Das Wichtigste: es gibt was zu Futtern. Die Neueröffnung der Uni-Mensa bringt endlich wieder Energie in die künftig klugen Köpfe. Welches Gericht spielt dabei wohl eine Hauptrolle? Am Elstermühlgraben wird ein Generationen-Traum wahr. Und natürlich wird gebaut und gesperrt. Was wäre diese Woche ohne Bauarbeiten. Wie unser Leben in Zukunft aussehen könnte – das erfahren wir ab heute im einstigen Brühlpelz-Gebäude.
Panta rhei – nun ein Stück weiter
Nach 25 Jahren Entwicklungs-, Planungs- und Bauzeit schließt sich heute ein wichtiges Kapitel der Leipziger Gewässerentwicklung: Um 16 Uhr wird der letzte befahrbare Bauabschnitt des Elstermühlgrabens feierlich eröffnet. Zugleich erstrahlt das an dessen Ufer stehende, sanierte Poniatowski-Denkmal wie neu. Die Veranstaltung findet in der Lessingstraße am Poniatowskiplan statt.

Mit dem Abschluss der Arbeiten ist nun insgesamt ein Kilometer des einst verrohrten und überwölbten Elstermühlgrabens vollständig freigelegt. Nach der Fertigstellung des Stadthafens wird damit ein weiterer wesentlicher Meilenstein im Leipziger Gewässerverbund an die Leipzigerinnen und Leipziger übergeben. Neben Oberbürgermeister Burkhard Jung nehmen an dem Festakt Dirk Panter, Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz, Heiko Rosenthal, Bürgermeister und Beigeordneter für Umwelt, Klima, Ordnung und Sport, Andrea Staude von der Landesdirektion Sachsen, Susanne Mayer von der Sächsischen Agentur für Strukturentwicklung GmbH sowie Dr. Michał Niezabitowski, Direktor des Historischen Museums der Stadt Krakau, teil.
Mit der Offenlegung des letzten Bauabschnitts war zugleich die Sanierung des Poniatowski-Denkmals verbunden, das heute während des Festaktes enthüllt wird. Bei dem Monument handelt es sich nicht um eine Neuschöpfung. Basis des Denkmals ist der historische Poniatowski-Stein aus dem frühen 19. Jahrhundert, den das Landesamt für Denkmalpflege als „Originalstein“ ausweist. Seine heutige Erscheinungsform erhielt das Ensemble allerdings erst im 20. Jahrhundert: Damals kamen Sockel und Einfassung sowie zusätzliche Inschriften und ein Porträtrelief hinzu.
Wegen der Freilegung des Elstermühlgrabens wurde das Denkmal 2021 demontiert und eingelagert (LZ berichtete). Nach seiner Restaurierung kehrt es nun an den Elstermühlgraben zurück. Nicht zu verwechseln ist dieses Denkmal mit einem Monument, das 1939 von den Nationalsozialisten zerstört wurde.
Niels Gormsen, Stadtbaurat Leipzigs von 1990 bis 1995, war einer der Väter und Förderer der Öffnung der Mühlgräben. Von 1996 bis 2010 war er Vorsitzender des „Fördervereins Neue Ufer e.V.“ Leidenschaftlich kämpfte er gegen die Abriss-Sünden an der gründerzeitlichen Bausubstanz und für die Öffnung der Mühlgräben. Eine Würdigung seines Engagements bleibt die Stadt bis heute schuldig.

Was muss, das muss…
Auch diese Woche hält Maßnahmen bereit, die vor allem von Autofahrern eine Umorientierung erfordern. Denn die müssen sich ab heute im Leipziger Wetzelweg und in der Schkeuditzer Turnerstraße auf neue Verkehrseinschränkungen einstellen. Nach der Baustellenübersicht der Leipziger Gruppe beginnt am heutigen 14. September im Wetzelweg eine weitere Vollsperrungsmaßnahme, die bis zum 24. November 2026 ausgewiesen ist. Die Leipziger Gruppe führt für die Straße zusätzlich eine Vollsperrung vom 24. August bis 30. Oktober 2026 auf. Damit kommt ab heute ein weiterer Sperrabschnitt hinzu.
Auch in Schkeuditz ändert sich die Verkehrssituation ab heute. Im Bereich Turnerstraße/Weststraße ist nach Angaben der Leipziger Gruppe vom 14. bis 25. September 2026 eine „punktuelle Sperrung“ vorgesehen. Diese Einschränkung folgt unmittelbar auf eine bereits laufende Maßnahme in der Turnerstraße: Für den Kreuzungsbereich Turnerstraße/Ernst-Tenner-Straße weist die Leipziger Gruppe eine Vollsperrung vom 18. August bis einschließlich heute aus. Damit fällt der Beginn der punktuellen Sperrung an der Turnerstraße/Weststraße auf denselben Tag, an dem die bislang ausgewiesene Vollsperrung an der Turnerstraße/Ernst-Tenner-Straße endet.
Zu Tisch, Ihr Wissensdurstigen
Es wird wieder etwas stiller an der Leipziger Uni. Das laute Knurren der studentischen Mägen weicht dem zart klirrenden Chor von Messer, Gabel und Geschirr. Heute nimmt die Mensa gegenüber der Moritzbastei nach siebenwöchiger Schließung wieder ihren Betrieb auf. Vom 27. Juli bis einschließlich 13. September war die größte und wichtigste Einrichtung des Studentenwerks Leipzig am Campus Augustusplatz geschlossen, um die große Spülanlage zu erneuern. Deren Installation sei erfolgreich abgeschlossen, teilte das Studentenwerk mit.

Damit stehen wieder frisch gekochte Gerichte bereit; bis zu 6.500 Essen werden dort durcvhschnittlich am Tag verzehrt. Komplette Gerichte der Kategorien A bis E kosten für Studierende seit 1. August 2024 zwischen 1,70 und 4,10 Euro, für Bedienstete 4,50 bis 6,15 Euro und für Gäste 5,90 bis 8,15 Euro. Bezahlt wird mit Studierendenausweis oder Mensakarte. Die deutlich kleinere Cafeteria blieb während der Bauzeit geöffnet.
Vom 28. September bis 2. Oktober folgt eine „Welcome-Back-Woche“ mit besonderen Gerichten und beliebten Mensaklassikern. Als solchen bezeichnet das Studentenwerk ausdrücklich die Currywurst. In den ersten Zehn Jahren ihres Bestehens haben allein 460.000 davon den Hunger der Lernenden gestillt.
Der Wert des Lebens zum genauen Hinschauen
Was macht ein gutes Leben in Leipzig aus? Antworten auf diese Frage zeigt ab heute eine Ausstellung im RealLabor am Brühl 48. Die um 10 Uhr beginnende Präsentation stellt erste Ergebnisse einer seit Mitte Juni laufenden Befragung von Leipzigerinnen und Leipzigern vor. Der Eintritt ist frei.
Gefragt wird unter anderem, welche Lebensbereiche den Menschen besonders wichtig sind, wie sie ihre Situation in Leipzig einschätzen, was sie sich für die Stadt wünschen und welche Möglichkeiten sie sehen, selbst an Veränderungen mitzuwirken. Die Ausstellung zeigt ausgewählte Zwischenergebnisse und stellt unterschiedliche Vorstellungen von Lebensqualität gegenüber. Die Befragung läuft während des Festivals weiter; Besucher können sich daran beteiligen. Nach Angaben der Organisatorinnen ist zudem eine wissenschaftliche Auswertung mit Unterstützung der Universität Leipzig vorgesehen.
Die Schau gehört zum Festival „Gutes Leben Leipzig“, das vom 12. bis 20. September zum zweiten Mal stattfindet (LZ berichtete). Erste Ergebnisse der Befragung waren bereits beim Festivalauftakt am 11. September im Hauptbahnhof zu sehen. Ab heute werden sie Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr direkt im RealLabor präsentiert. Das ansonsten über verschiedene Orte der Stadt verteilte Festival erhält damit einen zentralen Anlaufpunkt in der Innenstadt.
Auch das heutige Programm greift Fragen nach gesellschaftlicher Teilhabe und Lebensqualität auf. Ein Workshop der Volkshochschule beschäftigt sich mit Bürgerbeteiligung und gemeinwohlorientierten kommunalen Entscheidungen. Um 17 Uhr geht es beim heutigen Friedensgebet in der Nikolaikirche darum, wie sich die Vorstellungen von einem guten Leben in Leipzig seit 1989 verändert haben.
Ausgangspunkt für das RealLabor Leipzig waren im Sommer 2022 rund 70 offene Briefe von Schülerinnen und Schülern eines Leipziger Gymnasiums, in denen sie ihre Belastungen und Ängste im Schulalltag schilderten; daraus entwickelten die Bildungsreformerin Margret Rasfeld und die Künstlerin Ute Puder gemeinsam mit den Jugendlichen die Idee eines Ortes für eine „Friedliche Bildungsrevolution“. 2023 wurde ein fester Raum gefunden und das RealLabor Leipzig eröffnet. Es befindet sich im Erdgeschoss des Adina Apartment Hotels (bis 1990 „VEB Brühlpelz Leipzig“).
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