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„Aufgrund des Haushaltsdefizits und der Priorisierung von Fortsetzungsmaßnahmen gegenüber neuen Maßnahmen können im Doppelhaushalt 2025/2026 keine zusätzlichen Investitionsmaßnahmen zur Umsetzung des Entwicklungskonzeptes am Naturbad Nordost berücksichtigt werden.“ So klingt das, wenn eine Verwaltung dem Stadtrat mitteilt, dass eigentlich überfällige Maßnahmen zum Natur- und Klimaschutz nicht umgesetzt werden können, weil die Stadt finanziell ausgeblutet wird.
In diesem Fall geht es um den Bagger in Thekla und die dort kanalisierte Parthe. Ein weiteres kleines Beispiel, wie die Finanznot in Leipzig die Stadt Stück für Stück handlungsunfähig macht.
Denn nicht nur im Doppelhaushalt ist für das Maßnahmenpaket am Bagger, das eigentlich bis 2029 umgesetzt werden soll, kein Geld eingeplant. „Im Rahmen der Aufstellung des Doppelhaushalts 2027/2028 war eine Berücksichtigung von Neumaßnahmen für das Naturbad Nordost innerhalb der Budgetobergrenze des Amtes für Stadtgrün und Gewässer nicht möglich“, teilt das Umweltdezernat auf eine Anfrage der Grünen mit.
Die wollten eigentlich nach zwei Jahren nur wissen, wie der Umsetzungsstand des vom Stadtrat beschlossenen Maßnahmenpakets ist.
„In 2024 wurde durch den Stadtrat die Entwicklungskonzeption Naturbad Nordost beschlossen. Neben dem verwaltungsseitig vorgeschlagenen Maßnahmenpaket und Investitionsprogramm wurden eine Machbarkeitsstudie zur Entwicklung eines ‚Stadtteilzentrums Nordost‘, ein Natur- und Artenschutzkonzept sowie eine Machbarkeitsstudie zur Renaturierung der Parthe beauftragt“, schrieb die Grünen-Fraktion in ihrer Anfrage. „Zwei Jahre nach Beschlussfassung ist der Umsetzungsstand von Interesse.“
Machbarkeitsstudie für die Renaturierung der Parthe wird erst in Auftrag gegeben
Zwei kleinere Maßnahmen wurden umgesetzt, teilt das Umweltdezernat mit: „März 2025: Spielplatz ‚Regenbogenfisch‘ am Südwestufer sowie Sport- und Bewegungsraum auf der Ostseite mit drei Outdoor-Fitnessgeräten und zwei Tischtennisplatten (Eröffnung März 2025)“ und „November 2025: Ergänzung der Streuobstwiese (geschütztes Biotop) am Westufer durch die Pflanzung von elf Kirschbäumen, zwei Apfelbäumen sowie jeweils einer Haselnuss und einer Kornelkirsche.“
Das war es im Grunde, bis auf mehrere Böschungsreparaturen am Ufer des Naturbads Nordost, das die Einheimischen liebevoll Bagger nennen.
Gerade das wichtigste Teilprojekt – die Renaturierung der Parthe – wurde erst einmal um zwei Jahre verschoben, weil das Planungspersonal für ein anderes Renaturierungsprojekt gebraucht wird: „Im Doppelhaushalt 2025/2026 stehen im Amt für Stadtgrün und Gewässer keine Mittel zur Verfügung, um eine Machbarkeitsstudie zur Renaturierung der Parthe zu beauftragen. Unabhängig davon werden die vorhandenen Personalkapazitäten für die Fertigstellung des Auenentwicklungskonzepts und die Vorbereitung des Naturschutzgroßprojekts priorisiert.
Die Beauftragung einer Machbarkeitsstudie zur Renaturierung der Parthe wird für den Doppelhaushalt 2027/2028 eingeordnet.“
Natur- und Artenschutzkonzept – in Arbeit
Das Natur- und Artenschutzkonzept ist – so das Umweltdezernat – sogar schon in der Erarbeitung.
„Als Grundlage für die Erarbeitung des Natur- und Artenschutzkonzeptes wurden im Zeitraum von März bis September 2025 umfangreiche Kartierungen der relevanten Flora und Fauna am Naturbad Nordost durchgeführt. Hierzu wurden in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Leipzig Biotope sowie planungsrelevante Arten bzw. Artengruppen wie Brutvögel, Reptilien, Amphibien, Fledermäuse und stichprobenartig weitere beachtliche Arten (Falter, Libellen, Mollusken, Käfer und Feldheuschrecken) erfasst.
Die Ergebnisse der Kartierungen sowie mögliche Entwicklungsflächen für den Artenschutz wurden im Rahmen eines ämterübergreifenden Vor-Ort-Termins Ende Januar 2026 vorgestellt und diskutiert.“
Da geht es um die Frage, wie die Lebensräume geschützter Arten am Bagger tatsächlich geschützt und eine „naturverträgliche Erholung am Naturbad Nordost“ organisiert werden kann. Aber das Konzept befinde sich derzeit noch in der ämterübergreifenden Abstimmung, so das Umweltdezernat, werde erst danach dem Fachausschuss des Stadtrates und der Öffentlichkeit vorgestellt.
Erst danach können „Planungsziele für eine naturverträgliche Erholung am Naturbad Nordost abgeleitet“ werden, so das Umweltdezernat. Was nun einmal auch bedeutet, dass es dafür auch keine Planansätze im Doppelhaushalt 2027/2028 geben wird. So findet Umweltpolitik im Schneckentempo statt und wird durch die drastisch verknappten Haushalte der Stadt auch noch zusätzlich ausgebremst.
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