Die Stadtteilinitiative Vernetzung Süd veranstaltet mit anderen Gruppen zusammen am heutigen Samstag, 19. September, die Krachparade/Ravedemo. Ab 16:30 Uhr wird es im Leipziger Süden dann laut. Anlässlich der noch laufenden „Keine Scheiße bauen“-Petition, die inzwischen 2.200 Unterschriften gesammelt hat, möchte die Initiative das Thema somit auf die Straße tragen, um gegen Mikroapartmentschwemme, gegen Gentrifizierung und Verdrängung zu protestieren und vor allem aber auch: Für solidarische Nachbarschaften einzutreten!
„Wie sonst ließe sich die Wohnungsmisere, die die meisten hautnah zu spüren bekommen, ertragen und widerstehen? Nur wenn wir uns zusammentun, unsere Rechte als Mieter/-innen kennen und auch gemeinsam verteidigen, haben wir Chancen, im unwirtlichen Wohnungsmarkt auch die Hoffnung auf Besseres wieder zu produzieren“, sagt Robin Weisbach von der Initiative Vernetzung Süd. „Beispiele, wie das gehen kann, werden auf der Krachparade/Ravedemo am Samstag (19.09.) zur Sprache kommen und mit Initiativen kann in Kontakt gekommen werden und es besteht die Möglichkeit, sich am fahrenden Infostand kundig zu machen.“
Aber vor allem wollen die Veranstalter eine gute Party feiern, das Konkurrenzverhältnis zwischen Mieter/-innen auf dem Wohnungsmarkt ablegen, den Stadtraum erobern, Nachbar*innen einladen, mitzulaufen oder, ja, zu tanzen.
Warum Krachparade?
Die Stadtteilinitiative ist weiterhin not amused über die hohe Anzahl von Mikroapartments im Stadtteil – gleich zwei Bauprojekte erhöhen die Anzahl auf 581 teure, möblierte, renditeorientierte Mikrowohnungen allein in Connewitz. Und das Problem besteht auch in anderen Stadtteilen. Anlass der Petition waren die von ALDI geplanten Mikroapartments am S-Bahnhof Connewitz.
In der Petition heißt es dazu: „Soll in Connewitz wirklich das 500. überteure Mikroapartment gebaut werden, obwohl es im Viertel noch keine einzige neu gebaute Sozialwohnung gibt?! Genau das sind leider die Pläne von Aldi Nord für einen Neubau nahe des S‑Bahnhofs Connewitz. Auf dem Teil des ehemaligen, brachgefallenen Bahnhofsgeländes mit denkmalgeschützten Gebäuden bis hoch zur Bornaischen Straße 95 a, b, c – kurz vor der Brücke nach Lößnig – sollen nächstes Jahr 75 möblierte Mikroapartments und eine Aldi-Filiale entstehen.“
Deshalb möchte die Initiative laut sein und fordert die Teilnehmer/‑innen auf, Trillerpfeifen, Topfdeckel u.ä. mitzubringen, um an den Zwischenkundgebungen Lärm zu machen.
Was ist der Stand der Petition?
Am 2. September 2026 überreichten Vertreter/-innen der Vernetzung Süd im Neuen Rathaus die ersten 2.100 Unterschriften der Petition. Baubürgermeister Thomas Dienberg und Vertreter/-innen des Petitionsausschusses der Stadt Leipzig nahmen sie entgegen. Am 18. September sollte entschieden werden, ob die Petition dem Stadtrat oder lediglich dem Oberbürgermeister zur Besprechung vorgelegt werden wird.
„Wir wünschen uns, dass der Stadtrat sich mit der Sache befasst und eine fruchtbare Debatte zu kommunalen Grundstücken, Sozialem Wohnraum und öffentlichen Plätzen entsteht!“, betonen die Initiatoren der Petition.
Sie wünschen sich bis Mitte Oktober weitere Unterschriften: „Bitte unterstützt weiter die Keine-Scheiße-bauen-Petition – jede Unterschrift zählt. Und lasst miteinander für eine andere Stadtentwicklung protestieren und für solidarische Nachbarschaften kämpfen, auf der Krachparade / Ravedemo am Samstag, den 19. September! – Oder ganz gefasst in zwei Slogans: Heute Krachparade – das nächste Mal: Mieter/-innentreffen bei Tee und Schokolade! sowie: My house is your house and your house is mine – microliving isn’t fine.“
Krachparade am Samstag, 19. September, 16:30 bis 22:00 Uhr
Start: Exil/Alexis-Schumann-Platz (Südvorstadt)
Route: Exil/Alexis-Schumann-Platz – Connewitz Kreuz – S-Bhf Connewitz – Herderplatz
Live-Acts: Flausen und MC Dauerwelle, Acid. Milch & Honig & L-Sura
On Decks: DJ RaverPik, DJ Miss Bat Lady, freihaendig
Redebeiträge/Shoutouts: Mietgewerkschaft Leipzig, Recht auf Stadt AG der iL, united capitulation (Mieter*innenvernetzung zu Rader/Schwarzat-Firmen), Turn left Leipzig, Alternative Wohngenossenschaft Connewitz (AWC), Leika-Genossenschaft sowie Vernetzung Süd u. a.
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