Heute stellt die Stadt ihr Baustellenkonzept für eine der wichtigsten Kreuzungen des Leipziger Verkehrsnetzes vor. Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, online dabei zu sein. Bahnfahrende Richtung Dresden werden über Nacht wieder zu Busreisenden. Und die Galerie KUB widmet sich am Abend mit einer Sonderveranstaltung einem dunklen Kapitel brauner Stadtgeschichte.
Das plant die Stadt am Torgauer Platz
Leipzig erwartet eine Baumaßnahme, die ihrer Lage wegen lange Zeit für Umleitungen und Lärm sorgen wird. Welche Einschränkungen auf Straßenbahnfahrgäste und Autofahrer am Torgauer Platz zukommen, will die Leipziger Gruppe daher heute bei einer digitalen Informationsveranstaltung erläutern. Der Livestream beginnt um 18:30 Uhr.
Das Vorhaben betrifft zahlreiche Teile der Infrastruktur an dem Verkehrsknoten, der als wichtiges Tor der Stadt in die nordöstliche Umgebung gilt. Erneuert werden sollen Fahrbahnen und Wege, Straßenbeleuchtung und Ampelanlagen, Gleise, Fahrleitungen, Haltestellen und das Wassernetz. Darüber hinaus sind neue Geh- und Radwege sowie Grünflächen vorgesehen. 24 neue Bäume sollen gepflanzt und ein neuer Trinkbrunnen errichtet werden.
Die Haltestellen am Torgauer Platz werden barrierefrei umgebaut. Die Straßenbahnstrecke soll nach Angaben der Leipziger Gruppe voraussichtlich von März 2027 bis Juni 2028 voll gesperrt werden. Konkrete Fahrpläne werden zwei Wochen vor Baubeginn veröffentlicht. Auch Autofahrer müssen sich nach dem derzeitigen Planungsstand auf erhebliche Einschränkungen einstellen: Torgauer Straße und Eisenbahnstraße sind während der gesamten Bauzeit für den Kfz-Verkehr gesperrt.
Eine vorherige Anmeldung zur Teilnahme an der Online-Veranstaltung ist nicht nötig. Fragen können bis zum Beginn der Informationsrunde per Mail eingeschickt werden: torgauer-platz@leipzig.de. Zugang zum Livestream gibt es ab 18:30 HIER ONLINE.
Erinnerungen an Zwangsarbeit in Leipzig
Verschleppt, misshandelt, gedemütigt. Die Zwangsarbeit von Kriegsgefangenen war ein perfider Bestandteil der nationalsozialistischen Terrorpolitik während des 2. Weltkrieges. Im rassischen Größenwahn zwangen die Nazis und ihre Helfer aus der Bürgerschaft Menschen, vor allem in der Rüstungsindustrie, unter schlimmsten Umständen militärische Güter wie Munition oder Fahrzeugteile herzustellen, die letztlich im Kampf gegen die Heimat der Gefangenen eingesetzt wurden.
Eine Blutspur, die auch durch Leipzig führt – und zunehmend in Vergessenheit gerät. Der Verdrängung dieses Kapitels deutscher Geschichte widmet sich seit 25 Jahren die Gedenkstätte für Zwangsarbeit. Sie wurde am 12. Dezember 2001 eröffnet und war die erste ihrer Art in Deutschland, die sich ausdrücklich diesem Thema widmete. Vorausgegangen war im Jahr 2000 ein Beschluss des Leipziger Stadtrates, einen solche Ort einzurichten.
Ihren Standort erhielt sie auf dem einstigen HASAG-Werksgelände, dem heutigen Wissenschaftspark an der Permoserstraße. Die HASAG war der ehemals größte Rüstungsbetrieb Sachsens. Die Gedenkstätte sammelt historische Zeugnisse und dient ehemaligen Zwangsarbeitern und deren Angehörigen als Anlaufstelle.
Mit der Gesprächsrunde „Was bleibt. Familien erinnern an NS-Zwangsarbeit“ erinnert heute Abend um 19 Uhr die Galerie KUB im Leipziger Süden an die Verbrechen der Zwangsarbeit und an die Arbeit der Gedenkstätte. Vier Angehörige ehemaliger Inhaftierter aus unterschiedlichen Ländern berichten über die Geschichte ihrer Familien. Ihre Vorfahren waren während der NS-Zeit zur Zwangsarbeit nach Leipzig verschleppt worden.
In dem Gespräch geht es darum, was die Nachkommen über diese Zeit erfuhren, was in ihren Familien erinnert oder verschwiegen wurde. Moderiert wird die Veranstaltung durch Anne Friebel von der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig.
Die Galerie KUB befindet sich schräg gegenüber dem beliebten „Schnellbuffet Süd“ und ist mit den Straßenbahnlinien 9, 10 und 11 über die Haltestelle Richard-Lehmann-Straße/HTWK erreichbar.
Wer sich tiefer mit der Geschichte und vor allem mit dem geographischen Ausmaß der Zwangsarbeit gerade im Leipziger Stadtgebiet auseinandersetzen möchte, erhält mit DIESER interaktiven und mühevoll recherchierten Karte zu den Aussenlagern der großen KZ-Standorte direkt in unseren Vierteln ein interessantes Werkzeug.
Inhaftierung, Erniedrigung und Ausbeutung waren keine Geheimnisse, die irgendwo in der weiten Ferne des Steinbruchs auf dem Ettersberg versteckt wurden. Die Menschenschinder stammten aus der Nachbarschaft, und auch dort wurden ihre Opfer gefangen gehalten und gequält.

Pendler-Pech durch Bahn-Bau
Fahrgäste der Regionalbahn zwischen Leipzig und Dresden müssen ab heute Abend deutlich mehr Zeit einplanen. Ab 21 Uhr fallen wegen Bauarbeiten zwischen Riesa und Oschatz die Züge des RE 50 zwischen Wurzen und Riesa aus. Die Sperrung betrifft beide Fahrtrichtungen und dauert nach Angaben der DB Regio AG bis Freitag, 11. September, 1:45 Uhr.
Auf dem von den Zugausfällen betroffenen Abschnitt wird ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Die Fahrplanänderung ist bereits in der Fahrplanauskunft berücksichtigt. Für Reisende, die in der Nacht von Riesa weiter in Richtung Dresden fahren wollen, ist außerdem eine zusätzliche Verbindung vorgesehen: RE 92241 startet um 0:43 Uhr in Riesa und soll Dresden Hbf um 1:34 Uhr erreichen. Unterwegs fährt der Zug über Glaubitz , Nünchritz, Priestewitz, Niederau, Weinböhla, Coswig, Radebeul Ost, Dresden-Neustadt und Dresden Mitte.
Bereits einige Stunden vor den nächtlichen Zugausfällen kommt es auf dem RE 50 zu einer weiteren baubedingten Fahrplanänderung. Wegen Arbeiten im Bereich Priestewitz fährt RE 16528 am Donnerstag ab Priestewitz in Richtung Leipzig Hbf später als regulär. Der Zug beginnt seine Fahrt planmäßig um 18:12 Uhr in Dresden Hbf. DB Regio gibt für diese Einschränkung am 10. September den Zeitraum von 18:45 bis 20:05 Uhr an.
Damit müssen Reisende zwischen Dresden und Leipzig am Donnerstag zunächst am frühen Abend mit späteren Fahrzeiten und ab 21 Uhr mit den deutlich stärkeren Einschränkungen durch den Zugausfall zwischen Riesa und Wurzen rechnen.
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