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In ihrem sicherlich bekanntesten Hit („Kling-Klang“) singt die Band Keimzeit: „Guten Tag, zweimal bis nach Feuerland bitte, das Schiff ist leicht entartet …“ Diese Worte müssen wohl sehr vorausschauend Leipzig gemeint haben. Denn hier im Zoo eröffnet am 1. September die neue Erlebniswelt „Feuerland“. Und das Erste, was die künftigen Besucher zu sehen bekommen, ist ein Schiff, das die orientierung verlor, sich offenbar an die Parthe verirrte und somit im Zoo auflief.

Doch statt Kling und Klang gibt’s im hiesigen Feuerland vor allem Plitsch und Platsch, wenn die putzigen Pinguine durch ihr riesiges Areal stapfen und im Becken ihrer Badelandschaft abtauchen. Noch ist das 49,5 Millionen Euro teure Bauprojekt nicht ganz fertig, doch schon jetzt lässt sich erkennen, welche Dimensionen die Anlage haben wird.

Zwischen schroffen Felswänden und Strandabschnitten erstreckt sich ein Wasserbecken mit einem Fassungsvermögen von fünf Millionen Litern. Das entspricht in etwa der Menge von 35.000 Badewannen. Eine besondere Rolle spielt der mehr als 100 Meter lange Unterwassertunnel: Von dort aus können die Zoobesucher künftig Pinguine und Robben beim Schwimmen beobachten und die Tiere aus der Unterwasserperspektive erleben, die einem sonst verborgen bleibt.

Leipzigs Zoo-Direktor Jörg Junhold zeigt uns Feuerland, die neue Südamerika-Anlage. Foto: Benjamin Weinkauf

Feuerland will jedoch weit mehr bieten als eindrucksvolle Einblicke. Wissen über die verschiedenen Tierarten und ihre Lebensräume soll vermittelt werden, zudem geht es um eine Sensibilisierung für das Artenschutzengagement des Zoos. Bei öffentlichen Trainings können die Gäste die Arbeit mit den Tieren unmittelbar verfolgen. Ein filmisches Erlebnis führt zudem auf eine Reise nach Südamerika.

Leben ist bereits in die rückwärtigen Bereiche der neuen Wasserwelt eingezogen. In den vergangenen Tagen wurden dort die ersten Tiere zur Eingewöhnung untergebracht. Die Seelöwen stammen aus dem eigenen Bestand. Mit den Humboldtpinguinen hält dagegen eine neue Tierart Einzug in Leipzig; die Tiere kommen aus verschiedenen Zoos, unter anderem aus Karlsruhe.

Das Artenschutzengagement des Zoos in Südamerika konzentriert sich besonders auf hochbedrohte Arten, die auf unterschiedliche Weise eng mit ihren Lebensräumen verbunden sind. Dazu zählt zum Beispiel der winzige Darwin-Nasenfrosch mit seiner außergewöhnlichen Evolutionsgeschichte. Der männliche Kehlsack, der bei Fröschen normalerweise der Lautverstärkung dient, wurde im Verlauf der Entwicklung zusätzlich zu einer hoch spezialisierten Brutkammer. Das ist unter den heute lebenden Amphibien nahezu einzigartig.

Feuerland wird also nicht allein die aufregende Schönheit einer südamerikanischen Landschaft nach Leipzig holen, sondern auch den Blick auf deren bedrohte Tierwelt lenken. „Wir verstehen uns als Natur- und Artenschutzzentrum, das die Brücke zum natürlichen Lebensraum bietet und unsere Gäste einlädt, die Faszination Feuerland mit allen Sinnen zu erleben“, sagt Prof. Jörg Junhold. Für den Zoo beginnt damit nun die letzte, arbeitsreiche Etappe. Bei einem Presserundgang hat sich LZ auf der Baustelle umgeschaut.

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