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Dieses Wochenende wird etwas gleislastig, aber zusätzlich gibt’s auch ordentlich Theater. Bimmel und Eisenbahn werden gefeiert, ein Vereinsjubiläum, die Freigabe einer wichtigen Verkehrsader im Norden der Stadt – und die Wasserwerke zeigen live, wie ein täglicher Begleiter so klar wird, wie wir ihn kennen.
Freigabe der Lindenthaler mit leisen Gleisen
Wochenlang war sie gesperrt und bekam neue Straßenbahngleise: die Lindenthaler Straße zwischen Coppiplatz und Georg-Schumann-Straße. Nach der Tram können ab heute nun auch wieder Autos die wichtige Verkehrsader befahren. Die Gleisbauarbeiten starteten Anfang Juli und waren Teil einer komplexen Sanierungsmaßnahme im Stadtteil Gohlis.
Die Georg-Schumann-Straße und die südliche Lindenthaler sind bereits wieder geöffnet, auch dort fährt die Straßenbahn bereits wieder. Laut Fahrplanauskunft fährt mit dem Tageswechsel zu Samstag dann auch die Buslinie 90 wieder regulär.
Die Leipziger Verkehrsbetriebe haben bei den nun abgeschlossenen Erneuerungen eine spezielle Bauweise angewandt: Beim Rahmengleis mit Sound Damping System (SDS) werden die Schienen elastisch gelagert und seitlich von dämmenden Kammerfüllelementen umschlossen. Dadurch werden Schwingungen und Schall reduziert, die beim Überfahren der Schienen entstehen und sich sonst in den angrenzenden Fahrbahnaufbau übertragen können.
Ummantelte Spurstangen verbinden und stabilisieren die beiden Schienen, während Unterguss und Schienenfußummantelung die Schiene vom Betonaufbau elastisch entkoppeln. Somit wird es für die Anlieger nicht nur deutlich leiser, sondern auch der Fahrbahnverschleiß reduziert.
Theatergeburtstag in Grünau
Vor 30 Jahren wurde es gegründet: das Theatrium in Leipzig-Grünau. 1996 bezog der Verein „großstadtKINDER e. V.“ die umgebaute Stadtteilkneipe „Atrium“ im Grünauer Westen, seit 2010 befindet sich das Kinder- und Jugendtheaterhaus in der Alten Salzstraße in Grünau-Ost. Dort entwickeln Kinder und Jugendliche einen Großteil der Stücke gemeinsam in Theaterprojekten.
Ab heute wird die Erfolgsgeschichte ordentlich gefeiert! Um 15 Uhr geht es los, es gastiert u. a. der Grand Beauty Salon, es gibt Spielangebote bis 19 Uhr auf der Vereinswiese. Höhepunkt des ersten Tages ist um 20 Uhr die Premiere von „Ein Sommernachtstraum“. Das Lotus-Kollektiv beschäftigt sich darin mit dem Sinn und Irrsinn des Theaters.
Am Sonnabend beginnt das Programm um 14 Uhr mit einem Live-Talk mit Gästen aus 30 Jahren. Von 15 bis 18 Uhr wird die Open-Air-Bühne zu einer Open Stage, bevor um 20 Uhr erneut „Ein Sommernachtstraum“ gespielt wird. Von 22 bis 2 Uhr schließt sich der „Ein Sommernachtsrave“ mit Jenny Sharp (Tour-DJ der Antilopen-Gang) und einem DJ aus den FLINTA*-Workshops des Heizhauses an. Der Eintritt zum Rave ist frei.
Glasklar: entdecken, wie unser Trinkwasser entsteht
Es kommt wie selbstverständlich aus dem Hahn. Frisch, sauber und gesund. Das Leipziger Trinkwasser. Doch wie klar ist uns, warum es so klar ist? Einen seltenen Blick auf die Arbeitsweise der Leipziger Abwasserentsorgung können Besucher am Sonnabend, 19. September 2026, werfen. Das Klärwerk Rosental (Am Sportforum 20) öffnet von 14 bis 18 Uhr zu einem Tag der offenen Tür. Der Eintritt ist frei.
Die Leipziger Wasserwerke betreiben insgesamt 21 Kläranlagen in ihrem Entsorgungsgebiet und bezeichnen die im Rosental als „größte Abwasserreinigungsanlage der Stadt und Region Leipzig“. Rund 110.000 Kubikmeter Abwasser werden dort derzeit täglich gereinigt, die Anlage ist für das Abwasser von rund 720.000 Menschen zuständig. Ihre Geschichte reicht bis ins Jahr 1894 zurück: Im November jenes Jahres ging das Klärwerk als eines der ersten in Deutschland in Betrieb.
Gegenwärtig wird der Standort umfassend modernisiert. Unter anderem werden die mechanische Reinigung grundlegend erneuert und die biologische Reinigung erweitert. Nach Angaben der Wasserwerke handelt es sich bei dem Ausbau um die größte Einzelinvestition in ihrer Geschichte. Eine Besonderheit betrifft die Schlammbehandlung: Bei der Faulung entsteht Faulgas, das gereinigt, zwischengespeichert und anschließend in Blockheizkraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt wird. Die beiden Gasbehälter verfügen jeweils über ein Nutzvolumen von 5.000 Kubikmetern.
Mehrgleisig am Wochenende
Wer sich für mehr Schienenfreuden als lediglich die Flüstergleise in Gohlis interessiert, findet an diesem Wochenende gleich zwei Anlaufstellen für Eisenbahn- und Nahverkehrsgeschichte. Zum „Tag der Schiene“ lädt die Initiative GleisGlück am Samstag, 19. September, von 9 bis 18 Uhr und am Sonntag, 20. September, von 9 bis 17 Uhr in den Leipziger Hauptbahnhof ein.
Auf den Bahnsteigen 16 bis 20 sowie an Gleis 24 sind moderne und historische Fahrzeuge zu sehen, darunter ein neuer Mireo für das Mitteldeutsche S-Bahn-Netz, ein Coradia Continental BEMU und die Diesellok 232 903 „Ludmilla“. Und die historischen Elektrolokomotiven E04 01, E44 046 und E94 056 sollen für Besucher geöffnet werden.
Ergänzt wird das wie ein Dampfkessel gefüllte Programm durch Informationen über Bahnberufe, Führungen und Führerstandsmitfahrten. Der Eintritt ist frei, für einzelne Angebote können jedoch Kosten anfallen. Eine Führerstandsmitfahrt kostet 2 Euro und ist vor Ort bar zu bezahlen.
Ebenfalls am Sonntag öffnet das Straßenbahnmuseum in der Apelstraße 1 von 10 bis 17 Uhr zum letzten regulären Besuchstag der Saison 2026. Die Sonderausstellung „100 Jahre Niederflurwagen in Leipzig“ erinnert unter anderem an den Leipziger Typ 23 von 1926, den das Museum als ersten zweiachsigen Niederflurwagen Deutschlands bezeichnet.
Wi all diese interessanten Fahrwerke gewartet und repariert werden, demonstrieren Werkstattbesichtigungen um 11, 13 und 15 Uhr. Außerdem werden historische Straßenbahnfahrten ab dem Museum angeboten. Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 2 Euro und für Familien 10 Euro; Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt. Für eine historische Rundfahrt werden 7 Euro, ermäßigt 3,50 Euro verlangt. Eine Tageskarte mit Eintritt und Fahrten nach Verfügbarkeit kostet 25 Euro.
Das Museum ist mit den Straßenbahnlinien 9 und 14 über die Haltestelle „Apelstraße, Historischer Strbf.“ erreichbar.
Lizenzhinweis: Das Foto vom Grünauer Theatrium stammt von Andreas Wolf/Wikimedia und ist unter DIESEM LINK zur Nutzung freigegeben. Es wurde für die Verwendung auf dieser Seite beschnitten, ansonsten jedoch in keiner Weise verändert.
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