Leipzig war ein markanter Ausgangspunkt der Friedlichen Revolution von 1989/90. Der Erforschung und dem Gedenken sind in Stadt und Universität zahlreiche Initiativen gewidmet. Diese sollen in einem fakultätsübergreifenden und interdisziplinär angelegten „Zentrum für vergleichende DDR- und Transformationsforschung“ gebündelt werden. Ein entsprechendes Projekt der Universität Leipzig wird vom Bundesforschungsministerium mit knapp drei Millionen Euro gefördert.

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt hat der Universität die Förderung für den Zeitraum vom 1. Oktober 2026 bis 30. September 2031 zugesagt. Das Ziel der Förderung ist, eine Struktur zu etablieren, die auch über die Förderdauer hinaus weiterbesteht. Die Projektleitung übernehmen Prof. Dr. Dirk van Laak (Historisches Seminar) und Prof. Dr. Monika Wohlrab-Sahr (Institut für Kulturwissenschaften).

„Es entsteht ein kommunikativer und kooperativer Knotenpunkt der historisch vergleichenden, kultur- und sozialwissenschaftlichen Erforschung von DDR und Transformationszeit“, sagt Dirk van Laak. „Darüber hinaus wollen wir Wissenschaft und Öffentlichkeit in einen Austausch bringen und Bürger/-innen in die Erhebung und Diskussion der Forschungsergebnisse einbeziehen.“

Auf diese Weise bringe sich das Zentrum mit empirisch abgesicherter Expertise in eine lebendige kulturelle und erinnerungskulturelle Diskurslandschaft ein und trage zu einer Einordnung der jüngeren gesamtdeutschen und europäischen Geschichte bei. Das Zentrum verfolge zudem ein Transferkonzept, das neben dem Wissenschaftsdialog auch die Weiterbildung von Multiplikator/-innen, wissenschaftliche Beratung sowie eine praxisorientierte Lehre vorsehe.

Das Forschungszentrum entsteht auf der Grundlage bestehender Strukturen an der Universität Leipzig und knüpft an langjährige wissenschaftliche Aktivitäten an. Neu ist der interdisziplinäre Zuschnitt des Zentrums, das als kooperatives Forschungsumfeld wissenschaftliche Exzellenz mit gesellschaftlicher Relevanz verbindet.

In dem Forschungszentrum werden drei Ziele verfolgt:

die umfassende Einordnung von DDR- und Transformationsgeschichte in eine zeitlich und räumlich vergleichende Betrachtung, 

die vertiefte Erforschung der kultur-, medien-, erinnerungs- und erfahrungsgeschichtlichen Dimensionen dieser Geschichte und ihrer Auswirkungen auf die deutsche Gegenwartsgesellschaft,

die Verschränkung von historischer DDR-Forschung und sozialwissenschaftlicher Transformationsforschung, um im transdisziplinären Dialog innovative Methoden anzuwenden und weiterzuentwickeln.

Für Prof. Dr. Monika Wohlrab-Sahr ist besonders die lokale und regionale Vernetzung mit Partnern aus Erinnerungskultur und Zivilgesellschaft zentral: „Das Forschungszentrum soll Anlauf- und Orientierungspunkt für die Stadtgesellschaft sein und von dort aus in die Region, die Republik und darüber hinaus ausstrahlen.“

Zugleich verstehe sich das Zentrum als wissenschaftlicher Knotenpunkt für eine vergleichende DDR- und Transformationsforschung im Austausch mit Forscher/-innen in Deutschland und Europa.

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