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Ein Kohlekoloss aus tauend Tonnen Stahl wechselt seinen Einsatzort im Braunkohlerevier. Die Verkehrsbetriebe wollen mit Sonderlinien helfen, ein Verkehrschaos rund um das heutige Champions-League-Spiel zu verhindern, an der Hochschule für Musik und Theater gibt es ein Konzert, das sich dem Komponisten Béla Bartók mit Elementen des Jazz widmet – und ein Gesprächsabend geht der Frage nach, wie schützenswert unsere demokratische Grundordnung ist.

Sonderfahrten zur Champions League

Immer wieder kommt es wegen des enormen Besucheransturms bei Spielen in der Red-Bull-Arena zu Staus und Straßenverstopfungen rund um das Stadion. Um dieses Chaos zu vermeiden, wird die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfohlen. Für das heutige Champions-League-Spiel zwischen RB Leipzig und PSV Eindhoven, das um 21 Uhr angepfiffen werden soll, richten die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) von 18 Uhr bis 23:59 Uhr einen Sonderverkehr ein.

Auf der Linie 51 fahren Bahnen zwischen Paunsdorf Nord und Wahren über den Torgauer Platz, den Hauptbahnhof und den Waldplatz. Die Sonderlinie 54 verbindet den Hauptbahnhof mit der Haltestelle Sportforum Ost. Die Linie 56 verkehrt vom Messegelände über das Chausseehaus und die Westseite des Hauptbahnhofs bis zum Sportforum Süd. Während die Linie 51 eingesetzt wird, entfällt die Linie 38. Damit sollen insbesondere die An- und Abreise zum Stadion erleichtert und die regulären Verbindungen im Umfeld des Sportforums ergänzt werden.

Wenn auf den bereits erworbenen Tickets für das Spiel die Logos der LVB und des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV) aufgedruckt sind, handelt es sich um ein sogenanntes Kombiticket. Damit ist die Eintrittskarte gleichzeitig auch ein Fahrschein, gültig fünf Stunden vor und nach dem Spiel im gesamten Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV), inklusive Bediengebiet Nord.

Leipziger Jazzer spielen Bartók

Das „LeipJAZZig-Orkester“ ist heute mit einem außergewöhnlichen Konzert im Großen Saal der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ (HMT, Grassistraße 8) in Leipzig zu erleben. Unter dem Titel „LeipJAZZig-Orkester plays Béla Bartók“ präsentiert das Ensemble ab 19:30 Uhr ein eigens entwickeltes Programm, das Kompositionen des ungarischen Komponisten Béla Bartók in einen neuen musikalischen Zusammenhang mit dem Jazz stellt.

Das unter dem Motto „Balkanmusic in Jazzstyle“ angekündigte Kooperationskonzert verbindet klassische Kompositionstechniken mit improvisatorischen Elementen und ist als Sonderveranstaltung im Kalender des LeipJAZZig e. V. verzeichnet. Für die musikalische Konzeption zeichnet Stephan König verantwortlich, der ausgewählte Themen aus Bartóks Werken für die besondere Instrumentierung des Orchesters neu bearbeitet hat. König übernimmt zugleich die musikalische Leitung und ist für die  Arrangements zuständig.

Das Konzert gliedert sich in zwei Teile, die unterschiedliche Dimensionen von Béla Bartóks Schaffen erschließen. Den Auftakt bildet der „Mikrokosmos“ mit jazzorientierten Bearbeitungen von ursprünglich für Solo- und Duobesetzungen geschriebenen Kompositionen. Anschließend richtet sich der Blick im „Makrokosmos“ auf großformatige Orchesterwerke des Komponisten. Dazu gehören unter anderem „Der holzgeschnitzte Prinz“ und „Der wunderbare Mandarin“, deren musikalische Motive in neuen Arrangements aufgegriffen werden.

Die 14-köpfige Besetzung einschließlich Stephan König vereint Streichinstrumente, Holz- und Blechbläser sowie Gitarre, Bass, Schlagzeug und Percussion. Durch diese Instrumentenkombination entstehen vielfältige Möglichkeiten, Bartóks rhythmische und harmonische Ideen mit den Ausdrucksformen des Jazz zu verbinden. Karten gibt’s HIER ONLINE und an der Abendkasse.

Großes Orchester für Béla Bartók. Foto: Christian Schierwagen

Kohlemonster wechselt die Straßenseite

Wegen des Transports von Tagebaugroßgeräten bleibt die Bundesstraße 176 im Landkreis Leipzig ab heute Morgen, 6 Uhr, vollständig gesperrt. Betroffen ist der Abschnitt zwischen dem Abzweig Pödelwitz und dem kleinen Kreisverkehr bei Neukieritzsch. Nach Angaben des Landratsamtes soll die Sperrung bis Donnerstag, 15. Oktober, um 6 Uhr dauern, Umleitungen sind ausgeschildert. Die Verkehrseinschränkung betrifft damit auch den morgendlichen Berufsverkehr.

Einen Eindruck vom Aufwand solcher Transporte vermittelt eine vergleichbare Aktion im Juli 2025. Damals bewegte das Bergbauunternehmen MIBRAG unter anderem den Schaufelradbagger 1554 über die B 176. Die 940 Tonnen schwere Maschine war 60 Meter lang, 19 Meter breit und 18 Meter hoch. Mit einer Geschwindigkeit von lediglich 6 Metern pro Minute überquerte sie die Straße. Zum Schutz des Asphalts wurde zuvor eine Kiesschicht aufgetragen und anschließend wieder entfernt.

Nach Informationen der Leipziger Volkszeitung soll nun ein Eimerkettenbagger mit einem Gewicht von 1.030 Tonnen in Richtung Abbaufeld Peres transportiert werden. Das riesige Fahrzeug ist dem Blatt zufolge 83 Meter lang, 19 Meter breit und 21 Meter hoch. Begleitet werden soll der Koloss von vier Abtriebsstationen und einem Bandwagen.

Die Zeitung bezieht sich auf einen Unternehmenssprecher und empfiehlt Schaulustigen, das Ereignis am 14. Oktober ab etwa 7 Uhr live zu verfolgen. Dann habe das Großgerät die B 176 erreicht und quere mit einer Fahrgeschwindigkeit von maximal sechs Metern pro Minute die Bundesstraße. Zu beobachten ist das Spektakel, wenn man sich der Sperrstelle auf der B 176 entweder von Groitzsch oder Neukieritzsch aus nähert. Offizielle Zuschauerbereiche oder Besucherparkplätze sind jedoch nicht angekündigt.

Wichtig: Die Absperrungen und Sicherheitsvorschriften sind unbedingt einzuhalten! Das Tagebaugelände darf nicht betreten werden.

Der Tagebau Peres zwischen Groitzsch und Böhlen südlich von Leipzig steht für mehr als sechs Jahrzehnte Braunkohlenbergbau: 1963 begann seine Erschließung, ab 1966 kamen Förderbandanlagen zum Einsatz, die den Betrieb zu einem technischen Vorreiter der DDR machten. Nach der vorzeitigen Stilllegung 1991 wurde das verbliebene Kohlevorkommen ab 2014 als Teil des Großtagebaus Vereinigtes Schleenhain erneut erschlossen.

Bis 1991 waren in Peres bereits rund 140 Millionen Tonnen Braunkohle abgebaut worden, für das später wieder erschlossene Abbaufeld wurden weitere rund 120 Millionen Tonnen veranschlagt – zusammen also rechnerisch etwa 260 Millionen Tonnen, sofern die geplante Fördermenge vollständig ausgeschöpft wird. Nach dem Ende der Kohleförderung soll auf den ausgekohlten Flächen langfristig ein weiterer See im Südraum entstehen, was negative Auswirkungen auf den Zustand des Leipziger Auwaldes befürchten lässt (LZ berichtete).

Der Tagebau Vereinigtes Schleenhain verschlang in seiner Geschichte zehn Orte der Region. Foto: Benjamin Weinkauf

Expertengespräch zum Schutz der Demokratie

Unter dem Titel „Warum die Demokratie schützen?“ findet heute Abend von 18 bis 20 Uhr eine öffentliche Diskussionsveranstaltung mit Stephan J. Kramer, dem Präsidenten des Thüringer Amtes für Verfassungsschutz, in Leipzig statt. Veranstaltungsort ist die Aula des Schulcampus Stadtteilhaus in der Wurzner Straße 70, 04315 Leipzig. Der Eintritt ist frei. Nach Angaben der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung (SLpB) sind noch Plätze vorhanden. Interessierte können sich über die Internetseite der SLpB anmelden.

Kramer, der seit 2015 an der Spitze des Thüringer Verfassungsschutzes steht, war zuvor Generalsekretär des Zentralrates der Juden in Deutschland. Die Veranstaltung gehört zur Reihe „Kontrovers vor Ort“, die von der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung gemeinsam mit dem Sächsischen Volkshochschulverband und der Volkshochschule Leipzig angeboten wird. Inhaltlich geht es um die Widerstandsfähigkeit demokratischer Gesellschaften angesichts zunehmender politischer Gegensätze, gezielter Falschinformationen und eines schwindenden Vertrauens in gesellschaftliche und politische Institutionen.

Diskutiert werden soll unter anderem, welche Voraussetzungen für ein friedliches Zusammenleben trotz unterschiedlicher politischer Überzeugungen notwendig sind und welchen Beitrag jeder Einzelne zur demokratischen Kultur leisten kann. Auch der Umgang mit gesellschaftlichen Konflikten und die Bedeutung gegenseitigen Respekts stehen im Mittelpunkt.

Mit Kramer nimmt ein amtierender Leiter einer Landesverfassungsschutzbehörde an der Veranstaltung teil, der seine Erfahrungen aus dem Bereich des staatlichen Demokratieschutzes in das Gespräch einbringen kann. Der Abend ist als Vortrag mit anschließender beziehungsweise begleitender Diskussion angekündigt und richtet sich an die interessierte Öffentlichkeit. Die Anmeldung ist HIER ONLINE über die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung möglich.

Das Grundgesetz ist die rechtliche Basis unseres demokratischen Miteinanders. Foto: Henning Schacht/BMI

 

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