Täglich trug sie die Last tausender Autos, aber wahrgenommen hat sie keiner. Nun wird eine kleine Brücke nahe des Auensees abgerissen. Am Bachdenkmal gehen die gut besuchten Gratiskonzerte in die letzte Runde, zwei Kinos holen die Insel Hiddensee nach Leipzig – und die Stadtreinigung baut ihre Beratungsstelle um, verspricht aber die Aufrechterhaltung des Entsorgungs-Services für Leipzigerinnen und Leipziger.

Abschied von einer stummen Dienerin

Klein und unscheinbar liegt sie über dem ebenso wenig auffälligen Bauerngraben, der sich durch den Leutzscher Teil des Auwaldes schlängelt. Etwa 20.000 Fahrzeuge überqueren täglich die „Brücke am Forsthaus“, wenn sie aus dem Westen kommend an der „Villa Hasenholz“ in die Gustav-Esche-Straße einbiegen, um nach Leipzig-Wahren zu gelangen.

Unter dem dichten Laub und im Schatten der mächtigen Bäume ringsum ist das winzige Bauwerk gut getarnt. Kaum einer der Reisenden nimmt überhaupt wahr, über eine Brücke zu fahren. Doch alles Verstecken hat nichts genützt. Vor zwei Jahren attestierte die Stadt einen „ungenügenden“ Zustand. Mit dem Ergebnis, dass die Brücke übers stille Bächlein in der Nähe des Auensees abgerissen werden muss.

Ein Schicksal, das auch den in Sichtweite stehenden Georg-Schwarz-Brücken beschieden ist. Im Zuge der gigantischen Baumaßnahme zu Rück- und Neubau dieser Trasse über die Bahngleise wird also auch in der Umgebung gehackt, gebaggert und Neues geschaffen. Eine provisorische Umfahrung der Mini-Brücke ist bereits in Betrieb. Ab heute werden mit ihr verbundene Versorgungsleitungen umverlegt. Ist dies erledigt, kommt der Bagger, dessen unerbittliche Schaufel schon drohend bereitliegt.

In Kürze wird Leipzigs unbekannteste Brücke weggebaggert. Foto: Benjamin Weinkauf

Für das Gesamtprojekt im Umfeld des Alfred-Kunze-Sportparks sind eine Gesamtbauzeit von 6 Jahren und ein Investitionsvolumen von 100 Millionen Euro veranschlagt. Die Hoffnung, diese Summe einhalten zu können, scheint jedoch so unrealistisch wie die des tapferen Brückleins, niemand würde es entdecken.

Die Großbaustelle der Georg-Schwarz-Brücken soll insgesamt 6 Jahre dauern. Foto: Benjamin Weinkauf

Service der Stadtreinigung trotz Baumaßnahmen

Die Beratungsstelle „täglich rausgeputzt – Unser Laden fürs Beraten“ der Stadtreinigung Leipzig (Markgrafenstraße 5) bleibt von heute an bis einschließlich Samstag, 29. August 2026, für den Publikumsverkehr geschlossen. Hintergrund der vorübergehenden Schließung sind Umbauarbeiten. Damit entfällt während dieser Zeit die persönliche Beratung am Standort.

Das ServiceTeam der Stadtreinigung bleibt während der Schließung jedoch telefonisch erreichbar (0341 6571–111 von Montag bis Freitag zwischen 8 und 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 14 Uhr). Anfragen sind außerdem per E-Mail an serviceteam@srleipzig.de möglich.

Termine zur Abholung von Sperrmüll und Elektroschrott können während der Umbauarbeiten weiterhin HIER ONLINE über die Internetseite der Stadtreinigung vereinbart werden. Nach Eingabe des Abholortes können auf den Buchungsseiten verfügbare Termine und anschließend eine Uhrzeit ausgewählt werden. Die regulären Gebühren bleiben dabei bestehen.

Für die Abholung von bis zu 4 Kubikmetern Sperrmüll, der vor dem Grundstück beziehungsweise auf dem Gehweg bereitgestellt wird, werden 25 Euro pro Auftrag fällig. Soll der Sperrmüll aus der Wohnung beziehungsweise vom Grundstück abgeholt werden, kostet ein Auftrag bis 4 Kubikmeter 50 Euro. Für ein vor dem Grundstück bereitgestelltes Elektrogroßgerät beträgt die Gebühr 14 Euro pro Gerät. Die Abgabe von Sperrmüll und Elektrogeräten auf einem Wertstoffhof ist für berechtigte Leipziger Haushalte kostenfrei.

Weil der Beratungsladen in der Markgrafenstraße 5 während der Arbeiten geschlossen ist, können dort in dieser Woche keine Wertmarken für kostenpflichtige Leistungen gekauft werden. Die Stadtreinigung verweist stattdessen auf die Geithainer Straße 60 und die weiteren bekannten Verkaufsstellen im Stadtgebiet. Eine nach Postleitzahlen gegliederte beziehungsweise durchsuchbare Übersicht der Verkaufsstellen stellt die Stadtreinigung HIER auf ihrer Internetseite bereit.

Ab 31. August ist der Laden wieder regulär Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet.

Trotz geschlossener Beratungsstelle bleibt die Entsorgung stabil. Foto: Stadtreinigung Leipzig / regentaucher.de

Eine Insel kommt in die Stadt

Sie war und ist Sehnsuchtsort, Wiege von Mythen, Tummelplatz von Aussteigern: die Ostseeinsel Hiddensee. Dokumentarfilmerin Annekatrin Hendel hat über Jahre das Leben auf dem Eiland beobachtet und von Juni 2024 bis Juli 2025 einen in Schwarz-Weiß und CinemaScope gedrehten Dokumentarfilm gedreht, der verspricht, die Gegenwart Hiddensees mit einem Jahrhundert deutscher Geschichte zu verbinden. In ihrem nun veröffentlichten Werk verbindet sie historisches mit neu gedrehtem Material.

Eine besondere Verbindung zur Insel bringt einer der Protagonisten mit: Christian „Flake“ Lorenz, der auch die Filmmusik komponierte, gehörte mit der Band Feeling B in der DDR zur alternativen Musikszene. Die Gruppe spielte auf Hiddensee heimliche Punkkonzerte am Strand, von den dort stationierten Grenzsoldaten argwöhnisch beäugt, aber letztlich toleriert. Historische Aufnahmen davon sind im Film zu sehen.

Hiddensee als Zufluchtsort für Punks und Poeten. Screenshot: WELTKINO

Nach der Uraufführung beim Münchner Filmfestival feierte der Film am Wochenende in der Kinobar „Prager Frühling“ (Haus der Demokratie) seinen hiesigen Einstand. Wer keine Karten mehr bekommen konnte, hat ab heute die Möglichkeit, den gut zweistündigen Streifen in weiteren Aufführungen zu erleben.

In der Kinobar „Prager Frühling“ ist der Film heute um 14 Uhr, am Mittwoch, 26. August, um 14:45 Uhr sowie am Sonnabend, 29. August, um 16 Uhr zu sehen. Weitere Vorstellungen folgen am Sonnabend, 5. September, um 16 Uhr und am Dienstag, 15. September, um 14 Uhr.

Die Passage Kinos in der Hainstraße zeigen den Film heute um 15:45 Uhr und 18:30 Uhr, am Dienstag, 25. August, um 16 Uhr und 18:30 Uhr sowie am Mittwoch, 26. August, um 16 Uhr.

Annekatrin Hendels Arbeiten wurden wiederholt für bedeutende Preise nominiert und ausgezeichnet. Bereits 2004 erhielt sie für „Zur Zeit verstorben“ eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis. Ihr Dokumentarfilm „Vaterlandsverräter“ brachte ihr 2011 den Friedensfilmpreis beim FilmFest Osnabrück ein und wurde zwei Jahre später mit dem Grimme-Preis in der Kategorie „Information und Kultur“ ausgezeichnet.

2012 hatte die Produktion „Mein Leben – Die Fotografin Sibylle Bergemann“ einen Grimme-Preis erhalten. Zweimal würdigte die DEFA-Stiftung Hendels dokumentarische Arbeit mit dem Heiner Carow-Preis: 2017 erhielt ihn „Fünf Sterne“, 2019 folgte „Schönheit & Vergänglichkeit“. Eine weitere Nominierung für den Deutschen Filmpreis kam 2021 hinzu: „SPACE DOGS“ in der Kategorie Dokumentarfilm.

Freaks und Früchtchen. Die Insel zieht große wie kleine Träumer in ihren Bann. Screenshot: WELTKINO

Der Sommer neigt sich, zumindest musikalisch

Noch bis zum 31. August gibt es die beliebten montäglichen „Konzerte am Bachdenkmal“. Eine Veranstaltungsreihe, die sowohl Musikfreunde (freier Eintritt!) als auch am Platz befindliche Gastronomen freut (kulturvolle Gäste). Musik aus verschiedenen Epochen, Kulturen und Traditionen kündigt für heute Abend das „Trio Sphera“ an.

Unter dem Motto „Die Freude am Entdecken“ widmen sich der Geiger Adam Markowski, Mitglied des MDR-Sinfonieorchesters, der Cellist Michael Peternek vom Gewandhausorchester Leipzig sowie die Pianistin Mediha Khan Werken verschiedener Epochen und kultureller Hintergründe und stellen dabei unterschiedliche musikalische Ausdrucksformen einander gegenüber. Auf diese Weise sollen Verbindungen zwischen verschiedenen Traditionen hörbar werden, die zunächst weit auseinanderzuliegen scheinen.

Das Trio möchte musikalische Qualität mit Neugier und Offenheit vereinen und bietet mit seinem Konzert eine Entdeckungsreise durch unterschiedliche musikalische Welten. Der Spielort am Bachdenkmal an der Thomaskirche bildet dafür einen passenden Rahmen. Das Publikum ist eingeladen, sich dort auf unterschiedliche Klangfarben, musikalische Begegnungen und neue Zusammenhänge einzulassen.

Beginn ist um 19 Uhr. Erreichbar ist der Thomaskirchhof am besten mit allen S-Bahnen, die am Markt halten, und mit den Linien 9 (Straßenbahn) und 89 (Bus).

Zum Abschluss der diesjährigen „Konzerte am Bachdenkmal“ singt am nächsten Montag das Vokalensemble SoaVI. Es wurde 2022 von Studierenden der Studiengänge Historischer Gesang und Klassischer Gesang an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig gegründet.

Das Trio Sphera spielt heute das vorletzte der diesjährigen Konzerte am Bachdenkmal.

 

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