Dem Gefühl der Ohnmacht wollten die Klimaaktivist/-innen von Fridays for Future etwas entgegensetzen. Deshalb hatten sie für heute spontan zu einer Demonstration aufgerufen. Schon länger geplant hingegen waren die Leipzig Open. Das größte Frauen-Tennisturnier in Ostdeutschland ist in seiner Wertigkeit zudem noch weiter nach oben skaliert. Heute ist es gestartet. Und: Wohnungseinbrüche lassen aufhorchen. Die LZ fasst zusammen, was am Freitag, dem 31. Juli 2026, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.

Fridays for Future bemängelt „völlig falsche Empörung“

Mit nur zwei Tagen Vorlauf hatte die Leipziger Gruppierung von Fridays for Future (FFF) für heute zu einer spontanen Demonstration aufgerufen. Unter dem Motto „burn capitalism not the planet“ startete der Protest mit einer Auftaktkundgebung auf der Sachsenbrücke. Gut 50 Teilnehmende machten sich anschließend mit ihren Fahrrädern auf den Weg durch den Clara-Zetkin-Park, um den Innenstadtring, bis zum Abschluss am Neuen Rathaus. Im LZ-Interview erklärt FFF-Pressesprecher Alexander Hilse die Hintergründe:

Was genau war der Grund für diese spontane Demo-Anmeldung?

Es war eine spontane Anmeldung aus dem Gefühl heraus, nicht ohnmächtig sein zu wollen angesichts dessen, was gerade passiert. Zum einen überall in der Welt, durch die Folgen der Klimakrise. Denn das Extremwetter hat bereits krasse Ausmaße angenommen. Und zum anderen wie von der Politik darauf (nicht) reagiert wird.

Gerade jetzt bei der Neubildung des Kabinetts wird Kritik an Merz laut, die überhaupt nichts mit seiner Klimapolitik zu tun hat. Da fragen wir uns: Wie kann das sein? Das ist die völlig falsche Empörung. Wo bleibt die Empörung über das Nichtstun der Regierung? Wieso ist jetzt beispielsweise eine Leihmutterschaft ein Grund, warum Jens Spahn zurücktreten musste, aber die Klimapolitik für Katherina Reiche absolut keine Folgen hat?

Was wollt ihr mit dieser Demo erreichen?

Vor allem wollen wir den Menschen, die heute herkommen, wieder zeigen: Es gibt eine Selbstwirksamkeit, wir können etwas tun! Wir müssen nicht nur die ganze Zeit durch Social Media scrollen und diese Katastrophen sehen und hinnehmen, sondern wir haben jederzeit die Möglichkeit zu handeln. Vielleicht kann das für einige ein Anfang sein, wieder aktiver zu werden. Wir erwarten nicht, dass Friedrich Merz seinen Kurs ändert, weil in Leipzig ein paar Menschen demonstrieren. Und wir rechnen auch nicht damit, das heute große Massen kommen – wir haben 100 Personen angemeldet.

Aber wir wollen zeigen: Es ist nichts verloren! Wir haben zwar das Gefühl, dass die Demonstrationen in den letzten Jahren kaum etwas an direkten Folgen gebracht zu haben scheinen, aber wenn man genau hinschaut, dann hat sich nach 2019 eben doch etwas verändern lassen. Und es wäre wünschenswert, wenn sich – gerade angesichts der ganzen Katastrophen – so ein Moment noch einmal bilden lassen könnte.

Wie wach und empfänglich ist denn deiner Einschätzung nach die Jugend aktuell für diese Themen? Denn es waren ja durchaus schon mal mehr Menschen bei FFF-Aktionen dabei …

Es waren schon weitaus mehr, aber es hat sich meiner Meinung nach etwas eingependelt. Es ist jetzt nicht mehr nur die Jugend. Wir hatten schon vor ein paar Jahren den Slogan: Alle fürs Klima! Und so hat sich Fridays for Future in meinen Augen auch gesamtgesellschaftlich festgesetzt – inzwischen nicht mehr auf Masse, aber doch als eine Lobby, die relativ stark sein kann. Diese Strukturen im Lokalen weiter zu erhalten, ist uns ein großes Anliegen.

Die Demo endet am Rathaus, welche Signale wollt ihr dabei senden?

Es wird dort noch eine kurze Ansprache an die lokale Politik geben, weil wir auch in Leipzig hinterherhinken, was den Klimaschutz angeht. So sind beispielsweise die Berichte zu den CO²-Emissionen der Stadt von 2023/2024 noch immer nicht veröffentlicht. So gibt es keine richtige Grundlage, um Klimaschutz in Leipzig weiterzudenken. Das kann nicht angehen.

Tennis-Auftakt für Leipzig Open

Über eine Woche lang fliegt in Leipzig jetzt wieder der kleine gelbe Filzball mit hohem internationalen Niveau übers Netz. Zum inzwischen 14. Mal haben heute auf der Anlage des Leipziger Tennisclubs 1990 (LTV) die Leipzig Open begonnen. Neben den Internationalen Sächsischen Meisterschaften (ISM) und dem Steffi Graf Junior Cup ist vor allem das ITF-Weltranglisten-Turnier das sportliche Zugpferd.

Und das hat sich diesmal ganz besonders herausgeputzt: Erstmals in ihrer Geschichte sind die Leipzig Open in die ITF-Kategorie W75 aufgestiegen. Das überraschte selbst die Organisatoren, denn erst im vergangenen Jahr hatte es den Upgrade auf die Kategorie W50 gegeben. Es geht dieses Mal also bereits um ein Gesamtpreisgeld in Höhe von 60.000 US-Dollar. Zudem erhält die Siegerin jetzt vorzeigbare 75 Weltranglisten-Punkte gutgeschrieben.

Entsprechend höher gelistet sind auch die Teilnehmerinnen des ITF-Wettbewerbs. Allerdings: Eine aktuell in den Top 100 platzierte Spielerin wird in Leipzig dennoch nicht zu sehen sein. Für Turnierdirektorin Birgit Bach ist das okay. Enttäuscht wäre sie nur gewesen, verriet sie auf der heutigen Pressekonferenz, wenn keine Spielerin aufschlagen würde, die sich nicht wenigstens schon mal in den Top 100 getummelt hätte. Und, so rechnete Bach vor, wenn die britische Favoritin Francesca Jones am Ende als Siegerin vom Platz gehen würde, gelänge ihr durch die hohe Punktzahl die Rückkehr in eben jenen erlauchten Kreis.

Die deutschen Teilnehmerinnen wie Tessa Johanna Brockmann oder Ida Wobker werden in diesen Regionen wohl keine Rolle spielen können. Aus sächsischer Sicht freut man sich auf die Quali-Teilnahme der Top-Talente Lola Giza (19, Espenhain) und Clara-Marie Schön (20, Dresden). Beide wurden mit einer Wildcard ausgestattet und haben bereits etwas Leipzig Open-Erfahrung sammeln können. Im Jahr 2023 standen sie sogar in einem Doppel-Team gemeinsam auf dem Court. Giza kommt übrigens auch als Titelverteidigerin der ISM nach Leipzig.

Die ITF-Qualifikationen beginnen am Sonntag, 2. August. Das Hauptfeld steigt dann am Dienstag, 4. August ein. Der große Finaltag ist schließlich am darauffolgenden Sonntag, dem 9. August. Bereits um 9 Uhr startet dann das ISM-Endspiel der Frauen. Danach, um 11 Uhr, folgt das der Männer. Das Grande Finale im ITF-Wettbewerb steigt als Abschluss um 13 Uhr. Eintritt muss übrigens erst ab 5. August bezahlt werden (15 Euro Normalzahler, 5 Euro ermäßigt), davor ist der Besuch auf der Anlage Am Sportforum 7 kostenlos.

Wohnungseinbrüche in Leipzig und Taucha

Dreiste Ganoven sind aktuell auf Beutezug und kennen dabei offenbar keine Scheu: Sie brechen in Wohnungen ein, mitten in der Nacht, während die Bewohner darin schlafen. So geschehen in der Nacht zum heutigen Freitag. Gegen 2:50 Uhr stieg im Leipziger Osten ein Täter in eine Erdgeschosswohnung in der Mariannenstraße ein. Das geräuschvolle Öffnen der Tür weckte allerdings den Mieter, der nach dem Rechten sah und den Einbrecher damit gerade noch rechtzeitig verscheuchte. Denn Beute machte dieser keine, hinterließ aber einen Sachschaden von rund 2.000 Euro.

Erst zwei Tage zuvor hatte es in Taucha einen ganz ähnlichen Fall gegeben, wie die Polizeidirektion heute mitzuteilen wusste. Diesmal spielte sich Geschehen allerdings am helllichten Tag ab. Gleich zwei Täter hatten sich gegen 13:45 Uhr in der Idastraße in ein Einfamilienhaus geschlichen. Als sie dort gerade die Wohnung einer Seniorin durchsuchten, kam die 84-Jährige vom Einkauf nach Hause zurück. Auch hier flüchteten die Einbrecher, verletzten die Dame aber leicht, als diese versuchte, sie aufzuhalten. Schmuck im Wert von mehreren tausend Euro konnten die Ganoven stehlen und nahmen auch noch das Festnetztelefon mit.

Die Kriminalpolizei bittet in beiden Fällen um Hinweise: Dimitroffstraße 1, 04107 Leipzig, Telefon: 0341-96646666.

Worüber die LZ heute berichtet hat:

Chihuahua Bella verlor ihr Augenlicht: So urteilte das Amtsgericht über einen mutmaßlichen Tierquäler aus Leipzig

Eine Erklärung vom Geiseltalsee: Haben die ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten den Mumm, das Merz’sche Reformpaket abzulehnen?

Hallo Leipzig: So startet Freitag, der 31. Juli 2026 ins Wochenende

Jahresbericht der LVB für 2025: Fahrgastrekord und verschobenes Beschaffungspaket für die XXL-Plus-Straßenbahnen

Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort: „Wohin gehöre ich?“ – die neue Rilke-Biografie von Alois Prinz

Was sonst noch wichtig war:

Inzwischen sind etwa 60.000 Migranten von Marokko aus in die spanische Enklave Ceuta gelangt – die meisten von ihnen schwimmend. Mindestens 34 Menschen sind auf ihrem Weg ums Leben gekommen.

Wegen der Situation in Ceuta, will Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) die Kontrollen an den deutschen Grenzen auch über den September hinaus verlängern.

Über drei Millionen Menschen in Deutschland waren im Juli arbeitslos. Das hat die Bundesagentur für Arbeit heute mitgeteilt. Gegenüber dem Juni seien das 71.000 Arbeitslose mehr, gegenüber dem Vorjahres-Juli sind es 28.000 mehr. Die Sommerpause sorgt zur Jahresmitte regelmäßig für einen Anstieg der Zahlen.

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