This article is also available in English: Read this article in English.

Eine Rekord, ein erstes Mal, britische Urgesteine und ne Party, so bunt wie der Regenbogen. Das wird ein furioses Wochenende. Und weils ohne Baustelle nicht geht: in Böhlitz-Ehrenberg wird gebuddelt. Der Stadthafen feiert sein erstes Hafenfest, die Hochschule für Grafik und Buchkunst hatte noch nie soviele Absolventen, Uriah Heep kommen auf die Parkbühne – und der CSD taucht Leipzig in ein Farbenmeer. Auf gehts!

Kunstrekord an der HGB

Heute verabschiedet die Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) rund 90 Diplomandinnen und Diplomanden und eröffnet im Anschluss den bislang größten Diplom-Rundgang ihrer Geschichte. Die feierliche Verabschiedung beginnt um 14:30 Uhr im Innenhof der Hochschule (Wächterstraße 11).

Im Rahmen der Veranstaltung werden außerdem der Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes 2026 sowie der Rössing-Preis für Fotografie 2026 verliehen. Nach Angaben der Hochschule haben noch nie so viele Absolventinnen und Absolventen ihre Abschlussarbeiten präsentiert.

Ab 16 Uhr öffnet anschließend das gesamte Akademiegebäude für Besucherinnen und Besucher seine Türen. Bis 22 Uhr sind die Arbeiten aus den Studiengängen Malerei und Grafik, Fotografie, Buchkunst und Grafik-Design sowie Medienkunst in etwa 20 Räumen zu sehen. Organisiert wurde die Ausstellung von den Diplomandinnen und Diplomanden gemeinsam mit der Kuratorin Ilse Lafer. Der Diplom-Rundgang bleibt anschließend bis Sonntag geöffnet.

Im Zuge des Diplomrundgangs öffnet die HGB auch ihre Türen der dortigen Arbeitswelt. Foto: Philipp Kirschner

Baustart in Böhlitz-Ehrenberg

Heute beginnt der zweite Bauabschnitt zum barrierefreien Umbau der Bushaltestelle „Wilhelm-Winkler-Straße“  (Linie 62). Bei einer geplanten Bauzeit von rund drei Wochen fällt die Maßnahme vergleichsweise kurz aus, da sie sich auf den Umbau des Haltepunktes beschränkt und kein Straßenausbau erfolgt. Die Arbeiten schließen ein bereits 2025 begonnenes Projekt ab.

Die gegenüberliegende Haltestelle war bereits im vergangenen Jahr barrierefrei umgestaltet worden. Im Zuge der aktuellen Bauarbeiten ein niveaugleicher Einstieg geschaffen sowie ein Blindenleitsystem. Außerdem wird eine Fläche für die spätere Nachrüstung eines Fahrgastunterstandes vorbereitet. Dieser ist jedoch nicht Bestandteil der jetzigen Baumaßnahme.

Ziel des Umbaus ist es, den Einstieg für Rollstuhlfahrer, Menschen mit Rollatoren, Familien mit Kinderwagen sowie sehbehinderte Fahrgäste deutlich zu erleichtern. Während der Bauzeit ist die Wilhelm-Winkler-Straße zwischen der Bielastraße und der Hausnummer 20 voll gesperrt. Grundstücke bleiben für Anwohner erreichbar, Fußgänger werden über den südlichen Gehweg geführt.

Die Buslinie 62 verkehrt weiterhin regulär. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 57.000 Euro. Etwa 90 Prozent der Kosten übernimmt der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL), sodass der Eigenanteil der Stadt bei rund 5.700 Euro liegt.

Uriah Heep rocken im Park

Natürlich tragen die Herren durchgehend Schwarz. Schließlich ist ihre Pazifismus-Hymne „Lady in Black“ einer ihrer größten Welthits. Heute Abend spielen Uriah Heep ein Open-Air-Konzert auf der Parkbühne im Clara-Zetkin-Park. Die britische Hardrock-Band wurde 1969 in London gegründet und zählt neben Led Zeppelin, Deep Purple und Black Sabbath zu den stilprägenden Gruppen des klassischen Hard Rock und frühen Heavy Metal.

Ihren internationalen Durchbruch schaffte sie Anfang der 1970er-Jahre mit den Alben „Demons and Wizards“, „The Magician’s Birthday“ und „Sweet Freedom“, die in den USA jeweils Goldstatus erreichten. Zu den bekanntesten Titeln der Band gehören neben „Lady in Black“ auch „Easy Livin’“, „July Morning“ und „Gypsy“, die bis heute zum festen Repertoire vieler Rockradiosender zählen. Charakteristisch für den Sound von Uriah Heep sind mehrstimmige Gesänge, markante Hammond-Orgeln und die unverwechselbare Gitarrenarbeit von Mick Box, dem letzten verbliebenen Gründungsmitglied der Band.

Mick Box gründete 1969 die Band, zunächst unter dem Namen SPICE. Foto: Michael Schöne

Weltweit haben Uriah Heep mehr als 40 Millionen Tonträger verkauft und sich insbesondere in Deutschland, Skandinavien, Japan sowie Osteuropa eine außergewöhnlich treue Fangemeinde aufgebaut. Musikhistorisch schrieb die Band zudem 1987 ein Kapitel Rockgeschichte, als sie als erste westliche Hardrockband in Moskau auftrat. 2019 wurde Uriah Heep anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens in die Hall of Heavy Metal History aufgenommen.

Auch mehr als fünf Jahrzehnte nach ihrer Gründung veröffentlicht die Band weiterhin neue Musik und steht regelmäßig auf internationalen Bühnen. Das Leipziger Konzert ist Teil ihrer Europa-Tour und dürfte für Fans eine seltene Gelegenheit bieten, die Rocklegenden live zu erleben. Beginn ist um 19 Uhr.

Besucher können die Straßenbahnlinien 1 oder 14 bis zur Haltestelle Marschnerstraße nutzen und von dort in weniger als zehn Minuten zu Fuß durch den Park zur Location gelangen. Ebenfalls günstig ist die Anreise mit der Buslinie 89 bis Telemannstraße, von wo aus die Parkbühne nach einem rund fünfminütigen Fußweg erreicht wird. Alternativ bieten sich die Straßenbahnlinien 2, 8, 9 oder 14 bis zur Haltestelle Neues Rathaus an; von dort führt ein etwa 15-minütiger Spaziergang durch den Clara-Zetkin-Park zum Konzertgelände.

Die Britische Rockband Uriah Heep gastiert heute in Leipzig. Foto: Richard Stow

Alle Farben des Lebens auf Leipzigs Straßen

Heute noch schnell Farbe kaufen, denn morgen wird Leipzig zur Regenbogenhauptstadt! Unter dem Motto „Keine Ruhe, kein Zurück – Queere Rechte Stück für Stück!“ rechnen die Veranstalter des Christopher Street Day mit mehreren zehntausend Besucherinnen und Besuchern. Der Leipziger CSD zählt zu den größten politischen Demonstrationen Sachsens und versteht sich ausdrücklich als politische Demonstration mit Forderungen nach Schutz vor queerfeindlicher Gewalt, Gleichstellung von LSBTIQ*-Menschen, der Stärkung demokratischer Werte und gesellschaftlicher Vielfalt sowie mehr Sichtbarkeit queeren Lebens.

Den Auftakt bildet 11:30 Uhr eine Kundgebung auf dem Augustusplatz. Anschließend führt von 13 Uhr bis etwa 16 Uhr ein Demonstrationszug durch die Leipziger Innen- und die Ostvorstadt. Die genaue Route kann bei Bedarf kurzfristig aktualisiert werden. Ab etwa 16 Uhr schließt sich bis rund 20 Uhr auf dem Augustusplatz ein Straßenfest mit Bühnenprogramm, politischen Redebeiträgen, Informationsständen von Vereinen, Initiativen, Beratungsstellen, Hochschulen und zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie gastronomischen Angeboten an.

Der Veranstalter weist darauf hin, dass sich die Zeiten je nach Verlauf der Demonstration geringfügig verschieben können. Für die öffentliche Veranstaltung gibt es keine Altersbeschränkung. Kosten entstehen lediglich für individuelle Ausgaben wie Speisen und Getränke. An acht Stellen auf der Route gibt es kostenfreies Trinkwasser.

Wegen des Demonstrationszuges ist zwischen etwa 13 und 16 Uhr mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Entlang der Strecke sind Sperrungen sowie Einschränkungen im Straßenbahn- und Busverkehr zu erwarten, auch Autofahrer müssen Verzögerungen einplanen. Empfohlen wird die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad. Der Augustusplatz bleibt der wichtigste Zugangspunkt, kann jedoch zeitweise nur eingeschränkt erreichbar sein.

Aufgrund der Größe der Veranstaltung wird mit einer erhöhten Präsenz von Polizei und Sicherheitskräften gerechnet. Nach Angaben des Veranstalters nahmen am CSD 2024 mehr als 21.000 Menschen teil. Die diesjährige Kundgebung wird ab 11:30 Uhr auf dem ofiziellen Youtube-Kanal des Leipzig-CSD übertragen.

Die geplante Route des Demonstrationszuges. Grafik: CSD Leipzig

Großes Kino beim 1. Stadthafenfest

Mit einem zweitägigen Programm am Wochenende feiert der kürzlich eingeweihte Stadthafen Leipzig erstmals ein eigenes Hafenfest. Diese Premiere soll ihn dauerhaft als Freizeit-, Kultur- und Veranstaltungsort in der Stadt etablieren. Besucher sind am Samstag von 11 bis 22 Uhr und am Sonntag von 11 bis 23 Uhr willkommen. Der Eintritt ist an beiden Tagen kostenfrei.

Zum Auftakt am Samstag erwartet die Gäste von 11 bis 22 Uhr ein Streetfood-Markt mit internationalen Spezialitäten. Parallel dazu läuft bis 18 Uhr ein Familienprogramm, zu dem unter anderem das Infomobil der Leipziger Stadtwerke gehört; ab 12 Uhr sind außerdem die Klinik-Clowns unterwegs (und werben natürlich auch für ihr ehrenamtliches Engagement). Von 12 bis 14 Uhr sorgt Arne Hinz für Live-Musik, ehe zwischen 16 und 19:45 Uhr ein Drachenboot-Tauziehen auf dem Wasser stattfindet.

Am Abend gibt’s um 20 Uhr im eigens aufgebauten Open-Air-Kino den Film „Der Pinguin meines Lebens“. Unmittelbar danach zeigt „Flying Gordon“ von 21:50 bis 22 Uhr eine Flyboard-Show, bevor der erste Festtag gegen 22 Uhr mit einem gemeinsamen Ausklang und Schwimmkerzen zugunsten der Elternhilfe für krebskranke Kinder Leipzig e. V. endet. Am Sonntag wird das Programm (gibts HIER online) unter anderem durch ein Public Viewing des Fußball-WM-Finales auf Großleinwand ergänzt.

Erst Pinguin, dann WM-Finale. Die Riesenleinwand steht direkt im Hafenbecken. Foto: Stadthafen Leipzig GmbH

So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar