Berlin wird seine Bewerbung für die Ausrichtung der Olympischen Spiele zurückziehen. Damit ist auch für Partner Leipzig der Traum von Olympia erneut geplatzt. Die sächsische Polizei hat gemeinsam mit polnischen Beamten eine europaweit agierende Autoschieber-Bande gefasst. Und: Das Rüstungsunternehmen Covenant will seine neue Fabrik bei Leipzig bereits in zwei Wochen eröffnen. Die LZ fasst zusammen, was am Mittwoch, dem 23. September 2026, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
Leipziger Olympiatraum geplatzt
Für den kommenden Samstag war auf dem Leipziger Marktplatz ein großes Public Viewing angekündigt worden. Gemeinsam wollte man dort gespannt die Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) verfolgen, wer denn für Deutschland als offizieller Olympia-Bewerber ins internationale Rennen gehen darf. Leipzig ist als Teil der Bewerbung Berlin+ mit im Rennen – besser gesagt: Es war im Rennen. Denn wie der rbb heute vermeldete, will Berlin morgen den Rückzug seiner Bewerbung bekannt geben. Damit wäre auch Leipzig raus – so wie auch schon bei den Spielen 2012.
Den endgültigen Deckel auf diese Absage-Entscheidung hatte wohl die gestrige Bekanntgabe der Prüfergebnisse der DOSB-Evaluierungskommission gemacht. Diese sieht München mit 87 von 100 möglichen Bewertungspunkten ganz vorn, knapp dahinter folgt Köln/Rhein-Ruhr mit immerhin 85 Punkten. Berlin+ hingegen brachte es nur auf 74,6 Punkte. Eine denkbar schlechte Ausgangsposition. Den Hauptstädtern fiel hier wohl vor allem auf die Füße, dass sie im Gegensatz zu den beiden Mitbewerbern auf einen Bürgerentscheid zu ihrer Olympia-Idee verzichtet hatten.
Neben dem dadurch befürchteten fehlenden Rückhalt aus der Bevölkerung, ahnt der DOSB nach dem Ausgang der aktuellen Berlin-Wahlen außerdem politischen Gegenwind für Olympia. Denn sowohl Wahlsieger Die Linke als auch die Grünen – beide bringen es zusammen auf 40 Prozent der Stimmen im Abgeordnetenhaus – waren und sind gegen eine Olympiabewerbung. Nun gilt also München als Top-Favorit, das bereits 1972 einmal Austragungsort der Sommerspiele gewesen war. Entschieden wird das nun am frühen Samstag-Nachmittag auf der außerordentlichen DOSB-Mitgliederversammlung in Baden-Baden.
Autoschieber-Bande gefasst
Die Staatsanwaltschaft Dresden und das Landeskriminalamt Sachsen ermitteln gegen zwölf Polen im Alter von 19 bis 54 Jahren wegen des Verdachts des schweren Bandendiebstahls in mehr als 70 Fällen. Die Beschuldigten sollen einer – von Polen aus europaweit agierenden – Bande angehört und zwischen Anfang 2017 und Ende 2025 hochwertige Autos in Deutschland gestohlen und nach Polen gebracht haben. Dort sollen die Fahrzeuge gewinnbringend verwertet worden sein.
Die Ermittlungen umfassen Fahrzeugdiebstähle in über 50 Städten und Gemeinden im gesamten Bundesgebiet. Nach bisherigem Stand wird von einem Gesamtschaden von mehr als drei Millionen Euro ausgegangen. Am gestrigen 22. September konnten aufgrund von Europäischen Haftbefehlen der Staatsanwaltschaft Dresden neun Beschuldigte in Polen festgenommen werden. Sie befinden sich dort in Auslieferungshaft. Die Dresdner Staatsanwaltschaft hat ihre Überstellung nach Deutschland zur Durchführung des Strafverfahrens beantragt.
Zeitgleich durchsuchten Einsatzkräfte unter anderem in Wroclaw, Lubin, Zgorzelec, Bogatynia, Porajow, Ogorzelec und Zlotoryja zahlreiche Objekte. Dabei stellten sie Fahrzeugteile von etwa 30 gestohlenen Autos sicher. An den Maßnahmen waren 120 polnische und 60 sächsische Polizeibeamte beteiligt. Die Ermittlungen dauern an. Die Einsätze in Polen werden durch ISF LUMEN Expanded mit Mitteln des EU-International Security Fund zur Bekämpfung organisierter Kriminalität mitfinanziert.
Rüstungsfabrik startet schon eher
Das US-Rüstungsunternehmen Covenant will sein neues Werk in bzw. bei Leipzig bereits Anfang Oktober offiziell eröffnen. Das hat die LVZ heute berichtet (Paywall). Die Produktion von Marschflugkörpern soll allerdings entsprechend der bisherigen Planungen erst im ersten Quartal 2027 beginnen. Covenant selbst hatte sich auf Anfrage des Blattes nicht zu den neuen Entwicklungen geäußert.
Zur Eröffnung des Werkes werde Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und offenbar auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) erwartet. Eine Bestätigung des Bundeswirtschaftsministeriums stehe dazu aber noch aus.
Gegen die Ansiedlung gibt es weiterhin Protest. Erst am vergangenen Samstag zogen über 500 Menschen unter dem Motto „Keine Raketenfabrik in Leipzig“ demonstrierend durch die Stadt. Diese jedoch hat nur begrenzte Möglichkeiten, das Vorhaben überhaupt stoppen zu können, da Covenant ein privatwirtschaftliches Unternehmen ist und zudem eine bereits bestehende Halle übernimmt.
Worüber die LZ heute berichtet hat:
Der Einäugige unter den Blinden: Kritik am „1. Platz“ für Sachsen im Bildungsranking der INSM
Hallo Leipzig: So startet Mittwoch, der 23. September 2026
Geschichte einer zerrissenen Heimat: Ein Buch über all die Wirrnisse des Nahost-Konflikts
Was sonst noch wichtig war:
Nach einem größeren Felssturz an der Zugspitze, ist Deutschlands höchster Berg in eine riesige Staubwolke gehüllt. Schäden oder verletzte Personen hat es glücklicherweise keine gegeben.
Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf zur Abschaffung der Bonpflicht beschlossen. Die gewohnten Papierbelege sollen somit ab 2028 durch digitale Alternativen ersetzt werden.
Für die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie stehen Tarifverhandlungen ins Haus. Die Gewerkschaft IG Metall geht mit der Forderung nach fünf Prozent mehr Geld plus tarifliche Gewinnbeteiligung ins Rennen.
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