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Am 10. Juni 2026 teilte die Stadtverwaltung der Öffentlichkeit mit, dass ein 5,7 Hektar großes Waldgebiet an der Capastraße an den Fußballverein RB Leipzig verkauft werden soll. Dieser will dort ein Trainingsgelände errichten. Das Waldgebiet ist ein essenzieller Bestandteil des Biotopverbundsystems zwischen nördlichem und südlichem Auwald, ökologisch wertvoller Lebensraum und bedeutsam für das Stadtklima.
Zudem ist die Fläche eine Ausgleichsmaßnahme für frühere Bautätigkeiten. Vor diesem Hintergrund sind die Pläne absurd, stellt der NABU Leipzig fest. Nach Auffassung des NABU Leipzig komme die Stadtverwaltung damit in erster Linie den Wünschen des Fußballbundesligisten nach und vernachlässige die Interessen der Allgemeinheit. Zudem soll aus nicht nachvollziehbaren Gründen das bereits vollständig versiegelte Gelände der Kleinmesse Bestandsschutz haben, nicht aber der Wald. Solche Entscheidungen sind – so der NABU – angesichts der weltweiten Klima- und Biodiversitätskrise nicht zeitgemäß.
Der Naturschutzbund NABU Leipzig hatte bereits 2023 auf den ökologischen Wert des Wäldchens hingewiesen und setzt sich außerdem schon seit vielen Jahren für die Verbesserung des Biotopverbundes ein. Der NABU protestiert gegen die Pläne, den Wald zu verkaufen und zu roden, und dringt darauf, Alternativen zu finden, die den Biotopverbund nicht weiter verschlechtern, sondern ihn verbessern. Deshalb schlägt der NABU Leipzig vor, das Wäldchen in die angrenzenden Schutzgebiete zu integrieren und dauerhaft als Lebensraum zu erhalten. Dafür hat der NABU Leipzig eine Petition gestartet.
Artenvielfalt und Klimawandel
Das rund fünf Hektar große Waldgebiet hat sich über Jahrzehnte entwickelt und erfüllt heute wichtige Funktionen für Artenvielfalt, Klimaschutz und die ökologische Vernetzung im Leipziger Auwald. Bei einer Brutvogelkartierung des NABU Leipzig wurden dort 38 Vogelarten nachgewiesen, allesamt besonders, zum Teil auch streng geschützte Arten sowie Arten, die als potenziell gefährdet auf der Vorwarnliste stehen.
Die Bedeutung des Gebietes reicht – so der NABU Leipzig – jedoch über den Artenschutz hinaus. Das Wäldchen bildet die letzte Waldverbindung zwischen dem nördlichen und dem südlichen Auwald und ist damit ein zentraler Bestandteil des Biotopverbundes. Solche Verbindungen sind wichtig, damit Tiere und Pflanzen zwischen beiden Gebieten wechseln können.
Leipzig stehe darüber hinaus vor den Herausforderungen des Artensterbens und Klimawandels. In den letzten zehn Jahren hat unsere Stadt bereits über 350 Grünflächen verloren, wie der NABU Leipzig Jahr für Jahr dokumentiert.
Die Stadt Leipzig hat sich in der Vergangenheit mehrfach zum Schutz der biologischen Vielfalt, zum Erhalt wertvoller Grünflächen und zur Stärkung des Stadtgrüns bekannt. Vor diesem Hintergrund sei die geplante Rodung eines ökologisch bedeutsamen Waldstücks nicht nachvollziehbar, stellt der NABU Leipzig fest. Ein über Jahrzehnte gewachsenes Waldökosystem lasse sich durch Ausgleichsmaßnahmen oder Ersatzpflanzungen nicht ersetzen.
Zeit für die Waldrettung
Deshalb hat der NABU Leipzig eine Petition www.openpetition.org/waldrettung gestartet, die sich an den Stadtrat richtet.
Darin fordert der NABU
1. den Verzicht auf die Rodung des Wäldchens zwischen Capastraße und Cottaweg,
2. die dauerhafte rechtliche Sicherung des Wäldchens durch die Aufnahme in eine geeignete Schutzkategorie als wichtigen Bestandteil des Biotopverbundes im Leipziger Auwald,
3. die transparente Einbindung von Umweltverbänden und der Öffentlichkeit in alle weiteren Planungen.
Leipzig braucht mehr Schutz für seine wertvollen Naturflächen – nicht deren weitere Zerschneidung, so der NABU. Das Wäldchen zwischen Capastraße und Cottaweg sei ein unverzichtbarer Baustein des Leipziger Auwaldes. Sein Erhalt stärke den Biotopverbund, schütze die Artenvielfalt und diene damit auch den Menschen in unserer Stadt.
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