Gute Nachricht für alle Tram-Fahrer! Die LVB erhalten heute einen Fördermittelbescheid, wollen dank der Gelder ein neues Ampelsystem zum besseren Vorankommen installieren. Das Museum der bildenden Künste vergibt einen neuen Preis für regionale Kunst, das Lehrerorchester feiert im Gewandhaus Geburtstag mit einem Festkonzert. Und in Machern öffnet für zwei Tage das Museum im einstigen Bunker der Staatssicherheit.
Schneller mit der Straßenbahn
Der Freistaat Sachsen investiert weiter in die Leistungsfähigkeit und Beschleunigung des öffentlichen Nahverkehrs in Leipzig. Heute übergibt Staatssekretär Sören Trillenberg vom Sächsischen Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung einen entsprechenden Fördermittelbescheid für die Weiterentwicklung einer „adaptiv-bedarfsgerechten Ampelsteuerung“. Parallel dazu nehmen die Leipziger Verkehrsbetriebe eine neue Halteplatzprognose an Doppelhaltestellen in Betrieb, die auf Echtzeitdaten basiert und den Fahrgästen mehr Transparenz beim Einfahren der Bahnen bieten soll.
Das Vorhaben wird im Rahmen des Förderprogramms „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“ des Bundesministeriums für Verkehr sowie mit Landesmitteln des Freistaates Sachsen finanziert. Mit der adaptiv-bedarfsgerechten Ampelsteuerung sollen Straßenbahnen und Busse künftig noch flüssiger durch den Stadtverkehr gelangen. Dabei werden Ampelanlagen digital mit den Fahrzeugen des Nahverkehrs vernetzt. Registriert das System etwa eine verspätete Straßenbahn oder einen herannahenden Bus, passt die Ampel ihre Schaltzeiten automatisch an und reagiert damit flexibel auf die aktuelle Verkehrslage. So erhalten Busse und Bahnen bevorzugt Grünphasen und können Kreuzungen schneller passieren.
Sichtbar ist die Technik für Verkehrsteilnehmer meist nur durch moderne Sensoren, Kameras oder digitale Steuerkästen an den Ampelmasten, während die Berechnungen im Hintergrund in Echtzeit erfolgen. Ziel ist es, Wartezeiten an Kreuzungen zu verkürzen, Fahrpläne stabiler einzuhalten und den öffentlichen Nahverkehr insgesamt zuverlässiger zu machen. Zudem soll die neue Halteplatzprognose an Doppelhaltestellen den Fahrgästen künftig genauer anzeigen, an welchem Haltepunkt ihre Bahn einfährt. Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) wollen damit insbesondere an stark frequentierten Haltestellen den Einstieg erleichtern und den Service für Fahrgäste weiter verbessern.

Ausgezeichnete Kunst
Mit „MdbK [jetzt]. Preis der Förderer“ startet das Museum der bildenden Künste Leipzig heute einen neuen Nachwuchspreis für zeitgenössische Kunst aus Mitteldeutschland und präsentiert die Arbeiten in einer Ausstellung. Die Auszeichnung soll künftig alle zwei Jahre vergeben werden. Zur ersten Ausgabe sichtete die Jury nach Angaben des Museums mehr als 160 Bewerbungen. Für die Ausstellung nominiert wurden Franzi Goralski, Mahshid Mahboubifar, Anna Perepechai und Theresa Rothe. Die Preisverleihung findet während der Vernissage im Museum der bildenden Künste Leipzig statt.
Damit rückt der Abend nicht nur junge künstlerische Positionen in den Blick, sondern auch die Frage, welche ästhetischen und politischen Perspektiven künftig öffentliche Aufmerksamkeit und Förderung erhalten. Mehrere der ausgewählten Arbeiten greifen gesellschaftlich und historisch aufgeladene Themen auf. Die ukrainische Fotografin Anna Perepechai setzt sich mit Erinnerung, Kriegserfahrung und post-sowjetischen Traumata auseinander. Die iranische Künstlerin und Filmemacherin Mahshid Mahboubifar arbeitet mit rekonstruierten Erzählungen und historischen Bezügen. In ihrer Videoarbeit „Too much past is a dangerous thing“ verbindet sie die Rekonstruktion eines fragmentierten iranischen Nomadenteppichs aus der Sammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mit mythologischen Narrativen und untersucht dabei die Frage: „Who weaves which narrative and for what purpose?“ („Wer webt welche Erzählung – und zu welchem Zweck?“).
Auch die Auswahl selbst verweist auf die Leipziger Kunstszene im Jahr 2026: Drei der vier Positionen haben direkte Verbindungen zur Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig oder zur mitteldeutschen Kunstlandschaft. Das MdbK stärkt damit junge regionale Kunst nicht nur durch Ausstellungsmöglichkeiten, sondern auch durch institutionelle Anerkennung.
Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr und wird von Nina Hahn und Peter Eichler in Deutsche Gebärdensprache übersetzt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Diese Lehrer haben einen guten Klang
Gestern startete RTL die 10. Staffel der durchaus klugen und liebenswerten Serie „Der Lehrer“ mit dem Leipziger Schauspieler Hendrik Duryn. Und so geht es auch pädagogenbasiert am Wochenende zu: Mit einem Festkonzert im Großen Saal des Gewandhauses begeht das Leipziger Lehrerorchester am Sonntag sein 75-jähriges Bestehen. Das Konzert beginnt um 17 Uhr und widmet sich Werken bedeutender Komponisten verschiedener Epochen.
Im Zentrum des Abends stehen Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert D-Dur KV 451 sowie Franz Liszts dritte Sinfonische Dichtung „Les Préludes“. Darüber hinaus umfasst das Programm Kompositionen von Johannes Brahms, Lili Boulanger und des Leipziger Komponisten Jürgen Dietze. Das Konzertjahr markiert für das Ensemble zugleich ein doppeltes Jubiläum, denn neben dem 75-jährigen Bestehen des Orchesters begeht auch Dirigent Gerd-Eckehard Meißner in diesem Jahr sein 40-jähriges Dienstjubiläum am Pult des Leipziger Lehrerorchesters.
Als Solistin des Abends ist die Leipziger Pianistin Charlotte Steppes angekündigt. Die junge Musikerin hat sich innerhalb weniger Jahre einen hervorragenden Ruf erspielt und trat bereits gemeinsam mit dem Gewandhausorchester sowie dem MDR-Sinfonieorchester auf. In Kritiken wurde insbesondere ihr technisch brillantes und stilistisch sicheres Spiel hervorgehoben. Dank ihrer Mitwirkung erhält das Jubiläumskonzert zusätzliche künstlerische Strahlkraft.
Auch in diesem Jahr verbindet das Leipziger Lehrerorchester sein Festkonzert wieder mit sozialem Engagement und unterstützt die Aktion „Freude teilen” der Bürgerstiftung Leipzig. Konzertbesucherinnen und Konzertbesucher können mit einer Spende von 10 Euro bedürftigen Leipzigerinnen und Leipzigern sowie Kindern aus Bildungsprojekten den kostenlosen Besuch des Konzerts ermöglichen.
Das Leipziger Lehrerorchester wurde 1951 von Lehrern gegründet und gilt bis heute als ältestes Amateurorchester nicht nur der Stadt Leipzig, sondern der gesamten neuen Bundesländer. Der traditionsreiche Name blieb über die Jahrzehnte erhalten, obwohl das Ensemble inzwischen Musikerinnen und Musikern aller Berufsgruppen offensteht. Die Konzerte des Orchesters erfreuen sich seit vielen Jahrzehnten großer Beliebtheit beim Leipziger Publikum und gehören für zahlreiche Musikfreunde fest zum kulturellen Leben der Stadt. Eintrittskarten sind noch an der Abendkasse erhältlich, kosten 17 Euro, ermäßigt 11 Euro. Heute und morgen gibt es sie noch an der Gewandhauskasse für jeweils einen Euro günstiger.
Selten, aber sicher: Stasi-Bunker öffnet
Am Samstag und Sonntag, 30. und 31. Mai 2026, lädt das Museum im Stasi-Bunker bei Machern erneut zu den selten möglichen Rundgängen durch die historische Anlage ein. Besucherinnen und Besucher können die original erhaltene Bunkeranlage jeweils von 13 bis 16 Uhr besichtigen und erleben nicht nur dessen kühle Atmosphäre, sondern auch eine gewisse Erfrischung. Denn im Inneren herrschen konstant lediglich 12 Grad Celsius.
Während der Führungen erhalten Interessierte Einblicke in die Ernstfallplanungen der Staatssicherheit und erfahren, welche Funktion der Bunker während der Zeit der DDR erfüllen sollte. Vermittelt werden dabei unter anderem Details zur Baugeschichte der unterirdischen Anlage, zu den technischen Versorgungssystemen sowie zu den Nachrichtenverbindungen, die im Krisenfall DDR-weit aufrechterhalten werden sollten. Darüber hinaus thematisieren die Rundgänge auch weiterführende Planungen der Staatssicherheit, die mit dem Bau der Anlage verbunden waren und bis hin zu vorbereiteten Isolierungslagern für Oppositionelle reichten.
Neben dem unterirdischen Bunker kann auch das darüberliegende Gelände besichtigt werden, das einst zur Tarnung der Anlage diente und bis heute mit zahlreichen original erhaltenen Bauten und technischen Einrichtungen ausgestattet ist. Der ehemalige Stasi-Bunker liegt inmitten des Naherholungsgebietes „Lübschützer Teiche“ rund 30 Kilometer östlich von Leipzig.
Am Rand des Ausflugsortes Machern errichtete das MfS Ende der 1960er Jahre diese Anlage als Ausweichführungsstelle des Leiters der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Leipzig. Entdeckt wurde der Bunker im Dezember 1989 auf Initiative des Macherner Ortspfarrers. Erstmals öffentlich zugänglich war die Anlage 1996 zum Tag des offenen Denkmals. Seitdem kann die Einrichtung an ausgesuchten Tagen besichtigt werden. Im September 2026 begeht das Museum im Stasi-Bunker schließlich sein 30-jähriges Jubiläum.
Lizenzhinweis: Die Abbildung auf dem Stasi-Bunker stammt von RogerOver und ist auf Wikimedia Commons zur freien Nutzung lizensiert. Es wurde für die Veröffentlichung auf dieser Seite nicht bearbeitet.
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