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Wird die 14 zur Schicksalszahl? Netzplaner und Tram-Passagiere dürften es spätestens ab heute wohl meinen. Versteckte Schätze könnten heute im GRASSI gehoben werden – und wo noch Geld für Bildung zu finden ist, bespricht am Nachmittag der Verwaltungsausschuss. Kulturhistorisch wird’s am Abend auf den Spuren der Punk-Bewegung vor dem Hintergrund der deutschen Teilung.

Tram-Linie 14 heute noch mehr anders

Für die „14“ ist Dienstag, der 14., ein bisschen wie Freitag, der 13. – aber nur für 12 Stunden… Die durch Baumaßnahmen ohnehin schon arg gebeutelten Fahrgäste der Straßenbahnlinie 14 müssen heute zusätzliche Einschränkungen in Kauf nehmen. Wegen Bauarbeiten in der Wittenberger Straße leiten die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) die Bahnen in Richtung Klinikum St. Georg zwischen 8 und 20 Uhr um. Vier Haltestellen werden während dieser Zeit nicht bedient. Die Maßnahme trifft eine Verbindung, die erst vor knapp elf Monaten nach 17-jähriger Unterbrechung wieder bis Eutritzsch verlängert wurde.

Nach Angaben der LVB verlassen die Bahnen ab Hauptbahnhof, Steig E, ihre reguläre Strecke und fahren über Wilhelm-Liebknecht-Platz, Chausseehaus und Delitzscher Straße bis zur Haltestelle Eutritzsch Zentrum. Dabei nutzen sie am Wilhelm-Liebknecht-Platz und in Eutritzsch die Haltestellen der Linie 16. Die Haltestellen Wittenberger Straße, Apelstraße, Dessauer Straße und Theresienstraße entfallen in der betroffenen Fahrtrichtung. Die zusätzliche Umleitung fällt in eine Phase umfangreicher Arbeiten am Leipziger Straßenbahnnetz.

Bereits seit Montag, 12. Oktober, ist die Linie 14 wegen Gleisbauarbeiten am Georgiring, Augustusplatz und Hauptbahnhof auf einer veränderten Strecke unterwegs. Zwischen Westplatz und Hauptbahnhof, Westseite, führt ihre Route über Gottschedstraße und Goerdelerring. Die Arbeiten im Innenstadtbereich sollen bis in den November dauern. Hinzu kommen Leitungsarbeiten in der Karl-Heine-Straße, durch die der westliche Linienabschnitt beeinträchtigt ist. Dort endet die Straßenbahn vorzeitig an der Angerbrücke; für den Bereich Plagwitz ist ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Die Einschränkungen treffen eine vergleichsweise junge Direktverbindung. Erst am 24. November 2025 hatten die Verkehrsbetriebe die Linie 14 nach 17 Jahren wieder bis Eutritzsch verlängert. Seither ergänzt sie die Linie 16 auf der Verbindung zwischen Innenstadt und Klinikum St. Georg. Damit sollten insbesondere Fahrgäste aus dem Leipziger Westen und dem Stadtzentrum zusätzliche umsteigefreie Fahrtmöglichkeiten in den Norden erhalten. An Schultagen ermöglicht das gemeinsame Angebot beider Linien auf Teilen der Strecke einen Fünf-Minuten-Takt.

Während der laufenden Herbstferien gilt allerdings ein besonderer Fahrplan, bei dem zusätzliche Schülerfahrten entfallen. Die kurzfristige Änderung in der Wittenberger Straße ist nach der aktuellen LVB-Ankündigung auf den heutigen Mittwoch beschränkt. Ab 20 Uhr soll die zusätzliche Umleitung enden. Die längerfristigen Einschränkungen im übrigen Linienverlauf bleiben davon unberührt. Über die aktuelle Verkehrslage informieren die Verkehrsbetriebe unter him.l.de/disruptions.html und in ihrer Fahrplanauskunft.

Beratung über mehr Finanzen für Schulen

Geld ist keins da – ausgegeben werden muss es trotzdem. Und das dringend, weshalb sich der Verwaltungsausschuss der Stadt Leipzig heute mit zusätzlichen Ausgaben für die technische Ausstattung kommunaler Schulen befasst. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr im Ratsplenarsaal des Neuen Rathauses. Besprochen wird eine Finanzvorlage mit dem Titel „Überplanmäßige Aufwendungen 2026 gemäß § 79 (1) Sächsische Gemeindeordnung (SächsGemO) in der Unterhaltung IT-Ausstattung und DV-Dezentral für kommunale Schulen“.

Dabei geht es um finanzielle Mittel, die über die bisherigen Haushaltsansätze hinaus für den Betrieb und die Unterhaltung schulischer Informationstechnik sowie der dezentralen Datenverarbeitung benötigt werden. Neben der Schul-IT stehen weitere kommunale Finanz- und Verwaltungsangelegenheiten auf der Tagesordnung. Dazu gehören Bewirtschaftungsleistungen in Einrichtungen des Amtes für Jugend und Familie. Diese Punkte finden in öffentlicher Sitzung statt.

Die Internetplattform des Stadtrates, die Sitzungstermine und Tagesordnungen kommunaler Gremien veröffentlicht, weist darüber hinaus weitere Tagesordnungspunkte aus, die in nichtöffentlicher Sitzung stattfinden und deren Inhalte in der verfügbaren Übersicht nicht näher bezeichnet werden.

Rechtlicher Hintergrund der geplanten Beratungen ist § 79 Absatz 1 der Sächsischen Gemeindeordnung. Die Vorschrift legt fest, unter welchen Voraussetzungen Kommunen überplanmäßige oder außerplanmäßige Aufwendungen und Auszahlungen tätigen dürfen. Maßgeblich sind dabei unter anderem ein dringender Bedarf, die Sicherstellung der Finanzierung beziehungsweise die Unabweisbarkeit der Ausgaben sowie die jeweiligen haushaltsrechtlichen Voraussetzungen.

An Leipzigs Schulen muss nicht nur in den Klassenräumen in moderne IT investiert werden. Symbolfoto: Martproduction/Pexels

Leben als Punk zur Zeit der Mauer

Schrill, bunt und abgerissen – die Mitte der 70er-Jahre entstandene Punkbewegung prägte ganze Generationen, und auch die politische Teilung der Welt in Ost und West konnte sie nicht aufhalten. „No Future“ (in Anlehnung an einen Song der Sex Pistols) wurde zum markanten Slogan der Bewegung und überholte sich dank des ungebremsten Zustroms zu dieser Subkultur irgendwie selbst.

Wie unterschiedlich sich die Punkszene in Ost- und Westdeutschland entwickelte und welche Gemeinsamkeiten es trotz der Teilung gab, ist heute um 19 Uhr Thema einer Veranstaltung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig (Grimmaische Straße). Unter dem Titel „Verwende deine Jugend! – 50 Jahre Punk BRDDR“ sprechen der Musiker und Autor Henryk Gericke und Tocotronic-Bassist Jan Müller über 50 Jahre Musik-, Jugend- und Protestkultur. Das von Ulrich Gutmair moderierte Gespräch gehört zum Leipziger Literarischen Herbst. Der Eintritt ist frei.

Nicht klein zu kriegen – Punk hat auf den Trümmern der Ost-West-Teilung überlebt. Symbolfoto: cottonbrostudio/Pexels

Die Veranstaltung beleuchtet die Entwicklung des Punk seit den 1970er-Jahren unter den unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Bedingungen in der DDR und der Bundesrepublik. Dabei geht es um musikalische Einflüsse, staatliche Repression, gesellschaftliche Konflikte und kulturelle Verbindungen zwischen beiden Szenen, deren Geschichte häufig getrennt dargestellt wird. Der Titel erinnert an Jürgen Teipels 2001 veröffentlichtes Buch „Verschwende deine Jugend“ über die deutsche Punk- und New-Wave-Bewegung.

Henryk Gericke bringt persönliche Erfahrungen aus der DDR-Punkszene mit. Er sang 1981 und 1982 bei der Ostberliner Band The Leistungsleichen und veröffentlichte 2024 das Buch „Tanz den Kommunismus – Punkrock DDR 1980–1989“. Darin beschreibt er eine Jugendkultur, die sich außerhalb staatlich kontrollierter Kulturangebote entwickelte und politischen Repressionen ausgesetzt war.

Jan Müller wiederum stammt aus der Hamburger Punkszene, gehört zu den Gründungsmitgliedern von Tocotronic und spielt dort Bass. Außerdem betreibt er den Interview-Podcast „Reflektor“, in dem Musiker und andere Kulturschaffende zu Wort kommen.

Moderator Ulrich Gutmair arbeitet als Kulturredakteur der „taz“ und beschäftigt sich journalistisch sowie als Autor mit Popkultur und Zeitgeschichte. Der Abend verbindet persönliche Erinnerungen mit historischen Einordnungen und geht der Frage nach, welche Spuren die Punkbewegung bis heute hinterlassen hat.

Weitere Informationen zu Veranstaltungen der derzeitigen Literaturwoche gibt es unter www.literarischer-herbst.com .

Die Punk-Kultur konnten auch Mauer und Stacheldraht nicht aufhalten. Symbolfoto: NeverDullStudio/Pexels

GRASSI-Profis schätzen Sammlerstücke

Klunker von der Jahrmarktbude oder doch ein edler, wertvoller Stein, den ein entfernter Urgroßonkel von seiner letzten Handelsreise aus Übersee mitgebracht hat? Wer sich unsicher ist, ob es Schrott oder Schätze sind, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben, kann heute im GRASSI Museum für Angewandte Kunst Klarheit erlangen. Von 16 bis 19 Uhr findet in der Pfeilerhalle am Johannisplatz 5–11 die Veranstaltung „Trödel oder Kostbarkeit?“ statt.

Fachleute des Museums und externe Kunsthändler untersuchen mitgebrachte Gegenstände und geben Auskunft über deren Alter, Herkunft, Material, Verarbeitung, Erhaltungszustand und möglichen Wert. Die Teilnahme kostet 3 Euro, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Pro Person dürfen höchstens drei Objekte vorgelegt werden. Begutachtet werden unter anderem Schmuck, Silberbesteck, Keramik, Porzellan, Glas, Möbel, Bücher, Druckgrafik, Textilien, Holz- und Metallarbeiten sowie asiatische Kunstgegenstände.

Wer ein größeres Möbelstück oder einen anderen schwer transportierbaren Gegenstand einschätzen lassen möchte, kann aussagekräftige Fotografien mitbringen. Ausgeschlossen sind Münzen, Musikinstrumente, Waffen und ethnologische Objekte. Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Menschen, die mehr über Familienerbstücke, Antiquitäten oder vermeintlich unscheinbare Gegenstände erfahren möchten.

Dabei geht es nicht allein um mögliche Marktpreise, sondern auch um kunsthistorische Zusammenhänge, handwerkliche Besonderheiten und die Einordnung der Stücke in ihre Entstehungszeit. Eine solche mündliche Einschätzung ersetzt allerdings kein schriftliches, rechtlich verbindliches Wertgutachten.

Nach Angaben des Museums wird die Veranstaltung regelmäßig zweimal jährlich, jeweils im Frühjahr und Herbst, angeboten. Die Trödelprofis vom GRASSI gibt’s übrigens schon seit Ende der 90er. Damit hat das Format eine deutlich längere Tradition als das TV-Pendant „Bares für Rares“ (2013) mit Zwirbelschnauzbart Horst Lichter.

Im Grassi erfahren Sie, was Omas Konfirmationskette wert ist. Foto: Esther Hoyer

Das heutige GRASSI Museum für Angewandte Kunst wurde 1873 von Leipziger Bürgern als Kunstgewerbemuseum gegründet und 1874 eröffnet. Es war das zweite Kunstgewerbemuseum Deutschlands und blickt damit auf eine 153-jährige Gründungsgeschichte beziehungsweise 152 Jahre seit seiner Eröffnung zurück. Seinen Namen verdankt der Museumskomplex dem Leipziger Kaufmann Franz Dominic Grassi (1801–1880), dessen Vermächtnis den Bau des ersten Grassimuseums ermöglichte. Dieses entstand zwischen 1892 und 1895 am heutigen Wilhelm-Leuschner-Platz und beherbergt inzwischen die Leipziger Stadtbibliothek. Das Museumsgebäude am Johannisplatz wurde zwischen 1925 und 1929 errichtet und zählt mit seiner charakteristischen Art-déco-Architektur zu den bedeutenden Museumsbauten der Stadt.

Das heutige Grassimuseum wurde 1925 bis 1929 auf dem Gelände des ehemaligen Johannishospitals und Teilen des dazugehörigen Friedhofs errichtet. Foto: Ralf Julke

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