Die Stadt Leipzig will ihre fünf Eigenbetriebe Kultur in ihrer jetzigen Form fortführen. Eine kürzlich abgeschlossene Strukturevaluation zeigt, dass Oper Leipzig, Gewandhaus zu Leipzig, Schauspiel Leipzig, Theater der Jungen Welt und Musikschule Leipzig „Johann Sebastian Bach“ am Limit ihres jeweiligen Einsparpotenzials angelangt sind und mit weiteren Kürzungen das künstlerische Angebot spürbar zurückgefahren werden müsste. Die Verwaltungsspitze bekennt sich zu den Strukturen und plant, die Häuser im Doppelhaushalt 2027/28 weiter zu finanzieren, um anschließend eine neue Finanzierungsvereinbarung bis 2032 anzustreben. 

„Die Haushaltslage ist schwierig – das wissen auch unsere Kulturbetriebe. Sie haben bereits erhebliche Einsparungen erbracht. Weitere Kürzungen würden jedoch direkt das kulturelle Angebot und das künstlerische Personal treffen. Wir müssen deshalb beides zusammenbringen: einen verantwortungsvollen Umgang mit städtischen Mitteln und den Erhalt einer vielfältigen Kulturlandschaft für Leipzig“, sagt Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke.

Aus der Evaluation der Eigenbetriebe geht deutlich hervor, dass Kostensteigerungen im Betrachtungszeitraum seit 2015 fast ausschließlich auf gestiegene Löhne und Preise sowie höheren IT- und EDV-Aufwand zurückzuführen sind. Insgesamt stiegen die Sachkosten in elf Jahren um mehr als 78 Prozent.

In neun Evaluierungsrunden über zwölf Monate wurden strukturelle Einsparpotenziale geprüft. Dabei wurden in der Zusammenarbeit von Oper und Gewandhaus jährliche Synergien von rund 216.000 Euro identifiziert, die bereits in den Wirtschaftsplan für 2027 eingeflossen sind. Eine komplette Zusammenlegung der Verwaltung von Oper und Gewandhaus brächte dagegen keine belastbaren Einsparungen, ebenso wenig wie ein Wechsel des Ticketanbieters, die Abschaffung der Residenz am Schauspiel oder die Überführung des Gewandhauses in eine Stiftung.

Um der angespannten Haushaltslage der Stadt gerecht zu werden, haben die Eigenbetriebe bereits erhebliche Einsparungen vorgenommen – allein 2025 knapp 5,3 Millionen Euro u. a. bei Aufführungen, Künstlerhonoraren und unbesetzten Stellen. Einige Instandhaltungsvorhaben wurden verschoben, mit der Folge, dass die Häuser seither zum Teil auf Verschleiß gefahren werden müssen. In diesem Jahr kommt rund eine Million Euro Einsparung dazu. Dennoch können dadurch die operativen Verluste nur abgemildert werden. Der Fehlbetrag für alle Häuser liegt 2026 insgesamt bei rund sieben Millionen Euro. Um diesen aus eigener Kraft auszugleichen, müssten die Bühnen substanziell am Programm sparen. Das würde wiederum zu Einnahmeverlusten führen.

Um die Eigenbetriebe Kultur perspektivisch sicher aufzustellen, soll eine neue Finanzierungsvereinbarung für die Jahre ab 2029 bis 2032 getroffen werden, sofern die Haushaltslage es dann zulässt. Seit 2016 treffen Betriebe und Stadt mehrjährige Vereinbarungen, um die Basisfinanzierung des laufenden Betriebs, Basisinstandhaltungen und etwaige Investitionen festzuschreiben. Tarifsteigerungen werden dabei durch die Stadt refinanziert, während Sachkostensteigerungen durch Erträge, Effizienzen und Synergien der Häuser selbst abgefedert werden müssen. Die aktuelle Vereinbarung läuft am Ende des Jahres aus.

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