt seltsame Blüten. Erst recht, wenn sie in jenem trauten Kreis entsteht, in dem man sich eingesponnen hat in lauter kleinen Lügen und großen Unsagbarkeiten. Denn viele Familien sind so: Statt das Knistern im unausgesprochenen Miteinander wahrzunehmen und endlich mal offen miteinander zu sein, kehrt man Angst und Aggression nach außen. Gegen die Anderen. Ein Stoff, den George Tabori aufmerksam seziert hat. Weiterlesen