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Es wird nicht reichen, auch wenn das Sächsische Regionalministerium am 13. Juli meldete: „Für den Bau und die Modernisierung von Sozialwohnungen stehen in Sachsen ab sofort 199,3 Millionen Euro für neue Bewilligungen bereit. Das sind über sieben Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Mit dem Geld können in den nächsten Jahren rund 740 neue Sozialwohnungen in Dresden und Leipzig entstehen. Außerdem können damit im gesamten Freistaat rund 1.600 bestehende Wohnungen modernisiert und dauerhaft als bezahlbarer Wohnraum vermietet werden.“

„Gegen den Wohnungsmangel in den Großstädten hilft vor allem eines: dass wieder mehr gebaut wird“, erklärte Staatsministerin Regina Kraushaar. „Mit dem Geld von Bund und Freistaat setzen wir einen klaren Anreiz für Investoren, die bezahlbaren Mietwohnraum in angespannten Wohnungsmärkten schaffen wollen.“

200 Millionen Euro hören sich nach viel an. Tatsächlich ist der soziale Wohnungsbau einer der größten Förderbereiche im Freistaat. Die Staatsregierung möchte die Förderung in den kommenden Jahren sogar weiter ausbauen. Nach dem am 30. Juni 2026 vorgelegten Regierungsentwurf für den Doppelhaushalt 2027/2028 sollen die Mittel für den sozialen Wohnungsbau von 281,3 Millionen Euro im laufenden Doppelhaushalt auf 473,6 Millionen Euro steigen. Möglich wird das vor allem durch höhere Zuweisungen des Bundes. Der Landesanteil zur Kofinanzierung würde dabei von 67,2 auf 111,8 Millionen Euro wachsen.

Aber trotzdem sind es zu wenige neue Sozialwohnungen, um dem massiven Mietenanstieg in den Großstädten – und sogar ihrem Umland – etwas entgegen zu setzen.

Rasanter Mietenanstieg ergreift auch das Umland

Darauf weist die wohnungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Sächsischen Landtag, Juliane Nagel, hin.

Ein noch unveröffentlichtes empirica-Gutachten im Auftrag der Staatsregierung (siehe Plenarprotokoll vom 25. Juni 2026, S. 40) zeigt: Das Problem des rasanten Mietenanstiegs greift auf das Umland der Städte Dresden und Leipzig über. Kommunen wie Schkeuditz, Rackwitz, Radeburg und Heidenau weisen demnach eine hohe Mietbelastung auf: Dort müssen Menschen also einen zu großen Teil ihres Einkommens für die Wohnkosten aufwenden. Ein ähnliches Bild zeigen die jährlichen Anfragen der wohnungspolitischen Sprecherin der Linksfraktion, Juliane Nagel, zur Mietpreisentwicklung (zuletzt Drucksache 8/3981).

„Zu hohe Mieten belasten viele Menschen nicht mehr nur in Dresden und Leipzig, sondern auch in den umgebenden Landkreisen. Ein immer größerer Teil des sächsischen Wohnungsmarkts muss als angespannt gelten“, stellt Juliane Nagel fest.

„Folglich müssen wir auch den sozialen Wohnungsbau und Schutzinstrumente wie die Mietpreisbremse ausweiten. Der Markt schafft keinen bezahlbaren Wohnraum – das muss der Staat leisten. Wir freuen uns, dass die Regierung unserer Forderung nachkommt und die zusätzlichen Bundesmittel für Sachsen abruft, wie der Entwurf des Doppelhaushalts 2027/28 zeigt. Diese müssen aber verbaut werden. Das setzt neue Förderbedingungen voraus: So müssen die Zuschüsse an die gestiegenen Baukosten angepasst und längere Mietpreisbindungen vorgesehen werden, wie wir es fordern (Drucksache 8/4162).“

Die Linke in Sachsen sieht die Lösung tatsächlich nur in der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum – also auf Objektförderung, die das Mietniveau senkt.

„Mit Subjektförderung – also Sozialleistungen wie Wohngeld oder Kosten der Unterkunft – werden die Profite der Immobilienkonzerne finanziert. Diese Logik muss durchbrochen werden“, fordert Nagel. „Wir wollen ein gemeinnütziges Wohnungssegment aufbauen. Das ist möglich, wenn das Geld, das heute in die Subjektförderung fließen muss, in die Objektförderung gehen kann. Dennoch sprechen wir uns gegen die Pläne der Bundesregierung aus, das Wohngeld zu kürzen. Dazu frage ich bei der Landesregierung nach (Drucksache 8/7498). Solange Menschen ihre Miete nicht stemmen können, ist diese Unterstützung dringend nötig.“

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