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Das gibt’s nicht alle Tage: Das Gewandhaus samt Orchester lädt zu einer Welturaufführung. Erwartungsgemäß wird auch heute gebaut, gebuddelt und gewartet. Am Gleisbett und auf der Autobahn. In der Kunsthalle der Sparkasse geht’s heute um Freiheit, Freundschaft und Kunst – und aus diesem HALLO hier wird ein kleines TSCHÜSS …
Bus statt Bahn im Nachtverkehr
Bahnreisende müssen sich ab heute Abend bei zwei Routen im Regionalverkehr auf Schienenersatzverkehr einstellen. Wegen Instandhaltungsarbeiten wird die Strecke zwischen Leipzig Hauptbahnhof und Leipzig-Plagwitz ab 22 Uhr vollständig für den Zugverkehr gesperrt. Die Sperrung dauert bis Freitag, 25. September, 5 Uhr.
Betroffen sind die Linien RE 12 und RB 22 auf der Strecke Leipzig-Gera: Die Züge fallen zwischen Leipzig Hbf und Leipzig-Knauthain aus, auf diesem Abschnitt fahren Ersatzbusse. In Richtung Leipzig erreicht RE 80872 Leipzig-Knauthain um 22:46 Uhr. Der Ersatzbus fährt um 22:52 Uhr an der Bushaltestelle Knautkleeberg ab, hält um 23:08 Uhr in Leipzig-Plagwitz/Naumburger Straße und erreicht um 23:23 Uhr Leipzig Hbf, Bushaltestelle Ostseite.
In der Gegenrichtung startet der Bus um 23:15 Uhr am Hauptbahnhof, Ostseite, Steig Q/R, hält um 23:30 Uhr in Leipzig-Plagwitz/Naumburger Straße und erreicht Knautkleeberg um 23:45 Uhr. Ab Leipzig-Knauthain fährt der Zug um 23:52 Uhr weiter und erreicht Gera Hbf um 0:40 Uhr. Am Freitagmorgen erreicht RE 80830 Leipzig-Knauthain um 4:54 Uhr, Leipzig-Plagwitz um 4:59 Uhr, Leipzig-Möckern um 5:06 Uhr und Leipzig Hbf um 5:10 Uhr. Andere Züge der Erfurter Bahn sind von diesen konkreten Arbeiten nicht betroffen.
Das Unternehmen weist darauf hin, dass Fahrräder in den Ersatzbussen nur eingeschränkt mitgenommen werden können!
In derselben Nacht kommt es auch auf der Linie RE 50 Leipzig–Riesa–Dresden zu einer Einschränkung. Wegen Gleisbauarbeiten im Bereich Niederau entfällt beim RE 16539, der heute planmäßig um 23:08 Uhr in Leipzig Hbf startet, der Halt in Radebeul Ost. Der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) nennt in der Beschreibung dafür die Nacht 24./25. September von 0:20 bis 0:40 Uhr.

Autobahn bekommt neue Messstelle
Bevor es künstlerisch wird, bleiben wir beim abendlichen Verkehr. Auf der A14 wird es heute zwischen Leipzig-Ost und Leipzig-Nordost in Fahrtrichtung Halle eng: Für den Einbau von Induktionsschleifen einer Dauermessstelle stehen während zweier Bauphasen zeitweise nur einzelne Fahrstreifen zur Verfügung. Die erste beginnt um 20 Uhr und dauert bis Freitag, 1 Uhr.
Dabei werden der linke und der mittlere Fahrstreifen gesperrt, sodass der Verkehr über einen Fahrstreifen geführt wird. Um 23 Uhr beginnt eine zweite Bauphase, die bis Freitag, 5 Uhr, angesetzt ist. Dann sind der rechte und der mittlere Fahrstreifen betroffen; auch hier bleibt ein Fahrstreifen befahrbar. Eine Vollsperrung ist nach den veröffentlichten Angaben nicht vorgesehen.
Die Arbeiten erstrecken sich über einen rund 0,35 Kilometer langen Abschnitt zwischen 0,9 Kilometer hinter der Anschlussstelle Leipzig-Ost und 1,1 Kilometer vor der Anschlussstelle Leipzig-Nordost. Die maximale Durchfahrtsbreite beträgt 3,75 Meter. Die Baumaßnahme befindet sich bei Kilometer 74,860 und trägt die Kennung 172-26.
Vor allem am späten Abend sind auf der wichtigen Verbindung von Leipzig in Richtung Halle Verkehrsbehinderungen möglich. Kurzfristige Änderungen können nicht ausgeschlossen werden. Der Verkehrswarndienst der Polizei Sachsen wird nach Angaben der Behörde alle fünf Minuten aktualisiert.
Uraufführung im Gewandhaus
Das Gewandhausorchester bringt heute Abend ein neues Werk von Detlev Glanert zur Uraufführung. Sein „Konzert für zwei Violinen und Orchester“ erklingt erstmals um 19:30 Uhr im Großen Saal des Leipziger Gewandhauses. Die Solopartien übernehmen Midori und Renaud Capuçon, Semyon Bychkov dirigiert. Die Komposition entstand als gemeinsamer Auftrag des Gewandhausorchesters, des Bruckner Orchesters Linz und des New World Symphony Orchestra.
Glanert hatte bereits sein 2. Violinkonzert für Midori komponiert und schrieb das neue Doppelkonzert nun für Midori und Renaud Capuçon. Das Programm beginnt mit Bedřich Smetanas „Die Moldau“, der zweiten sinfonischen Dichtung aus dem Zyklus „Mein Vaterland“. Nach Glanerts Uraufführung und einer Pause folgt Modest Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ in der Bearbeitung für Orchester von Maurice Ravel.
Während Smetana den Verlauf der Moldau durch Böhmen musikalisch nachzeichnet, bilden bei Mussorgski einzelne Bilder und Szenen den außermusikalischen Ausgangspunkt. Bereits um 18:45 Uhr gibt Ann-Katrin Zimmermann im Schumann-Eck eine Konzerteinführung.
Es gibt noch Karten an der Abendkasse. Eine weitere Aufführung des Programms ist für Freitag, 25. September, im Gewandhaus vorgesehen. Detlev Glanert wurde am 6. September 1960 in Hamburg geboren und lebt seit 1987 in Berlin. Von 1981 bis 1988 studierte er Komposition u. a. bei Diether de la Motte, Günter Friedrichs und Hans Werner Henze in Köln. 1993 erhielt Glanert den Rolf-Liebermann-Opernpreis für „Der Spiegel des großen Kaisers“, 2001 den Bayerischen Opernpreis für „Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung“.
Zu seinen jüngeren Auszeichnungen gehören der OPUS Klassik als „Komponist des Jahres“ 2020, der International Opera Award 2020/2021 für „Oceane“ sowie 2025 ein OPER! AWARD für „Die Jüdin von Toledo“.
Kunst und Freiheit im Gespräch
Hartwig Ebersbach und Frieder Heinze kommen heute Abend um 18 Uhr in der Kunsthalle der Sparkasse Leipzig (Otto-Schill-Straße 4a) zu einem Künstlergespräch mit Kuratorin Olga Vostretsova zusammen. Unter dem Titel „Freie Äußerung zur Welt“ geht es um künstlerische Aussage, Freiräume und Freundschaften sowie um Abhängigkeit und Unabhängigkeit in der Kunstwelt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.
Der Titel knüpft an eine von Heinze gegebene Beschreibung von Kunst als „Freie Äußerung poetischer Art zur Welt“ an. Beide Künstler sind eng mit der Leipziger Kunstgeschichte und dem Streben nach künstlerischen Freiräumen verbunden.
Ebersbach setzte sich bereits während seines Studiums an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) für eine freie Malereiklasse ein, die Bernhard Heisig 1961/62 zunächst als „Klasse für farbige Gestaltung“ durchsetzen konnte. Der in Leipzig lebende Künstler arbeitet experimentell mit Farbe, Format und Raum. Heinze gehörte mit Lutz Dammbeck, Günter Firit, Hans-Hendrik Grimmling, Günther Huniat und Olaf Wegewitz zu den Initiatoren des 1. Leipziger Herbstsalons, der vom 15. November bis 7. Dezember 1984 im Leipziger Messehaus am Markt stattfand.
Die eigenständig organisierte, unzensiert angestrebte Schau stellte das staatliche Monopol auf den öffentlichen Ausstellungsraum in der DDR infrage und gilt als eine der bedeutendsten inoffiziellen Ausstellungen der DDR. Heinze lebt und arbeitet heute mit der Keramikerin Claudia Rückert auf einem Bauernhof in Leisnig.
Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise
Jeder kennt dieses Gefühl: Alles läuft rund, das Tagwerk macht Freude, mal holpert’s im Ablauf, mal geht alles wie von selbst, irgendwie alles in allem kann man doch zufrieden sein. Und trotzdem verfärbt sich diese innere Ladestandanzeige des Seelen-Akkus allmählich von hellgrün zu dunkelrot, abnehmende Balkenzahl.
Der richtige Moment, ein Ticket zu buchen und die Tasche zu packen. Urlaub muss her. Frischer Wind ins Gesicht, Stille im Kopf und die Dinge geschehen lassen…
Für das morgendliche LZ-HALLO heißt das, auch eine kleine Pause einzulegen. Am 12. Oktober gibt’s den Start in den Tag wieder in gewohnter Weise. Vorausgesetzt, die Kaimauer hält und der Zug hat nicht zwei Tage Verspätung – man weiß es schließlich nicht. Habt eine gute Zeit. Und wie singt André Heller so schön: „Es heißt, am Ende aller Reisen, weiß man wieder nur die Erde rund …“ Bis bald!
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