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Für Donnerstag, den 25. Juni, haben Leipzigs Umweltverbände zur Demonstration am Kleinmessegelände aufgerufen. Sie wollen dort gegen den geplanten Verkauf und damit die Rodung des kleinen, 5,7 Hektar großen Wäldchens an der Capastraße protestieren, mit dem die Stadt dem Fußballklub RB Leipzig Platz für neue Trainingsplätze ermöglichen will. Zumindest die Grünen unterstützen den Protest. Das war auch am Samstag, dem 20. Juni, Thema auf dem Stadtparteitag von Bündnis 90/Die Grünen Leipzig im Deutschen Biomasseforschungszentrum.
Im Mittelpunkt stand dabei ein Dringlichkeitsantrag zur geplanten Rodung an der Capastraße, den die Mitglieder mit großer Mehrheit unterstützten.
Mit dem Antrag hat sich der Kreisverband klar gegen die geplante Fällung wertvoller Bäume und den Verlust wichtiger Grünstrukturen im Herzen der Stadt positioniert. Die Leipziger Bündnisgrünen sehen in den Plänen einen weiteren Eingriff in den städtischen Naturraum, der weder ökologisch noch klimapolitisch zu rechtfertigen ist.
„Die geplante Rodung an der Capastraße ist ein weiterer Schritt in die falsche Richtung. Gerade in einer wachsenden Stadt wie Leipzig brauchen wir jeden Baum und jede zusammenhängende Grünfläche als Schutz vor Hitze, für die Artenvielfalt und für die Lebensqualität der Menschen vor Ort. Insbesondere die aktuellen Temperaturen zeigen dies schmerzlich“, erklärt Martin Meißner, Co-Sprecher des Kreisverbandes. „Während andere Parteien schweigen oder die Pläne mittragen, sind wir derzeit die einzige politische Kraft, die hier konsequent Widerstand leistet und den Erhalt des Baumbestandes einfordert.“
Die Mitglieder betonten, dass die Stadtentwicklung nicht gegen die Interessen von Natur- und Klimaschutz ausgespielt werden dürfe. Statt weiterer Rodungen brauche es Lösungen, die den Erhalt bestehender Grünstrukturen in den Mittelpunkt stellen.
Ein Änderungsantrag
Inzwischen hat auch die Grünen-Fraktion im Stadtrat mit einem eigenen Änderungsantrag reagiert, in dem sie fordert: „Die Teilflächen der Flurstücke 2638/35 der Gemarkung Leipzig und 715/14 der Gemarkung Lindenau (zwischen Capastraße und Festplatz am Cottaweg) werden nicht verkauft. Die Stadt Leipzig bekennt sich zum INSEK-Ziel, den Biotopverbund zwischen nördlichem und südlichem Auwald (Grünverbund Cottaweg) zu erhalten und zu fördern. Der Wald zwischen zwischen Capastraße und Festplatz am Cottaweg wird nicht gerodet und eine langfristige Unterschutzstellung geprüft.“
Der Widerstand gegen die Pläne der Verwaltung, das Waldstück zu verscherbeln, zeigt auch erste Wirkungen: Auf der Tagesordnung für die Ratsversammlung am 1. Juli ist die Vorlage aus dem Liegenschaftsamt, für das Wäldchen eine Verkaufsoption zu schaffen, nicht mehr zu finden.
Eine ignorante Verwaltung und drei Einwohneranfragen
Dafür stehen für den 1. Juli gleich drei Einwohneranfragen auf der Tagesordnung. Auch sie gehen darauf ein, dass das Vorhaben aus dem Liegenschaftsamt gleich gegen mehrere städtische Rahmenpläne verstößt. Hier hat die Verwaltung nicht nur eigene Rahmensetzungen völlig ignoriert – sie stößt auch die Bevölkerung mit amtlicher Ignoranz vor den Kopf.
In einer der Einwohneranfragen klingt das so: „Mit der Beschlussvorlage VIII-DS-02491 plant die Stadtverwaltung den Verkauf von ca. 57.000 m² Wald- und Sukzessionsfläche an der Capastraße (Flurstücke 2638/35 und 715/14) an die Red Bull Betriebsanlagen GmbH zur Erweiterung der RB-Trainingsflächen. Aus der Vorlage geht hervor, dass dieses Areal vor rund 25 Jahren als behördlich festgesetzte Kompensationsmaßnahme für den Bebauungsplan Nr. 238 (‚Cottaweg/Große Wiese‘) aufwendig entsiegelt und als Naturraum entwickelt wurde.
Aus dem Insek geht hervor, dass außerdem an dieser Stelle geplant war, den Biotopverbund zu stärken. Noch vor Kurzem hat der Stadtrat entschieden, dass aufgrund der Problematik Stellflächen RB, Nutzung Festplatz eine Ausweichfläche für die Kleinmesse gefunden werden soll. Ausgleichsmaßnahmen sollen angemessen erfolgen, die ökosystemische Leistung wird nicht eingerechnet. Der Eindruck entsteht, dass bereits bei der letzten Beschlussfassung angedacht war, obwohl scheinbar nach Lösungen gesucht wurde, hier den Wald zu roden.
Wieder einmal zeigt sich daher, dass Umweltschutz in einer Stadt, die bislang völlig unzureichend auch auf die Herausforderungen des Klimawandels vorbereitet ist, offenbar als nachrangig behandelt wird. Jedenfalls ist das eine naheliegende Deutung. Auch die Begründung, dass man damit kurzfristig ‚Einnahmen generieren‘ will ist abenteuerlich. Man rechtfertigt die Vernichtung von Naturraum damit, dass man jetzt Einnahmen braucht, während die Zinsen dieser Politik die nachfolgenden Generationen tragen müssen.
Welche Idee von Politik liegt dem zugrunde, außer dass man absehbar einen neuen Großkonflikt heraufbeschwört und kurzfristige Einnahmen gegen den Erhalt der Lebensgrundlagen rechnet, was bereits für sich genommen abenteuerlich ist. Zieht die Natur in Leipzig also immer den Kürzeren, weil man kurzfristige Einnahmen und Perspektiven wichtiger findet als den Erhalt der Lebensgrundlagen?“
Demo am 25. Juni
Wirklich rechtfertigen kann die Verwaltung ihr Vorgehen nicht. Die Antworten auf die drei Einwohneranfragen am 1. Juli dürften interessant werden.
Mit Blick auf die geplante Rodung an der Capastraße kündigten die Leipziger Bündnisgrünen am Samstag auch an, den politischen und öffentlichen Druck weiter aufrechtzuerhalten und gemeinsam für den Erhalt der betroffenen Bäume einzutreten.
„Wir freuen uns über das breite Bündnis der Umweltverbände und rufen gemeinsam mit ihnen unsere Mitglieder und alle Einwohner/-innen dieser Stadt auf, am 25. Juni 2026 um 18 Uhr zur Kleinmesse zu kommen und mit uns gegen die Abholzungspläne und für den Wald zu demonstrieren“, erklärte Petra Čagalj Sejdi, Co-Sprecherin des Kreisverbandes.
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Was, ausser Wählertäuschung, bringt der grüne Zuspruch zur Demo, wenn ihr grüner Baubürgermeister reihenweise grinsend solche umweltzertörerischen Projekte absegnet?