Noch einmal ein richtiger Paukenschlag im Riesenprojekt „Zoo der Zukunft“, mit dem Dr. Jörg Junhold den Leipziger Zoo in den zurückliegenden 26 Jahren völlig umgekrempelt hat. Denn im Jahr 2000 bestätigte der Leipziger Stadtrat das von ihm vorgelegte Konzept „Zoo der Zukunft“. Schon 2001 konnten die Löwensavanne Makasi Simba und die Menschenaffenanlage Pongoland eröffnen, 2003 die Tiger-Taiga und 2004 die Kiwara-Savanne. Fast jedes Jahr kam ein neuer Baustein hinzu. Doch der Baustein „Feuerland“ wurde ein regelrechter Kraftakt. Am 1. September soll es jetzt endlich eröffnen.
Am 1. September um 16:00 Uhr öffnet sich zum ersten Mal das Tor nach „Feuerland“ für die Zoogäste. Hier können sie eine faszinierende Küsten- und Meereswelt entdecken, trommelt der Zoo Leipzig schon einmal für diesen besonderen Tag.
Der auch deshalb so besonders ist, weil der Zoo seit der Ratsversammlung im Juli wieder mit Rückenwind durch den Stadtrat segelt. Denn der hat da – mit einigen Bedenken – der deutlichen Kostensteigerung für den dritten und letzten Bauabschnitt im „Zoo der Zukunft“ zugestimmt. Statt 64 Millionen Euro, wie noch 2022 vom Stadtrat bewilligt, wird dieser am Ende wohl 86 Millionen Euro kosten. Es sind insbesondere die Pläne für die „Asiatischen Inselwelten“, die den Kostenrahmen derart gesprengt haben.
Aber nun ist trotzdem absehbar, dass Zoodirektor Dr. Jörg Junhold die Fertigstellung des „Zoos der Zukunft“ noch erlebt im Amt. Jetzt steht das Jahr 2028 als großes Finale an.
Auf nach „Feuerland“
Und „Feuerland“ ist einer der größten Schritte auf diesem Weg. Auch das wieder mit einer Fantasie gestaltet, die jeder kennt, der die großen Abenteuerromane der Weltliteratur gelesen hat – von Robert Louis Stevenson bis Jack London, von Herman Melville bis Joseph Conrad. Wer die einzelnen Abenteuerlandschaften im Zoo Leipzig besucht, soll sich tatsächlich ein bisschen so fühlen, als wäre er in die Fantasiewelt eines reiselustigen Autors geraten. Das macht auch die Attraktivität des Leipziger Zoos für viele Besucher aus. Das gilt auch für „Feuerland“.
Zahlreiche Baufachleute und Künstler haben einen Lebensraum für Robben, Pinguine und viele weitere Vogelarten erschaffen, der vor zerklüfteten Felsen zu einem Abenteuer inmitten einer spannenden Tierwelt einlädt, beschreibt der Zoo selbst die Landschaft, die sich am 1. September für die Besucher öffnet.
„Mehr als fünf Millionen Liter Wasser füllen das riesige Schwimmbecken, durch das ein mehr als 100 Meter langer Unterwassertunnel führt, der die Gäste fußläufig auf einen Tauchgang zu unvergesslichen Tierbeobachtungen mitnimmt. Im Wasser sorgt eine Wellenanlage für artgemäße Lebensbedingungen für die quirligen Seelöwen und fracktragenden Humboldt-Pinguine. Strandbereiche sollen als Ruheplätze für die Tiere dienen.“
„Bei der Gestaltung unseres Feuerlandes haben wir ein besonderes Augenmerk auf die Bedürfnisse der Tiere gelegt und für die Besucher einzigartige Perspektiven für die Tierbeobachtung geschaffen“, kommentiert Zoodirektor Prof. Jörg Junhold die neue Erlebniswelt.
Humboldt-Pinguine und Schiffstaufe
Dabei bekämen die Besucher auch eine besondere Perspektive auf die stark vom Aussterben bedrohten Humboldt-Pinguine, die der Zoo Leipzig auch im natürlichen Lebensraum unterstützt. Diese Perspektive haben die Zoobesucher künftig aus dem Bauch eines historisch anmutenden Schiffes heraus, das aus heimischen Hölzern gebaut wurde.
Das Schiff wurde im Beisein der Tierpflegerinnen und Tierpfleger der neuen Feuerland-Welt sowie den Mitarbeitenden des ausführenden Garten- und Landschaftsbaus Krahnstöver & Wolf von deren Geschäftsführer Hannes Krahnstöver und Zoodirektor Prof. Jörg Junhold in Anlehnung an die nachgebildete Pazifikküste auf den Namen „Pacifico“ getauft.
„Feuerland“ im Zoo Leipzig wird neben den tierischen Momenten auch durch seine modernen Bildungsangebote im Gedächtnis bleiben, verspricht der Zoo. Neben analoger Wissensvermittlung an verschiedenen Lernstationen gibt es auch digitale Formate sowie filmische Momente, die auf eine Reise nach Feuerland entführen.
„Es ist wie in der Adventszeit“, umschreibt Zoodirektor Prof. Junhold seine Gefühlslage beim Entstehen der neuen Erlebniswelt. „Es ist, als darf man auf dem Weg zur Eröffnung jeden Tag ein Türchen aufmachen. Ständig passiert etwas Aufregendes und wir machen den nächsten Schritt auf dem Weg zur Eröffnung.“
Einer dieser besonderen Momente war für ihn auch die Ankunft von acht Meerespelikanen aus dem Bergzoo Halle. Sie leben sich nun ebenso wie die 40 Humboldt-Pinguine und neun Robben in der neu entstandenen Anlage ein.
„Oberstes Ziel ist es, dass wir die Tiere kennenlernen, alle futterfest werden und wir ihr Vertrauen gewinnen“, fasst Bereichsleiterin Meriam Pietsch die aktuellen Herausforderungen neben der Fertigstellung von Feuerland zusammen.
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