Am Wilhelm-Leuschner-Platz in Leipzig fand man einen jungen Mann mit Stichverletzungen auf. Die Hintergründe sind bislang unklar. Und: Weitgehend friedlich lief eine Großdemo am Samstag in Plauen gegen Friedrich Merz und die Bundesregierung ab. Sie wurde von Gegenprotest aufgrund von Rechtsextremismus-Vorwürfen begleitet. Die LZ fasst zusammen, was am Wochenende, dem 8. und 9. August 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Was ist geschehen? 20-Jähriger mit Stichverletzungen in Leipzig entdeckt

Schockierender Fund am Wilhelm-Leuschner-Platz in Leipzig: Dort wurde Samstagmittag ein junger Mann mit Stichverletzungen entdeckt. Laut Polizeidirektionssprecher Tom Erik Richter wurden die Einsatzkräfte etwa 13:20 Uhr informiert und fanden den 20-Jährigen nahe am S-Bahn-Haltepunkt vor. Der Betroffene erhielt durch einen Polizisten eine Erstversorgung und wurde zur weiteren Behandlung stationär ins Krankenhaus eingeliefert.

Die Polizei hat währenddessen ihre Ermittlungsarbeit aufgenommen, Spuren gesichert und einen Fährtenhund eingesetzt. Zu den Hintergründen der Tat lagen zunächst keine Informationen vor, der Verdacht lautet auf gefährliche Körperverletzung.

Großdemo in Plauen gegen Bundesregierung läuft friedlich ab

Überwiegend friedlich blieb dagegen eine Großdemonstration am Samstag im sächsischen Plauen: In der vogtländischen Stadt demonstrierten am Samstag nach einem Bericht des MDR rund 10.000 Menschen gegen die Bundesregierung. Ein Aufruf dazu war durch die Bewegung „Projekt M1llion“ ergangen. Auf deren Website werden unter anderem der Rücktritt der Bundesregierung und Neuwahlen, direkte Demokratie nach Schweizer Vorbild, ein Stopp der aktuellen Gesundheitsreform, ein bundesweites 29-Euro-Ticket sowie eine Neuausrichtung der Migrationspolitik gefordert.

Der Aufzug der Protestbewegung, die nach eigener Aussage an die Friedliche Revolution in der DDR anknüpfen will, wurde vorübergehend wegen Trommlern gestoppt. Geschwenkt wurden zahlreiche Deutschlandflaggen, aber auch Fahnen des Königreichs Sachsen waren zu sehen. Diese werden häufig durch die als rechtsextrem eingestuften „Freien Sachsen“ verwendet.

Nicht zuletzt dieser Umstand hatte einige hundert Gegendemonstranten mobilisiert. Laut dem Bündnis für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage sei die Demo von „Projekt M1llion“ in einschlägigen Kanälen auch von rechtsextremen Kräften beworben worden. Ebenso kämen Organisatoren aus diesem Milieu. Hinter der vordergründigen Anschlussfähigkeit des Protestes aufgrund der Politik der Bundesregierung würden in Facebook-Kommentaren völkische und antisemitische Narrative verbreitet.

Nach Polizeiangaben wurden nur vereinzelt Straftaten wie Beleidigungen registriert. Wegen der sommerlichen Witterung und ihren Folgen mussten jedoch rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kundgebungen aufgrund von Kreislaufproblemen medizinische Versorgung in Anspruch nehmen.

Worüber die LZ am Wochenende berichtet hat:

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Was sonst noch so los war:

Polizei und Ordnungsamt haben am späten Samstagabend eine nicht angemeldete Party am Nordufer des Zwenkauer Sees aufgelöst, auf der sich ca. 350 Menschen aufgehalten haben sollen. Die Behörden leiteten Verfahren wegen diverser Ordnungswidrigkeiten ein.

Nach einem größeren Polizeieinsatz in der Leipziger Nikolaistraße am Donnerstag wurde bekannt, dass es sich bei einem mutmaßlichen Randalierer um den Freiberger OBM Philipp Preißler (Freie Wähler) handeln soll: Der 40-Jährige, der sich privat in einem Hotel aufhielt, habe demnach Inventar beschädigt, Gegenstände geworfen und Polizeibeamte verletzt.

In Chemnitz stürzte am Sonntagmorgen ein Pkw in die Würschnitz, der Fahrer (78) verletzte sich schwer.

Ein Wanderer aus Sachsen wurde durch die Bergwacht in den Alpen gerettet.

Das Niedrigwasser in vielen Flüssen bereitet nach wie vor Probleme, einige Bundesländer haben das Sonntagsfahrverbot für Lkw deswegen gelockert.

Israel hat einen durch US-Präsident Donald Trump (80) vorgelegten Friedensplan für den Gazastreifen offiziell abgelehnt: Ein Rückzug der Armee käme nur bei einer kompletten Entwaffnung der Hamas infrage, zugleich werde es in Gaza oder im Westjordanland unter seiner Ägide keinen Palästinenserstaat geben, sagte Israels Premier Benjamin Netanjahu (76) bei einer Kabinettssitzung. Einige Punkte des US-Plans seien annehmbar, andere aber nicht.

Im Iran-Konflikt pocht die iranische Seite auf Zugeständnisse der USA.

Kalenderblatt: Blitzvormarsch der Taliban in Afghanistan vor fünf Jahren

Am 8. August 2021 erobern die radikalislamischen Taliban in Afghanistan bei ihrer Sommeroffensive die bedeutsame Provinzhauptstadt Kundus im Norden des Landes. Später dringen sie in weitere Städte vor, nennenswerten Widerstand von Armee und Sicherheitskräften gibt es nicht.

Am 15. August rücken die Taliban in Kabul ein und kehren damit rund zwanzig Jahre nach ihrer Vertreibung durch westliche Streitkräfte an die Schalthebel der Macht zurück. Afghanistans Präsident Aschraf Ghani flüchtet ins Exil. Besonders für Frauen, Mädchen und Oppositionelle bedeutet der Triumph der Taliban aufgrund ihrer Missachtung von Menschenrechten einen entsetzlichen Rückschritt.

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