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Heftige Explosionen beschädigen in den frühen Morgenstunden zwei Restaurants, ein Jugendlicher verletzt sich beim Hantieren mit Pyrotechnik. Am Neuen Rathaus startet die Aktionswoche rund um den diesjährigen Christopher Street Day. Auf der Parkbühne gastiert am Abend Blues-Rock-Legende Beth Hart – und die Stadtbibliothek ehrt die Künstlerin Ursula Mattheuer-Neustädt, die im Juli 100 Jahre alt geworden wäre.
Explosionen im Morgengrauen
Lautes Krachen hat in der Nacht Leipzigerinnen und Leipziger aus dem Schlaf gerissen. Die Polizei nahm Ermittlungen wegen des Herbeiführens von Sprengstoffexplosionen auf. Gegen 3.15 Uhr detonierte einer morgendlichen Mitteilung der Polizeidirektion zufolge ein bisher unbekannter Sprengsatz in der Georg-Schwarz-Straße und zerstörte den Frontbereich einer Pizzeria. Dabei entstand erheblicher Schaden am Restaurant.
Wenig später, kurz nach 3.40 Uhr, ereignete sich eine weitere Explosion in der Universitätsstraße, bei der der Eingangsbereich einer Bar stark beschädigt wurde. Nach bisherigen Erkenntnissen ist in beiden Fällen noch unklar, wodurch die Sprengungen ausgelöst wurden. Für die Spurensicherung sperrte die Polizei die Bereiche um die Tatorte in der Georg-Schwarz-Straße und der Universitätsstraße weiträumig ab.
Daher kommt es zu voraussichtlich bis Mittag zu Umleitungen im Nahverkehr. Die Straßenbahnlinie 7 fährt ab Hst. Lindenauer Markt über Lützner Str. und Bushof Lindenau zur Ersatzendstelle Lindenau, Plautstraße. Ersatzverkehr für die 7 fährt zwischen Lindenauer Markt und Leutzsch, Ph.-Reis-Straße. Richtung Angerbrücke ab Hst. Diakonissenhaus über W.-Zipperer-Str. zur Hst. G.-Schwarz-/Merseburger Straße. Richtung Ph.-Reis-Straße ab Hst. Lindenauer Markt wie Linie 74 zur Hst. Am Wasserschloss und weiter über Hst. Pfingstweide.
In der Eutritzscher Straße kam es kurz vor Mitternacht zu einer dritten Explosion. Hier hantierte ein Jugendlicher mit einem noch nicht näher bekannten pyrotechnischen Gegenstand, verlor die Kontrolle und verletzte sich so, dass er in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste.
Christopher Street Day ist extra lang
Unter dem Motto „Keine Ruhe, kein Zurück. Queere Rechte Stück für Stück!“ beginnt heute der Leipziger Christopher Street Day (CSD) 2026. Doch im Grunde handelt es sich gar nicht um einen „Day“. Denn bis zum 18. Juli steht die Messestadt mit einer vielfältigen Programmwoche im Zeichen von Gleichberechtigung, gesellschaftlicher Offenheit und queerer Sichtbarkeit.
Die Aktionswoche startet heute um 16 Uhr mit dem traditionellen Hissen der Regenbogenfahne vor dem Neuen Rathaus und dem anschließenden Empfang der Stadt Leipzig. Der CSD Leipzig zählt zu den größten queeren Demonstrationen und Straßenfesten in Sachsen und Ostdeutschland. Den Höhepunkt bildet am Samstag, 18. Juli, eine Kundgebung von 11.30 bis 13 Uhr auf dem Augustusplatz. Im Anschluss zieht die CSD-Demonstration von 13 bis 16 Uhr durch die Leipziger Innenstadt.
Die Route führt vom Augustusplatz über den Wilhelm-Leuschner-Platz und den Markt zurück zum Augustusplatz. Vereine, Initiativen, Fußgruppen und bunt gestaltete Fahrzeuge beteiligen sich am Demonstrationszug. Ab 16 Uhr schließt sich bis 20 Uhr ein Straßenfest mit Bühnenprogramm auf dem Augustusplatz an.
Der Christopher Street Day erinnert an den Stonewall-Aufstand von 1969 und verbindet politische Forderungen mit einem sichtbaren Bekenntnis zu Vielfalt und Selbstbestimmung. Mit seinem diesjährigen Motto „Keine Ruhe, kein Zurück. Queere Rechte Stück für Stück!“ setzt der CSD Leipzig 2026 ein Zeichen gegen Diskriminierung und für die Rechte queerer Menschen. Während der gesamten Woche ergänzen Vorträge, Lesungen, Filme, Workshops, Diskussionen, Konzerte und Partys das Programm. Die Veranstaltungen richten sich an die LGBTQIA+-Community ebenso wie an Familien, Freunde und alle, die sich für eine vielfältige und diskriminierungsfreie Gesellschaft einsetzen möchten. Eine umfangreiche Programmübersicht gibts HIER.
Beth Hart hat Blues im Blut
Mit Beth Hart gastiert heute eine der renommiertesten Bluesrock-Sängerinnen der Gegenwart auf der Leipziger Parkbühne. Die US-Amerikanerin aus Los Angeles zählt mit sechs Nummer-eins-Platzierungen in den Billboard Blues Charts, einer Doppel-Platin-Auszeichnung sowie Top-10-Alben in ganz Europa zu den erfolgreichsten Künstlerinnen ihres Genres.
Ausverkaufte Konzerte in der Royal Albert Hall in London und im Ryman Auditorium in Nashville unterstreichen ihren internationalen Ruf. Beth Hart begann bereits im Alter von vier Jahren Klavier zu spielen und widmete sich zunächst der klassischen Musik, bevor sie Künstler wie Etta James, Otis Redding und Led Zeppelin für sich entdeckte. Als Jugendliche stand sie in den Clubs von Hollywood auf der Bühne und gewann 1993 die US-Talentshow Star Search in der Kategorie „Beste Sängerin“. Im Laufe ihrer Karriere arbeitete sie unter anderem mit Joe Bonamassa, Jeff Beck, Slash und Buddy Guy zusammen.
Für das gemeinsame Album „Seesaw“ mit Joe Bonamassa erhielt sie eine Grammy-Nominierung, das Album „Leave the Light On“ wurde in Dänemark mit Doppel-Platin ausgezeichnet. Offen spricht Beth Hart seit Jahren über ihre schwierige Kindheit, Depressionen, psychische Erkrankungen sowie frühere Alkohol- und Drogenprobleme. Diese Erfahrungen fließen in viele ihrer Songs ein und prägen die emotionale Intensität ihrer Musik. Seit vielen Jahren lebt sie abstinent und beschreibt Musik als einen wichtigen Teil ihres Heilungsprozesses.
Auf der Parkbühne im Clara-Zetkin-Park präsentiert sie unter anderem ihr aktuelles Album „You Still Got Me“ sowie das 2022 erschienene „A Tribute to Led Zeppelin“, das in Deutschland bis auf Platz 4 der Albumcharts kletterte. Konzertbeginn ist um 19 Uhr. Restkarten sind an der Abendkasse erhältlich.

Hommage an Ursula Mattheuer-Neustädt
Im Juli wäre sie 100 Jahre alt geworden: der Illustratorin, Zeichnerin und Autorin Ursula Mattheuer-Neustädt widmet die Stadtbibliothek Leipzig heute gemeinsam mit der Künstlerspur, der Ursula Mattheuer-Neustädt und Wolfgang Mattheuer Stiftung sowie Rosas Salon eine Festveranstaltung. Beginn ist um 19 Uhr im Oberlichtsaal der Stadtbibliothek.
Bereits ab 18 Uhr besteht die Möglichkeit, die Personalausstellung im ersten Stock der Stadtbibliothek zu besuchen. Durch den Abend führt Dagmar Winklhofer-Bülow. Dr. h.c. Ingrid Mössinger wird das künstlerische Schaffen Ursula Mattheuer-Neustädts in den Kontext der Bildenden Kunst der DDR einordnen. Im Gespräch mit dem Künstler Egbert Herfurth geht es um die Arbeitsweise von Illustratoren und die kreativen Prozesse hinter der Entstehung ihrer Werke.
Die Journalistin Traudel Thalheim („Traudel tratscht“), die gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Werner Heiduczek eine Freundschaft zum Künstlerpaar Mattheuer pflegte, liest Passagen aus ihrem Buch über diese Beziehung. Außerdem trägt Elli Neuhaus Texte der Künstlerin vor. Ergänzt wird das Programm durch Ausschnitte aus einem Dokumentarfilm über Ursula Mattheuer-Neustädt.
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