Artikel aus der Rubrik Zeitreise

Vor dreißig Jahren wird die deutsche Wiedervereinigung außenpolitisch besiegelt.

Das letzte, verrückte Jahr der DDR und der Weg zur Einheit (6): Der steinige Pfad zum Zwei-plus-Vier-Vertrag

© Bundesarchiv / Peter Grimm

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 82, seit 28. August im HandelEs ist ein Routine-Termin. Sensationen erwartet bei der Pressekonferenz am Abend des 10. Februar 1990 in Moskau niemand. Doch dann verkündet der deutsche Kanzler Helmut Kohl (CDU) den Hammer: „Generalsekretär Gorbatschow und ich stimmen darin überein, dass es das alleinige Recht des deutschen Volkes ist, die Entscheidung zu treffen, ob es in einem Staat zusammenleben will.“ Weiterlesen

Willy und Willi 1970 in Erfurt: Der Beginn der deutsch-deutschen Annäherung vor 50 Jahren

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserZur Vorgeschichte der deutschen Wiedervereinigung gehört auch das Erfurter Gipfeltreffen zwischen Bundeskanzler Willy Brandt und dem Vorsitzenden des Ministerrats der DDR, Willi Stoph, am 19. März 1970 in Erfurt. Das Treffen bereitete nicht nur Helsinki vor, sondern war auch der Auftakt einer Ostpolitik, die gerade DDR-Bürgern die Hoffnung gab, dass die eingemauerten Zustände irgendwann ein Ende finden. Auch dieses Ereignis ist nun schon 50 Jahre her. Weiterlesen

Begründer des weltweit ersten Psychologischen Instituts starb vor 100 Jahren

Grimma und Universität Leipzig ehren Wilhelm Wundt: Die Wundt-Eiche im Clara-Zetkin-Park bekommt ihre Plakette wieder

Foto: Institut für Psychologie der Universität Leipzig

Für alle LeserEr gehört zu den bekanntesten Wissenschaftlern, die an der Uni Leipzig forschten. Auch eine Straße ist in Leipzig nach ihm benannt: Am Montag, 31. August, jährt sich der Todestag von Wilhelm Maximilian Wundt (1832 bis 1920) zum 100. Mal. Im Jahre 1879 gründete Wundt, nach seiner Berufung zum Professor für Philosophie an die Universität Leipzig, das weltweit erste Psychologische Institut an einer Universität. Weiterlesen

Der Streit um den Leipziger Stadtwald in einem Grünen Heft des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz von 1915

Ein berühmter Oberförster und der Ärger der Leipziger über Kahlschläge in der Nonne

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDer Landesverein Sächsischer Heimatschutz kann so manche Jahreszahl als frühes Gründungsdatum anführen. Die älteste führt ins Jahr 1896. Aber offizielles Gründungsjahr war 1908. So lange ist Umweltschutz in Sachsen tatsächlich Thema für engagierte Bürger. Und es ist ein Lernprozess. Denn der romantische Blick auf „intakte“ Natur reicht nicht. Man muss auch lernen, wie intakte Ökosysteme tatsächlich funktionieren. Und wie staatliche „Experten“ ticken. Weiterlesen

Wendegespräche (5): Leben in der Parallelwelt – Diana Wesser über ihre zweite Heimat in der DDR

Foto: Diana Wesser

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 81, seit 31. Juli im HandelDie Künstlerin Diana Wesser lebt seit 1994 in Leipzig. Schwerpunkt ihrer künstlerischen Forschung ist die Einbindung von Nachbarschaften, Expert/-innen und Zeitzeug/-innen in den Kunstprozess. In ihren Begegnungsformaten lädt sie Menschen dazu ein, vielfältige Perspektiven innerhalb einer Stadt zu erfahren. Ich habe mich nun mit ihr über ihr eigenes Leben in zwei Realitäten unterhalten. Weiterlesen

Englische Landschaftsmalerei bei Restaurierung der Mendelssohn-Reisetruhe freigelegt

Mendelssohn-Haus zeigt jetzt die aufwendig restaurierte Reisetruhe Felix Mendelssohn Bartholdys

Foto: Stadtgeschichtliches Museum

Für alle LeserAls Felix Mendelssohn Bartholdy durch Europa reiste, war Reisen wirklich noch unbequem, langwierig und anstrengend, auch wenn er die ersten Eisenbahnstrecken dieser Zeit nutzen konnte. Aber er reiste trotzdem mit viel Gepäck und auf verblüffende Art stilvoll, wie jetzt die liebevoll restaurierte Reisetruhe des berühmten Komponisten und Gewandhauskapellmeisters zeigt. Weiterlesen

Alte und neue Nazis – auch in der DDR ein Problem

Das letzte, verrückte Jahr der DDR und der Weg zur Einheit (5): Der offizielle Antifaschismus in der DDR

© Bundesarchiv

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 81, seit 31. Juli im Handel„Wir bitten das Volk in Israel um Verzeihung für Heuchelei und Feindseligkeit der offiziellen DDR-Politik gegenüber dem Staat Israel und für die Verfolgung und Entwürdigung jüdischer Mitbürger auch nach 1945 in unserem Lande.“ Ernüchternde Worte, mit denen sich Sabine Bergmann-Pohl, Präsidentin der ersten und letzten frei gewählten DDR-Volkskammer, im April 1990 an die Öffentlichkeit wendet – und das Selbstverständnis der DDR als antifaschistisches Vorbild zerlegt. Weiterlesen

Eine höchst bemerkenswerte Wiederentdeckung

Wunder ihrer Zeit: Sibylla Schwarz bekommt zum 400. Geburtstag eine zweibändige Gesamtausgabe

Copyright: Michael Gratz

Für alle Leser2021 jährt sich zum 400sten Mal der Geburtstag der frühbarocken Dichterin Sibylla Schwarz. Zu diesem Anlass erscheint im Verlag Reinecke & Voß die erste Gesamtausgabe der Dichterin seit mehr als 350 Jahren, herausgegeben von Michael Gratz. Schon 2016 hat Reinecke & Voß der Barockdichterin aus Pommern ein kleines Büchlein gewidmet. Nun kann Bertram Reinecke für den Herbst die erste Gesamtausgabe für die „pommersche Sappho“ ankündigen. Weiterlesen

„Kommt die D-Mark nicht, gehen wir zu ihr!“– Ein schwieriger Spagat zwischen Wunschdenken und Sachzwang

Das letzte, verrückte Jahr der DDR und der Weg zur Einheit (4): Die Währungsunion am 1. Juli 1990

© Bundesarchiv, Bild 183-1990-0706-400 Kasper, Jan Peter CC-BY-SA 3.0

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 80, seit Freitag, 26. Juni im HandelMilliarden D-Mark im Hinterhof der Sparkasse, smarte Westbanker, denen der Anblick bekittelter Ostkollegen den Schlips hochgehen lässt, ein Jahrmarktsbudenzauber an neuen Bankhäusern, die wie bunte Pilze aus der Alltagstristesse der noch existenten DDR herausschießen – das verrückte Jahr 1990 hat im untergehenden Realsozialismus auf deutschem Boden manch eine Überraschung parat. Weiterlesen

Das letzte, verrückte Jahr der DDR und der Weg zur Einheit (3): Streiks, Sozialprotest und der steinige Weg der aufgeholten Modernisierung

Foto: gemeinfrei

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 79In den ersten Jubel nach dem Fall der Mauer mischt sich in der noch existenten DDR bald auch Unbehagen, denn es wird klar, dass es kein Rückfahrticket in die kuschelige Gemeinschaft der „Volkseigenen Betriebe“ (VEB) geben wird, der Orkan des kapitalistischen Umbruchs nicht ohne Verwerfungen vonstatten geht. Die Bereitschaft zum Streik und soziale Proteste werden zum Begleiter im Ostdeutschland des Jahres 1990. Wo kam das Protestpotenzial her? War es unbedeutend oder hatte es doch einen Einfluss auf den Verlauf der ökonomischen Transformation? Weiterlesen

Nächtliche Umgestaltung des Kolonialsteins am Völkerschlachtdenkmal

Misstraut den Denkmälern: Wer gab eigentlich die Genehmigung, den Findling an den Friedhofsweg zu setzen?

Foto: privat

Für alle LeserEin Denkmal, bei dem man sich nichts denkt, ist natürlich sinnlos. Wenn dann einfach nur die Schrift getilgt ist, bleibt so ein Klops in der Landschaft stehen, wird zum Stein des Anstoßes und fordert regelrecht heraus zu einer nächtlichen Aktion, wie sie eine Gruppe Politischer Interventionisten in der Nacht vom 13. zum 14. Juli vollbracht hat. Der als Kolonialstein bekannte Findling am Friedhofsweg nah am Völkerschlachtdenkmal bekam die Aufschrift „Deutsche, erinnert eurer Kolonialverbrechen“. Weiterlesen

30 Jahre Währungsunion

Giesecke+Devrient druckte die Hälfte der neuen Geldscheine für den 1. Juli 1990

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserVielleicht wird ja 2020 einmal als das Corona-Jahr in die Geschichtsbücher eingehen, das Jahr, in dem die Menschheit lernte, kürzer zu treten und das wahnsinnige Rad der Geschäftigkeit zu verlassen, weil das Coronavirus gar nichts anderes zuließ. Ein stilles Jahr geradezu im Vergleich mit dem rasenden Jahr 1990, dessen 30. Jahrestag eigentlich gefeiert werden sollte: das sich überstürzende Jahr der Deutschen Einheit. Und der 1. Juli war der Tag, an dem alles unumkehrbar wurde. Weiterlesen

Menschenleere Straßen, Gerüchte, flüchtende Reiche

Als Heinrich Heine für die Augsburger Allgemeine über die Cholera-Epidemie in Paris schrieb

Foto: Patrick Kulow

Für alle LeserIm Corona-Shutdown haben doch einige Leute mal wieder Bücher in die Hand genommen, einige auch ganz gezielt jene großen Geschichten aus der Weltliteratur, die von den Epidemien der Vergangenheit erzählen. Manche wurden auch in Büchern fündig, die man unter dem Aspekt gar nicht in Erinnerung hat. Tim Jung zum Beispiel, der bei Hoffmann & Campe jetzt einen „neuen“ kleinen Band Heine vorgelegt hat: „Ich rede von der Cholera. Ein Bericht aus Paris von 1832“. Eine Neuentdeckung? Nicht ganz. Weiterlesen

Ein Leipziger Generalmusikdirektor im Visier rechtsradikaler Brandstifter

Auch nach Leipzig gehört ein Stolperstein für Gustav Brecher!

Foto: Rudolf Dührkoop (1848–1918)

Für alle LeserVor der Hamburger Staatsoper liegt schon einer seit 2007. – Im Mai 1940, vor 80 Jahren also, soll sich im fernen belgischen Ostende der einst erfolgreiche und um die Leipziger Oper so verdienstvolle Generalmusikdirektor Gustav Brecher gemeinsam mit seiner Frau Gertrud (Tochter des AEG-Vorstandsvorsitzenden Felix Deutsch) aus Furcht vor den Nazis (beide waren Juden) das Leben genommen haben. Weiterlesen

Ein Gespräch mit Fred Gimpel über die Neuerfindung als Versicherungsvertreter

Wende-Gespräche: Der wohltuende Sprung ins kalte Wasser

© privat

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 78, seit 24. April im HandelHeute lebt Fred Gimpel als Rentner, Ehemann, Großvater und passionierter Gärtner ein recht ruhiges Leben. Vor 30 Jahren hatte er selten vor 22 Uhr Feierabend. Gemeinsam schaue ich mit ihm auf diese Zeit zurück. Ein Gespräch mit Fred Gimpel über seine Neuerfindung als Versicherungsvertreter. Weiterlesen

Eine neue Verfassung wurde im Zuge der Wiedervereinigung nie geschrieben – manche halten das für ein Versäumnis

Das letzte, verrückte Jahr der DDR und der Weg zur Einheit (2): Sind wir in guter Verfassung?

Foto: Wikimedia Commons/Konrad-Adenauer-Stiftung

Vorschau auf die LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 78, ab Freitag, 24. April 2020 im HandelFür alle Leser2019 feierte das Grundgesetz seinen 70. Geburtstag. Seit 3. Oktober 1990 sind ehemals zwei deutsche Staaten unter seinem Schirm wieder vereinigt. Welcher Weg führte dorthin? Hätte es nicht einer komplett neuen Verfassung bedurft, um einstigen Bürgerinnen und Bürgern der DDR einen fairen Start auf Augenhöhe zu signalisieren statt überhebliche Siegermentalität? Wurde eine einmalige Chance versäumt? Weiterlesen

Die Schaubühne Lindenfels erinnert an den 75. Jahrestag der Befreiung Leipzigs durch die Alliierten-Streitkräfte am 18. April 1945

Die Errichtung des Memorials am Felsenkeller wird auf den 8. Mai verschoben

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Felsenkeller fand eine der letzten Kampfhandlungen des Zweiten Weltkrieges in Leipzig statt. Da, wo heute die bunte Kulturmeile des Boulevard Heine beginnt, starben vor 75 Jahren acht junge Menschen einen unnötigen Tod. Die Bilder an der Kreuzung wurden über Jahrzehnte kaum erinnert und finden nun im Memorial am Felsenkeller einen Ort der Mahnung. Weiterlesen

Die Volkskammer-Wahl am 18. März 1990 und die Folgen

Das letzte, verrückte Jahr der DDR und der Weg zur Einheit (1): „Es wird keine DDR mehr geben“

© Bundesarchiv/Bernd Settnik

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 77, seit 27. März im Handel1990 erwachte die Gesellschaft in der DDR zu einem nie gekannten Leben. Nach der Revolution schien auf einmal alles möglich, Aufbruchstimmung paarte sich mit Unsicherheit, der Verfall alter Strukturen der kommoden Diktatur sorgte gleichermaßen für Jubel und Zukunftsangst. Der vertraute Mief des Mauerstaats machte einer kapitalistischen Verwertungslogik Platz. Arbeitslosigkeit wurde zum Thema, Alltagsleben und politische Kultur waren auf den Kopf gestellt. Weiterlesen

Keine Erinnerung vor der Gedenkstätte Museum in der "Runden Ecke"

Vor 75 Jahren befreite die US-Armee Leipzig von der NS-Diktatur

Foto: Gernot Borriss

Für alle LeserAnlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung Leipzigs von der nationalsozialistischen Terrorherrschaft durch amerikanische Truppen sollte am heutigen Samstag, 18. April 2020, um 11 Uhr vor der Gedenktafel an der „Runden Ecke“ die offizielle Gedenkfeier stattfinden, zu der Oberbürgermeister Burghard Jung und US-Generalkonsul Timothy Eydelnant gemeinsam mit dem Leiter der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ Tobias Hollitzer einladen wollten. Weiterlesen

Sie konnte mehr als stricken!

Louise-Otto-Peters-Gesellschaft kämpft für den Vornamen von Ottilie von Steyber auf ihrem Straßenschild

Foto: Louise-Otto-Peters-Gesellschaft

Für alle LeserEr liegt ein bisschen versteckt, der Steyberweg, in Eutritzsch in einer Neubausiedlung an der Querbreite. Seit 2014 erinnert der Steyberweg an die Leipziger Frauenrechtlerin, Erzieherin und Schulvorsteherin Ottilie von Steyber. Da ein Personen-Straßennamen ohne den Vornamen wenig aussagekräftig ist, setzt sich die Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e. V. für eine Erläuterungstafel am Straßenschild ein sowie für die künftige Straßenbenennung mit Vor- und Zunamen, um die Geehrten auch wirklich bekannt zu machen. Weiterlesen