Ein Kunstwerk für Frauenrechte in Borna wurde Zielscheibe von Vandalismus: Der Schriftzug wurde übersprüht, das Gesicht einer Schwarzen Frau im Wandbild gezielt übermalt. Die Kommunale Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Leipzig, die Kommunale Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Borna und der Verein Bon Courage e. V. nehmen diesen Vorfall zum Anlass, eine gemeinsame und deutliche Stellungnahme abzugeben.

Für die Beteiligten handelt es sich hierbei um weit mehr als eine gewöhnliche Sachbeschädigung: Die Tat trägt eine frauenfeindliche und rassistische Dimension. Das Übermalen des Gesichts und das Unkenntlichmachen der Botschaft für Frauenrechte sind Angriffe auf die Sichtbarkeit von Frauen, auf Gleichberechtigung und auf ein respektvolles Miteinander in unserer Gesellschaft.

„Wir werden das nicht unwidersprochen hinnehmen. Wenn es eine Frau betrifft, betrifft es alle Frauen. Wir stehen solidarisch zusammen und lassen uns nicht einschüchtern“, lautet die gemeinsame Botschaft der Initiatorinnen.

Entstanden war das Wandbild aus einer Kooperation der drei Partnerinnen. Finanziert wurde das Projekt durch Spenden – unter anderem von zahlreichen Frauen, die sich im Rahmen des Frauenlaufs finanziell beteiligt hatten. Um nun ein starkes Zeichen zu setzen, haben sich die Beteiligten und Unterstützer für ein gemeinsames Statement vor dem beschädigten Wandbild fotografieren lassen: Arm in Arm stellen sie sich symbolisch schützend vor das Kunstwerk und machen deutlich, dass Frauenrechte keine Selbstverständlichkeit sind, sondern immer wieder sichtbar gemacht und verteidigt werden müssen.

„Gewalt gegen Frauen ist nicht abstrakt. Sie findet mitten unter uns statt. Sie hat viele Gesichter und viele Formen: körperlich, psychisch, sexualisiert, digital und gesellschaftlich. Auch Einschüchterung, Herabwürdigung und Angriffe auf die Sichtbarkeit von Frauen gehören dazu“, erklärt Konstanze Morgenroth, Kommunale Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Leipzig.

„Gewalt gegen Frauen gehört in die Öffentlichkeit. Wir werden weiterhin darüber sprechen, auf Missstände aufmerksam machen und uns für die Rechte und den Schutz aller Frauen einsetzen. Ein Angriff auf die Sichtbarkeit und die Rechte einzelner Frauen betrifft uns alle“, fassen die Kooperationspartnerinnen ihre Haltung zusammen.

Mit Blick auf den bevorstehenden Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November erinnern die Beteiligten daran, dass Gewalt gegen Frauen keine Privatsache ist, sondern eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, die Aufmerksamkeit, eine klare Haltung und entschlossenes Handeln erfordert.

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