This article is also available in English: Read this article in English.

Mehrere Brände forderten die Rettungskräfte an diesem Wochenende in Leipzig. Und: Am Kulkwitzer See kam es zu einem tragischen Vorfall, bei dem ein 38 Jahre alter Mann am Samstagabend verstarb. Die LZ fasst zusammen, was am Wochenende, dem 11./12. Juli 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Brände auf Baumarktgelände und an Autos

Mehrere Brände hielten die Rettungskräfte an diesem Wochenende auf Trab. Zunächst loderten die Flammen am frühen Samstag kurz nach Mitternacht im Außenbereich des Toom-Baumarktes in Markkleeberg. Laut Polizeisprecher Chris Graupner hätten Baustoffe, die am Rand des Areals lagerten, aus noch ungekärter Ursache Feuer gefangen. Das Toom-Gebäude wurde durch den Brand beschädigt, mehrere Feuerwehren verhinderten Schlimmeres. Verletzte gab es nicht. Ein Straftatverdacht sei nicht auszuschließen.

Das gilt offenbar auch für Brände, die kaum mehr als eine Stunde später in der Leipziger Südvorstadt gemeldet wurden. Diesmal erwischte es gegen 01:45 Uhr laut dem Polizeisprecher zwei VW ID4, die auf dem umfriedeten Gelände des Staatsbetriebes Sächsisches Immo- und Baumanagement in der Tieckstraße abgestellt waren. Die Elektrofahrzeuge brannten komplett aus, ein benachbarter Mitsubishi Outlander wurde nach Polizeiangaben in Mitleidenschaft gezogen. Auch hier ist noch kein Sachschaden bezifferbar, wegen möglicher Brandstiftung wird ermittelt.

38-Jähriger leblos aus Kulkwitzer See geborgen

Schockierender Vorfall am Kulkwitzer See: Hier verlor am Samstagabend ein Mann sein Leben. Laut Polizeisprecher Graupner handelt es sich um einen 38-Jährigen, der sich dort mit anderen zum Baden aufhielt und gegen 19:00 Uhr reglos im Wasser treibend aufgefunden wurde. Trotz eines Notrufes und des sofortigen Einsatzes von Rettungskräften inklusive Helikopter kam für den Badegast jede Hilfe zu spät.

Die Rechtsmedizin soll nun die Todesursache klären. Derzeit gehen die Ermittler nicht von einer Straftat aus, sondern von einem Unfall bzw. einer medizinischen Notsituation.

Unabhängig von diesem Fall wurden für den zurückliegenden Juni 2026 durch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft bundesweit mindestens 99 Ertrunkene gemeldet – ein trauriger Rekord.

Worüber die LZ am Wochenende berichtet hat:

Der Stadtrat tagte: Vom Windkraftausbau betroffene Ortsteile sollen von der Ertragsbeteiligung direkt profitieren

Der Stadtrat tagte: Leipzig bekommt einen Gedenkort für die Opfer von Femiziden

Ein Herz für Mädchenfußball: 6000. Leipziger EhrenamtsPass geht an Trainerin des Roten Stern Leipzig

Erinnerungen an die Zukunft: Wie das neue Palmbaum-Heft auf unsere verlorenen Utopien schaut

Der Stadtrat tagte: Wie viel Geld schulden eigentlich Bund und Land der Stadt Leipzig? + Video

Der Stadtrat tagte: Wie haben sich die Wasserstoff-Abfallfahrzeuge der Stadtreinigung Leipzig bewährt? + Video

Lootbox: Ein Anwalt in der wilden Welt der Online-Spiele-Branche

Was sonst noch los war:

In Leipzig endet am Sonntag die LVB-Aktionswoche, die das kostenfreie Mitnehmen einer weiteren Person erlaubt – nach Angaben des Verkehrsunternehmens ein Dankeschön nach dem hitzebedingten Totalausfall der Straßenbahnfahrten Ende Juni, auf den viel Zuspruch und freiwillige Hilfe beim Reparieren der Schienen folgten.

Rund um Leipzig waren Feuerwehren auch bei der Löschung mehrerer Feldbrände am Samstag gefordert.

Psychotherapeuten haben auf der Sachsenbrücke gegen drohende Kürzungen protestiert.

Er galt als Trump-Vertrauter und meldete 2015 gar Ambitionen auf die US-Präsidentschaft an, die er aber wieder aufgab: Nun ist der republikanische Senator Lindsey Graham am Samstag überraschend mit 71 Jahren verstorben. Beileidsbekundungen gab es unter anderem von Ukraines Präsident Volodymyr Selenskyj – Graham hatte das Land seit Beginn des russischen Großangriffs zehnmal besucht.

Der Konflikt USA–Iran entspannt sich nicht: Das Teheraner Regime hat die neuralgische Straße von Hormus erneut für gesperrt erklärt – vorausgegangen waren wiederum Angriffe des US-Militärs, nachdem Iran mutmaßlich ein Containerschiff attackiert hatte.

Kalenderblatt: Vor 120 Jahren beendet ein Gericht endgültig den antisemitischen Dreyfus-Skandal

Am 12. Juli 1906 wird Alfred Dreyfus (1859–1935) durch ein französisches Kassationsgericht ein für alle Mal rehabilitiert. Nach fast zwölf Jahren endet ein Skandal, in dem das Militär seinem Offizier zu Unrecht Geheimnisverrat an das Deutsche Reich vorwarf und dazu Material manipulierte. Der deutschsprechende und jüdischstämmige Dreyfus taugte einigen zu gut als Feindbild.

Trotz fragwürdiger „Beweise“, Unschuldsbeteuerungen und des Einsatzes von Starverteidiger Edgar Demange wird der unschuldige Dreyfus Ende 1894 durch ein Kriegsgericht lebenslang verbannt. Erst im Sommer 1899 darf er auf Druck seiner Angehörigen und Fürsprecher von der berüchtigten Teufelsinsel zurückkehren.

Immerhin: Sein Fall gerät auch über die Jahre nie in Vergessenheit – im Gegenteil löst die Dreyfus-Affäre in Frankreich innenpolitische Erschütterungen aus. Heute gilt sie als Mahnung an die Gefährlichkeit von Antisemitismus, Verschwörung und der Ignoranz rechtsstaatlicher Grundsätze.

So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar