Nein, es ist kein kaputtes Fahrrad, das durchs Pandagehege fährt – es ist das Fiepen der kleinen Wuschel-Babys, die von ihrer zweijährigen Mama Kamala vor ein paar Tagen geboren wurden, und das die Tierpfleger auf den Nachwuchs erst aufmerksam machte (LZ berichtete). Gehofft hatte der Leipziger Zoo auf ein solches Ereignis schon geraume Zeit. Jetzt klappte es endlich. Im dunklen Kühl einer gemütlichen Felsspalte hat das vor einem Jahr aus Frankreich nach Leipzig umgesiedelte Weibchen den idealen Ort für die Aufzucht seiner Kinder gefunden.
Blind und federleicht
Zwar werden Rote Pandas bereits mit etwa anderthalb Jahren geschlechtsreif, den ersten Nachwuchs bekommen Weibchen jedoch häufig erst im Alter von gut zwei Jahren. Nach einer Tragzeit von rund vier bis fünf Monaten kommen im späten Frühjahr oder Sommer in der Regel zwei Jungtiere zur Welt. Sie wiegen lediglich etwa 90 bis 110 Gramm, sind zwar bereits behaart, jedoch vollständig auf ihre Mutter angewiesen.
Denn die übernimmt alle Arbeit während der Aufzuchrt, indem sie die Jungtiere säugt, wärmt, putzt und transportiert sowie in den ersten Tagen nahezu ununterbrochen bei ihnen bleibt. Die Väter beteiligen sich dagegen kaum an der Jungenaufzucht. So auch das aus der Normandie stammende und nun in Leipzig lebende Männchen Asa.
Auch wenn Rote Pandas in menschlicher Obhut regelmäßig erfolgreich nachgezüchtet werden, bleibt die erste Zeit nach der Geburt besonders sensibel. In freier Wildbahn erreichen die Tiere meist ein Alter von acht bis zehn Jahren, in Zoos leben sie in der Regel deutlich länger.

Große und Rote Pandas sind keine Verwandten
Obwohl sein Name eine enge Verwandtschaft mit dem Großen Panda vermuten lässt, gehört der Rote Panda einer eigenen Familie, den Ailuridae, an. Sein natürlicher Lebensraum sind kühle, hoch gelegene Wälder mit dichtem Bambusunterwuchs, die sich von Nepal und Indien über Bhutan und Myanmar bis nach Südwestchina erstrecken.
Die Art gilt als stark gefährdet, da die Zerschneidung und Abholzung ihrer Wälder sowie Störungen durch Weidevieh, Hunde und menschliche Nutzung Nahrung, Rückzugsorte und Verbindungen zwischen den einzelnen Populationen beeinträchtigen. Schutzprogramme setzen deshalb auf den Erhalt der Lebensräume, Maßnahmen gegen Wilderei, Bildungsarbeit vor Ort sowie koordinierte Erhaltungszucht in Zoos. I
n den sozialen Medien hat der Zoologische Garten Leipzigs jetzt erste Bilder der vor sich hin fiependen lustigen Fellkneuel veröffentlicht, muss aber die Panda-Fans noch etwas vertrösten: „Bis sich die Jungtiere allerdings für euch auf der Anlage zeigen, werden noch einige Wochen vergehen. Für ihren ersten Streifzug lassen sich die Jungen nämlich immer viel Zeit… Nach ungefähr drei Wochen öffnen sie die Augen und Ohren und die Umfärbung hin zum typischen „Pandarot“ beginnt. Ein dezenter roter Schimmer lässt sich jetzt schon erkennen.“
Der Zoo Leipzig hat täglich geöffnet. Aktuell gelten die Sommeröffnungszeiten von 9 bis 19 Uhr. Tageskarten kosten in der Sommersaison für Erwachsene 25 Euro, für Kinder von sechs bis 16 Jahren 17 Euro, Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt. Die Einrichtung ist bequem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Straßenbahnlinie 12 hält direkt vor dem Haupteingang. Online gekaufte Tagestickets berechtigen zudem innerhalb Leipzigs zur An- und Abreise mit dem ÖPNV. Ein Parkhaus für Autos und Fahrräder befindet sich direkt gegenüber vom Haupteingang. Einen Besuch planen Sie am besten ONLINE.
Transparenzhinweis: die Videoaufnahmen der Handykamera des Zoo Leipzig wurden mit einem Bildbearbeitungsprogramm leicht nachgeschärft. Es wurden keine Veränderungen an Inhalt und Form vorgenommen, um die Authentizität zu wahren.
Empfohlen auf LZ
So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:













Keine Kommentare bisher