This article is also available in English: Read this article in English.

Es gibt einiges zu sehen: Nudeln (schon fertig), hart arbeitende Bauarbeiter (noch am Schaffen), Busse (die für Eisenbahnen einspringen, aber in der Spur bleiben müssen). Und das Theater der Jungen Welt feiert seinen 80. Geburtstag, damit beweisend, dass der Traum ewiger Jugend in Erfüllung gehen kann. In Werner Tübkes einstiger Villa wird es idyllisch. Und, das Titelbild verrät es, dort zeigt sich ein Kätzchen.

Was wär´die Bahn ohne Bau…

Machn wir´s kurz, die Fahrt dauert lang genug: Auf den Bahn-Linien RE 12 und RB 22 beginnen heute Fahrplanänderungen wegen Brückenbauarbeiten zwischen Leipzig Hauptbahnhof und Leipzig-Plagwitz. Am Samstag und Sonntag wird der Streckenabschnitt vollständig gesperrt. Zwischen Hauptbahnhof und Knauthain verkehren Ersatzbusse. Betroffen sind auch Verbindungen in Richtung Gera und Saalfeld.

Bereits heute fährt der Ersatzbus 60871 um 22:48 Uhr am Leipziger Hauptbahnhof ab und erreicht Knauthain um 23:17 Uhr. In Gegenrichtung startet Bus 60874 um 22:52 Uhr in Knauthain und kommt um 23:22 Uhr am Hauptbahnhof an. Der RE 80872 fährt um 21:58 Uhr ab Gera und erreicht Knauthain um 22:46 Uhr. Die RB 80874 verkehrt heute und Samstag um 23:13 Uhr ab Gera bis Knauthain, Ankunft 0:04 Uhr.

Die Ersatzbusse halten am Leipziger Hauptbahnhof auf der Ostseite an den Steigen Q und R, in Plagwitz an der Ersatzhaltestelle Naumburger Straße und in Knauthain an der Bushaltestelle Knautkleeberg. Fahrräder können nur eingeschränkt mitgenommen werden.

Der vollständige Baustellenfahrplan mit allen Abfahrtszeiten und Verkehrstagen ist unter www.erfurter-bahn.de im Bereich Fahrplanänderungen veröffentlicht. Auskünfte erteilt die die Linien betreibende Erfurter Bahn unter 0361 74207 250.

Happy Birthday, altes Haus

Achtzig Jahre hat es auf dem Buckel. Und dennoch ist ihm seit jeher ewige Jugend beschieden. Das Theater der Jungen Welt (TDJW)  feiert am Samstag sein beachtliches Jubiläum. Das 1946 gegründete Haus gilt als ältestes professionelles Kinder- und Jugendtheater Deutschlands. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist ein musikalischer Festakt am Samstag um 19 Uhr im Großen Saal. Im offiziellen Spielplan wird die Veranstaltung leider bereits als „ausgebucht“ geführt.

Auf dem Programm stehen Festreden, Ausschnitte aus Inszenierungen und musikalische Beiträge. Der Kinderchor der Schola Cantorum präsentiert ein eigens geschriebenes Geburtstagslied. Außerdem wirken das TDJW-Ensemble, die Brazzbanditen und Polizeiruf-Star Peter Schneider mit. Die Fördergesellschaft des TDJW sammelt Spenden, um Kindern und Familien mit geringem Einkommen Theaterbesuche zu ermöglichen.

Keinen Platz mehr für den Festakt bekommen? Bereits vorher, von 14 bis 17 Uhr, lädt das Theater zu einem kostenlosen Geburtstagsfest mit Rallye, Kinderdisko, Hüpfburg, Bastelangeboten und Workshops ein. Ab 21 Uhr folgt im Kleinen Saal eine kostenlose Jubiläumsparty für Besucher (ab 16!).

Vor zwanzig Jahren spielte Peter Schneider („Polizeiruf“, „Nackt unter Wölfen“) in der Wiederaufnahme des Gründungsstückes „Emil und die Detektive“ mit. Auf dem Foto rechts oben. Quelle: Theater der Jungen Welt

Die Jubiläumsfeierlichkeiten werden am Dienstag mit der Eröffnung der Ausstellung „Die wichtigste Rolle spielt das Publikum“ im Stadtbüro (Burgplatz) fortgesetzt. Die Schau zeichnet anhand von 18 Interviews mit Menschen aus vier Generationen die Geschichte des Theaters nach. Sie behandelt unter anderem die DDR-Zeit, den Theaterbrand der einstigen Spielstätte am Zoo 1989 und die Entwicklung nach der Wiedervereinigung. Sie ist bis zum 27. November bei freiem Eintritt zu sehen.

Geöffnet ist sie dienstags bis donnerstags von 13 bis 18 Uhr sowie freitags von 13 bis 15 Uhr. Am 13. November von 13 bis 14 Uhr sowie am 19. und 24. November jeweils von 16 bis 17 Uhr laden „80-Jahre-Stammtische“ im Stadtbüro zum Austausch über die Theatergeschichte ein. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Parallel läuft der reguläre Spielbetrieb weiter, unter anderem mit „Die goldene Gans“ am 10. November um 10 Uhr, „Mariah Stuart – Heads will roll“ am 12. November um 19 Uhr und der Premiere von „Die drei kleinen Schweinchen“ am 27. November um 16:30 Uhr. Das vollständige Jubiläumsprogramm und den Spielplan veröffentlicht das Theater unter www.theaterderjungenweltleipzig.de.

Seine erste Vorstellung gab das Haus am 7. November 1946 mit Erich Kästners „Emil und die Detektive“ im Weißen Saal der Kongresshalle am Zoo. Weil Heizmaterial knapp war, mussten die Besucher damals ein Stück Kohle als Eintritt mitbringen. Zur Spielzeit 1950/51 wurde das Theater in die Städtischen Theater Leipzig eingegliedert.

Der Weiße Saal blieb über Jahrzehnte seine feste Spielstätte, bis er am 28. August 1989 durch Brandstiftung zerstört wurde. Danach musste das Ensemble auf verschiedene Ausweichquartiere zurückgreifen und spielte in Schulen, Kulturhäusern, einem Theaterzelt und insbesondere im Haus Leipzig.

Erst 2003 erhielt das Theater mit dem umgebauten ehemaligen Haus der Volkskunst am Lindenauer Markt wieder eine dauerhafte Spielstätte. Zu den Schauspielern, die ihre Laufbahn auch an diesem Haus verbrachten, gehört Rolf Hoppe. Er war 1954-1956 am Leipziger Jugendtheater engagiert und erlangte später internationale Bekanntheit, unter anderem durch seine Darstellung Hermann Görings in dem 1981 erschienenen, mit einem Oscar ausgezeichneten Film „Mephisto“ oder als zweifelhafter Kunstsammler im satirischen Realkrimi „Schtonk“.

Das heutige Team des TDJW feiert eine 80-jährige Erfolgsgeschichte. Foto: Tom Schulze

Na schau mal an

Zwei Ausstellungseröffnungen laden an diesem Wochenende ein, sich an Design und Malerei zu erfreuen. Und an ersterer hätte Loriot mit Sicherheit seine Freude gehabt. Das GRASSI Museum für Angewandte Kunst eröffnet heute um 19 Uhr die Ausstellung „AL DENTE. Pasta & Design“. Am Samstag, 7. November, beginnt um 14 Uhr in der Galerie Schwind die Ausstellung „Idyll“ mit Arbeiten der Leipziger Künstler Sten Gutglück und Matthias Ludwig.

Im GRASSI Museum (Johannisplatz) geht es um die Gestaltung und Herstellung von Teigwaren sowie um ihre kulturelle Bedeutung als Designobjekte. Die Ausstellung beleuchtet handwerkliche und industrielle Verfahren und zeigt, wie sich technische Entwicklungen auf die Formen von Pasta auswirken. Zu den vorgestellten Werkzeugen und Verfahren gehören Nudelwalzen, Spätzlepressen, Bronzematrizen, industrielle Pressverfahren und 3D-Druck.

Darüber hinaus widmet sich die Präsentation der Gestaltung von Verpackungen und Werbung. Entwürfe von Philippe Starck, Giorgio Giugiaro und Walter de Silva verdeutlichen, wie sich auch bekannte Designer mit der Formgebung von Nudeln beschäftigt haben. Die Ausstellung stammt vom HfG-Archiv des Museums Ulm und wurde von Dr. Stefanie Dathe, Dr. Martin Mäntele und Dr. Linus Rapp kuratiert. Sie ist nach dem heutigen Eröffnungsabend bis zum 3. Oktober 2027 zu sehen.

Für die Vernissage gilt laut Museum ausdrücklich: „Eintritt frei, ohne Reservierung.“ Der reguläre Besuch der Sonderausstellung kostet anschließend 10 Euro, ermäßigt 7 Euro. Mit Leipzig-Pass oder EhrenamtsPass beträgt der Eintritt 5 Euro, Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18 Jahre haben freien Eintritt.

Fast ein Jahr lang dreht sich im GRASSI alles um die Nudel…

Idyllisch wird es am Samstag in der Galerie Schwind (Springerstraße 5). Im ehemaligen Wohn- und Atelierhaus des Malers Werner Tübke präsentieren Sten Gutglück und Matthias Ludwig neue Werkzyklen unter dem gemeinsamen Ausstellungstitel „Idyll“. Von Sten Gutglück sind unter anderem die 2026 entstandenen Acrylbilder „Idyll 2“, „Idyll 3“, „Idyll 4“ und „Idyll 9“ angekündigt. Die jeweils 40 mal 30 Zentimeter großen Arbeiten wurden auf Holz ausgeführt. Hinzu kommen Bilder aus den Serien „Somewhere“ und „The expection“.

Matthias Ludwig ist beispielsweise mit „Auf dem Dachboden“ vertreten, einer 2026 entstandenen Mischtechnik im Format 120 mal 100 Zentimeter. Ebenfalls angekündigt sind seine Arbeit „Nächtliche Flussfahrt“ aus dem Jahr 2026 und das bereits 2025 entstandene Werk „Vanitas“.

Die Galerie Schwind ist regulär dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Montags, sonntags und an Feiertagen bleibt sie geschlossen.

Ab diesem Wochenende gibt es Werke von Sten Gutglück & Matthias Ludwig zu sehen. Quelle: Galerie Schwind

Damit Bimmel und August wieder eins werden…

Jetzt wird noch mal richtig geklotzt! Denn die Gleisbauarbeiten am Leipziger Augustusplatz sollen am Sonntag abgeschlossen werden. Damit endet nach Angaben der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) die seit dem 12. Oktober bestehende Unterbrechung des Straßenbahnverkehrs zwischen Roßplatz und Augustusplatz.

Noch am Wochenende müssen sich Fahrgäste der Linien 8, 10, 11, 12, 14, 16 und N10 auf geänderte Streckenführungen einstellen. Während der Bauzeit wurden mehrere Straßenbahnlinien über den Goerdelerring und die Thomaskirche umgeleitet, andere verkürzt oder miteinander verknüpft. Die Baulinie 38 übernahm zeitweise Verbindungen auf Teilstrecken der Linien 8 und 10. In ihrer Mitteilung vom 8. Oktober hatten die LVB angekündigt: „Für die Durchführung der Arbeiten muss der Straßenbahnbetrieb zwischen Roßplatz und Augustusplatz vom 12. Oktober bis einschließlich 8. November unterbrochen werden. Ab dem 9. November verkehren die Straßenbahnen wieder planmäßig.“

Für Autofahrer dauern die Behinderungen allerdings länger. Auf dem Georgiring stehen weiterhin weniger Fahrspuren zur Verfügung, zudem bestehen Einschränkungen beim Abbiegen aus dem Grimmaischen Steinweg. Diese Verkehrsregelungen sollen voraussichtlich bis zum 13. November gelten. Über kurzfristige Änderungen informieren die Verkehrsbetriebe HIER ONLINE auf ihrer Internetseite.

Ab Montag sollen die Bahnen wieder wie gewohnt über den Augustusplatz rollen. Archiv-Foto: Benjamin Weinkauf

 

So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar