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Einen Zeitplan zur Umgestaltung des Wilhelm-Leuschner-Platzes zu einer grünen Oase gibt es bis jetzt nicht. Aber die Stadt will das Kommende am Mittwoch, dem 26. August, schon einmal feiern. Mit einem Aktionstag auf dem Platz: Zwischen 14 und 18 Uhr informieren städtische Ämter und die künftig dort ansässigen Institutionen zu den Plänen. Die Leipzigerinnen und Leipziger sind eingeladen, ab 17 Uhr an einem White Dinner teilzunehmen – in weißer Kleidung. Aber die Initiative Stadtnatur will den Tag zum Protest nutzen: ganz in Schwarz natürlich.

„Aus dem aktuell unwirtlichen Zwischenraum wird ein grüner Stadtplatz, ein Raum für Begegnungen und ein Ort der Erinnerung an die Friedliche Revolution“, versucht die Stadt, die Leipziger neugierig zu machen auf den 26. August. Mit dabei seien dann neben den planenden Ämtern und Büros etwa Vertreterinnen und Vertreter der Universität Leipzig, des Naturkundemuseums, des Leibniz-Instituts für Länderkunde sowie der Stiftung Friedliche Revolution.

Und zum Ausklang des Aktionstags, ab 17:00 Uhr bis etwa 19:00 Uhr, gebe es ein sogenanntes White Dinner. „Die ursprünglich aus Frankreich stammende Idee beinhaltet ein gemeinsames Essen unter freiem Himmel. Dabei gilt traditionell die Kleiderordnung: ganz in Weiß. Wer teilnehmen möchte, bringt seine eigenen Getränke und Speisen mit sowie, falls gewünscht, eine Decke oder einen Stuhl. Bierbank-Garnituren werden bereitstehen, eine Voranmeldung ist nicht nötig“. Meint die Verwaltung.

Schwarz statt Weiß

Einen Zeitpunkt für die Entsiegelung des Platzes und dessen Begrünung gibt es freilich noch nicht. Und bei der Initiative Stadtnatur sieht man ohnehin keinen Grund zum Feiern.

„Die Stadt Leipzig feiert hier die Entstehung von Betonkästen und die Vernichtung des wertvollen Stadtgrüns. WIR von der Initiative Stadtnatur protestieren und kommen ganz in Schwarz“, kündigt die Initiative an.

Sie will aber gerade das White Dinner irgendwie nicht stören, sondern will von 14 bis 16 Uhr protestieren. Nicht gegen die Begrünung des Platzes, sondern gegen die teilweise längst vollzogenenen Baumfällungen vor allem im Ostteil des Geländes, wo derzeit schon der Global Hub der Universität Leipzig und der Neubau des Leibniz-Instituts für Länderkunde gebaut werden.

„Längst steht fest: Die durchgeführten Rodungen waren illegal – ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Bautzen vom Mai 2026 liegt vor“, betonen Wiebke Engelsing und Axel Schmoll von der Initiative Stadtnatur ihre Position.

„Aber die Umsetzung der rechtswidrigen Planung wird weiter vorangetrieben. Insgesamt sollen über 200 Altbäume (60 bis 80 Jahre alt), unzählige Jungbäume, Sträucher und Hecken fallen! Die Stadt versucht, die Zerstörung des Stadtgrüns grün zu labeln und behauptet, neben den Betonbauten würde ein ‚Ökotopia‘ entstehen – obwohl hier Einheitsdenkmal, Freisitze und vielfältigste Nutzungsansprüche eine grüne Entwicklung verhindern und neue Pflanzungen in den nächsten Hitzesommern zwischen Beton und ohne Schatten kaum eine Chance haben. Diese Planungen sind im Klimanotstand und angesichts des schwindenden Stadtgrüns unverantwortlich!“

Weshalb die Initiative denn auch einen sofortigen „Baustopp zur Klärung der Rechtsverstöße“ fordert und ein „Bauen nur mit Erhalt des noch vorhandenen Baumbestandes!“

Bei der Gelegenheit will man – ganz in Schwarz – auch Passagen des Gerichtsurteils vorlesen. Was wohl wenig gegen die Bebauungspläne des Wilhelm-Leuschner-Platzes bewirken wird, die bislang alle mit Stadtratsbeschlüssen untersetzt sind.

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