Zum Schutz vorm nächsten Hitzeschub haben die Verkehrsbetriebe ein erstes Maßnahmepaket vorgestellt. Im Bürgeramt Otto-Schill-Straße eröffnet ein „Centre for Immigration and Internationals“ , das Stadtbüro bietet kostenlose und anonyme Beratungen für psychisch Kranke an, die Probleme mit ihrer Behandlung haben. Eine Stadtführung widmet sich dem Leben und der gesellschaftlichen Rolle von Lesben und Schwulen in der DDR.
LVB geben sich hitzomistisch
Ab heute fahren die Leipziger Straßenbahnen wieder nach Plan. Zumindest nach dem ursprünglich vorgesehenen für den Betrieb mit Baustellen. Denn traditionell werden die Sommerferien für umfangreiche Sanierungsmaßnahmen genutzt (LZ berichtete). Die Leipziger Verkehrsbetriebe hatten kürzlich den Betrieb des Schienennetzes einstellen müssen, weil im gesamten Bereich der etwa 150 Kilometer Gleise eine bitumenhaltige Fugenmasse durch die extrem anhaltende Hitze aufgequollen war und einer Bestie gleich Schienen, Weichen und Fahrwerke der Bahnen verklebte und in ihren Bann zog.
Mit Blick auf neue bevorstehende Hitzeeinwirkungen zeigen sich die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) nun vorbereitet. Je nach Luft- und Schienentemperatur sowie den zu erhebenden Kontrolldaten der Gleiskörper sollen unterschiedliche Schritte eingeleitet werden können. Die Entscheidungen erfolgen dabei laut einer Mitteilung der LVB in Abstimmung mit dem bereits bestellten Gutachter des TÜV Süd Rail.
Dessen Einschätzung fließe unter anderem in die Bewertung ein, „ob die Fugen abgestreut oder mit Wasser gekühlt, einzelne Linien aus dem Netz genommen, Strecken gesperrt oder Busse von Gleisen ferngehalten werden müssen“, heißt es weiter. Abstreuen meint in diesem Fall das Aufbringen von Sand, der im Nachgang wieder beseitigt werden kann, so ein Unternehmenssprecher.
„Der Hochsommer kommt erst noch. Im Extremfall könnte sich das Lagebild bei Hitze wieder verschärfen. Um die Sicherheit zu gewährleisten und um Schäden zu vermeiden, bleibt das Szenario eines eingeschränkten Verkehrs weiterhin eine Option“, sagt Ulf Middelberg, Mitglied der LVB-Geschäftsführung, in einem Statement.
Toralf Müller, LVB-Geschäftsführer Technik und Betrieb, ergänzt: „Zudem ist unser Fahrpersonal noch einmal besonders sensibilisiert, auf Veränderungen im Fahrweg, speziell die Schienenlängsfugen, zu achten und umgehend der Leitstelle zu melden. Wir werden hitzekritische Bereiche wie den Innenstadtring engmaschiger und intensiver kontrollieren.“

Schneller in die Gesellschaft finden
633.600 Menschen leben in Leipzig, etwa 136.500 von ihnen haben einen Migrationshintergrund. Um der wachsenden Zuwanderung gerecht zu werden und die internationale Attraktivität der Stadt zu stärken, hat die Kommune eine Anlaufstelle eingerichtet, die heute als „Centre for Immigration and Internationals“ (CII) in der Otto-Schill-Straße 2, unweit der Thomaskirche, eröffnet wird.
Ziel des neuen Zentrums ist es, Zugewanderten, internationalen Fachkräften, Studierenden sowie Unternehmen den Zugang zu Informationen und Unterstützungsangeboten zu erleichtern und Verwaltungswege zu vereinfachen. Im CII arbeiten künftig das Willkommenszentrum der Stadt Leipzig, das Fachinformationszentrum Zuwanderung (FIZ) sowie die IBAS-Anerkennungsberatung (Informations- und Beratungsstelle Anerkennung Sachsen) gemeinsam.
Das Angebot richtet sich insbesondere an internationale Fachkräfte, Menschen, die neu nach Leipzig ziehen, Studierende und Forschende aus dem Ausland, Unternehmen mit internationalen Beschäftigten sowie Personen mit ausländischen Berufs- oder Bildungsabschlüssen.
Nach Angaben der Stadt sollen durch die Bündelung der Angebote Beratungsprozesse besser aufeinander abgestimmt, bürokratische Hürden beim Ankommen abgebaut und die Fachkräftegewinnung für die regionale Wirtschaft erleichtert werden.

Hilfe für psychisch Kranke bei Ärger
Psychische Erkrankungen sind für Betroffene eine extreme Last, die Kraft verbraucht. Kommen Schwierigkeiten oder Konflikte im Zusammenhang mit Behandlung, Betreuung, Kliniken, Wohnheimen, rechtlichen Betreuungen oder anderen Einrichtungen hinzu, ist für Betroffene und Angehörige oft die Belastungsgrenze erreicht.
Die „Leipziger Unabhängige Beschwerdestelle“ (LUBS) bietet monatliche Sprechstunden an, in denen man sich kostenfrei, auf Wunsch anonym beraten lassen kann. Die Mitarbeitenden der Sprechstunden unterliegen zudem der Schweigepflicht. Vertrauliche Beratungen sind heute im Stadtbüro (Neues Rathaus / Stadthaus am Burgplatz 1) möglich. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, ebenso sind keine Überweisungen oder Formulare nötig.
Die LUBS wurde 2024 als erste unabhängige psychiatrische Beschwerdestelle Sachsens gegründet. Ziel der Einrichtung ist es, Menschen mit psychischen Erkrankungen einen niedrigschwelligen Zugang zu Beratung und Unterstützung zu ermöglichen und Probleme im psychiatrischen Versorgungssystem aufzugreifen.
Der Zugang zum Stadtbüro ist nach Angaben der Stadt Leipzig barrierefrei: Die Räumlichkeiten sind für Rollstuhlfahrer voll zugänglich und es gibt eine nutzbare Rollstuhltoilette.

Heute anmelden für queere Stadtführung
Das Leben von Lesben und Schwulen in Leipzig vor 1989 steht im Mittelpunkt einer Führung, die im Rahmen der CSD-Aktionswoche angeboten wird. Gab es in der DDR queeres Leben, wo traf man sich und unter welchen Umständen? Der von Christine Rietzke moderierte Stadtrundgang startet am Samstag, 11. Juli, um 16 Uhr am Mobilitätszentrum der Leipziger Verkehrsbetriebe am Willy-Brandt-Platz.
Eine Teilnahme ist aus organisatorischen Gründen jedoch nur nach vorheriger Anmeldung möglich, die formlos über hallo@frauenkultur-leipzig.de erfolgen kann. Die Teilnahmegebühr für die zweistündige Runde beträgt 8, ermäßigt 6 Euro. Organisiert wird die Veranstaltung vom Queer-feministischen Geschichtskreis Leipzig in Kooperation mit dem Soziokulturellen Zentrum Frauenkultur.
Thematisiert werden neben den Orten, an denen sich Lesben und Schwule in der DDR begegneten, auch die Entstehung erster queerer Netzwerke sowie politische Forderungen, die bereits vor der Friedlichen Revolution formuliert wurden. Darüber hinaus beleuchtet der Rundgang die Entwicklung der queeren Community nach 1989 und ordnet sie in den historischen Zusammenhang der Stadt ein.
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