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Bei Mozart hieße sie vielleicht „Eine kleine Bahnmusik“ – Türen auf für ein Leipziger Straßenbahnkonzert. Geschlossen bleiben hingegen  die Schwimmbadtüren. Für die Mitarbeitenden heißt es, ganztägig zur Weiterbildung anzutreten. In der Stadtbibliothek wird am Abend der Sächsische Literaturpreis verliehen, und für Reisende im Regionalverkehr gibt’s einen Schienenersatzverkehr auf dem Weg nach Görlitz.

LVB wird zum Klangerlebnis

Keine Umleitung, keine Verspätung – so könnte der ideale Tag des Fahrgastglücks in einer Straßenbahn aussehen. Weil dieser Zustand trotz aller Mühen nicht immer erreicht werden kann, sind es die kleinen Freuden im Alltag, die für positive Überraschungen sorgen können. Eine davon gibt es heute, und die ist musikalischer Natur. Eine „Bimmel“ als Konzertsaal!

Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) veranstalten am frühen Abend ein kostenloses Überraschungskonzert mit insgesamt drei musikalischen Auftritten. Den Auftakt bildet eine Sonderfahrt durch Leipzig, anschließend gibt es Live-Musik an der Haltestelle Sportforum Ost. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll die Konzertbahn bereits um 16:45 Uhr starten. Ort: bisher geheim. Während der Fahrt tritt der erste musikalische Act auf.

Als Streckenpunkte werden u.a. die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK), der Bayerische Bahnhof und der Wilhelm-Leuschner-Platz genannt. Fahrgäste können unterwegs zusteigen und die Live-Musik während der Fahrt erleben. Gegen 18 Uhr soll die Straßenbahn die Haltestelle Sportforum Ost erreichen. Dort sind zwei weitere Auftritte vorgesehen, die voraussichtlich bis etwa 20 Uhr dauern. Besucher können auch direkt dorthin kommen, ohne zuvor an der Sonderfahrt teilgenommen zu haben.

Für das Haltestellen-Konzert wird keine Eintrittskarte benötigt. Für die Sonderfahrt und für  An- und Abreise mit anderen öffentlichen Verkehrsmitteln gelten die üblichen Tarife. Wer die Auftritte am Sportforum Ost erleben möchte, sollte möglichst schon gegen 17:45 Uhr dort sein. Für die Sonderfahrt selbst sind dagegen weder die vollständige Route noch genaue Abfahrts- und Haltezeiten bekannt. Auch die Namen der Künstler oder Erkennungsmerkmale der Konzertbahn wurden bislang nicht veröffentlicht.

Wer heute in der Konzertbahn und an der Haltestelle auftritt, halten die LVB noch geheim. Foto: freestocks-photos/Pixabay

Im offiziellen Veranstaltungskalender der Leipziger Gruppe auf www.l.de/wir-fuer-leipzig/veranstaltungskalender/ wird das Ereignis unter dem Titel „Einsteigen und mitfeiern – Überraschungskonzert in der Straßenbahn“ für 17 bis 19 Uhr auf dem Innenstadtring angekündigt. Es heißt also zunächst, die Augen offen zu halten und die geheime Musikantenbahn zu entdecken, bevor zugestiegen und den beschwingten Tönen gelauscht werden kann.

Livemusik in der Tram hat es in Leipzig schon ein paar Mal gegeben. So musizierten die Freunde des Forums für Zeitgenössische Musik bereits mehrfach auf den Gleisen fahrend. Zum Programm gehörten unter anderem die Kompositionen Schwarzfahrermarsch I/II von Thomas Christoph Heyde, Spielzeugstraßenbahn – Spur Ha Null von Steffen Schleiermacher und 9:19 Spannung im Gelenktriebwagen von Alexander Dreyhaupt. Um welche bisher geheimgehaltenen Künstlerinnen und Künstler es sich heute handelt, wollen die Verkehrsbetriebe um 15 Uhr bekannt geben.

Leipzig sitzt heute auf dem Trockenen

Während die Straßenbahn ihre Türen für ein musikalisches Erlebnis öffnet, bleiben die der städtischen Schwimmhallen heute für Badegäste geschlossen. Wegen einer gemeinsamen Weiterbildungsveranstaltung der Beschäftigten der Sportbäder GmbH bleiben alle neun Hallen und die Saunen in der Grünauer Welle sowie im Sportbad an der Elster den gesamten Tag zu.

Wie das Unternehmen mitteilte, sollen sich die Mitarbeiter mit aktuellen Entwicklungen der Bäderbranche befassen, interne Arbeitsabläufe weiterentwickeln und Erfahrungen zwischen den einzelnen Standorten austauschen. Da die Beschäftigten normalerweise sieben Tage die Woche in wechselnden Schichten arbeiten, lässt sich eine Schulung der gesamten Belegschaft während des regulären Badebetriebs nicht organisieren.

Geschäftsführer Martin Gräfe erläutert die Entscheidung: „Damit wirklich alle Kolleginnen und Kollegen teilnehmen können, bündeln wir die Qualifizierung an einem Tag und müssen dafür unsere Bäder schließen.“ Zugleich verweist er auf die Bedeutung regelmäßiger Schulungen für die Sicherheit der Besucher: „Wir wissen, dass diese Schließung für unsere Badegäste eine Einschränkung bedeutet. Gleichzeitig ist die regelmäßige Fortbildung unerlässlich, um die Kollegen auf den aktuellen Stand zu bringen und so einen sicheren Badebetrieb zu garantieren.

Ab Freitag öffnen die Einrichtungen wieder zu ihren regulären Zeiten. Während der Herbstferien bieten einige Hallen zusätzliche Badezeiten an. Welche an den einzelnen Standorten gelten, lässt sich am besten über den Badfinder unter www.l.de/sportbaeder ermitteln. Für den regulären Besuch nach dem Schließtag gelten wieder die üblichen Eintrittspreise. Im Sportbad an der Elster zahlen Erwachsene für eine Stunde 5,00 Euro, ermäßigt 4,40 Euro, und für zwei Stunden 6,10 Euro beziehungsweise 5,50 Euro. In der Grünauer Welle kostet eine Stunde 5,00 Euro, ermäßigt 3,80 Euro, während für drei Stunden 7,40 Euro beziehungsweise 5,50 Euro berechnet werden.

In der Schwimmhalle Mitte beträgt der Eintritt 5,50 Euro für Erwachsene und 4,30 Euro zum ermäßigten Tarif. In den Schwimmhallen Nord, Nordost, Süd, Südost und West liegen die entsprechenden Preise bei 5,00 Euro und 3,80 Euro. Für einen dreieinhalbstündigen Saunabesuch in der Grünauer Welle einschließlich Badnutzung werden 18,00 Euro beziehungsweise ermäßigt 15,80 Euro fällig. Dieselben Beträge gelten für dreieinhalb Stunden in der Sauna des Sportbads an der Elster, dort allerdings ohne Nutzung des Schwimmbades. Mit der Sportbäder-Karte ist grundsätzlich ein Preisnachlass von 10 Prozent möglich.

Wer sich vor einem Besuch über die geltenden Zeiten oder Angebote informieren möchte, erreicht die allgemeine Auskunft der Leipziger Sportbäder unter der Telefonnummer 0341 969-2329, montags bis freitags jeweils von 9 bis 15 Uhr. Die Sportbäder bitten ihre Gäste um Verständnis für die eintägige Einschränkung.

Still ruht das Bad. Leipzigs Schwimmhallen bleiben heute geschlossen. Foto: Leipziger Gruppe

Literaturpreis geht nach Leipzig

Die Leipziger Schriftstellerin Heike Geißler wird heute Abend mit dem Sächsischen Literaturpreis 2026 geehrt. Die öffentliche Preisverleihung beginnt um 19 Uhr in der Stadtbibliothek Leipzig am Wilhelm-Leuschner-Platz. Der Eintritt ist frei. Die Auszeichnung würdigt das gesamte bisherige literarische Schaffen der Autorin und ist mit 10.000 Euro dotiert. Das Preisgeld wird vom Sächsischen Kulturministerium bereitgestellt.

Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch nimmt an der Feier teil und wird ein Grußwort sprechen. Die Laudatio übernimmt Anke Schleper, Mitinhaberin der Leipziger Buchhandlung Rotorbooks. Die Ehrung gehört zum Programm des Literarischen Herbstes, der vom 11. bis 18. Oktober in Leipzig stattfindet. Veranstaltet wird die Preisverleihung in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Literaturrat.

Mit der Entscheidung für Geißler zeichnet die Jury eine Schriftstellerin aus, die sich seit mehr als zwei Jahrzehnten mit politischen, sozialen und wirtschaftlichen Fragen auseinandersetzt. In ihrer Begründung hebt die Jury die Konsequenz hervor, mit der Geißler gesellschaftliche Konflikte literarisch untersucht. „Wo auch immer sie antritt, sie kämpft“, heißt es in der offiziellen Würdigung.

Die Entscheidung traf ein fünfköpfiges Gremium unter dem Vorsitz des früheren Leipziger Buchmessedirektors Oliver Zille. Ihm gehörten außerdem die Journalistin und Literaturkritikerin Dr. Katrin Schumacher, die Literaturwissenschaftlerin und Lektorin Prof. Dr. Silke Horstkotte, die Veranstaltungskuratorin Odile Vassas sowie der Literaturkritiker und Autor Dr. Burkhard Müller an.

Geißler wurde 1977 in Riesa geboren und lebt heute mit ihrer Familie in Leipzig. Sie studierte Amerikanistik, Politik und Geographie in Dresden sowie Hispanistik und Literaturwissenschaften in Halle an der Saale. Bereits 2001 erhielt sie den Alfred-Döblin-Förderpreis für ihren 2002 veröffentlichten Debütroman „Rosa“. Zu ihren weiteren wichtigen Auszeichnungen zählen der Förderpreis zum Lessing-Preis des Freistaates Sachsen 2023, der Klopstock-Preis für neue Literatur 2025, der Heinrich-Böll-Preis 2025 und der Bayerische Buchpreis 2025.

Ausgezeichnet! Heime Geißler erhält heute den Sächsischen Literaturpreis. Foto: Heike Steinweg/Suhrkamp Verlag

Neue Bahnschwellen auf dem Weg nach Görlitz

Bahnreisende, die mit dem Deutschlandticket von Leipzig über Dresden nach Görlitz fahren wollen, müssen für eine Woche mit längerer Fahrzeit rechnen. Wegen des Austauschs von Eisenbahnschwellen wird der Streckenabschnitt zwischen Löbau und Görlitz zeitweise gesperrt. Nach Angaben des Verkehrsverbunds Oberelbe (VVO) und des Bahnunternehmens trilex fallen bis einschließlich 22. Oktober täglich zwischen 6 und 20 Uhr die Züge des Regionalexpresses RE 1 und der Regionalbahn RB 60 aus. Stattdessen verkehren Ersatzbusse, wodurch sich die Reisezeit um etwa 20 bis 30 Minuten verlängert.

Als Alternative können Reisende von Leipzig mit dem Regionalexpress RE 10 über Falkenberg (Elster) nach Cottbus fahren und dort in die Regionalbahn RB 65 nach Görlitz umsteigen. Beide Linien können mit dem Deutschlandticket genutzt werden. Die Verbindung umgeht den gesperrten Abschnitt zwischen Löbau und Görlitz. Gleichzeitig endet heute eine weitere, seit dem 8. Oktober bestehende Sperrung zwischen Reichenbach und Görlitz/Zgorzelec. Eine genaue Uhrzeit für die Aufhebung dieser Einschränkung wurde jedoch nicht veröffentlicht.

 

 

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