Die Stadt Leipzig will die baulich-künstlerische Umsetzung des Freiheits- und Einheitsdenkmals auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz jetz auf den Weg bringen. Mit dem Bau soll im Frühjahr 2027 begonnen werden, die Fertigstellung ist zum 40. Jahrestag der Friedlichen Revolution am 9. Oktober 2029 geplant, teilt die Verwaltung mit.

Darauf hat sich die Stadtspitze in dieser Woche verständigt. Über den dazugehörigen Bau- und Finanzierungsbeschluss muss der Stadtrat freilich noch in seiner Sitzung am 16. Dezember entscheiden.

Für den Bau des Denkmals sind fünf Millionen Euro vorgesehen. Vier Millionen Euro und damit 80 Prozent der Kosten übernehmen der Bund und der Freistaat Sachsen gemeinsam. Der städtische Eigenanteil beträgt eine Million Euro.

„Aus langjähriger Planung wird ein konkretes Vorhaben. Es ist ein schöner Ausblick, bald durch den Park als Erinnerungsort schlendern zu können, Menschen zu begegnen und sich über Geschichte und eigene Erfahrungen auszutauschen. Dabei steht das Denkmal nicht nur für das Leipziger Engagement – es ist ein Ort, der an die europäischen Freiheitsbewegungen erinnert und zugleich das Heute nicht aus dem Blick verliert“, sagt Oberbürgermeister Burkhard Jung.

Modell zum Denkmal in Nahaufnahme.
Siegerentwurf für das Freiheits- und Einheitsdenkmal. Foto: LZ

Mit dem Denkmal soll an die Friedliche Revolution von 1989 und den entscheidenden Beitrag der Leipzigerinnen und Leipziger zur Überwindung der deutschen Teilung erinnert werden. Zugleich steht es für Freiheit, Demokratie und den Mut zum gesellschaftlichen Engagement.

Der Deutsche Bundestag hatte 2008 beschlossen, den Beitrag der Leipziger Bevölkerung zur Friedlichen Revolution gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen und der Stadt Leipzig angemessen und sichtbar zu würdigen.

Siegerentwurf aus internationalem Wettbewerb

Der Entwurf „Banner, Fahnen, Transparente“ stammt vom Studio FED mit dem Leipziger Architekturbüro ZILA sowie der Künstlerin Bea Meyer und dem Künstler Michael Grzesiak. Er ging am 1. Oktober 2024 als Sieger aus einem internationalen künstlerischen Realisierungswettbewerb mit 36 Einreichungen hervor.

Rund 50 weiße Skulpturen in Form von Bannern, Fahnen und Transparenten erinnern an den Mut der Menschen, 1989 öffentlich für Freiheit und Demokratie einzutreten. Ihre unbeschriebenen Flächen stehen für die Freiheit, eigene Überzeugungen sichtbar zu machen, und laden dazu ein, sich mit demokratischem Miteinander und der Bedeutung des eigenen Engagements auseinanderzusetzen.

Als dezentrales Denkmal wird es in die künftige Parkgestaltung auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz eingebettet, die nach dem Entwurf „Ökotopia“ des Berliner Atelier LOIDL gestaltet werden soll.

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