Wie jetzt bekannt wurde, sind im Sommer die Erinnerungstafeln für den Leipziger Rechtsanwalt Ludwig Goldwasser und den Autor Simson Jakob Kreutner im Waldstraßenviertel gestohlen worden. Nach den Worten von Melanie Eulitz vom Bürgerverein Waldstraßenviertel sind die an ehemaligen Wohnhäusern der beiden angebrachten Tafeln zwischen dem 17. und 24. Juli verschwunden. „Das sieht nach einem judenfeindlichen Motiv aus“, sagt Eulitz.

Die Leipziger Polizei ermittelt gegen Unbekannt. Zusammen mit dem Ariowitsch-Haus appelliert nun der Verein an alle, die vom Verbleib der Tafeln Kenntnis oder diese sogar in ihrem Besitz haben, mit dem Verein Informationen zu teilen oder die Tafeln zurückzugeben.

Der Verein ist erreichbar unter E-Mail: buergerverein@waldstrassenviertel.de und Telefon: +49 341 9803883.

Es ist geplant, die Tafeln wieder an ihren angestammten Platz zurückzubringen.

Seit Jahren bemüht sich der Waldstraßenviertel-Verein zusammen mit dem Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch-Haus darum, die Erinnerung an die verfolgten, vertriebenen und ermordeten Leipziger Jüdinnen und Juden aus dem Waldstraßenviertel zu bewahren. Die Erinnerungstafeln werden für Jüdinnen und Juden angebracht, die das Leben in Leipzig und weit darüber hinaus nachhaltig geprägt haben, und schaffen damit einen bedeutsamen Beitrag zur Erinnerungskultur.

Insgesamt gibt es mittlerweile 17 Erinnerungstafeln, die an Personen mit besonderen Verdiensten erinnern. Die jüngsten Tafeln wurden vergangenes Jahr dem Arzt Dr. Karl Bornstein, dem Kaufmann Simche Beinom Goldrei und der Ohel-Jakob-Synagoge gewidmet.

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