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ÖPNV-Nutzer brauchen Geduld. Und in der Regel sind sie darin auch geübt, nicht nur an Hitzetagen. Auch beim Warten auf neue Linienverbindungen und Erweiterungen im Netz der Straßenbahn. Denn beschlossen hat das der Stadtrat schon 2020 und dann auch 2021 mit der „Mobilitätsstrategie 2030“. Drei Erweiterungen sind darin festgeschrieben. Doch allein schon die Untersuchung der Machbarkeit frisst die Jahre. 2024 sollte eigentlich schon klar sein, ob es sich lohnt, die Linie 10 bis zum S-Bahnhof Wahren fahren zu lassen.
Das ergab damals schon Sinn. Offen war freilich die Frage, auf welchem Weg sie dahin kommen soll – direkt über die Linkelstraße oder doch über eine andere Route? Und just diese andere Route hat sich jetzt als die günstigere herausgestellt, teilt das Dezernat Stadtentwicklung und Bau nun mit. Die Variante über die Travniker Straße eignet sich besser, um den Stadtteil Wahren und die Gewerbegebiete im Leipziger Nordraum besser an den öffentlichen Nahverkehr anzubinden.
Verlängerung für die Auenseestraße
Eine Machbarkeitsstudie im Auftrag des Freistaats Sachsen, der Stadt und der Leipziger Verkehrsbetriebe hat für die Linienführung der Straßenbahn zum S-Bahnhof Wahren drei mögliche Varianten der Trassenführung untersucht. Im Ergebnis wird der Bau einer zweigleisig befahrbaren Strecke über die verlängerte Auenseestraße/Travniker Straße bis zu einer neuen Wendeschleife und einem möglichen neuen Straßenbahnbetriebshof nahe des S-Bahnhofs Leipzig-Wahren empfohlen.
Über die entsprechende Studie wurde jetzt die Stadtspitze informiert, der Stadtrat soll über die Vorzugsvariante und die weitere Planung entscheiden.
Die für den ÖPNV bevorzugte Variante hätte den Vorteil, dass die bestehende Wendeschleife am Pater-Aurelius-Platz entfallen würde. Dadurch könnte der Bereich rund um das Rathaus Wahren attraktiver gestaltet werden.
Als Auftrag aus dem Stadtentwicklungsplan Verkehr und öffentlicher Raum wurde zudem untersucht, ob und wie eine neue Straßenverbindung zwischen Gustav-Esche-Straße und Travniker Straße sinnvoll und geeignet wäre, um die Verkehrsverhältnisse in Wahren zu verbessern. Im Ergebnis schlägt die Studie eine parallel zur Straßenbahn geführte neue Straße zwischen der Georg-Schumann-Straße und der Travniker Straße vor.
Geschätzte Kosten von 35 Millionen Euro
Die geschätzten Gesamtkosten für Straßen- und Gleisbauarbeiten der vorgeschlagenen Vorzugsvariante betragen rund 35 Millionen Euro. Inwiefern und wann das Bauprojekt umgesetzt werden kann, hängt von der Haushaltssituation, verfügbaren Fördermitteln und der Priorisierung durch den Stadtrat ab, betont das Planungsdezernat. Dennoch sollte jetzt zumindest die Variantenauswahl abgeschlossen werden, sodass das Projekt möglichst nahtlos weitergeführt werden kann, wenn die entsprechenden Gelder vorhanden sind.
Der Stadtrat hatte im Oktober 2020 den Planungsbeginn für drei Netzerweiterungen beschlossen – neben der Anbindung des S-Bahnhofs Wahren auch die sogenannte Südsehne inklusive der Einbindungstrassen sowie die Anbindung von Thekla-Süd.
Weitere Informationen zur Netzerweiterung in Wahren findet man hier.
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Es gibt 2 Kommentare
Die Verlängerung ist doch bloß eine leere Worthülse. Geld ist auf absehbare Zeit keins da und die LVB ist bestens beraten ihr jetziges Streckennetz instand zu halten. Schönes Thema fürs Sommerloch. Mehr nicht.
Komisch, manche Projekte gehen in der Stadt Leipzig erstaunlich schnell (siehe Asphaltierung einer Fläche im Landschaftsschutzgebiet am Zentralstadion) und bei vielen anderen Projekten zieht sich schon die Machbarkeitsstudie über Jahre hinweg, jetzt erst zu lesen wegen der Tramanbindung von der Georg-Schumann-Str zur S-Bahnshaltetelle Wahren, mit einer Bearbeitungszeit von über 5 Jahren. Über einen Zeitraum zur möglichen Umsetzung solcher Untersuchungen möchte ich gar nicht nachdenken.
Aber positiv zu bewerten aus Sicht eines Anwohners bzw. Betroffenen wäre eine Verlegung der Tram linie über die Auenseestr. bis zur S-Bahnhaltestelle in jedem Fall, da eine Trasse durch die Linkelstr. weitaus mehr Anwohner betreffen würde als es bei Trassenführung durch die verlängerte Auenseestr. an den Pitlerwerken vorbei wären. Mit der Wendeschleife an der S-Bahn würde auch die Lärmbelastung für die Anwohner an der bisherigen Wendeschleife Pater Aurelius-Platz stark gemindert. Zudem würde ein schneller Umstieg von der Tram zur S-Bahn ermöglicht und die Anbindung für die Wahrener (bzw. Lindenthaler) im Norden an den ÖPNV stark verbessert. Sinnvoll wäre noch an der neuen Wendeschleife die Einrichtung eines P&R Platzes zum Umstieg für Auswärtige vom Pkw auf den ÖPNV, insbesondere für Besucher vom Haus Auensee. Die vielen Bushaltestellen in Wahren könnten zentralisiert werden. Außerdem könnte dort eine Mobilitätsstation mit Serviceeinrichtungen und E-Ladestationen eingerichtet werden. Platz genug wäre sicher vorhanden und das ermöglicht eine positive Entwicklung ders ÖPNV im Nordwesten, insbesondere als Zubringer für die Gewerbegebiete im Norden von Lindenthal bis nach Schkeuditz.