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Sachsen wird sich in großem Umfang am Neubau des Mitteldeutschen Infektionsschutzzentrums beteiligen. Vom Flughafen Leipzig/Halle aus wurden am Morgen 23 Männer nach Afghanistan abgeschoben. Und: Aktuellen Kenntnissen nach war der mutmaßliche Drohnen-Anschlagsversuch am gleichen Flughafen eventuell größer geplant als bisher bekannt. Die LZ fasst zusammen, was am Dienstag, dem 25. August 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Erste Gelder freigegeben: Neubau des Infektionsschutzzentrums am St. Georg nimmt seinen Weg

Der Freistaat Sachsen wird sich mit 53,53 Millionen Euro am Neubau des Mitteldeutschen Infektionsschutzzentrums mit Sonderisolierstation am Klinikum St. Georg in Leipzig beteiligen. Dies wurde heute offiziell bekanntgegeben. Nach Angaben des Landesministeriums für Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt soll der Haushalt des Freistaates Sachsen 43,53 Millionen Euro beisteuern, vorbehaltlich der Zustimmung des Haushalts- und Finanzausschusses im Landtag. Dazu kommen zehn Millionen Euro aus dem Landesarm des Sachsenfonds, deren Freigabe das Kabinett heute beschlossen hat.

Ein Vertrag mit dem St. Georg könnte zeitnah folgen. Sachsens Gesundheits- und Sozialministerin Petra Köpping (68, SPD) begrüßte die Pläne als „bedeutendes Investitionsvorhaben im Freistaat Sachsen“, das die Krisenresistenz und Vorsorge nachhaltig stärke. Das St. Georg verfügt als einzige Einrichtung landesweit über eine Sonderisolierstation für Menschen, die an lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten wie z.B. Lungenpest oder Ebola leiden. Das Infektionsschutzgesetz verpflichtet die Bundesländer zum Vorhalten derartiger Stationen.

Der Neubau sei für eine weitere Aufrechterhaltung des Betriebs nach aktuellen Standards erforderlich, so das Ministerium. Er soll demnach eine Sonderisolierstation mit zwölf Betten sowie eine Quarantänestation mit acht Betten beinhalten, die entsprechend finanziert werden, um gesetzliche Ansprüche des Landes Sachsen zu erfüllen. Vereinbarungen über eine Finanzierungsbeteiligung anderer Bundesländer seien vorgesehen.

Flughafen Leipzig/Halle: Bundesregierung schiebt 23 Männer nach Kabul ab

Erneut hat Deutschland Menschen nach Afghanistan abgeschoben: Nach Angaben des Bundesinnenministeriums auf X brachte ein Charterflug vom Airport Leipzig/Halle aus am frühen Dienstagmorgen 23 ausreisepflichtige Männer nach Kabul. Bei den Betroffenen handele es sich großteils um Straftäter, die unter anderem wegen Sexual- und Körperverletzungsdelikten verurteilt worden seien.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) verteidigt Abschiebungen nach Afghanistan gegen Kritik und hält an seinem Kurs fest. © BMI/Henning Schacht
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) verteidigt Abschiebungen nach Afghanistan gegen Kritik und hält an seinem Kurs fest. © BMI/Henning Schacht

Etwa 50 Menschen hatten am Vorabend im Flughafenbereich bei einer Eilversammlung nach dem Aufruf eines antirassistischen Bündnisses gegen die Abschiebemaßnahme protestiert: „Jeder Mensch will ein sicheres Leben für sich und seine Familie. Menschen aus Afghanistan, die hier Schutz suchen, werden heute ins Taliban-Regime abgeschoben, wo sie Ausgrenzung, Folter oder sogar der Tod erwartet. Das ist für sie extrem gefährlich“, teilt Kai Adeel als Sprecher des Bündnisses gegen Abschiebungen mit.

Auch die Kooperation mit dem menschenrechtsverletzenden Taliban-Regime, das vor fünf Jahren an die Macht zurückgekehrt war, wird teilweise heftig kritisiert. Während viele Menschen entsetzt auf die islamistische Gewalt beim Berliner CSD schauen, arbeitet die Bundesregierung mit Islamisten zusammen: Sie kooperiert mit den Taliban für Abschiebungen“, sagt Adeel. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) verteidigt Abschiebungen dagegen als richtig und verweist auf das gesellschaftliche Interesse, insbesondere Straftäter rückzuführen.

Gab es sogar drei Drohnen? Neue Kenntnisse nach brisantem Fund am Flughafen – Merz droht Urhebern

Der Flughafen Leipzig/Halle steht derzeit auch in anderem Zusammenhang in den Schlagzeilen: Hier war vor drei Wochen eine Drohne mit Sprengstoff entdeckt worden, die mutmaßlich ein ukrainisches Antonov-Frachtflugzeug angreifen sollte. Ein Angriff auf den mit Rüstungsgütern beladenen Flieger misslang laut Ermittlerkenntnis aufgrund eines defekten Zünders.

Wie heute berichtet wird, wird aktuell vom Einsatz mehrerer Drohnen ausgegangen. Bereits am 14. August soll man demnach eine dritte Drohne – eine zweite könnte mit einem DHL-Flugzeug kollidiert sein – auf einem angrenzenden Feld entdeckt haben. Im Zuge der Untersuchungen sollen Ermittler eine Substanz entdeckt haben, bei der es sich um den hochexplosiven Sprengstoff Hexogen handeln könnte.

Eine Sprecherin der ermittelnden Bundesanwaltschaft hat sich zur Frage der dritten Drohne nicht äußern wollen. Sollten sich die Kenntnisse bewahrheiten, könnte man davon ausgehen, dass der mögliche Anschlagsversuch größer angelegt war als bislang bekannt. Über Festnahmen wurde bisher nichts publik. Vermutet wird eine Beteiligung russischer Geheimdienste. Russland streitet offiziell jede Involvierung ab. Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) hat sich inzwischen auch geäußert, jedoch noch keine konkrete Aussage zu möglichen Tätern getroffen.

Worüber die LZ heute berichtet hat:

Aktionstag auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz: Initiative Stadtnatur will ganz in Schwarz protestieren

Fairer OBM-Wahlkampf in Leipzig? Einer durfte nicht aufs Podium

Heimsuchungstraining für eine fragile Welt: Salon Similde eröffnet die Ausstellung „Haunted Origins“

Hallo Leipzig: So startet Dienstag, der 25. August 2026

Neuer Elitenmonitor aus Leipzig: Ein paar Ostdeutsche mehr in Spitzenpositionen

Hans Wollers Biografie eines Politischen: Wie Thomas Mann zum moralischen Streiter seiner Zeit wurde

Was sonst noch so los war:

Die Polizeidirektion Leipzig veröffentlichte mehrere Zeugenaufrufe, unter anderem zu einem Radunfall, bei dem gestern Abend ein 13 Jahre altes Mädchen im Stadtteil Schleußig schwer verletzt wurde.

Das Bundeskabinett kam heute auf Schloss Neuhardenberg in Brandenburg für zweitägige Beratungen zusammen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem das geplante Reformwerk, die wirtschaftliche Situation und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands.

Eine Ausweitung der Zuckersteuer durch die Bundesregierung soll in Planung sein.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (70, SPD) hat sich zur Einwanderungsgesellschaft geäußert und vor der Diskriminierung von Migranten gewarnt.

 

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