Eine Notbremse, eine geöffnete Zugtür und ein Angriff im Regio-nalexpress: Am Abend des 31. Oktober beschäftigte ein Vorfall im Regionalexpress von Chemnitz nach Leipzig die Bundespolizei. Gegen 22:35 Uhr alarmierte der Mitteldeutschen Regiobahn über eine körperliche Auseinandersetzung im Zug. Die Erstmeldung sprach von einer Schlägerei zwischen Fußballfans.
Während der Fahrt wurde die Notbremse betätigt. Der Zug kam am Haltepunkt Leipzig Werkstätten zum Stehen. Dort wurde die Notentriegelung betätigt, eine Zugtür öffnete sich. Auch dieser Vorgang wurde der Bundespolizei gemeldet.
Um 22:45 Uhr lief der Regionalexpress im Leipziger Hauptbahnhof ein. Umgehend nach der Einfahrt meldete sich der Zugbegleiter bei der Bundespolizei und kam gemeinsam mit einem 44-jährigen Deutschen zu den Beamten, der sich später als Geschädigter herausstellte. Beim Aussteigen wiesen beide in Richtung des hinteren Zugteils. Dort stand eine Gruppe von 22 Personen, die nach bisherigen Erkenntnissen dem Anhängerumfeld des F.C. Hansa Rostock zuzuordnen ist. Aus dieser Grup-pe heraus soll eine Person den Geschädigten angegriffen haben.
Die Einsatzkräfte überprüften alle 22 Personen und führten Identitätsfeststellungen durch. Von allen wurden Lichtbilder gefertigt. Anhand der Aufzeichnungen der Zugkameras lässt sich der Ablauf inzwischen nachstellen und den einzelnen Personen zweifelsfrei zuordnen.
Als die Polizisten den Tatverdächtigen kontrollierten, zeigte sich dieser stark erregt und versuchte, sich den polizeilichen Maßnahmen zu entziehen. Die Bundespolizei konnte dies unterbinden.
Der Geschädigte gab an, Anhänger eines anderen Fußballvereins zu sein, und teilte dies nach eigenen Angaben auch der Gruppe mit. Ob dies im Zusammenhang mit dem Angriff steht, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen. Bei der Überprüfung des Geschädigten wurde zudem festgestellt, dass gegen diesen ein Haftbefehl wegen Bedrohung vorlag. Der Haftbefehl wurde vollstreckt, der Deutsche wurde in die JVA Leipzig gebracht. Ein Zusammenhang mit dem Angriff im Zug besteht nicht.






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