Man sieht nur mit dem Herzen gut … Alle kennen diese feine Weisheit, die der Fuchs dem kleinen Prinzen mit auf den Weg gibt. Ab heute ist die wunderschöne Geschichte im Kunstkraftwerk multimedial zu erleben. Grund zum Feiern gibt’s gleich zweimal: Der deutsch-syrische Lyriker Adel Karasholi wird 90, die Jazztage 50. Und weil immer irgendwo gebaut wird, kommt der Bagger des Tages heute zum Roßplatz.
Da staut sich was zusammen
Am Augustusplatz ist es bereits wegen laufender Gleisarbeiten eng geworden. Nun wird auch der Weg zu diesem Nadelöhr zu einer engen Gasse: Vor dem Ringcafé (Roßplatz) sind Bagger am Werk, um die zur Goldschmidtstraße verlaufende Trinkwasserleitung zu sanieren. Geplant ist, die Arbeiten an einem Tag abzuschließen.
Für den PKW-Verkehr bedeuten die beiden Maßnahmen ein deutlich erhöhtes Stauaufkommen. Zudem bleibt der Straßenbahnverkehr zwischen Roßplatz und Augustusplatz bis einschließlich 8. November unterbrochen. Unter anderem werden die Linien 11, 14 und 16 umgeleitet. Verkehrsteilnehmer können sich vor Fahrtantritt HIER ONLINE über die aktuelle Verkehrsführung informieren.
Der Kleine Prinz landet in Leipzig
Seit mehr als 80 Jahren rührt ein winziger Fremdling von einem fremden Stern die Herzen kleiner wie großer Erdenmenschen. Mit „Der Kleine Prinz auf Reisen – Eine Hommage an Antoine de Saint-Exupéry“ eröffnet heute im Kunstkraftwerk Leipzig eine neue multimediale Ausstellung. Die Produktion verbindet die weltbekannte Erzählung mit 360-Grad-Projektionen, interaktiven Installationen und einer kinetischen Lichtinstallation.
Auf rund 1.600 Quadratmetern in sieben Räumen entstehen begehbare Bildwelten mit Sternenhimmel, Wüstenlandschaften und den Planeten des kleinen Prinzen. Auch Figuren wie der Fuchs und die Rose werden Teil der Inszenierung. Neben den Themen Freundschaft, Liebe und Verantwortung beleuchtet die Ausstellung das Leben des französischen Schriftstellers und Piloten Antoine de Saint-Exupéry, dessen Reise- und Flugerfahrungen sein literarisches Werk prägten. Das Buch erschien erstmals 1943 in New York.

Für die biografischen Ausstellungsbereiche arbeitet das Kunstkraftwerk mit DHL und dem MASE – Museo Antoine de Saint-Exupéry im sardischen Alghero zusammen. Das ehemalige Heizwerk im Leipziger Westen, das seit 2016 als Zentrum für digitale Kunst genutzt wird, bietet mit seinen großen Industriehallen den Rahmen für die Inszenierung. Zum heutigen Auftakt öffnet das Kunstkraftwerk in der Saalfelder Straße 8b ausnahmsweise erst um 16 Uhr. Die Ausstellung soll voraussichtlich bis zum 31. Januar 2027 laufen. Für den Besuch sind etwa 90 bis 120 Minuten einzuplanen.
Die Ausstellung ist auf Deutsch und Englisch zugänglich. Eintrittskarten kosten donnerstags und freitags 18 Euro, ermäßigt 14 Euro, an Wochenenden und Feiertagen 20 beziehungsweise 16 Euro. Familien zahlen 46 beziehungsweise 52 Euro, Gruppen 16 Euro pro Person. Für Schulklassen beträgt der Eintritt donnerstags und freitags 6 Euro, an Wochenenden und Feiertagen 16 Euro pro Person. Tickets sind HIER ONLINE erhältlich, Restkarten gegebenenfalls an der Tageskasse. Wichtig: Nur Online-Tickets garantieren auch den Einlass!
Antoine de Saint-Exupéry wurde am 29. Juni 1900 in Lyon geboren und arbeitete neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit als Pilot, unter anderem für französische Luftpostgesellschaften. Seine Erfahrungen als Flieger und seine Reisen durch Afrika und Südamerika prägten Werke wie „Nachtflug“ (1931) und „Der kleine Prinz“ (1943), der zu einem der bekanntesten Bücher der Weltliteratur wurde. Am 31. Juli 1944 verschwand Saint-Exupéry während eines Aufklärungsfluges über dem Mittelmeer; die Umstände seines Absturzes sind bis heute nicht vollständig geklärt.

Adel Karasholi zum 90sten
Mit einem literarischen Festabend ehrt Leipzig heute Abend den Schriftsteller Adel Karasholi anlässlich dessen 90. Geburtstages. Die öffentliche Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Oberlichtsaal der Stadtbibliothek im zweiten Obergeschoss am Wilhelm-Leuschner-Platz. Der Eintritt ist frei. Im Mittelpunkt steht neben der Würdigung des Autors die Vorstellung seines neuen Gedichtbandes „Herbstsommer – Liebesgedichte aus sechs Jahrzehnten“. Die Begrüßung übernimmt Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke, während der Literaturwissenschaftler Felix Latendorf die Laudatio hält.
Anschließend sprechen Literaturhausleiter Thorsten Ahrend und Verlegerin Lea Martin vom Joanmartin Literaturverlag miteinander. Schauspieler Jörg Uwe Schröder trägt Liebesgedichte aus dem neuen Band vor. In „Herbstsommer“ versammelt Karasholi Liebeslyrik aus sechs Jahrzehnten, von frühen Texten aus Damaskus bis zu deutschsprachigen Gedichten. Illustriert wurde die Sammlung mit Zeichnungen von Regina Karachouli, der Ehefrau des Autors. Veranstaltet wird der Festabend gemeinsam vom Literaturhaus Leipzig, dem Joanmartin Literaturverlag und dem Verein zur Förderung der Leipziger Städtischen Bibliotheken.
Der Schriftsteller und Übersetzer Adel Karasholi wurde am 15. Oktober 1936 in Damaskus als Sohn einer kurdischen Familie geboren und veröffentlichte bereits als Jugendlicher erste Gedichte. Nachdem der Arabische Schriftstellerverband, dem er seit 1957 als jüngstes Mitglied angehörte, 1959 verboten worden war, verließ er Syrien und ließ sich 1961 in Leipzig nieder.
Hier studierte er Literatur und Theaterwissenschaft, promovierte 1970 über das Theater Bertolt Brechts und arbeitete von 1968 bis 1993 als Lektor an der Universität Leipzig. Karasholi schreibt Gedichte und Essays auf Arabisch und Deutsch, übersetzt zwischen beiden Sprachen und wurde unter anderem 1985 mit dem Kunstpreis der Stadt Leipzig sowie 1992 mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet.
Jazzlichen Glückwunsch
Ein halbes Jahrhundert Jazzgeschichte, internationale Stars und ein Wiedersehen mit musikalischen Wegbereitern: Die Leipziger Jazztage feiern ihre 50. Ausgabe. Am Sonnabend eröffnet der Jazzclub Leipzig das Jubiläumsfestival mit einem Doppelkonzert. Bis zum 25. Oktober stehen mehr als zwei Dutzend Aufführungen auf dem Programm.
Zum Auftakt um 19:30 Uhr im Opernhaus (Augustusplatz) treten das von Alexander von Schlippenbach gegründete „Globe Unity Orchestra“ sowie das Gitarrenduo Charlie Hunter und Ella Feingold auf. Das amerikanische Duo verbindet Jazz, Soul und Funk und veröffentlichte gemeinsam das Album „Different Strokes for Different Folks“. Besonders bemerkenswert ist die Rückkehr des Globe Unity Orchestra, das in diesem Jahr selbst sein 60-jähriges Bestehen feiert. Bereits 1981 war die Formation bei den 6. Leipziger Jazztagen zu Gast. Nach 45 Jahren steht das international bekannte Ensemble nun erneut auf einer hiesigen Bühne.
Die Jubiläumsausgabe schlägt damit einen Bogen zu den Anfängen der Leipziger Jazztage, die 1976 erstmals veranstaltet wurden und sich zu einem bedeutenden Treffpunkt der Jazzszene entwickelten. Zu den diesjährigen Mitwirkenden gehört auch der Posaunist Conny Bauer, der bereits bei der ersten Ausgabe 1976 auftrat. Weitere Gäste sind die britische Jazzsängerin Norma Winstone und der Pianist Kit Downes.
Das Programm vereint Musiker unterschiedlicher Generationen, deren Alter von 16 bis 88 Jahren reicht. Neben den Konzerten bietet ein Audiowalk Gelegenheit, die Leipziger Jazzgeschichte an ausgewählten Orten nachzuvollziehen. Er ist kostenfrei und soll ab Sonntag dauerhaft über die Website der Leipziger Jazztage und die App von Leipzig Tourismus abrufbar sein. Die Jubiläumsausgabe erinnert damit auch an die Bedeutung der Stadt für die Entwicklung des Jazz in der DDR, insbesondere für die ostdeutsche Free-Jazz-Szene.
Karten für das Eröffnungskonzert und weitere Veranstaltungen sind über den Jazzclub Leipzig unter www.jazzclub-leipzig.de sowie über das Ticketportal Eventim erhältlich. Informationen zu den einzelnen Konzerten und zum Festivalprogramm veröffentlicht der Veranstalter ebenfalls auf seiner Internetseite. Bemerkenswert: Die Jubiläumswoche steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten.
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