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Etwas argwöhnisch beäugt das kleine Giraffenkind die Umgebung im Leipziger Zoo (LZ zeigt die schönsten Bilder in einer Galerie). Zu staunen gibt’s auch, was ab heute in Leipzig alles gebaut wird – und weniger schöne Sperrungen mit sich bringt. Am Bachdenkmal beginnen die sommerlichen Konzerte für jedermann mit mediterranem Auftakt, und in Tübkes einstiger Villa gibt es Werke seiner künstlerischen Erben zu sehen.
Start für Leipzigs große Sommer-Baustellen
Für die einen fangen die Ferien an, für die anderen geht die Schinderei erst richtig los. Es starten in Leipzig zahlreiche neue Baustellen. Am schnellsten soll es in Mölkau gehen. Dort werden bis 13. Juli auf der Zweinaundorfer Straße Stromleitungen verlegt, deshalb ist stadteinwärts die Fahrbahn eingeengt, der Verkehr fließt in beiden Richtungen an der Baustelle vorbei. Auf der staugewohnten Antonienstraße kommt es wegen Telekommunikationsarbeiten bis 17. Juli werktags zwischen 9 und 14 Uhr zu einer Fahrspurreduzierung mit den erwartbaren Auswirkungen.
Auf der Muldentalstraße in Liebertwolkwitz sorgen Arbeiten am Netz der Wasserwerke bis 17. Juli für eine Fahrbahneinengung stadteinwärts. Länger gebuddelt wird in der Plagwitzer Nonnenstraße. Bis 27. Juli werden zwischen Erich-Zeigner-Allee und Weißenfelser Straße abschnittsweise Haltverbotszonen für Markierungsarbeiten eingerichtet.
Der Viaduktweg an der Südtangente in Wiederitzsch ist wegen Abwasserarbeiten bis 7. August voll gesperrt. Die Torgauer Straße in Heiterblick wird bis 4. September wegen Sanierungsarbeiten stadteinwärts gesperrt, der Verkehr läuft auf der Gegenfahrbahn in beide Richtungen.
Bis in den Herbst dauert es an folgenden Stellen: Die Brandiser Straße in Baalsdorf wird bis 11. September abschnittsweise für eine Deckensanierung voll gesperrt, Umleitungen führen über Sommerfelder und Engelsdorfer Straße. Auf der Riesaer Straße in Paunsdorf kommt es wegen Stromarbeiten bis 30. September stadtauswärts zu Einschränkungen, Geh- und Radverkehr werden auf die Fahrbahn umgeleitet.
An der Leisniger Straße und der Dürrstraße in Lößnig wird bis 16. Oktober am Fernwärmenetz gearbeitet; die Dürrstraße ist voll gesperrt, die Umleitung führt über Bornaische und Liechtensteinstraße. Die Fabrikstraße in Böhlitz-Ehrenberg ist zwischen Südstraße und Hausnummer 19 wegen Straßenbauarbeiten bis 30. November voll gesperrt, eine Umfahrung ist ausgeschildert.
Eine Karte zu allem was nervt, aber dennoch gemacht werden muss, hat die Stadt ONLINE veröffentlicht und aktualisiert sie regelmäßig.
Weiträumig umfahren werden sollte der Bereich vor dem Leipziger Hauptbahnhof. Dort wird seit Samstag umfassend gebuddelt, Spuren werden verengt oder gesperrt.
Insgesamt sind zudem elf Straßenbahnlinien von Umleitungen oder Verkürzungen betroffen. Besonders beeinträchtigt sind die Linien 1, 3, 4, 7, 9, 10, 11, 12, 14, 15 und 16. Teilweise verkehren Ersatzbusse oder Linien werden über Zoo, Westplatz, Wilhelm-Leuschner-Platz oder Wintergartenstraße umgeleitet.
Die Leipziger Verkehrsbetriebe haben für diesen Komplex auf ihrer Website ein umfangreiches Dossier veröffentlicht.
Giräffchen bald ausgehfein
Es guckt mitunter noch etwas skeptisch – das kleine Giraffenbaby im Leipziger Zoo. Doch die Neugier aufs Leben scheint zu überwiegen. Und umsorgt von Mama und den anderen „Großen“ der Herde fasst es mehr und mehr Vertrauen zum Leben auf langen Beinen. Derzeit läuft noch die Phase der Eingewöhnung in der Giraffenhalle mit eigener Freifläche gleich hinter der Tür.
Druck, den am 16. Juni geborenen kleinen Kerl pünktlich zum Ferienstart auf der großzügigen Afrika-Savanne zu präsentieren, gibt es keinen. Aus dem Zoo heißt es, die Entscheidung zum Start auf die große Anlage sei ausschließlich vom Tierwohl abhängig und an keine Frist gebunden. Man gehe aber davon aus, dass es diese Woche so weit sein wird, dass der noch namenlose kleine Bulle dann auch die lustigen Zebras, die stolzen Antilopen, die sprunghaften Gazellen und die stets aufgeregten Perlhühner kennenlernen wird.
Neben der Freude am langhalsigen Kullerauge hat der Zoo während der Ferien ein umfassendes Programm im Angebot. Im Konzertgarten sind während der regulären Zoo-Öffnungszeiten zwei eigens für den Zoo entwickelte Produktionen zu sehen, deren Besuch im Zooeintritt enthalten ist. Vom 4. bis 12. Juli zeigt das Eistanztheater „Polares Land – Eine tänzerische und musikalische Expedition in die Polarregionen der Erde“, entstanden in Zusammenarbeit mit IceLab Leipzig e.V. und der freien Musikschule Neue Musik Leipzig gGmbH.
Vom 16. Juli bis 2. August folgt das Familienstück „Pauli sucht ein Zuhause – Ein Theaterstück über Freundschaft für die ganze Familie“, das gemeinsam mit der ARTEMIS Schauspielschule Leipzig realisiert wurde und die Geschichte eines kleinen Erdmännchens erzählt. Und auch bei Regen bietet die Tropenerlebniswelt Gondwanaland u. a. mit Komodowaranen, Schabrackentapiren, einer Bootsfahrt und konstanten Temperaturen zwischen 26 und 28 Grad ein spannendes Abenteuer.
Weltmusik zu Füßen von Johann Sebastian Bach
Dem großen Bachfest im Juni folgt ab heute ein kleineres Format: Mit einem Konzert unter freiem Himmel beginnt um 19 Uhr die diesjährige Reihe „Konzerte am Bachdenkmal“ auf dem Thomaskirchhof. Die traditionsreiche Veranstaltungsreihe lädt seit Jahrzehnten während der Sommermonate zu kostenfreien Konzerten an einem der bekanntesten Musikorte Leipzigs ein und macht den Platz vor der Thomaskirche regelmäßig zur Bühne für Künstlerinnen und Künstler aus dem In- und Ausland.
Den Auftakt gestaltet die griechische Sopranistin Maria Kostraki mit ihrem Programm „Mosaico Mediterraneo“. Gemeinsam mit ihrem Ensemble nimmt sie das Publikum mit auf eine musikalische Reise durch den Mittelmeerraum. Das Repertoire reicht von Werken der Renaissance und des Barocks bis hin zu traditionellen Liedern aus Griechenland, Italien und Spanien sowie modernen griechischen Stücken. So treffen historische Kunstmusik und lebendige Volksmusiktraditionen aufeinander.
Die Konzerte am Bachdenkmal gelten als fester Bestandteil des Leipziger Kultursommers. Der Eintritt ist frei. Bei ungünstiger Witterung wird das Konzert in die Thomaskirche verlegt. Das gesamte Programm dieser sommerlichen Konzerte gibt es online zu lesen.

Tübkes Erben in der Sommergalerie
Die Galerie Schwind eröffnet ihre Sommerausstellung mit neuen Arbeiten mehrerer von ihr vertretener Künstler. Bis zum 29. August sind Werke von Frank Hauptvogel, Sten Gutglück, Ana Monteiro, Sven Hoppler, Matthias Ludwig und Ulrich Hachulla zu sehen. Ergänzt wird die Präsentation durch weitere Arbeiten aus dem Galerieprogramm, darunter von Rolf Händler, Gero Künzel, Leif Borges und Willi Sitte.
Die Galerie befinden sich im ehemaligen Wohn- und Atelierhaus des Malers Werner Tübke, das seit 2006 als Ausstellungsort genutzt wird und heute zugleich das einstige Atelier Tübkes für Besucher zugänglich macht. Geöffnet ist die Sommerausstellung dienstags bis freitags jeweils von 10 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 14 Uhr. Sonntags und montags bleibt die Galerie geschlossen.
Der 1929 in Schönebeck geborene Werner Tübke lebte und arbeitete von 1977 bis 2004 in der Jugendstilvilla in direkter Nachbarschaft zum Zoologischen Garten, dem er seiner Liebe zu Löwen wegen eng verbunden war. International bekannt wurde der Maler vor allem durch das monumentale Bauernkriegspanorama in Bad Frankenhausen.
Ulrich Hachulla, einer der präsentierten Künstler, war selbst Aspirant beim einstigen Hausherren Tübke. Sein Wissen gab er unter anderem an Matthias Ludwig weiter, dessen Arbeiten in diesem Sommer in der Springerstraße ausgestellt werden.
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