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Wars ein Angriff oder ein Sabotageversuch? Am Flughafen ging zum Tageswechsel wegen einer Drohnensichtung nichts mehr. Ausnahmezustand herrscht heute Nachmittag auch rund ums Chemie-Stadion. Am Auensee gibt es heute ein Jubiläum, dem am Wochenende ein großes Bahn-Fest folgt. Wurzen feiert seinen berühmten Sohn Joachim Ringelnatz – und die Stadt lobt ihren diesjährigen Zukunftspreis aus.
Freude und Sorge zum 75. der Parkeisenbahn
Auch wenn die Party erst am Wochenende richtig Dampf macht – Geburtstag hat sie heute: Die Parkeisenbahn am Auensee wurde heute vor 75 Jahren in Betrieb genommen. Sie gehört damit quasi zum „Alten Eisen“, ist sie schließlich nach der Stuttgarter Killesbergbahn (1939) und der Dresdner Parkeisenbahn (1950) die drittälteste ihrer Art in Deutschland.
Seit ihrer Inbetriebnahme am 5. August 1951 als damals zweite Pioniereisenbahn der DDR wird sie von Kindern und Jugendlichen betrieben. Und noch immer begeistert sie mit ihrer inzwischen 100 Jahre alten Dampflok kleine wie große Fahrgäste.
Kummer jedoch begleitet das über Generationen beliebte Projekt schon seit längerer Zeit. Trotz der Feierlichkeiten steht der Verein vor erheblichen Herausforderungen. Um den langfristigen Erhalt der Bahn zu sichern, sind umfangreiche Investitionen in Gleisanlagen, Bahnsteige und Gebäude erforderlich.
Die dafür benötigten Mittel in Höhe von mehreren hunderttausend Euro lassen sich nach Angaben des Vereins nicht aus den aktuellen Fahrgeldeinnahmen finanzieren. Deshalb werden immer wieder Sponsoren und weitere Unterstützer gesucht. „Unsere Infrastruktur ist in die Jahre gekommen, was nun zu einem dringenden Handlungsbedarf führt“, erklärt Vorstandsmitglied Christian Möller-Engisch in einer offiziellen Mitteilung. „In den letzten Jahren wurden bereits kleinere Instandsetzungen an der Gleisanlage umgesetzt. Nun stehen jedoch größere Projekte, wie der Tausch von Weichen oder der Neubau von Bahnsteigen, an.“
Der Verein bittet sowohl um Geld- und Sachspenden als auch um Dienstleistungen, um das Ziel des dauerhaften Erhalts der Bahn zu erreichen. Für Geldspenden wurde das Spendenkonto mit der IBAN DE40 8605 5592 1090 0094 41 eingerichtet.
Die Parkeisenbahn Auensee verfügt über zwei Lokomotiven. Die Dampflokomotive trägt die Bezeichnung 03 2002-8. Sie wurde 1925 von Krauss & Co. AG München unter der Fabriknummer 8352 gebaut, leistet 22 kW und erreicht laut Verein 30 km/h. Hinzu kommt die Akkulok 1. Sie entstand 1995 im Werk Halle/Saale der Deutschen Bahn auf Grundlage einer 1958 gebauten Feldbahndiesellokomotive vom Typ NS 1b der Muskauer Waldeisenbahn. Die Akkulok hat eine Leistung von 8 kW und eine Höchstgeschwindigkeit von 13,5 km/h.
Die Rundstrecke um den Auensee ist 1,9 Kilometer lang. Für die Saison 2026 kostet eine Rundfahrt mit der regulär eingesetzten Akkulokomotive für Erwachsene ab 14 Jahren 4,00 Euro. Kinder von 3 bis 13 Jahren zahlen 2,50 Euro. Bei Dampflokbetrieb kommt zusätzlich zum normalen Fahrpreis ein Dampflokzuschlag hinzu. Erwachsene zahlen dann 5,00 Euro, Kinder von 3 bis 13 Jahren 3,00 Euro.
Parkeisenbahner kann man ab einem Alter von neun Jahren werden. Erwartet werden Interesse an der Eisenbahn, Freude an Teamarbeit und die Bereitschaft, verantwortungsvolle Aufgaben zu übernehmen. Nach einer Ausbildung können Kinder und Jugendliche später etwa als Zugschaffner, Schrankenwärter, Aufsicht oder Fahrdienstleiter eingesetzt werden. Das direkte Fahren der Lokomotiven obliegt jedoch Erwachsenen. Doch schon manche Lokführerlaufbahn (und das nicht nur bei der Parkeisenbahn, sondern auch bei der Deutschen Bahn) nahm ihren Anfang beim Dampfross am Auensee.
Am 8. und 9. August 2026 erwartet die Besucher jeweils von 10 bis 20 Uhr ein zweitägiges Familienprogramm rund um die traditionsreiche Bahn am Leipziger Auensee. Lediglich von 12:45 bis 14 Uhr wird der Fahrbetrieb an beiden Tagen für eine Mittagspause unterbrochen. Schließlich müssen Personal und Lokomotiven auch mal verschnaufen.

Alarmstufe Rot-Weiss-Grün
Heute richtet sich nicht nur der Blick der Fußballfans nach Leipzig-Leutzsch, wenn die BSG Chemie Leipzig (Vereinsfarben Grün-Weiss) am dritten Spieltag der Regionalliga Nordost den Halleschen FC (Vereinsfarben Rot-Weiss) empfängt. Auch die Polizei hat ein besonderes Auge auf die Partie, kam es doch in der Vergangenheit bei Begegnungen beider Vereine immer wieder zu unschönen Szenen.
Wegen der langjährigen Rivalität beider Fanszenen gilt die Begegnung als sicherheitsrelevantes Derby und hat über den sportlichen Wettbewerb hinaus Auswirkungen auf die Sicherheit, den Verkehr und die Anwohner im Umfeld des Stadions. Nach Abstimmung zwischen Polizei und Stadt wurde eine gesonderte Allgemeinverfügung erlassen.
Darin werden sicherheitsrechtliche Maßnahmen für das in einer Karte festgelegte Umfeld des Alfred-Kunze-Sportparks geregelt. Besucher und Anwohner müssen daher insbesondere mit Absperrungen, Kontrollen und weiteren Einschränkungen im Stadionumfeld rechnen.
Und es ist schon erstaunlich, was Behörden verfügen müssen, um einen sportlichen Wettstreit zweier Mannschaften zu ermöglichen. Das Verbot umfasst das Mitführen von mit Quarzsand gefüllten Handschuhen, Reizstoffsprühgeräten, soweit diese nicht bereits einem Verbot nach dem Waffengesetz (WaffG) unterliegen, sowie pyrotechnischen Erzeugnissen jeglicher Art, beispielsweise Bengalfackeln, Nebeltöpfen, Leucht-Raketen, Rauchtöpfen und ähnlichen Gegenständen, soweit diese nicht bereits einem Verbot nach dem Sprengstoffgesetz (SprengG) unterfallen.
Zudem ist das Mitführen von Zahn- beziehungsweise Mundschutz sowie Schienbeinschonern untersagt. Ebenso das Mitführen von Gegenständen, die geeignet sind und den Umständen nach darauf gerichtet sind, die Feststellung der Identität zu verhindern. Dazu zählen Sturmhauben, Schlauchschals sowie missbräuchlich verwendeter Mund-Nasen-Schutz. Das Verbot umfasst außerdem das Verhüllen des Gesichts durch die Kombination mehrerer Bekleidungsstücke wie Mütze, Schal, Kapuze, Sonnenbrille oder ähnlicher Gegenstände, sodass nicht mindestens zwei Gesichtsmerkmale – Auge, Nase, Mund oder Ohren – erkennbar bleiben. Na dann: Sport frei!

Ab heute für die Zukunft bewerben
Wie wollen, wie werden wir künftig leben? Und mit welchen Auswirkungen? Der Leipziger Zukunftspreis würdigt jedes Jahr Projekte und Initiativen, die sich für eine nachhaltige Entwicklung der Messestadt einsetzen. Vergeben wird die Auszeichnung vom „Forum Nachhaltiges Leipzig“ mit Unterstützung der Leipziger Eigenbetriebe (Leipziger Gruppe), der Westsächsischen Entsorgungs- und Verwertungsgesellschaft mbH, der Sparkasse Leipzig sowie der VNG-Stiftung.
Insgesamt stehen Preisgelder in Höhe von 12.000 Euro zur Verfügung. Über deren Verteilung entscheiden Jurys, denen die Preisstiftenden sowie der Koordinierungskreis Nachhaltiges Leipzig angehören. Im Mittelpunkt stehen Vorhaben, die einen Beitrag zur Umsetzung globaler Nachhaltigkeitsziele auf lokaler Ebene leisten. Dazu zählen unter anderem Projekte aus den Bereichen Klima- und Ressourcenschutz, nachhaltige Arbeitswelt, Bildung für nachhaltige Entwicklung, soziale Gerechtigkeit sowie neue Formen der Zusammenarbeit.
Ziel ist es, die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten und zugleich ein gutes Leben für alle innerhalb dieser ökologischen Grenzen zu ermöglichen. Das Auswahlverfahren beginnt mit der Einreichung eines Antrags über die Internetseite des Wettbewerbs. Anschließend nominiert der Koordinierungskreis des Forums Nachhaltiges Leipzig neun bis zwölf Projekte, die ihre Vorhaben in Jurysitzungen vorstellen.
Der Leipziger Zukunftspreis richtet sich an Akteurinnen und Akteure aus Leipzig und fördert Engagement in den Bereichen Ehrenamt, Gesellschaft, Umwelt, Wirtschaft, Soziales, Eine Welt sowie bürgerschaftliches und ökologisches Engagement. Die Bewerbung ist ab heute möglich, alle Formalitäten sind HIER ONLINE zusammengefasst.
Sommerfestival zu Ehren von Ringelnatz
Wurzen – die Stadt östlich von Leipzig, jenseits des Flusses Mulde. Bekannt, schon früher, für ihre Getreidefabrik mit den markanten viereckigen Türmen, die bis heute beliebte Kekse und Cornflakes produziert und erfolgreich absetzt. Und weil sie auch einen berühmten, zudem schelmischen Sohn hervorbrachte, startet heute der 25. Ringelnatz-Sommer in der Stadt an der Mulde.
Joachim Ringelnatz wurde am 7. August 1883 ursprünglich als Hans Gustav Bötticher geboren. Bekannt wurde er als Schriftsteller, Kabarettist, Maler und Dichter, dessen humorvolle und zugleich nachdenkliche Werke sich bis heute große Beliebtheit erfreuen. Unter seinem Künstlernamen Ringelnatz (ein seemännischer Kosename für Seepferdchen) prägte er die deutsche Literatur der Weimarer Republik mit einer unverwechselbaren Mischung aus Sprachwitz, Satire und Melancholie. Er starb am 17. November 1934 in Berlin und gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Lyriker des 20. Jahrhunderts.
Die Auftaktveranstaltung des Ringelnatz-Sommers beginnt um 18 Uhr im Geburtshaus des Künstlers, Crostigall 14, 04808 Wurzen. Das Jubiläumsfestival steht unter dem Leitgedanken „Vom andern aus lerne die Welt begreifen“ und rückt Joachim Ringelnatz in den Kontext des Jahres der jüdischen Kultur. Ausgerichtet wird die mehrtägige Veranstaltungsreihe vom Joachim-Ringelnatz-Verein. Das Festival verbindet Literatur, Erinnerungskultur und aktuelle gesellschaftliche Fragen miteinander und endet am kommenden Sonntag. Das gesamte Programm ist online einsehbar.
Drohnenalarm am Flughafen
Die Sichtung eines Flugobjektes hat in der Nacht den Betrieb am Airport Leipzig/Halle vorübergehend lahmgelegt. Das berichten am Morgen verschiedene Medien. Der Zwischenfall ereignete sich nach Angaben der Leipziger Volkszeitung gegen Mitternacht. Ein Flughafensprecher bestätigte dem Blatt gegenüber den Vorfall und ordnete ihn als „Drohnensichtung“ ein.
Infolge der Sperrung wurde der gesamte Flugbetrieb eingestellt. Betroffen waren mehrere Frachtmaschinen sowie eine Passagiermaschine der Airline Marabu. Der aus Mallorca kommende Airbus konnte den Flughafen nicht anfliegen und wurde nach Nürnberg umgeleitet.
In einer am Morgen veröffentlichten Mitteilung der Polizeidirektion Leipzig heißt es ergänzend: „Zudem wurde ein Objekt im Bereich der Südpiste festgestellt, welches zunächst durch die Bundespolizei begutachtet wurde. In diesem Rahmen wurde auch ein Sprengstoffroboter eingesetzt. Der Flugbetrieb im Nordbereich wurde seit 1:55 Uhr wieder aufgenommen.“
Landes- und Bundespolizei haben Ermittlungen zu den Umständen aufgenommen. Infolge des russischen Angriffskrieges hat die Ukraine den größten Teil ihrer Antonov-Logistik-Flotte am hiesigen Flughafen stationiert. Ob der Zwischenfall in der Nacht zu heute im Zusammenhang mit diesen Maschinen steht, sollen eben jene Untersuchungen herausfinden.
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