Nicht nur in der kenianischen Savanne ist es irre heiß. Dort sind die Grévyzebras beheimatet, die größte und zugleich am stärksten gefährdete der drei existierenden Zebraarten. Auch in der Leipziger Afrika-Savanne, der Kiwara-Kopje, brennt die Sonne erbarmungslos auf Sträucher, Bäume und Getier. Es gibt schattige Unterstände, sogar einen eigenen Badesee. Doch Abkühlung sucht in ihm bis aufs Federvieh niemand. Stattdessen sehen wir den Hengst Cosimo, wie er sich ausgiebig und nach Herzenslust in der Sandkuhle wälzt und ordentlich Staub aufwirbelt. Eine Vorliebe, über die sich manche Besucher durchaus verwundert zeigen.

Vererbte Vorsicht

Die Erklärung für das kratzige Vergnügen liegt auf der Hand, besser gesagt: in den Genen der Zebras. Zwar gelten sie gemeinhin als gute Schwimmer, überqueren auf ihren Wanderungen Flüsse und Seen – doch anders als im Leipziger Zoo müssen sie in freier Wildbahn immer darauf achten, nicht zur leichten Beute von Krokodilen zu werden. Denn schnell zu schwimmen und gleichzeitig verteidigend um sich zu treten, schließt sich aus. Und so hat Mutter Erde den quirligen Streiflingen den Ratschlag in die DNA gebaut, das Aufsuchen von Gewässern zum Zweck der puren Freude tunlichst zu unterlassen.

Auch wenn es von uns Menschen vermutlich nur die wenigsten ausprobieren würden: Das Sandbad hat offenbar eine kühlende Wirkung. Zudem hilft es gegen lästige Fliegen, Zecken, Flöhe, Milben und Läuse.

Bedrohte Art

Die Leipziger Zebraherde ist Bestandteil des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP). Heute leben nur noch rund 3.000 Grévyzebras in freier Wildbahn. Davon kommt der Großteil in Kenia vor. Lediglich 230 wurden noch in Äthiopien gezählt. Damit ist der Bestand dieser Art seit Ende der 70er-Jahre um mindestens 80 Prozent geschrumpft. Nach einem drastischen Rückgang auf rund 4.000 Tiere Ende der 1980er-Jahre und etwa 2.000 Exemplare um die Jahrtausendwende zeigen die jüngsten Erhebungen zumindest in Kenia eine leichte Erholung. Dort wurden 2016 rund 2.300 Grévyzebras erfasst, 2018 bereits rund 2.800. Trotz dieser Entwicklung bleibt die Lage der Art äußerst kritisch. In Somalia gelten sie als verschwunden.

Die Afrika-Savanne umfasst 2,5 Hektar und wurde 2004 eröffnet. Foto: Benjamin Weinkauf

Der Zoo Leipzig hat täglich geöffnet. Aktuell gelten die Sommeröffnungszeiten von 9 bis 19 Uhr. Tageskarten kosten in der Sommersaison für Erwachsene 25 Euro, für Kinder von sechs bis 16 Jahren 17 Euro, Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt. Die Einrichtung ist bequem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Straßenbahnlinie 12 hält direkt vor dem Haupteingang. Online gekaufte Tagestickets berechtigen zudem innerhalb Leipzigs zur An- und Abreise mit dem ÖPNV. Ein Parkhaus für Autos und Fahrräder befindet sich direkt gegenüber vom Haupteingang. Einen Besuch planen Sie am besten online.

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