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Pandemie, die: Ultimative Schlussklärung

Gestern fragte mein Enkel Paul mit diesen unnachahmlich süßen wie doofen „Oma Ilse, kannste mal“-Augen, „was ist eine Pantemi“? Nach einem kurzen Reflex, auf den behuften Hirten-Gott der Griechen und seine Fähigkeit, einem das Hirn aufzuweichen zu verweisen (was sicher über drei Ecken auch zu einer Erklärung geführt hätte), fiel mir in der Situation nur ein zu antworten: „Das ist eine todbringende Krankheit, die auf der ganzen Welt auftaucht.“

Rodig reflektiert: Pustekuchen für den Jubilar

Eine Kolumne ist ein Kreuz. Nun schreibe ich seit 24 Monaten in diese Zeitung meinen Sermon hinein und muss feststellen: Der Laden ist immer noch nicht umgeworfen, die Mächtigen immer noch nicht gestürzt, arme Seelen verhungern, verdursten oder erfrieren nach wie vor (ob körperlich oder geistig, das sind im Grunde genommen nur Detailfragen). Das Leben im Elend des Spätkapitalismus läuft unaufgehalten fort. So war das aber nicht abgemacht, Liebe Chefredaktion! Es sollten doch meine Reflektionen auf dem Leserseiten-Plätzchen in der Ihnen vorliegenden „Leipziger Zeitung (LZ)“ dem Weltenlauf ebenjenen entscheidenden Stupser geben, um endlich den Stein der Veränderung ins Rollen zu bringen!

Rodig reflektiert: Die 6.000-jährige Geschichte Deutschlands

Die Aufmerksamen unter Ihnen haben es mitbekommen: Das Deutsche Reich feierte dieser Tage seinen 150. Geburtstag. Denn am 18. Januar 1871 standen der Herr Bismarck und Preußenkönig Wilhelm Eins in Versailles und gaben im Beisein vieler anderer wichtiger und reichlich mit Edelmetallen behängter Männer das Ja-Wort. Das „Ja“ zu Deutschland nämlich und zack, war das Deutsche Reich gegründet. Sie denken jetzt sicher, stimmt, genau so war es! Ich aber weiß aus gesicherten Quellen: Die Geschichte Deutschlands lief eigentlich ganz anders.

Rodig reflektiert: Apokalypse anstatt einer Predigt

LEIPZIGER ZEITUNG/ Auszug Ausgabe 86, seit 18. Dezember 2020 im HandelDa schaut man in die Welt, O du selige, und es ist gnadenbringende Weihnachtszeit. Der dritten Zeile Inhalt dieser Waisenweise, denn es wurde „O du fröhliche“ vom Weimarer „Waisenvater“ Falk verfasst, ist oft gesungen, doch selten vernommen. „Welt ist verloren“ heißt es da, und Ihr Kolumnist nimmt sich den Erlösergeburtstag zum Anlass, einmal mehr über den verlotterten Zustand dieser Welt zu ramentern.

Rodig reflektiert: Küsst die Polizisten, wo ihr sie trefft + Video

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 85, seit 20. November im HandelAllzu häufig ist diese Kolumne gespickt mit fiesen Bemerkungen, hanebüchenen Anwürfen und grundsolidem Klassenhass. Doch heute nicht, meine lieben Leserinnen! Bevor Sie angeödet weiterblättern, möchte ich mich erklären. Denn unerhörte Dinge ereignen sich in diesem Leipzig, das ich meinen Wohnort nenne. Am 07.11. – wie die Vorwahl von Stuttgart. Zufall? – vor nun knapp zwei Wochen, schwamm eine Welle durch die mythosbeladene Innenstadt. Sie haben sicher die Bilder im Interweb gesehen, sich davon erzählen lassen, oder: haben es Ihrem bescheidenen Kolumnisten gleichgetan und haben sich selbst ein Bild gemacht vor Ort.

Rodig reflektiert: Die PARTEI – 1 Jahr im Stadtrat

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 83, seit 25. September im HandelZeitungen arbeiten gern mit Zeiten. Vor allem und besonders gerne, wenn sie sich in handhabbare Abschnitte einteilen lassen. Darum hat sich ihr Kolumnist dieser Tage mit einem sehr beliebten Zeitabschnitt beschäftigt – dem Jahr! Und da ich in diesem Blatt als Propagandist und publizistischer Erfüllungsgehilfe auch meiner PARTEI zu Diensten bin (neben meiner Tätigkeit als wahrheitsliebender Rufer in der Wüste) ist es Zeit, über das Dasein derselben im Stadtrat zu reflektieren. Denn: Die PARTEI ist mit zwei Herren – Thomas „Kuno“ Kumbernuß und Marcus „Mawei“ Weiss – seit einem Jahr (in Worten: einem Jahr) im Leipziger Stadtrat. Höchste Zeit, zurückzublicken!

Rodig reflektiert: Unsere Kreise – Gedanken, die einem Kolumnisten im Urlaub kommen

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 82, seit 28. August im HandelEin Kolumnist im Urlaub ist immer noch ein Kolumnist. Ich sitze auf einer Veranda in der Oberpfalz und lausche dem mittäglichen Glockengeläutscrescendo. Das Tal ist voll davon, schließlich sind die Bajuwaren noch durch und durch christlich gesinnt, und damit sie das auch nicht vergessen, hämmern ihnen gleich drei Glockentürme stündlich die Erinnerung daran ins Gedächtnis. Ich für meinethalben verzichte auf den Kirchgang, schließlich müssen Reflektionen zu Papier gebracht werden.

Rodig reflektiert: Sächsische Rundschau – Wie geht es weiter im freiesten aller Freistaaten?

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 81, seit 31. Juli im HandelIch möchte in den kommenden Absätzen meiner ureigenen Aufgabe nachkommen. Als Ministerpräsident in spe (außer Dienst) dieses freiesten aller Freistaaten, dieses sogenannten Sachsens, werde ich mich für Sie umsehen und ins Land blicken – damit Sie es nicht tun müssen. Denn ich kann in den braunen Sumpf schauen ohne zu erblinden, kann in die Stollen fahren und unversehrt herauskommen, kann dem sächsischen Volk auf das Maul sehen ohne zur Salzsäule zu erstarren.

Die neue Normalität

Was heißt hier eigentlich „das neue Normal“? Ich fand schon das alte Normal nicht normal! Aber ich hatte mich darin eingerichtet, schlecht – aber auch das Wissen um das eigene besser sein als andere wärmt ja das alte Herz. Nun fehlen mir die ganzen Alltagsschmunzelerlebnisse – ein grenzdebil grinsender Resthirnträger, vorm Primark an zehn Papptüten geklammert zum Beispiel. Fehlt mir und natürlich meine Freude daran, ihn aus tiefster Ilse-Weltsicht heraus zu verabscheuen.

Rodig reflektiert: Coronakrise? Alles eine große Verschwörung

LEIPZIGER ZEITUNG/ Auszug Ausgabe 78, seit 24. April im HandelEine meiner heimlichen Leidenschaften ist es, den Menschen beim Sich-die-Welt-Erklären zuzuschauen. Zum Zwecke der Recherche beobachte ich gern und mit Erheiterung die Beiträge in einer Prepper-Gruppe im Internet, die sich bis dato „Apokalypse Deutschland“ nannte. Doch mit Corona scheint auch bei den Preppern, jener obskur-diffuse Menschenschlag, der sich auf den drohenden Zusammenbruch aller Gesellschaft vorbereitet, die Alarmglocke zu läuten. Jene, die mit Leidenschaft die Endzeit herbeisehnen, stellen fest: Sie ist endlich da! Dass nun „endlich“ die Apokalypse gekommen ist, wird deutlich an dem neuen Facebook-Gruppentitel, den die Admins bereits vor Wochen angepasst haben: „Apokalypse Deutschland (Coronavirus)“.

Das Mööp – Ein fantastischer Seuchenbericht in Fortsetzungen, Teil 2

„Ich dachte, gut, nistest du dich eben bei einem Künstler ein, das sind sensible Seelen, der wird deinen Besuch zu schätzen wissen. Aber das ist TYPISCH – ich musste ja ausgerechnet an SIE geraten! Selbst Ihr Musikgeschmack ist BILLIG! Sarah Lesch?! Wirklich? Und zuvor Slime? Und davor Sandow? Beim Hummeldrummel, womit habe ich das nur verdient?“ Schön, dachte ich, dein Kurzzeitgedächtnis funktioniert noch irgendwie.

Das Mööp – Ein fantastischer Seuchenbericht in Fortsetzungen, Teil 1

Zeit: 22.03.2020: Nachmittags um halb drei. Ort: Homeoffice des Autors in Metropolennähe. „Ich hab kein Bier mehr!“, tippte ich in mein Handy. „Oh Mann, dieses Maß an Unprofessionalität bei der Apokalypsevorbereitung ist bedenklich!“, chattete Kollege M mich an. „Du hast gut reden! Du wohnst ungefähr vierhundert Meter vom Supermarkt entfernt und der führt sogar fränkisches Craftbier. Ich muss drei Kilometer Rad fahren um zum nächsten Supermarkt zu kommen!“, antwortete ich.

Rodig reflektiert: Alle wollen Jung bleiben

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 75, seit 24. Januar im HandelEtwas Einmaliges, etwas Unerhörtes, etwas in dieser Republik lang nicht mehr Dagewesenes passiert in diesem OBM-Wahlkampf in Leipzig: Der aussichtsreichste Kandidat ist bei der SPD. Burkhard Jung ist in diesen Tagen dabei, sein Amt zu verteidigen und alle Zeichen deuten auf einen Wahlsieg des Sozialdemokraten hin. Aber der Reihe nach.

Rodig reflektiert: Bekenntnisse eines PARTEI-Genossen

Für FreikäuferLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 74, seit 20. Dezember 2019 im HandelWer dachte, dass Die PARTEI eine Gruppe von Format ist, eine Partei, die anders ist als die bürgerlichen Parteien, irrt gewaltig. Es ist noch viel schlimmer als Sie dachten. Interne Machtspiele, Korruption und Unterschlagung, persönliche Bereicherung, Sex, Drogen, Partys. Alles, was Sie nicht zu glauben gewagt haben, ist mehr als wahr. Es passiert tagtäglich bei gleichzeitiger Verschleuderung von Unmengen an Steuergeldern. Ihren Steuergeldern, liebe Leserin!

Hysterische Zeiten

So ein Sekretärinnenleben bei einer Zeitung (Seniorinnenjob, halbtags) wird ja in den letzten Jahren immer spannender. Es läutet eigentlich in einem fort, Abonnentenfragen, aber auch Angebote für den neuesten Trend auf dem Handymarkt, wichtige Informationen über die nächste Geschäftseröffnung oder der neue Trendfriseur möchte gern mal ein Zeitungs-Portrait über sich machen lassen. Presseagenturen sind besonders häufig dran, der oder das neue Youtube-Sternchen ist on tour, viele neue Hotels sollen begutachtet und beschrieben werden. Und alles ist superwichtig.

Wer zu spät kommt … Rente mit 69? Hurra!

Haha! Verarscht! Früher geboren, Vertrauen verloren, mit 62 Schluss gemacht, ausgelacht. Ich erinnere mich noch gut, wie ich vor zehn Jahren immer und immer wieder demonstrieren war. Für eine gemeinsame Rentenkasse für wirklich alle, also Selbstständige, Ärzte, Beamte, Rechtsanwälte und Angestellte. Eine Mindestuntergrenze bei 2.000 Euro und eine Maximalgröße bei 4.000 Euro sollte es sein.

Wer verteufelt denn die ganzen Verbrenner?

Wir leben ja in seltsamen Zeiten und bekommen auch seltsamste Postsendungen. Eine der seltsamsten bekamen wir gerade von Dipl.-Ing. Günter Weber, der sich als Herausgeber bei der kapital-markt intern Verlag GmbH angibt, uns aber eigentlich mit einem sehr seltsamen Anliegen behelligt: „Jetzt ist Schluss mit der Verteufelung von Deutschlands wichtigstem Konsumgut – unseren Verbrennern!“ Gottchen, wer verteufelt denn die Verbrenner? Und welche Probleme hat der Mann eigentlich?

Hubraum for Future! + Video „How dare You“

Angesichts der Hybris einerseits, mit der nun alle zu Klimarettern werden (müssen) und der erwartbar harten Reaktion derer, die darauf so gar keine Lust haben, kann man derzeit erleben, was schon Donald Trump, Ukip und die AfD zu ungeahnten Wahlsiegen führte. Eine geradezu gnadenlos geführte Debatte, in der kein Fäkalwort unausgesprochen, kein Vorwurf unerwähnt und natürlich auch kein Spott- bis Hassbildchen ungepostet bleiben darf. Man ahnt, hier wird demnächst die Freiheit mit 130 Sachen bei der fröhlichen Radfahrer-Hatz in der Innenstadt verteidigt.

Rodig reflektiert: Was für ein Wahlkrampf!

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 71, seit 27. September im HandelIhr MP in spe Tom Rodig ist dieser Tage vor allem und besonders: erschöpft. Nach neun Monaten Wahlkampf – der eigentlich drei Wahlkämpfe umfasste – zieht endlich wieder Ruhe ein. Ruhe in den Parteibüros und Pressestellen, Ruhe an den Laternenmasten, Ruhe in den Kehlen der Krakeeler. Während CDU, SPD und Grüne sich fragen, welche Prinzipien sie nun aufgeben müssen, um eine sogenannte stabile Regierung zu bilden, lehnt sich die AfD zurück und triggert mich mit Signalworten wie „Neuwahlen“. Bitte, bitte, aber nicht schon wieder Wahlen!

Volkszorn: Einmal Schweineschnitzel und den DDR-Nazi süß-sauer gekocht bitte, Herr Verräter

Wenn die CDU Sachsen und BILD gemeinsame Sache machen, wird’s meist eklig und die braune Brühe kocht über. So auch im Fall der Leipziger Kita, deren Namen man besser nicht mehr nennen sollte. Heute gab's schließlich schon genug Droh-, Hass- und Pöbelanrufe unter einer Leipziger Rufnummer, sicher aus der gesamtdeutschen Faschisten-Community. Bei Muslimenhass und Schweinefleisch ist die ultimative Abendlandrettung mit Gewalt-Tartar angesagt. Gleichzeitig hängen wieder Politiker an Laternen und eine neue Centrumspartei ist aufgetaucht. Beruhigt Euch! Es ist nur Landtagswahlkampf in Sachsen im Zeichen derer, die nie genannt werden dürfen.

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