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Am Samstag fanden in Leipzig zwei Demos statt, die sich gegen eine mögliche Rüstungsansiedlung im Raum Leipzig sowie gegen Gentrifizierung richteten. Zumindest eine der Versammlungen blieb laut Polizei nicht komplett friedlich. Und: Mit Spannung wird am Sonntag auf die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern sowie die Abgeordnetenhauswahl in Berlin geschaut. Die LZ fasst zusammen, was am Wochenende, dem 19./20. September 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Demo gegen Rüstungsfabrik im Raum Leipzig mit mehreren hundert Teilnehmern

Mehrere hundert Menschen demonstrierten am Samstag ab 13:00 Uhr gegen eine geplante Rüstungsfabrik in Leipzig. Die Teilnehmerzahl belief sich laut Schätzungen vor Ort auf etwa 500 Personen. Aktueller Anlass sind publik gewordene Pläne des US-Rüstungsunternehmens Covenant, bereits ab kommendem Jahr im Raum Leipzig Marschflugkörper herzustellen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zogen dann unter dem Motto „Keine Raketenfabrik in Leipzig“ durch die Stadt. Ein gleichnamiges Bündnis hatte zum Protest aufgerufen.

Demonstration gegen die mögliche Rüstungsansiedlung in Leipzig. © Lucas Böhme
Demonstration gegen die mögliche Rüstungsansiedlung in Leipzig. © Lucas Böhme

Unterstützt wurde dieser durch eine Vielzahl von Gruppen, die zu sehen waren: unter anderem dem BSW, der MLPD, der AG Frieden der GEW und der Leipziger Linken, die den Protest ausdrücklich unterstützt. Deren OBM-Kandidatin Skadi Jennicke war am Samstag terminlich verhindert, ließ aber bei der Auftaktkundgebung auf dem Augustusplatz ein Grußwort verlesen.

Die Menschenmenge bewegte sich mit zahlreichen Transparenten und Schildern vom Augustusplatz über den Ring zum Wilhelm-Leuschner-Platz und den Burgplatz für eine Zwischenkundgebung. Der Abschluss sollte am Hotel Steigenberger stattfinden. Immer wieder waren auch „Viva, viva, Palästina“-Rufe und Ähnliches zu vernehmen.

In Redebeiträgen wurde unter anderem die Sorge deutlich, dass Investitionen in Rüstung eine Wette auf Krieg bedeuteten und Frieden Profite bedrohe. Weiterhin wurde der massive Sozialabbau durch den Staat angekreidet, der die Aufrüstung ermögliche. Außerdem könnte Leipzig auch zum Angriffsziel werden, so die Kritik.

Beamte leicht verletzt: Polizei ermittelt nach Aufzug im Süden

Zwischenfälle wurden auf dieser Demo zunächst nicht bekannt. Anders bei einer weiteren Versammlung, die Samstagnachmittag ab 17:15 Uhr gegen Gentrifizierung unter dem Motto „1. Connewitzer Krachparade ‚Keine Scheiße bauen‘” vom Alexis-Schumann-Platz Richtung Connewitz zog. Die anfänglich auf 120 bezifferte Teilnehmerzahl wuchs nach Polizeiangaben bis zur Abschlusskundgebung in der Wolfgang-Heinze-Straße etwa drei Stunden später auf 250 an.

Inzwischen ermittelt die Polizei, die mit über 100 Kräften im Einsatz war, wegen mehrerer Straftaten. So sei es während und nach dem Aufzug zum Einsatz von Pyrotechnik und Glasflaschenbewurf gekommen, ein Polizeifahrzeug sowie ein unbeteiligter Wagen wurden beschädigt. Zudem sei eine Polizistin leicht verletzt worden, aber dienstfähig geblieben. Auch ein Kollege erlitt laut Polizei leichte Verletzungen während einer Identitätsfeststellung, sei aber ebenfalls weiter arbeitsfähig gewesen.

Die Polizei leitete ihre Ermittlungen unter anderem wegen Sachbeschädigungen, tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, gefährlicher Körperverletzung, Verstößen gegen das Versammlungsgesetz sowie besonders schweren Falls des Landfriedensbruchs ein. Die Versammlungsleitung endete offiziell am späten Samstagabend um 22:10 Uhr.

Stimmungstest in der Krise: Berlin und Mecklenburg-Vorpommern wählen

Sie gelten auch als Stimmungstest für die Bundesregierung und den nach dem Debakel in Sachsen-Anhalt angeschlagenen Kanzler Friedrich Merz (70, CDU): Es geht um zwei weitere Wahlen am heutigen Sonntag. 2,5 Millionen Berlinerinnen und Berliner dürfen heute über ein neues Abgeordnetenhaus entscheiden, dazu 1,3 Millionen Menschen in Mecklenburg-Vorpommern über den künftigen Landtag. In Berlin sahen letzte Umfragen die regierende CDU sowie die Linken jeweils um die 20 Prozent, AfD und Grüne dahinter.

Mecklenburg-Vorpommern kann auf die Popularität von Ministerpräsidentin (52, SPD) setzen, deren Partei sich zuletzt in Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der AfD lieferte. Dass diese die stärkste Kraft wird, ist denkbar, eine absolute Mehrheit gilt aber als unwahrscheinlich. Eine Kooperation mit der AfD haben alle anderen Parteien ausgeschlossen. Der CDU in Mecklenburg-Vorpommern droht ein massiver Stimmverlust.

Trotz unterschiedlicher Ausgangslagen sind die Sorgen und die Kritik der Menschen einander überall ähnlich: die Weltlage, Angst vor Krieg, Teuerung im Alltag, sozialer Abrutsch und Unzufriedenheit mit der Bundesregierung. Auch dieser Wahlabend dürfte spannend werden.

Liveticker zu den Wahlen

Worüber die LZ am Wochenende berichtet hat:

Der Stadtrat tagte: Leipziger Südfriedhof soll einen neuen Gedenkort bis 2028 bekommen

Landessportspiele 50plus in Leipzig: Tischtennis im Fuchsbau + Videos

Kompromiss zum Capa-Wäldchen am Cottaweg: Der BUND Leipzig schließt rechtliche Schritte nicht aus

Wenn es kritisch wird in der Straßenbahn: LVB testen jetzt Bodycams bei Fahrausweisprüfungen

„Wir sind alle Hauptdarsteller“: Diese Bühnenarbeit ist gut für´s ganze Leben

Europäische Mobilitätswoche: Kinder der Schule am Auensee formen ein großes „Danke, Schulstraße!“

Kompromiss-Vorschlag zum Capa-Wäldchen: Kleinmesse vors Stadion, Wald nur beschneiden?

PARK(ing)-Day auf der Eisenbahnstraße in Leipzig: Eisi für alle statt immer nur für Autos

Ab 16:30 Uhr wird es laut: Die Krachparade zieht durch den Leipziger Süden

Was sonst noch so los war:

Eine Motorradfahrerin (29) zog sich am Samstag in Eutritzsch schwere Verletzungen zu.

Chemnitz verpasste am Samstag einen Weltrekord.

Nordkorea soll zwei Raketen ins Japanische Meer abgefeuert haben.

Die Ukraine hat die Region Moskau mit Drohnen attackiert.

US-Präsident Donald Trump (80) verweigerte offenbar mehreren Medienvertretern Zutritt ins Weiße Haus.

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