Eigentlich ist es ein echtes Plus für Leipzig, dass die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) seit 2024 ihr Netzangebot erweitern. Im Dezember 2025 trat Stufe 2 in Kraft. Zwei weitere Stufen folgen noch im großangelegten „Liniennetz der Zukunft“. Doch eine Änderung sorgte schon 2023 beim Beschluss zum „Liniennetz der Zukunft“ für Diskussionen: Es sieht zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 vor, dass die Buslinie 89 nicht mehr durch die Leipziger Innenstadt fahren und auch ihre geschichtsträchtige Nummer verlieren soll. Das ruft nun die SPD-Fraktion im Leipziger Stadtrat auf den Plan.

Hintergrund ist eine Informationsvorlage des Dezernats Stadtentwicklung und Bau, die am Mittwoch, dem 25. Februar, der Ratsversammlung vorgelegt wurde. Dazu hat die SPD-Fraktion einen Änderungsantrag geschrieben, zu dem der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Frank Franke, erklärt: „Die Linie 89 wurde nicht ohne Grund so benannt: Sie führt so nah wie keine andere Buslinie an den originalen Orten der Friedlichen Revolution entlang. Eine Verknüpfung mit der Buslinie 71 darf nicht dazu führen, dass die Liniennummer 89 aufgegeben wird.“

Hintergrund ist, dass im Zuge der Stufe 3 im „Liniennetz der Zukunft“ zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 die Linie 89 über Wilhelm-Leuschner-Platz/Augustusplatz/Täubchenweg bis nach Anger-Crottendorf weitergeführt werden soll. Dabei soll auch die aktuelle Verkehrsführung durch die Leipziger Innenstadt entfallen.

Das Dezernat Stadtentwicklung und Bau merkt dazu aber auch an, dass eine Umsetzung der gekoppelten Linie 89/71 freilich erst nach Fertigstellung der Baumaßnahme in der Stötteritzer Straße erfolgen kann, die voraussichtlich im Mai 2027 zu erwarten ist.

„Die Leipziger Innenstadt ist aus gutem Grund verkehrsberuhigt. Dennoch ist es gerade für Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, eine Bereicherung, dass eine Buslinie zwei Haltestellen direkt innerhalb des Promenadenrings ansteuert“, betont Franke. „Eine zukünftige Führung auf dem Ring bietet gegenüber den vielen parallel fahrenden Straßenbahnen dort dagegen keinen Mehrwert.“

Daher regt die SPD-Fraktion mit ihrem Änderungsantrag an, eine neue Linienführung der Linie 89 durch die Innenstadt zu prüfen und die Liniennummer grundsätzlich zu erhalten. „Bewährte Busverbindungen bieten sowohl mit ihrer Nummerierung als auch mit ihrer Linienführung Verlässlichkeit für Leipzigerinnen und Leipziger“, sagt Franke. „Das sollten wir nicht leichtfertig aufgeben!“

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