Mit Aufklebern in seinen Liegenschaften macht das Landratsamt Nordsachsen derzeit auf das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ aufmerksam. „Je mehr Menschen das Angebot kennen, desto besser sind Betroffene zu erreichen. Manchmal ist eine sichtbare Information genau der erste wichtige Schritt“, sagt Nordsachsens Gleichstellungsbeauftragte Antje Eberlein.
Platziert werden die Aufkleber an den Innenseiten von Toilettentüren. „Die Kabinen bieten einen geschützten Raum, wo eine solche Information meist gut wahrgenommen wird.“
Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ wurde im März 2013 beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben eingerichtet. Es steht Frauen, die Gewalt erlebt haben, rund um die Uhr vertraulich und kostenfrei zur Verfügung.
„Ich wünsche mir, dass jede Frau, die von Gewalt betroffen ist, dieses Angebot kennt und weiß, dass sie es unkompliziert nutzen kann“, sagt Antje Eberlein. Gewalt habe viele Formen – körperlich, psychisch, auch digital. Betroffen seien Menschen unabhängig vom Geschlecht. So gibt es auch ein Hilfetelefon „Gewalt an Männern“.
Obwohl laut Bundeskriminalamt von den meisten Gewaltformen kaum zehn Prozent angezeigt werden, verzeichnet die Statistik allein für das Jahr 2024 in Deutschland rund 266.000 Opfer häuslicher Gewalt, davon 70 Prozent Frauen. Antje Eberlein: „Die Zahlen zeigen, wie wichtig es ist, niedrigschwellige Hilfsangebote bekannt zu machen. Mit dem Anbringen der Aufkleber wollen auch wir dazu beitragen.“ Bundesweit wurden schon mehr als 21.000 solcher Aufkleber geordert.






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