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Bei der Stadtreinigung sind ab heute Programmierer am Werk und der Wertstoffhof in Südwest kündigt seine Schließung an. Im Landtag wird über ein günstiges Regionalticket für den gesamten Freistaat abgestimmt, das Stadtgeschichtliche Museum präsentiert neue Forschungsergebnisse zum Fotoschatz des Ateliers Mittelmann – und im Rathaus gibt es heute Tipps und Workshops rund um Ausbildung und Arbeit für Migrantinnen.
Stadtreinigung muss Pause einlegen
Wegen der Umstellung ihres zentralen Verwaltungs- und Abrechnungssystems kann die Stadtreinigung Leipzig von heute an bis einschließlich Sonntag mehrere Dienstleistungen nicht oder nur eingeschränkt anbieten. Der kommunale Eigenbetrieb aktualisiert seine Software, die unter anderem für die Bearbeitung von Aufträgen und Abrechnungen benötigt wird.
Betroffen sind insbesondere die Buchung von Sperrmüll- und Elektroschrottabholungen, der Behälterdienst sowie die Bearbeitung von Anträgen. Auch Auskünfte über ausgebliebene Mülltonnenleerungen sind während der Umstellung nicht möglich. Die Hauptkasse im Verwaltungsgebäude an der Geithainer Straße 60 bleibt aus diesem Grund für den Rest der Woche geschlossen. Danach ist sie wieder regulär montags bis donnerstags von 8 bis 12 Uhr und von 13 bis 15 Uhr sowie freitags von 8 bis 12 Uhr geöffnet.
Neue Abholtermine für Sperrmüll und Elektroaltgeräte können während der vier Tage nicht vereinbart werden. Im Behälterdienst kann es bei der Annahme und Bearbeitung von Aufträgen zu Verzögerungen kommen. Gleiches gilt für eingereichte Anträge. Die reguläre Müllabfuhr wird nach den veröffentlichten Informationen dagegen nicht grundsätzlich eingestellt. Ab Montag, 9. November, sollen sämtliche Dienstleistungen wieder uneingeschränkt zur Verfügung stehen.
Gerümpelendspurt in Südwest
Der Wertstoffhof an der Dieskaustraße 133 in Leipzig schließt zum 30. November 2026. Hintergrund ist der auslaufende Mietvertrag. Bis dahin ist die Annahmestelle noch montags, dienstags, mittwochs und freitags von 10 bis 13:15 Uhr sowie von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis 19 Uhr. Danach wird das Gelände geräumt.
Als Ersatz stehen dann die übrigen 14 Leipziger Wertstoffhöfe zur Verfügung. Besonders nahe liegen die Standorte Gärtnerstraße 36, Krakauer Straße 2 und Knautnaundorfer Straße 231, die jeweils etwa zehn Autominuten entfernt sind. Dort werden die Öffnungszeiten erweitert. In der Krakauer Straße entfällt künftig die Mittagspause, während die Annahmestelle in der Knautnaundorfer Straße den gesamten Dezember geöffnet bleibt und erst im Januar in die Winterpause geht.
Langfristig soll ein neuer Wertstoffhof in Großzschocher die Entsorgung im Leipziger Südwesten verbessern. Die Anlage mit integrierter Schadstoffsammelstelle wird Teil eines neuen Betriebsstandorts, dessen Bau im Februar 2026 begonnen hat.
„Uns ist bewusst, dass der Wegfall eines vertrauten Wertstoffhofs für die Bürgerinnen und Bürger im Leipziger Südwesten eine Veränderung bedeutet. Deshalb informieren wir frühzeitig über die Schließung und die bestehenden Alternativen. Gleichzeitig arbeiten wir daran, die Infrastruktur langfristig weiterzuentwickeln und an die wachsenden Anforderungen der Stadt anzupassen“, erklärt Elke Bröcker, Kaufmännische Betriebsleiterin der Stadtreinigung.
Informationen zu sämtlichen Annahmestellen und deren Öffnungszeiten gibt es HIER ONLINE zu finden.

Neue Erkenntnisse zu jüdischem Fotoschatz
Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig präsentiert heute um 17 Uhr neue Forschungsergebnisse zum Fotoarchiv Mittelmann. Die Vernissage stellt die Erweiterung der Sonderausstellung „Momentaufnahme. Das Fotoarchiv Mittelmann“ unter dem Titel „Kontraste. Perspektiven“ vor. Ab morgen ist die ergänzte Ausstellung regulär zugänglich.
„Knapp 6.000 Besucherinnen und Besucher haben die Ausstellung in den ersten fünf Monaten gesehen“, sagt Museumssprecherin Katja Etzold gegenüber der LZ. „Diese große Resonanz freut uns sehr und bestätigt uns darin, dem Thema mit der Erweiterung der Ausstellung noch mehr Raum zu geben.“
Neue Erkenntnisse betreffen insbesondere Eugen Leon Mittelmann (1906–1986), den Sohn des jüdischen Fotografen Abram Mittelmann. Bereits ab 1925 experimentierte er mit fotografischen Techniken und fertigte Collagen, Montagen und Künstlerporträts an. 1933 floh er vor den Nationalsozialisten nach Frankreich. Weitere Archivfunde dokumentieren die berufliche Tätigkeit seines Vaters und die Verfolgung der Familie. Abram Mittelmann hatte sein Fotoatelier 1904 am damaligen Löhrs Platz 2 gegründet und war 1909 in den Peterssteinweg 15 umgezogen.
Sein Unternehmen entwickelte sich zu einer bekannten Leipziger Adresse für Porträtfotografie. Die erhaltenen Aufnahmen zeigen Menschen unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen und dokumentieren das städtische Leben in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Nach 1933 wurde Mittelmann antisemitisch verfolgt und mehrfach inhaftiert. 1938 musste er sein Geschäft aufgeben. Am 4. September 1942 wurde er während einer Razzia in Brüssel erschossen.
Ein großer Teil seines fotografischen Nachlasses wurde erst 1988 auf einem Dachboden im Peterssteinweg 15 wiederentdeckt (LZ berichtete). Die Sammlung mit mehr als 2.000 Glasnegativen wurde 2022 dem Archiv Bürgerbewegung Leipzig in treuhänderischer Verantwortung gegenüber den französischen Erben übergeben. Inzwischen sind HIER ONLINE mehr als 2.200 Aufnahmen digital recherchierbar. Viele abgebildete Personen konnten identifiziert werden, zahlreiche Lebensgeschichten sind jedoch weiterhin ungeklärt.
An der wissenschaftlichen Aufarbeitung beteiligen sich unter anderem das Stadtgeschichtliche Museum, das Archiv Bürgerbewegung Leipzig und das Ariowitsch-Haus. Zur heutigen Vernissage sind Beiträge von Kuratorin Dr. Johanna Sänger, Achim Beier vom Archiv Bürgerbewegung Leipzig, Co-Kuratorin Esther Kaack, Küf Kaufmann von der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig sowie Museumsdirektor Dr. Anselm Hartinger angekündigt.
Die ergänzte Ausstellung ist bis zum 4. April 2027 vorgesehen. Das Stadtgeschichtliche Museum im Böttchergäßchen öffnet dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr. Der reguläre Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 4 Euro. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt. Die Abendkarte für die letzte Öffnungsstunde kostet 4 Euro, am ersten Mittwoch im Monat beträgt der Eintritt 3 Euro. Am dritten Donnerstag jedes Monats ist der Besuch von 14 bis 18 Uhr kostenlos. Für die heutige Vernissage ist der Eintritt frei.

Landtag stimmt über neues Mobi-Ticket ab
Der Sächsische Landtag entscheidet heute über einen Antrag der Linksfraktion zur Einführung eines landesweit gültigen und vergünstigten Mobilitäts-Tickets. Mit der Vorlage (Drucksache 8/7458) soll die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel für Menschen mit geringem Einkommen sowie für Kinder und Jugendliche erschwinglicher gemacht werden.
Vorgesehen ist ein landesweit gültiges Ticket für Kinder und Jugendliche zum Monatspreis von 15 Euro, das an die Stelle des bisherigen Bildungstickets treten würde. Menschen mit geringem oder ohne eigenes Einkommen sollen nach den Vorstellungen der Fraktion monatlich 25 Euro bezahlen. Zum Vergleich verweist die Linksfraktion auf den Preis des Deutschlandtickets, der 2026 bei 63 Euro liegt.
Die Antragsteller begründen ihre Initiative mit dem Zusammenhang zwischen bezahlbarer Mobilität und gesellschaftlicher Teilhabe. Auch für Fahrgäste in Leipzig und im sächsischen Teil des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV) könnte ein solches Angebot künftig finanzielle Entlastungen bringen. Allerdings handelt es sich bei den genannten Preisen bislang ausschließlich um Vorschläge der Linksfraktion. Selbst eine Zustimmung des Landtags würde nicht bedeuten, dass die vergünstigten Fahrscheine unmittelbar erhältlich wären. Dafür wären weitere Schritte zur konkreten Ausgestaltung und Umsetzung erforderlich.
Auch heute können Interessierte die parlamentarische Beratung von der Besuchertribüne des Sächsischen Landtags (Bernhard-von-Lindenau-Platz 1 in Dresden) verfolgen. Tickets werden nicht benötigt, allerdings ist ein Ausweisdokument mit Lichtbild erforderlich. Auf der Tribüne stehen insgesamt bis zu 150 Plätze zur Verfügung, wobei darin auch die Plätze für Besuchergruppen und Medien enthalten sind. Wer die Sitzung nicht vor Ort verfolgen möchte, kann ab 10 Uhr die Liveübertragung mit Untertiteln auf der Internetseite des Sächsischen Landtags unter www.landtag.sachsen.de ansehen.

Jobchancen für Migrantinnen
Unter dem Titel „Women at Work“ lädt die Stadt Leipzig heute gemeinsam mit Partnerorganisationen zu einem Informationstag für Frauen mit Einwanderungsgeschichte ein. Die Veranstaltung findet von 10 bis 14 Uhr in der Oberen Wandelhalle des Neuen Rathauses (Martin-Luther-Ring 4–6) statt. Angesprochen sind Frauen aller Altersgruppen, unabhängig von ihren bisherigen beruflichen Qualifikationen. Sie können sich über Beschäftigungsmöglichkeiten, Ausbildungswege und berufliche Weiterbildungen informieren und Kontakte zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten knüpfen.
Zum Auftakt ist von 10 bis 11:20 Uhr eine Eröffnungsveranstaltung mit anschließender Podiumsdiskussion vorgesehen. Danach vermitteln mehrere Workshops praktische Kenntnisse für den Einstieg und die weitere Entwicklung im Berufsleben. Dabei geht es unter anderem um arbeitsrechtliche Fragen, die Gründung einer eigenen beruflichen Existenz sowie den Einsatz künstlicher Intelligenz bei Bewerbungen. Darüber hinaus präsentieren mehr als 20 Vereine und Integrationsprojekte ihre Arbeit und informieren über Möglichkeiten der Unterstützung.
Mit dem Informationstag wollen die Stadt und ihre Partner den Zugang von Frauen mit Einwanderungsgeschichte zum Leipziger Arbeitsmarkt erleichtern und berufliche Perspektiven aufzeigen. Die Teilnahme ist kostenlos.
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